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Award / Auszeichnung | 02/2026

Otto-Borst-Preis für Stadterneuerung 2026

3

Stahlzwingerweg 6“

DE-693047 Regensburg, Stahlzwingerweg

Preis | Kategorie Quartier

Architekturbüro Ferdinand Weber

Architektur

Projektdaten

  • Objekttyp:

    Wohnungsbau

  • Projektgröße:

    keine Angabe

  • Status:

    Realisiert

  • Termine:

    Baubeginn: 01/2022
    Fertigstellung: 01/2024

Projektbeschreibung

Bestand:
Das Areal am Stahlzwingerweg in Regensburg liegt im UNESCO- Welterbe- Gebiet und unterliegt damit strengen Ensembleschutz-Vorgaben, da der Erhalt der historischen Substanz und der bedachte Umgang mit der Stadtstruktur für das Erscheinungsbild der Altstadt und die visuelle Integrität des Weltkulturerbes unerlässlich sind. Der Entwicklung des Grundstücks waren mehrfache Planungsanläufe vorangegangen, die jedoch immer wieder zu Auseinandersetzungen mit Bürgern, der Stadt und dem Denkmalschutz führten, so dass es jahrelang als Brache aus zwei Gebäuden aus den 1920er Jahren, einer Tankstelle und dem vollständig versiegeltem Garagenhof verkümmerte.

Aufgabe:
Aufgabe war es, durch behutsame, denkmalgerechte und energetische Sanierung der alten Bausubstanz und gleichzeitige Nachverdichtung den Ansprüchen des modernen Wohnens gerecht zu werden und dem entstehenden Quartier durch einen vielfältigen Wohnungsmix, nachhaltige, klimafreundliche Bauweise und die Gestaltung attraktiver Außenräume auch in sozialer Hinsicht eine neue Identität zu verleihen.

Umsetzung:
Unter Berücksichtigung der historischen Bausubstanz wurden in den beiden Bestandsgebäuden zwölf Wohneinheiten zwischen Ein- und Vier-Zimmerwohnungen für die unterschiedlichsten Bedürfnisse geschaffen. Dachgeschosse wurden ausgebaut, die gleichzeitig besondere Raumerlebnisse generieren und durch Sichtbeziehungen zur historischen Altstadt mit dem prägenden Dom sowie weiteren Kirchen, Geschlechtertürmen und Landmarks identitätsstiftend wirken.
Die drei Neubauten ergänzen den vielfältigen Wohnungsmix zwischen 27 m² und 140 m² durch weitere neun Einheiten. Es werden Galerie- und Maisonette-Wohnungen mit hochwertiger Herausarbeitung historischer Bauteile ebenso angeboten wie Reihenhaustypologien oder Studentenwohnungen. Auch auf barrierefreie Zugänglichkeit für mindestens vier Einheiten wurde nicht verzichtet, um eine größtmögliche Vielfalt der Bewohnerschaft ganz natürlich zu unterstützen und jedem Anspruch gerecht zu werden.
Städtebaulich wird durch drei neue Gebäude der Stahlzwingerweg zum einen räumlich neu gefasst. Gleichzeitig formt das Ensemble einen hoch wertig begrünten Innenhof, über den die Erschließung sämtlicher Gebäude aber auch die Orientierung der individuellen Außenräume wie Terrassen und Balkone erfolgt. Mit gemeinschaftlichen Angeboten wie Spielplatz, Sharing von Lastenrädern, E-Auto und Paketstation fungiert er als Treffpunkt und Aufenthaltsort der Quartiersbewohner. Großzügige Baumpflanzungen tragen zudem zur Aufenthaltsqualität, aber auch zur nachhaltigen Verbesserung des Stadt- und Mikroklimas bei.
Schwerpunkt der Ausführung war eine ressourcen-schonende Bauweise und Technik, so dass ökologisch wertvolle Baustoffe wie Holzfenster, Holzfaserdämmstoffe, FSC-zertifizierter Parkett bis hin zum klimaaktiven Pflasterbelag verbaut wurden. Zwei Luft-Wasser-Wärmepumpen in Kombination mit einem Spitzenlast-Gashybridkessel versorgen die Anlage.
Erstmals innerhalb des UNESCO Weltkulturerbes Altstadt Regensburg konnten Dachziegel- integrierte PV- Module realisiert werden. Damit sorgt das Objekt nicht nur für eine nachhaltige Stromerzeugung im Quartier, sondern ist gleichzeitig wegweisend für die Etablierung innovativer Technologie auch im sensiblen Gefüge historischer Städte.

Beurteilung durch das Preisgericht

Über einen langen Zeitraum prägte eine Brache aus Gebäuden aus den 1920er Jahren, eine Tankstelle und ein vollständig versiegelter Garagenhof, das Areal am Stahlzwingerweg. Es liegt in der Regensburger Innenstadt im UNESCO Welterbe-Gebiet und unterliegt strengen Ensembleschutz-Vorgaben. Durch eine behutsame, denkmalgerechte und energetische Sanierung der alten Bausubstanz und gleichzeitige Nachverdichtung entstand ein attraktives Wohnquartier. Es ist geprägt durch einen vielfältigen Wohnungsmix, nachhaltige, klimafreundliche Bauweise und attraktive Außenräume.

Unter Berücksichtigung der historischen Bausubstanz wurden in den beiden Bestandsgebäuden zwölf Wohneinheiten zwischen Ein- und Vier-Zimmerwohnungen für die unterschiedlichsten Bedürfnisse geschaffen. Drei Neubauten ergänzen den vielfältigen Wohnungsmix zwischen 27 m² und 140 m² durch weitere neun Einheiten. Es werden Galerie- und Maisonette-Wohnungen ebenso angeboten wie Reihenhaustypologien oder Studentenwohnungen. Vier Wohneinheiten sind barrierefrei zu erreichen.

Städtebaulich wird der Stahlzwingerweg durch die drei neuen Gebäude zum einen räumlich neu gefasst. Zum anderen formt das Ensemble einen hochwertig begrünten Innenhof, über den die Erschließung sämtlicher Gebäude aber auch die Orientierung der individuellen Außenräume wie Terrassen und Balkone erfolgt. Mit gemeinschaftlichen Angeboten wie Spielplatz, Sharing-Angeboten und Paketstation fungiert er als Treffpunkt der Quartiersbewohner. Entsiegelung und Baumpflanzungen stärken die Aufenthaltsqualität und verbessern das Stadt- und Mikroklima. Schwerpunkt der Ausführung war eine ressourcenschonende Bauweise und Technik. Erstmals innerhalb des UNESCO Weltkulturerbes Altstadt Regensburg konnten Dachziegel mit integrierten PV-Modulen realisiert werden.

Nicht nur das sensibel entwickelte städtebauliche Konzept überzeugt. Mit großer Sorgfalt, auch in der architektonischen Durcharbeitung, wird auf die Maßstäblichkeit der Umgebung, die gestalterische Formensprache der Regensburger Altstadt Rücksicht genommen – keine Selbstverständlichkeit. Der Mix aus Bestandserhalt und neuen Strukturen, das Wohnungsgemenge, die differenzierte Gestaltung der Freiräume sowie das energetische Konzept zeigen beispielhaft, wie die alte Stadt zukunftsfähig weitergebaut werden kann.