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Nichtoffener Wettbewerb | 11/2013

N├Ârdliches Ringgebiet I

Lageplan

Lageplan

ein 1. Preis

Preisgeld: 16.000 EUR

Ackers Morese St├Ądtebau

Stadtplanung / St├Ądtebau

capattistaubach urbane landschaften

Landschaftsarchitektur

Erl├Ąuterungstext

Schnittstelle zum Ringgleis! Der Nordpark.
Der Nordpark als Teil des Ringgleises wird als offener, durchl├Ąssiger Stadtteilpark mit Spiel- und Aufenthaltsfl├Ąchen gestaltet. Das Gleis f├╝r den zweimal w├Âchentlich verkehrenden Zug wird wahrnehmbar freigehalten. Der s├╝dliche Rand des Parks wird identit├Ątsstiftend durch ein Band Interkultureller G├Ąrten gefasst, das sich r├Ąumlich und inhaltlich mit dem Nordbahnhof als Haus der Kulturen verbindet. Die hier vorgelagerte Parkterrasse und Promenade sind Teil des Ringgleiswegs. Die Nordseite wird durch die Wohnbebauung und Ringallee r├Ąumlich gefasst.

Im gro├čen Bogen zur Stadt! Die Spargelstra├če.
Die Spargelstra├če wird zum zentralen Rad- und Fu├čweg ausgebaut. Sie verl├Ąngert die heute schon bedeutsame Achse B├Âcklerstra├če ÔÇô B├╝ltenweg bis zur Nibelungensiedlung. An der Schnittstelle mit dem Ringgleis werden die Geh- und Radwegsysteme ÔÇ×Ring und RadialeÔÇť miteinander vernetzt.

Aktive Mitte! Der Stadtanger.
Die bogenf├Ârmige F├╝hrung der Spargelstra├če wird r├Ąumlich betont und zum dominierenden Stadtraum ausgeweitet. Dieser soll als ÔÇ×StadtangerÔÇť zur bedeutendsten Wohnadresse entwickelt und als Synonym f├╝r das gesamte Quartier verstanden werden. F├╝r 80 % der Wohnungen betr├Ągt die Entfernung zum Anger weniger als 150 Meter ÔÇô ein wesentliches Argument f├╝r ├ältere, Kinder und die Tagesbev├Âlkerung. Als gr├╝ner Platz mit verschiedenen Spiel- und Begegnungsfl├Ąchen, aktiven und ruhigen Randwegen bildet er die Hauptlage im Quartier. Die ├Ąu├čere Raumkante des Bogens ist geschlossen und f├╝hrt alle Bewegungen in Richtung Innenstadt. Ein betonter Blick- und Orientierungspunkt wird der Campanile der Klosterkirche sein. Die innere, westliche Kante ist hingegen gestaffelt und gliedert den Anger in einzelne Abschnitte. Hier verzahnen sich die Wohnstra├čen, die das Gebiet in Baufelder mit unterschiedlicher Tiefe strukturieren. Gleichzeitig werden wichtige Retentionsfl├Ąchen gestalterisch integriert.

Kurze Wege! Die Quartiersstra├čen.
Die inneren Quartiersstra├čen mit Raumbreiten zwischen 12 - 15 Metern (hiervon ├Âfftl. Raum 8,00 m Breite) werden als verkehrsberuhigte bzw. autofreie Stra├čen ausgebildet. Voraussetzung der beiden autofreien Stra├čen sind die Quartiersgaragen. Unter Ber├╝cksichtigung der jeweiligen Erschlie├čungsfunktion bleiben die ├Âffentlichen Fl├Ąchen vorrangig Fu├čg├Ąngern, Radfahrern, dem Aufenthalt und Kinderspiel vorbehalten. Befahrbar bleiben diese Quartiersstra├čen f├╝r die Ver- und Entsorgung sowie alle Notfallfahrzeuge. Sie bilden gleichzeitig das r├Ąumliche Grundger├╝st des energetischen Konzepts und einer umweltschonenden Entw├Ąsserung.

Ambivalent! Die Parkachse.
Westlich wird ein weiterer Freiraum gliedernd und orientierungswirksam als Abgrenzung zu BS-Energy angeordnet. Er bietet Raum f├╝r Stellpl├Ątze von BS-Energy und gew├Ąhrleistet die Erschlie├čung des Gebiets f├╝r PKW. Durch Bewirtschaftung der Parkpl├Ątze kann eine sinnvolle Nutzung in Abend- und Nachtzeiten auch f├╝r Bewohner und Besucher erm├Âglicht werden. Dieser Raum soll durch Baumreihen und Baumpakete intensiv begr├╝nt und im doppelten Sinne als ÔÇ×ParkachseÔÇť verstanden werden.

Gr├╝ner Rand! Die Ringallee.
Die Taubenstra├če wird parallel zum Ringgleis und zum begleitenden Gr├╝nzug fortgef├╝hrt. Diese Stra├če wird als beidseitig baumbestandene Allee mit Promenade ausgebildet, die im Norden in die Stadtstra├če einm├╝ndet. Sie bietet gleichzeitig ein Stellplatzpotential f├╝r Besucher und Anlieger, um das Quartier soweit m├Âglich autofrei zu halten.

Offen f├╝r Interpretationen! Die Baufelder.
Der Quartiersgrundriss ├╝bernimmt bew├Ąhrte st├Ądtebauliche Grundmuster, bleibt aber interpretationsoffener als die gr├╝nderzeitlichen Strukturen der Braunschweiger Ringgebiete. Die Baufelder k├Ânnen flexibel unterschiedliche Bautypologien aufnehmen, die Plandarstellung zeigt in diesem Sinne verschiedene Beispiele, die auch eine h├Âhere Dichte erlauben.

Raumbildend. Die Architektur.
Der Quartierszusammenhang wird durch die vorrangig drei- bis viergeschossige Bauweise, durch die konsequente Bildung ├Âffentlicher Stra├čenr├Ąume und durch die halb├Âffentlichen, gemeinschaftlichen Hof- und Gartenfl├Ąchen im Innern gew├Ąhrleistet. Weitergehende Regelungen zu Fassaden, Material, Dachform etc. sind zur Sicherung des Quartierszusammenhangs notwendig.
Gemischte Nutzungen! Hofstrukturen am Nordrand.
Zur Integration gewerblicher Nutzungen werden im Norden zwischen Mittelweg und B├╝ltenweg flexible Hofstrukturen angeboten, in denen unterschiedliche Mischungen von Wohnen und Gewerbe vertr├Ąglich aufgenommen werden k├Ânnen. Der Stellplatznachweis erfolgt auf den Hoffl├Ąchen.

Geeignete Standorte! Zentrale Einrichtungen.
Mit dem Anger sind geeignete Adressen auch f├╝r die Integration von Dienstleistungen wie Fris├Âr, Praxen, kleinere B├╝ros aber auch f├╝r Quartiersversorgung wie B├Ącker, f├╝r Gastronomie und soziale Einrichtungen gegeben. Der s├╝dliche Platz des Angers am Ringgleisweg bietet als Eingang zum Quartier besondere Standortbedingungen f├╝r Gastronomie, Kultur, Sozialeinrichtungen, Handel. Eine Kindertagesst├Ątte wird im 1. Bauabschnitt im n├Ârdlichen Baufeld an der Parkachse vorgeschlagen. Ein zweiter Standort ist am s├╝dlichen Eingang zum Stadtanger vorgesehen.

Breites Mobilit├Ątsangebot! Das Verkehrskonzept.
Der Aufbau des Stra├čen- und Wegenetzes integriert die verschiedenen Mobilit├Ątsformen, priorisiert im Innern jedoch die ruhigere, unmotorisierte Bewegung. Zu Fu├č und per Rad sind das gesamte Quartier, sein Umfeld mit zahlreichen Versorgungseinrichtungen aber auch die Universit├Ąt und Innenstadt zu erreichen. Fahrradabstellanlagen sind hausnah oder in den Quartiersgaragen vorgesehen. Haltestellen am Nord- und S├╝dende des Angers sichern die Einbindung in das ├ľPNV-Netz. Ein sp├Ąterer Ausbau der RegioStadtBahn bleibt integrierbar.

Ruhe im Quartier! Die PKW-Stellpl├Ątze.
Besucherstellpl├Ątze werden den Randstra├čen zugeordnet. Ein zentrales Potential wird mit der Parkachse er├Âffnet. Nach Fertigstellung des Parkhauses am Mittelweg f├╝r BS-Energy und die B├╝ros kann hier ein gro├čer Teil des Stellplatzbedarfs des Quartiers gedeckt werden. Kleinere Parkeinheiten finden sich an den verkehrsberuhigten Stra├čen. Der weitere Bedarf wird durch Quartiersgaragen unter den Wohnanlagen gedeckt.

Stra├čenweise Realisierung! Erster Bauabschnitt.
Als erster Bauabschnitt bieten sich die n├Ârdlichen drei bis vier Baufelder zwischen Anger und Parkachse an. Jedes Baufeld bildet im Sinne des Energiekonzeptes eine zweckm├Ą├čige Einheit, die in weitere Baugruppen gegliedert ist. Gleichzeitig wird bei blockweiser Realisierung auch der Stadtanger an der Spargelstra├če fr├╝hzeitig ausgebildet.

Energiewende im Visier! Dezentrale Konzepte.
60% erneuerbare Energie und 50% weniger Prim├Ąrenergieverbrauch, so lauten die Ziele der Bundesregierung f├╝r den Geb├Ąudebestand im Jahr 2050. Zukunft bereits jetzt gestalten und damit die Energiewende Realit├Ąt werden zu lassen, ist das Ziel des Energiekonzepts f├╝r das st├Ądtische Quartier N├Ârdliches Ringgebiet Braunschweig. Die ├Ârtlich vorhandene Infrastruktur wird zur W├Ąrmeversorgung des neuen Stadtteils durch den Anschluss an das Fernw├Ąrmenetz erschlossen. Strom als zuk├╝nftig dominante Energieform wird dagegen auf den vorgeschlagen Baustrukturen durch integrierte Photovoltaikanlagen selbst erzeugt und genutzt, ├ťbersch├╝sse in die angrenzenden Bezirke exportiert. Entgegen der bisherigen energetischen Bilanzgrenzen, die sich auf die Geb├Ąudeebene beschr├Ąnken, werden Baugruppen, Bl├Âcke oder das Quartier im ├Âkologischen und ├Âkonomischen Kontext zusammengefasst. Konsequent sollte ein wirtschaftliches Optimum aus Bedarfsreduzierung und regenerativer Deckung verfolgt werden.

Einfache Strukturen! Positive Bilanz.
├ťber die Energiefragen hinaus, wird der Nachhaltigkeitsgedanke in den Entwurfsprozess integriert, und u.a. Vorschl├Ąge f├╝r eine ressourcenschonende Infrastruktur, eine effiziente Fl├Ąchennutzung,
ein Regenwassermanagement zur dezentralen Retention aber vor allem f├╝r einen hohe Wohn- und Aufenthaltsqualit├Ąt entwickelt. Das einfach strukturierte Versorgungskonzept sieht hohe regenerative Deckungsanteile f├╝r das gesamte Quartier vor und liefert mit dem Angebot einen Baustein f├╝r die Versorgungsstruktur in der Stadt der Zukunft. Die interne Vernetzung der Geb├Ąude erfolgt ├╝ber die Grundst├╝ckgrenze hinaus, sodass von der positiven Bilanz auch benachbarte Quartiere profitieren k├Ânnen.

Beurteilung durch das Preisgericht

Eine gut ablesbare Bandstruktur bindet unterschiedlichste Bauabschnitte zusammen und integriert die bestehenden Gewerbestra├če, indem sie diese Struktur in Wohn- und Gewebeh├Âfe fortf├╝hrt. Die Jury interpretiert die Wohn- und Gewerbeh├Âfe als zeitgem├Ą├če Nutzungsmischung aus Wohnen und nichtst├Ârendem Gewerbe- bzw. Dienstleistungsbetrieben. Der Entwurf erscheint insgesamt sehr gut ausdifferenziert in Wohn- und Nutzungstypen.

Blockeinheiten innerhalb der Bandstruktur werden geschickt durch unterschiedliche Wohntypologien gebildet und unterschiedlich r├Ąumlich ausdifferenziert. Entlang der Spargelstra├če wird ein Quartierspark ausgebildet.

Das Erschlie├čungssystem ist insgesamt angemessen. Die Verfasser schlagen ein Ringsystem vor, die Bauten sind jeweils durch einseitige Erschlie├čungsstra├čen angebunden. Kritikpunkt ist die Erschlie├čungsstra├če zum Nordpark, die die Wohnbebauung dort unn├Âtig vom Nordpark abtrennt.

Die Arbeit weist eine gute Wirtschaftlichkeit auf.

Die Verfasser entwickeln ein spannungsreiches Netz differenzierter Freir├Ąume im gekonnt engen funktionalen wie r├Ąumlichen Zusammenspiel mit den baulichen Strukturen. Subtil leiten sich daraus die ├ťberg├Ąnge von ├Âffentlich zu Privat ab, integrieren sich geschickt visuell angrenzende R├Ąume und lassen dabei ausreichend Raum f├╝r die individuelle Aneignung.
Lageplan M1000

Lageplan M1000

Stadtanger, Blick Richtung Innenstadt

Stadtanger, Blick Richtung Innenstadt

Image Quartiersstra├če

Image Quartiersstra├če

Quartiersstra├če, autofrei

Quartiersstra├če, autofrei

Image Stadtanger

Image Stadtanger

Blick in Richtung Siegfriedviertel

Blick in Richtung Siegfriedviertel

Bird┬┤s View

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