Einstufiger, nicht offener Realisierungswettbewerb mit Ideenteil | 07/2024
Neustrukturierung und Erweiterung Gewerbliche Schule in Ravensburg
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Perspektive: Ankunft am begrünten Vorplatz nach Umbau der Gewerbeschule
©Architektur 109 Arnold Fentzloff Otterbach
ein 2. Preis
Preisgeld: 90.000 EUR
Plankontor S1 Landschaftsarchitekten
Landschaftsarchitektur
Erläuterungstext
ORT UND SETZUNG
Der Entwurf schafft die Erneuerung der Gewerbeschule Ravensburg im laufenden Betrieb und in wenigen Bauphasen zu einem modernen Schulcampus im Grünen. Im Zuge von Rückbau und Erstellung der Schulgebäude entsteht eine Anlage aus nur drei Baukörpern: Der Holzwerkstatt, ein Neubau für die Fachbereiche und der Bestandsumbau als Technisches Gymnasium. Die Häuser werden über eine zentrale Weg-Achse, die Campus-Promenade, erschlossen. Entlang dieser Achse verweben sich die Baukörper mit drei Plätzen: Der Quartiersplatz mit Turnhalle im Süden, den Werkhof mittig zum Park und den Schulhof als Platz zur Ravensburger Straße. Die Ergänzung der Gebäude mit je einem Vorplatz zur Umgebung und einem grünen Baumring ermöglicht eine sensible Einbindung des großen Raumprogramms in die heterogene Umgebung.
Der Entwurf schafft die Erneuerung der Gewerbeschule Ravensburg im laufenden Betrieb und in wenigen Bauphasen zu einem modernen Schulcampus im Grünen. Im Zuge von Rückbau und Erstellung der Schulgebäude entsteht eine Anlage aus nur drei Baukörpern: Der Holzwerkstatt, ein Neubau für die Fachbereiche und der Bestandsumbau als Technisches Gymnasium. Die Häuser werden über eine zentrale Weg-Achse, die Campus-Promenade, erschlossen. Entlang dieser Achse verweben sich die Baukörper mit drei Plätzen: Der Quartiersplatz mit Turnhalle im Süden, den Werkhof mittig zum Park und den Schulhof als Platz zur Ravensburger Straße. Die Ergänzung der Gebäude mit je einem Vorplatz zur Umgebung und einem grünen Baumring ermöglicht eine sensible Einbindung des großen Raumprogramms in die heterogene Umgebung.
ETAPPIERUNG
Für die Umsetzung in Bauetappen werden nur drei große Baumaßnahmen notwendig. Der Neubau von Werkstätten und Fachklassen wird, aufgrund des Platzmangels, in zwei Bauabschnitten errichtet. Die zergliederten unflexiblen Gebäude werden durch eine flexible, anpassbare Raumstruktur ersetzt, die langfristig verändert und an neue Bedürfnisse angepasst werden kann. Im dritten Bauabschnitt werden die zwei frei gespielten Baukörper (Bauteil B&C) zwischen Neubau und Holzwerkstatt zu einem Gebäude für das Technische Gymnasium verschmolzen. Durch die Verbindung der beiden Gebäude lassen sich ausreichend große Geschossflächen ermöglichen um Aula, Mensa und Cluster-ähnliche Lehrräume herzustellen.
Für die Umsetzung in Bauetappen werden nur drei große Baumaßnahmen notwendig. Der Neubau von Werkstätten und Fachklassen wird, aufgrund des Platzmangels, in zwei Bauabschnitten errichtet. Die zergliederten unflexiblen Gebäude werden durch eine flexible, anpassbare Raumstruktur ersetzt, die langfristig verändert und an neue Bedürfnisse angepasst werden kann. Im dritten Bauabschnitt werden die zwei frei gespielten Baukörper (Bauteil B&C) zwischen Neubau und Holzwerkstatt zu einem Gebäude für das Technische Gymnasium verschmolzen. Durch die Verbindung der beiden Gebäude lassen sich ausreichend große Geschossflächen ermöglichen um Aula, Mensa und Cluster-ähnliche Lehrräume herzustellen.
Am Ende der Baumaßnahme gruppieren sich die drei Gebäude um einen zentralen Schulhof. Durch diesen Platz entsteht für die Schüler*Innen eine klare Orientierung, da jedes Gebäude eine Funktionszuordnung besitzt. Gleichzeitig sind die Wege zwischen den Gebäuden kurz und barrierefrei organisiert.
FLEXIBLE RAUMSTRUKTUREN
Der zentrale Neubau der Fachschule besitzt zwei Werkstatt-Geschosse im Sockel, in denen alle Werkstätten angeordnet sind. Sie lassen sich, entsprechend Ihrer spezifischen Anforderungen, im großen Stützenraster mit hohen Geschossdecken abtrennen und ausstatten.
Der zentrale Neubau der Fachschule besitzt zwei Werkstatt-Geschosse im Sockel, in denen alle Werkstätten angeordnet sind. Sie lassen sich, entsprechend Ihrer spezifischen Anforderungen, im großen Stützenraster mit hohen Geschossdecken abtrennen und ausstatten.
Ziel war es Geschosse mit möglichst großzügigen Verkehrsflächen zu erzeugen, in der jede Art von Werkstatt hergestellt werden kann. Wände lassen sich schieben, Räume tauschen, auch nach Fertigstellung. Lasten- und Personenaufzüge sind an jedem Treppenkern angeordnet und breite Rolltore zwischen Gängen und Räumen. Die Flurzonen besitzen eine Galerie mit Kranbahn. Diese verbindet beide Werkstattebenen und öffnet sie für eine intensive geschoss-übergreifende Nutzung. Die Gangzonen bei den Werkstätten sind mit 6m-Breite darauf ausgelegt, dass bei Bedarf ein LKW in das Gebäude fahren kann um be- und entladen zu werden.
Über dem Werkstatt-Sockel sind die Klassenräume auf zwei Ebenen organisiert. Die Klassen sind durch vier große Treppenhäuser mit den jeweiligen Werkstätten darunter verbunden. Anders als die Werkstätten ist die Lernlandschaft in der oberen Gebäudehälfte um drei große Innenhöfe organisiert. Die grünen Höfe sind das Zentrum der Fachschule und können als Outdoor-Klassenzimmer oder Pausenhof genutzt werden. Die darum liegenden Klassenräume sind, analog der Werkstätten, flexibel teilbar und können mit geringem Aufwand angepasst werden.
AUSSENRÄUME FÜR ALLE
Die Städtebauliche Setzung stärkt den grünen Bogen von der Parkfläche im Osten zur Edith-Stein-Schule. Durch Rückbau des Gymnasiums als Barriere am Hang und Renaturierung der Fläche wird dieser Grünzug verbreitert und für die Schule nutzbar gemacht.
Innerhalb des Grünzugs liegt die abgesenkte Turnhalle. Sie liegt zum neuen Quartiersplatz und besitzt zusätzliche Sportflächen auf dem Dach mit Tribünen, die Park und Turnhalle komplementieren. Rückseitig schliesst sich der Schulgarten als Grünfläche der Schüler an. Das Areal der Gewerblichen Schule wird längs von der Campus-Promenade erschlossen. An die breite Magistrale reihen sich drei Plätze mit unterschiedlichen Charakteren: Werkhof, Schulhof und Quartiersplatz. Jeder Platz besitzt verschattete Aufenthalts- und Spielflächen. Der Werkhof liegt entlang der Foyers und Werkstätten des Neubaus. Hier öffnen sich im Sommer die Werkstatt-Tore und es wird im Freien gearbeitet. Gleichzeitig ist der Arbeitsort auch Pausenhof der Schüler*Innen. Auf dem Werkhof befinden sich grüne Inseln mit Spiel- und Freizeitangeboten für die Schüler. Alle Oberflächen sind wasserdurchlässig. Der zentrale Schulhof ist ein öffentlicher, repräsentativer Vorplatz für Fachbereiche und Technisches Gymnasium. Er bildet einen Auftakt zur Ravensburger Straße. Der Platz bietet Orientierung für die ankommenden Schüler*Innen und Besucher*Innen zu den Gebäuden. Der Hof hat im Westen einen Baumreihe, die ihn von der Straße abgrenzt. An dieser werden die Verkehrsströme gefiltert: Bus-Haltestelle, Rad-Stellplätze und der Parkplatz befinden sich hier. Der Platz kann bei gutem Wetter vom Foyer aus als Mensa-Freisitz und Veranstaltungsfläche mit Aula genutzt werden. Der Quartiersplatz mit Turnhalle bildet die Schnittstelle zur angrenzenden Edith-Stein-Schule und der Nachbarschaft im Süden.
Der Quartiersplatz ist mehr als ein zweiter Vorplatz im Süden der Gewerblichen Schule, er steht der Nachbarschaft zur Verfügung und ergänzt den Naturraum am Bleichenbach mit aktiven Nutzungen: Tischtennis, Volleyball und Fußball.
Beurteilung durch das Preisgericht
Drei Gebäude, drei Plätze, straßenbegleitende Bebauung entlang der Ravensburger Straße und Öffnung zum Grünraum. Das sind die wesentlichen Aussagen des Beitrags in Bezug auf die vorgefundene Situation. Doch der Reihe nach: Den Verfassern gelingt es in überraschender Weise das sehr komplexe und in baulichen Phasen zu realisierendes Raumprogramm auf wenige Baukörper zu konzentrieren. Nämlich deren drei. Besonders räumlich wirksam ist dabei der viergeschossige Neubau, ein langer Riegel entlang der Ravensburger Straße. Diese so selbstbewusste Haus ist derart positioniert, dass im Zusammenspiel mit dem Bestand, nämlich der Holzwerkstatt, Gebäude I, und dem Werkstattgebäude, Gebäude C, just an der Stelle, an dem sich die Baumreihe entlang der Straße lichtet, ein gut proportionierter, einladender Auftakt auf das Schulgelände entsteht. Der neue Schulhof bildet eine weithin erkennbare Adresse der gewerblichen Schule und die Bestandsgebäude werden aus ihrer derzeit isolierten Wirkung zu einem baulich gelungenen Ensemble zusammengefügt, zugleich. Das Werkstattgebäude wird in der inneren Organisation umfunktioniert und öffnet sich zum Pausenhof hin richtigerweise mit halböffentlichen Nutzungen, der Aula und der Mensa. Ein sicherlich schöner Auftakt, wenn auch die Proportion der Räume noch zu überprüfen wäre. Im Weiteren scheinen die in diesem Gebäude nun vorgesehenen Nutzungen eine gute räumliche Situation, mit hoher Aufenthaltsqualität bei gleichzeitig sinnvoller Funktionalität anzubieten. Dies trifft auch auf die Holzwerkstatt zu, deren Umbaumaßnahmen sehr gering erscheinen. Der Neubau zeigt in der Schnittzeichnung seine besondere Leistungsfähigkeit: Im Inneren des Gebäudes angeordnete Erschließungsstraße wird dafür sorgen, dass der Freiraum tatsächlich frei vom Anlieferungsverkehr bleibt. Dadurch entstehende Geruchs- und Lärmbelästigungen wären noch zu prüfen, zumal die Erschließungsstraße mit Tageslicht versehen und nach oben geöffnet ist. Insgesamt zeigt der Neubau durch die angedachte Konstruktion eine hohe Flexibilität. Dies gilt auch für die sehr gut proportionierten Unterrichtsräume in den beiden oberen Geschossen. Neben dem bereits angesprochenen Pausenhof, sind die beiden weiteren Freiräume zu nennen: Der Quartiersplatz im Süden des Grundstücks, der im Zusammenspiel mit der dort positionierten Sporthalle entsteht und der sogenannte Werkhof zwischen Hang und Neubau. Im Modell ist gut erkennbar, dass durch den Verzicht auf das Gebäude A ein fließender Übergang zwischen dem Hang und dem Werkhof entsteht und die Schule nun an dieser besonderen Situation spürbar partizipiert. Die Fassaden des Neubaus lassen zwar dessen Typologie erkennen, erfordern jedoch wegen der angedachte Einfachheit Raffinesse im Detail. An der Stelle sei noch darauf hingewiesen, dass eine phasenweise Realisierung bei dem Beitrag gut funktioniert. Eine Frage, die das Preisgericht beschäftigt, ist die Wirkung des Neubaus in den Zwischenphasen und eine womöglich über mehrere Jahre erkennbare Torso Wirkung. Zugleich wird diskutiert, ob es nicht sinnvoll wäre, im Bereich des neuen Pausenhofes mit der Neubaumaßnahme zu beginnen statt, wie von Verfassern angedacht, im Süden des Grundstücks. Die wirtschaftlichen Kenndaten des Beitrages liegen im mittleren Bereich der eingereichten Arbeiten, die BGF liegt unter dem Durchschnitt. Dies ist u.a. auf die hohe Kompaktheit des Neubaus zurückzuführen. Bei den Neubauten ist eine schlüssige Holz-Skelettkonstruktion geplant, die vor allem im Bereich der Hallen auch bezüglich des Brandschutzes weiter ausgearbeitet bzw. überprüft werden muss.
Genauso muss die bautechnische Auswirkung der Aufstockung auf das bestehende Bauteil B im Weiteren näher betrachtet werden. Alles in allem würdigt das Preisgericht einen Beitrag, der die anspruchsvollen Anforderungen aus Situation und Nutzung ganz beiläufig erfüllt und hinsichtlich Städtebaus, Architektur und Freiraum überzeugt.
Axonometrie der Gewerblichen Schule
©Architektur 109 Arnold Fentzloff Otterbach
Lageplan M 1:500
©Architektur 109 Arnold Fentzloff Otterbach
Detailansicht 1:50
©Architektur 109 Arnold Fentzloff Otterbach
©Architektur 109 Arnold Fentzloff Otterbach
Modellbild 1
©Florian Voigt
Modellbild 2
©Florian Voigt
Modellbild 3
©Florian Voigt
Modellbild Aufsicht
©Florian Voigt