modgnikehtotsyek
ALLE WETTBEWERBSERGEBNISSE, AUSSCHREIBUNGEN UND JOBS Jetzt Newsletter abonnieren

Nichtoffener Wettbewerb | 10/2025

Neuordnung Lätarekirche und Neubau Christophorus Zentrum in München-Neuperlach

Visualisierung

Visualisierung

3. Preis

Preisgeld: 14.400 EUR

Caspar Wichert Architektur ZT GmbH

Architektur

rajek barosch landschaftsarchitektur

Landschaftsarchitektur

Beurteilung durch das Preisgericht

Mit dem Neubau Ecke Quidde- / Plettstraße trifft der Entwurf eine bewusste positive städtebauliche Setzung. Durch angemessene Höhenentwicklung und Baukubatur wird eine gelungene Ergänzung des Ensembles geschaffen. Der übrige Baubestand wird behutsam in Wert gesetzt bzw. ergänzt. Auf diese Weise behält die Anlage ihren ursprünglichen Charakter als Begegnungs- und Identifikationspunkt im Stadtviertel und wird um die neuen Nutzungen sinnfällig ergänzt.

Durch das Aufgreifen der bisherigen Materialität im Außenbereich wird ein geschlossener Eindruck der Anlage erreicht. Der Gesamteindruck würde allerdings städtebaulich geschwächt, sofern die vorgesehene Erweiterung realisiert würde.

Die verschiedenen Nutzungsbereiche sind sehr schlüssig angeordnet. Besonders positiv wird gesehen, dass sämtliche für alle Besucher öffentlichen Nutzungen prominent an der Quiddestraße in direkter Nähe der Bushaltestelle liegen. Hier befindet sich das Stadtteilbüro und mit einem gemeinsamen Eingang im neuen Eckgebäude der Gesundheitstreff und das Bildungslokal, sowie ein barrierefreier Zugang über einen Aufzug zum Hospiz und zum Kirchhof im Erdgeschoß. Die Stellplätze in der Tiefgarage werden sinnvoll über die Plettstraße erschlossen. Allerdings wird die zu geringe Anzahl der Stellplätze und die nicht optimale Organisation bemängelt.

Dem Kirchhof zugeordnet befinden sich – neben der Kirche – die Eingänge zu den Einheiten mit bestimmten Nutzerkreis – das HPT und der Zugang zum Gemeindesaal im bisherigen Gemeindezentrum, das Christophorushospiz im neuen Eckgebäude. Die gesamte Anlage ist klar erkennbar gegliedert und ermöglicht den Besuchern eine sehr gute Orientierung.

Als räumlich interessant wird die Organisation der Zugangsebene zum Hospizzentrum bewertet. Der Haupteingang mit dem Café öffnet sich sehr großzügig zum Kirchplatz und führt in eine geschützte aber dennoch großzügige Foyerfläche, die durch Baumhöfe gegliedert und belichtet wird. Diese sind allerdings nur eingeschränkt für die Hospizarbeit geeignet. Im Foyerbereich finden sich Kommunikations- und Aufenthaltsbereiche mit differenzierten Raumqualitäten, die vielfältige Angebote ermöglichen. Aufgrund dieser Anordnung kann die Erschließung des sehr tiefen Baukörpers mit hoher räumlicher Qualität realisiert werden. Allerdings wird durch das sehr offene Erschließungssystem das Café zum Durchgangsraum mit eingeschränktem Außenbezug.

Auf den Ebenen darüber sind großzügige Dachgärten vorgesehen, die zwar unmittelbar mit der Verwaltung und den Seminarräumen zugeordnet sind, aber auch für die Hopizgäste weitere hochattraktive Aufenthaltsbereiche im Freien darstellen.

Der denkmalgeschützte Kirchenbau wird in respektvoller und angemessener Weise ergänzt, um Räumlichkeiten für die Gemeinde zu schaffen. Der Kircheninnenraum bleibt in seiner aktuellen Form weitgehend unangetastet.

Die kompakten Baukubaturen und das effiziente Erschließungssystem lassen eine wirtschaftliche Ausführung zu. Das Energiekonzept erscheint schlüssig und auf Stand der Technik.

Die Freiflächen an Quidde- und Plettstraße tragen zur Adressbildung bei und werden als einladende Gesten zum Straßenraum positiv bewertet. Der Rhythmus der Baumreihe entlang der Quiddestraße sollte hinsichtlich der Fassadenabwicklung und Zugänge überprüft werden.

Über einen außenliegenden Aufzug wird eine barrierefreie Erschließung des Kirchplatzes von der Quiddestraße aus angeboten. Im Südosten wird die Treppe um eine Rampe ergänzt und verbessert die barrierefreie Erschließung.

Der Kirchplatz selbst orientiert sich in seiner Höhenentwicklung am Bestand und gliedert sich in drei Niveaus, welche sich über kleinere Treppen und Rampen miteinander verbinden und durch Vegetationsflächen zoniert werden.

Der fest installierte lange Tisch wird aufgrund seiner identitätsstiftenden und inklusiven Wirkung grundsätzlich positiv bewertet. Jedoch wird in Frage gestellt, ob die Freiflächen dadurch in ihrer Funktionsfähigkeit für die logistischen Abläufe der Münchner Tafel zu stark eingeschränkt werden. Die Flächen sollten hinsichtlich der Anforderungen und Platzbedarfe überprüft werden. Der Gemeinschaftsgedanke wird verstärkt durch den Gemeinschaftsgarten mit Hochbeeten.

Die Verortung der Freiflächen für das HPT im östlichen Teil des Hofs funktioniert und ist plausibel.

Gelobt wird der großzügige Hospiz-Garten, dessen kleine Nischen ruhige Rückzugsorte versprechen. Ein weiterer Dachgarten im Nordosten des Baukörpers ist über eine Brücke an den Erschließungskern der Wohnungen angeschlossen und bietet diesen als auch den Seminarräumen eine grüne Freifläche. Die Dachaufbauten und Substratstärken sind nicht erkennbar und sind den Gehölzpflanzungen angemessen herzustellen. Die beiden Atrien sind gelungene Elemente, um die Gemeinschaftsflächen des CHV in ihrer Qualität zu ergänzen und eine Verzahnung von Innen und Außen zu erwirken. Es wird der Unterhalt der innenliegenden Grünflächen diskutiert und sind die Anforderungen daran in weitere Überlegungen einzubeziehen.
Schwarzplan 1:2000

Schwarzplan 1:2000

Lageplan 1:500

Lageplan 1:500

Untergeschoss 1:200

Untergeschoss 1:200

Straßengeschoss 1:200

Straßengeschoss 1:200

Erdgeschoss 1:200

Erdgeschoss 1:200

1. Obergeschoss 1:200

1. Obergeschoss 1:200

2. Obergeschoss 1:200

2. Obergeschoss 1:200

Ansicht Plettstraße 1:200

Ansicht Plettstraße 1:200

Ansicht Quiddestraße 1:200

Ansicht Quiddestraße 1:200

Schnitt 1-1 1:200

Schnitt 1-1 1:200

Schnittperspektive Foyer 2-2 1:200

Schnittperspektive Foyer 2-2 1:200

Schnitt 3-3 1:200

Schnitt 3-3 1:200

Fassadenschnitt & -ansicht CHV Kirchvorplatz 1:20

Fassadenschnitt & -ansicht CHV Kirchvorplatz 1:20

Fassadenansicht & -schnitt CHV Quiddestraße 1:20

Fassadenansicht & -schnitt CHV Quiddestraße 1:20

Konzept

Konzept

Konzept Erschließung

Konzept Erschließung

Konzept Brandabschnitte 1:750

Konzept Brandabschnitte 1:750