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Nichtoffener Wettbewerb | 03/2011

Ortsmitte Gärtringen/Ludwig-Uhland-Halle

Perspektive der Ludwig-Uhland-Halle mit Rathausvorplatz

Perspektive der Ludwig-Uhland-Halle mit Rathausvorplatz

Anerkennung

Preisgeld: 3.333 EUR

Kauffmann Theilig & Partner, Freie Architekten BDA, Partnerschaft GmbB

Architektur

Erläuterungstext

G√§rtringen bezweckt mit dem Neubau der Ludwig-Uhland-Halle nicht nur eine Verbesserung des Angebots f√ľr Schulsport und Vereine, sondern gleichzeitig eine Aufwertung der stadtr√§umlichen Situation im sinne einer attraktiven neuen Ortsmitte.

Der Verbesserung der Sport- und Vereinssituation wird durch die Einhaltung des Raumprogramms Rechnung getragen, bei der Gestaltung der neuen Ortsmitte kommt es wesentlich auf die Positionierung der Halle an.

Der neue Treffpunkt G√§rtringens wird definiert durch die r√§umlichen Kanten, die ihn fassen. Dazu r√ľckt die Ludwig-Uhland-Halle aus ihrer jetzigen Position an den Rohrweg heran. Damit wird Folgendes erreicht:
- Zusammen mit dem Rathaus und einer Anhebung der Gr√ľnfl√§che s√ľdlich des Rohrwegs entsteht ein angenehm proportionierter Stadtplatz.
- Die neue Stadthalle zeigt an der Ortsmitte Präsenz.
- Im Norden der Halle bleibt Raum f√ľr einen gro√üz√ľgigen Schulhof mit Sportfl√§chen.
- Die Erschlie√üungsfl√§chen auf dem Grundst√ľck bleiben auf ein Minimum reduziert.

Der Rohrweg wird im Bereich des Platzes verkehrsberuhigt. Die geforderten Stellplätze befinden sich unter der Ludwig-Uhland-Halle und auf einer Freifläche östlich der Halle. Dadurch
- wird die Ortsmitte von ruhendem und fließendem Verkehr freigehalten,
- entstehen attraktive, zentrumsnahe Parkpl√§tze, die auch unabh√§ngig von den √Ėffnungszeiten der Halle genutzt werden k√∂nnen und
- ist eine störungsfreie Anlieferung und Anfahrt zur Halle gewährleistet.

Die Halle wird von S√ľden √ľber das Foyer erschlossen. Vom Foyer erreicht man die eigentliche Halle sowie alle dem Foyer zugeordneten Fl√§chen wie Garderobe und Besuchertoiletten etc. √úber eine Treppe gelangt man ins Obergeschoss zu den Vereinsr√§umen und den Umkleiden. Die Besucher der Halle, die in der Garage parken, gelangen √ľber die selbe Treppe ins Foyer.

√úber einen weiteren Eingang vom Schulhof im Norden gelangt direkt zu den Umkleiden und √ľber zwei Treppen zur teilbaren Halle. Die Halle an sich ist f√ľr den Sportbetrieb teilbar. Alle ihr zugeordneten Funktionen, wie Ger√§ter√§ume und Regieraum, liegen in direkter N√§he. Auch die K√ľche mit K√ľhlraum und Anlieferung ist so positioniert, dass man sowohl die Halle direkt, als auch das Foyer bedienen kann.

√úber die eine verbindende Treppe am Foyer, ist es m√∂glich unabh√§ngig von den √Ėffnungszeiten oder der Nutzung der Halle zu den Vereinsr√§umen zu gelangen. Im Obergeschoss sind der TSV Tanzsportraum (= VHS Gymnastikraum) und das Probenlokal so angeordnet, dass sie untereinander schaltbar sind oder auch einzeln die W√§nde zum Saal hin √∂ffnen k√∂nnen. So wird eine maximale Flexibilit√§t gew√§hrleistet. Alle den Vereinsr√§umen zugeordneten Nebennutzungen befinden sich in unmittelbarer N√§he.

F√ľr Veranstaltungen gibt es eine 17 x 10 m gro√üe B√ľhne, die einen Meter √ľber Hallenniveau liegt. Ihr zugeordnet liegt die K√ľnstlergarderobe. Die B√ľhne ist von beiden Seiten erschlossen. Es besteht die M√∂glichkeit √ľber der B√ľhne vielf√§ltige Veranstaltungstechnik zu installieren.

Die Fassade reagiert auf unterschiedliche Ausrichtungen und Anforderungen. Das Foyer √∂ffnet sich gro√üz√ľgig zur 300 m¬≤ gro√üen Freifl√§che und zum Platz. Der Vereinsraum des Musikvereins √∂ffnet sich nach Westen. Der Tanzsportraum erh√§lt eine √úbereckverglasung, die Blicke auf die neue Ortsmitte erlaubt. Die Halle selbst wird auf der Ostseite des Geb√§udes gro√üfl√§chig verglast. √úber Oberlichtb√§nder und indirekte Belichtung im Westen gelangt zus√§tzliches Licht in die Halle. Die Umkleiden werden √ľber Fenster und Oberlichter nat√ľrlich belichtet. Die beiden Erschlie√üungsg√§nge im Norden und Westen des Obergeschosses sind freundlich und hell.

Die Fassade in geschlossenen Bereichen besteht aus einer hinterl√ľfteten Fassadenkonstruktion mit vorgeh√§ngten Sichtbetonelementen. Vor allen Glasfl√§chen au√üer dem Haupteingang, der durch eine gro√üe Auskragung verschattet wird, befinden sich in der Vertikalen drehbare Sonnenschutzelemente.

Die kompakte Geb√§udeform mit einem sehr guten A/V Verh√§ltnis steht f√ľr einen bewussten Umgang mit der Ressource Energie. Die opaken Fassadenteile erhalten eine hocheffiziente W√§rmed√§mmung, in den verglasten Bereichen werden W√§rmeverluste √ľber eine Dreifach-Verglasungen minimiert. Auf der Dachfl√§che der Halle werden gro√üfl√§chig Photovoltaikelemente installiert, die Erw√§rmung des Brauchwassers findet √ľber Solarthermie statt.
Die Bel√ľftung der S√§le und Vereinsr√§ume erfolgt √ľber ein hocheffizientes System mit W√§rmer√ľckgewinnung.
Über eine optimale Belichtung der Räume und den Einsatz energiesparender Geräte wird der Energieverbrauch des Gebäudes minimiert.

Beurteilung durch das Preisgericht

Durch das bewu√üte Heranr√ľcken des gro√üen und klaren Bauvolumens an den Rohrweg wird eine gute Pr√§senz mit eindeutiger Adressbildung im Ortszentrum erreicht. Hierf√ľr wird ein angemessen gro√ües Vorfeld ben√∂tigt - und auch vorgeschlagen, das jedoch die Grenzen des Realisierungsteiles √ľberschreitet.

Ohne Realisierung des Vorplatzes mu√ü das Gesamtkonzept in Frage gestellt werden. Auch der Vorschlag f√ľr ein neues Rathaus kann in diesem Zusammenhang nicht voll √ľberzeugen. Der Fu√üweg zur Schule entlang der nebenraumbest√ľckten Westseite der Halle ist unattraktiv.

Der Bauk√∂rper stellt sich als gro√üvolumiger Quader dar, der sich auf Grund seiner gelungenen Fassadengliederung durchaus gut in das Ortsbild einf√ľgt. Die Raumfolge Vorplatz - Foyer - Saal ist gut entwickelt, die seitliche √Ėffnung des Saales zur √∂stlich gelegenen Freifl√§che wird jedoch durch die Zufahrt zur Tiefgarage empfindlich beeintr√§chtigt. Diese wiederum wird durch die K√ľchenanlieferung beeintr√§chtigt. Eine B√ľhnenanlieferung ist nicht erkennbar. Die K√ľche liegt richtig zwischen Saal und Foyer. Die Vereinsr√§ume sind gut (auch separat) erschlossen, wobei die Verkehrsfl√§chen allerdings teilweise zu eng sind. Das Probenlokal hat keinen Au√üenbezug.

Die Wirtschaftlichkeit leidet unter dem hohen BRI-Wert, außergewöhnliche Vorschläge zum Energiekonzept werden nicht gemacht (und auch nicht unbedingt benötigt).
Lageplan

Lageplan

Grundriss EG

Grundriss EG

Grundriss OG

Grundriss OG

Nutzungs-Piktogramme

Nutzungs-Piktogramme

Ansichten S√ľd + West

Ansichten S√ľd + West

Quer- und Längsschnitte

Quer- und Längsschnitte

Perspektive

Perspektive