modgnikehtotsyek
ALLE WETTBEWERBSERGEBNISSE, AUSSCHREIBUNGEN UND JOBS Jetzt Newsletter abonnieren

Nichtoffener Wettbewerb | 07/2016

Ortsmitte ‚Äď Marktplatz

Neue Ideen f√ľr Magstadt_Plakat 1

Neue Ideen f√ľr Magstadt_Plakat 1

Anerkennung

Preisgeld: 3.600 EUR

SBA Architektur und Städtebau

Architektur, Stadtplanung / Städtebau

Erläuterungstext

Erl√§uterung unseres Leitsatzes ‚ÄěOrtsmitte Magstadt ‚Äď Aktiv und Attraktiv‚Äú

‚ÄěAktiv und Attraktiv‚Äú steht stellvertretend f√ľr die gesamte Gemeinde von Magstadt, die in der neuen umgestalteten Ortsmitte einen Ort erh√§lt, der verbindet und vereint und Vorhandenes st√§rken soll. Dieser Bereich ist die Visitenkarte der Stadt, ein Nahversorgungsschwerpunkt, eine B√ľhne f√ľr gemeinsame Veranstaltungen, ein Treffpunkt, oder einfach nur Plauderecke f√ľr die verschiedenen Zielgruppen (Familien, Senioren/-innen, Gemeindeverwaltung, Kirchengemeinde, Vereine, Unternehmer, usw.). Die neue Ortsmitte soll zeigen, was die Magstadter schon immer auszeichnet: Jedermann ist willkommen; Magstadt ist eine Stadt f√ľr alle. Wohnen und Arbeiten m√ľssen auch in Zukunft harmonisch nebeneinander existieren und sollen ein ausgewogenes Kr√§fteverh√§ltnis wahren.

Umsetzung des Leitsatzes, Städtebauliche Konzeption und Nutzungsmöglichkeiten

F√ľr die historische, topografisch sehr unterschiedliche Ortsmitte Magstadt schlagen wir eine Zonierung in drei Bereiche vor. Der Obere Markt mit seinem historischen Brunnen wird zum attraktiven und repr√§sentativen ‚ÄěRathausplatz‚Äú umgestaltet. Der neu geordnete Platz sowie die bestehenden historischen Geb√§ude Altes Rathaus, ‚ÄěRitter‚Äú und Kirche (und sp√§ter auch der Rathausneubau) stehen f√ľr Willkommenskultur, √Ėffentlichkeit, B√ľrgern√§he, Heimat, Geschichtsbewusstsein und Repr√§sentation. Diesen Anspruch zu erreichen und um den Platz besser nutzbar zu machen wird die Fl√§che vergr√∂ssert, indem der H√∂henversprung weiter Richtung Schulstrasse verlegt wird. Neue gastronomische Angebote z.B. vom Heimatmuseum werden auf den Platz ‚Äěgehoben‚Äú und k√∂nnen ihn so beleben.
Unser Entwurf f√ľr den Unteren Markt setzt sich zum Ziel, dass Markt wieder auf dem Marktplatz stattfinden kann. So werden nahezu alle bestehenden Elemente entfernt zugunsten einer einheitlichen, aufger√§umten Fl√§che, einer steinernen Mitte. Um den Standort als Nahversorgungszentrum zu st√§rken und seine Weiterentwicklung zu f√∂rdern, wird die Strasse im Verlauf so ge√§ndert, dass das Gasthaus ‚ÄěHirsch‚Äú sowie die benachbarten L√§den eine flexibel nutzbare Vorzone bekommen. Stellpl√§tze sind hier ebenso m√∂glich wie Produktauslagen oder kommerzielle Aktionen. Vor dem alten Schulhaus ist ein Biergarten geplant, mit Blickbezug zur Kirche, auf den Marktplatz und zum Oberen ‚ÄěRathausplatz‚Äú. Die Platzgrenzen sind so gew√§hlt, dass die Pfarrstrasse und somit auch der bestehende Brunnen an der Kirchmauer an den Marktplatz angebunden werden.
Beide Pl√§tze werden durch die Marktstrasse verbunden, welche mithilfe des Verkehrskonzeptes zur Fussg√§ngerzone umgestaltet werden kann. Wir sehen die Marktstrasse als eine ‚ÄěErweiterung‚Äú des gr√ľnen Kirchh√ľgels, als neue gr√ľne Mitte und generationen√ľbergreifenden Erlebnisraum. Kinder spielen hier, w√§hrend ihre Eltern am unteren Markt einkaufen. √Ąltere Menschen ruhen auf B√§nken mit der Mauer im R√ľcken. Gr√∂ssere befestigte Fl√§chen erm√∂glichen nicht nur die Zufahrt zu den angrenzenden Grundst√ľcken sondern auch die Ausdehnung von Festen und Veranstaltungen wie das Fleckenfest √ľber die gr√ľne Mitte hin von Platz zu Platz.

Beide Ideenteile werden als Stadteingang jeweils im Westen und Osten gesehen. Sie sollen identitätsstiftender Auftakt werden und klassisch modern den Blick in die Zukunft richten. Die Nachverdichtungen der neu geplanten Baukörper nehmen die Typologien und Ausrichtungen der umliegenden Gebäude auf.
Der Rathausneubau mit dem B√ľrgerb√ľro im Erdgeschoss √∂ffnet sich zum neu gestalteten Rathausplatz. Der Sitzungssaal bietet Platz f√ľr alle Gemeinderatsmitglieder und G√§ste und √ľberblickt prominent den Platz. F√ľr das Erdgeschoss des Alten Rathauses wird eine Information f√ľr Touristen/ Besucher sowie ein Caf√© mit Aussenbestuhlung zur gr√ľnen Mitte hin und nach S√ľden orientiert vorgeschlagen.
F√ľr das neue Quartier im √∂stlichen Ideenteil wird aufgrund der guten Anbindung und Lage im Speckg√ľrtel Stuttgarts Geschosswohnungsbau vorgeschlagen. Die Wohnnutzung wird durch eine Einzelhandelsfl√§che im Kreuzungsbereich erg√§nzt. Damit ergibt sich eine funktionale Differenzierung in lebendige Strassenseite zum Einkaufen und Treffen und ruhige Gartenseite zum Wohnen und Erholen. Ein gemeinsam nutzbarer Anger √ľber der Tiefgarage mit Spiel- und Aufenthaltsm√∂glichkeiten macht das Quartier besonders attraktiv.

Mitarbeiter des Wettewerbs:

Cathrin Krumrey (SBA)
Bettina Loerincz (SBA)
Reinhard Braun (SBA)
Christoph Liske (SBA)
Hans Hellmann (planwerk 4d)
Alf Wiederseiner (M+P)
Xu Pengfei (SBA)
Jörg Schönharting (TRC)

Beurteilung durch das Preisgericht

Die vorgeschlagenen st√§dtebaulichen Erg√§nzungen sind nachvollziehbar und schaffen die grunds√§tzlich richtigen Akzentuierungen f√ľr die zuk√ľnftigen baulichen Entwicklungen des Magst√§dter Ortskerns
.
Der Rathausplatz ist wohlproportioniert und bildet den richtigen Raumabschluss des oberen Marktplatzes.

Kritisch wird die relativ weit nach S√ľden zur√ľckgesetzte Bauflucht an der Weilemer Stra√üe angesehen. Die Orientierung des Eingangs zum Marktplatz ist richtig gew√§hlt und tr√§gt zur Belebung des Platzes bei. Die bauk√∂rperliche Gliederung des neuen Germania-Areals ist ebenfalls gut gegliedert und l√§sst f√ľr eine zuk√ľnftige bauliche Entwicklung ein tragf√§higes Konzept erwarten. Kritisch diskutiert wird allerdings die Wegnahme des historischen Geb√§udes Germania, ohne einen nachweislich erkennbaren Gewinn an baulicher Qualit√§t zu erreichen. Der Verlust des ortsbildpr√§genden und identit√§tsstiftenden Geb√§udes Germania wird durch den neuen Vorschlag nicht aufgewogen.

Positiv gew√ľrdigt wird der Vorschlag die Fl√§chen im Realisierungsbereich mit einem homogenen steinernen Teppich zu belegen. Die von den Verfassern als zentralen Leitgedanken vorgetragenen Idee, den oberen und unteren Marktplatz mit dem Element des Magst√§dter Bandes zu verbinden, √ľberzeugt nicht. Insbesondere wird die Ausgestaltung als ‚ÄěGr√ľne Mitte‚Äú als ein nicht angemessenes Element betrachtet.
Die Marktstra√üe wird in zwei H√§lften gegliedert. Dadurch wird die Stra√üe in ihrer gestalterischen Wirkung geschw√§cht und funktional f√ľr eine gew√ľnschte verkehrliche Erschlie√üung eingeschr√§nkt. Die solit√§re Stellung der Wehrkirche mit ihren stadtbildpr√§genden Mauern wird nicht angemessen herausgearbeitet. Das ‚ÄěGr√ľne Zimmer‚Äú an der Ostseite des historischen Rathauses ist nicht √ľberzeugend und wirkt nur additiv. Aus Sicht des Denkmalschutzes d√ľrfte die Realisierung ebenfalls fragw√ľrdig sein.
Die grunds√§tzlich offene Gestaltung des unteren Marktplatzes wird positiv gew√ľrdigt. Allerdings ist die Baumreihe an der Nordseite nicht nachvollziehbar, da sie die historischen Geb√§ude ‚ÄěAltes Schulhaus‚Äú und ‚ÄěGasthaus Hirsch‚Äú verstellt und so die Raumwirkung des Platzes geschw√§cht wird.

Der weiterhin klar gegliederte Stra√üenraum der Alten Stuttgarter Stra√üe ist zu deutlich von der Platzfl√§che abgesetzt und leistet damit nicht die gew√ľnschte Funktion im Sinne eines verkehrsberuhigten Bereichs mit einer Pr√§ferenz f√ľr Fu√üg√§nger. Kritisch gesehen wird ebenfalls die Erschlie√üung der Senkrechtparker vor der Volksbank, da keine Abgrenzung der Fahrgasse zum √ľbrigen Platz angeboten wird und somit die Gefahr des ‚ÄěWilden Parkens‚Äú besteht.
Der Vorschlag den Belagsteppich mit Betonsteinpflaster auszubilden, schöpft das Potential einer nachhaltigen Entwicklung im historischen Ortskern nicht aus.

Insgesamt stellt die Arbeit insbesondere im Ideenteil ein tragf√§higes Konzept das, das f√ľr Magstadt eine positive st√§dtebauliche Entwicklung erwarten l√§sst. Die Haltung der offenen Marktpl√§tze, als multifunktional bespielbare Orte, ist gelungen und stellt eine angemessene L√∂sung f√ľr eine allt√§gliche Nutzung dar sowie f√ľr die zahlreichen Feste in der Gemeinde.
Neue Ideen f√ľr Magstadt_Plakat 2

Neue Ideen f√ľr Magstadt_Plakat 2

Strukturplan

Strukturplan

Zonierung

Zonierung

Städtebauliche Ideen

Städtebauliche Ideen

Längsschnitt Marktplatz

Längsschnitt Marktplatz

Geländeschnitt

Geländeschnitt

Perspektive unterer Marktplatz

Perspektive unterer Marktplatz

Detailaufsicht 1:50

Detailaufsicht 1:50

Perspektive Oberer Marktplatz mit Rathausneubau

Perspektive Oberer Marktplatz mit Rathausneubau

Schwarzplan mit Darstellung ehemaliger Bebauung

Schwarzplan mit Darstellung ehemaliger Bebauung