modgnikehtotsyek
ALLE WETTBEWERBSERGEBNISSE, AUSSCHREIBUNGEN UND JOBS Jetzt Newsletter abonnieren

Nichtoffener Wettbewerb | 01/2011

Parkscheune Markt Großostheim

3. Preis

Preisgeld: 3.500 EUR

hofmann keicher ring

Architektur

arc.grĂŒn landschaftsarchitekten.stadtplaner.gmbh

Landschaftsarchitektur

ErlÀuterungstext


Platzgestaltung Park-Platz und Parkscheune

In der engen Stadtsituation ist eine eindeutige Orientierung genauso wichtig wie die qualitÀtsvolle Gestaltung des Stadtbodens.Der Parkraum ist deutlich in 3 Zonen gegliedert: Einfahrtsbereich; Park-Platz und Park-Scheune.

Der Einfahrtsbereich wird mit einem Asphalt dunkler Körnung eindeutig als VerkehrsflĂ€che definiert; erhĂ€lt an seinen Randbereichen jedoch einen Traufstreifen aus rötlichen Porphyr–Pflasterplatten.

Dieser im ortstypischen Farbton gehaltene Porphyr prĂ€gt auch den Park-Platz, der durch das umlaufende Plattenband den Charakter eines Platzes und weniger eines Parkplatzes erhĂ€lt. Dazu wird die PflasterflĂ€che ĂŒber die gesamten StellflĂ€chen gemeinsam verlegt und die Stellplatzabgrenzung mittels auf das Pflaster gesetzter MetallnĂ€gel vorgenommen. Die Platzmitte wird in Asphalt mit farblosem Bindemittel erstellt.

Der Belag der Parkscheune wird ebenfalls durchgĂ€ngig aus diesem hellen Asphalt erstellt; die Stellplatzmarkierung wird mit großformatigen farbigen Zahlen vorgenommen.



Bepflanzung

Der Park-Platz soll als Stadtgarten eine wichtige Funktion fĂŒr das innerstĂ€dtische GrĂŒn im dicht bebauten Ortskern ĂŒbernehmen.
Daher werden - auch auf engem Raum- möglichst viele HochstÀmme gepflanzt, die ein geschlossenes Baumdach ausbilden werden.
Zur Sicherstellung des Baumstandortes wird die Baumgrube nach den Richtlinien der ZTV-Vegtra mit einem verdichtbaren Vegetationssubstart versehen, auf dessen OberflÀche der befestigte Pflasterbereich aufgetragen werden kann, ohne die Wasser- und NÀhrstoffversorgung der BÀume zu gefÀhrden.
Die BĂ€ume erhalten einen Anfahrschutz aus Holzpalisaden.

Als Baumart wird der in der Liste der Bayerischen Landesanstalt Veitshöchheim fĂŒr zukĂŒnftig klimavertrĂ€gliche StadtbĂ€ume aufgefĂŒhrte Schnurbaum (Sophora japonica) vorgesehen.
Am Straßenraum entlang der Straße am Kirchberg wird der kleinkronigere französische Ahorn (Acer monspessulanum) aus der gleichen Liste verwendet.



Parken in der Innenstadt

Die Anlage von ParkplÀtzen und ParkhÀusern in beengten Innenstadtlagen sollte immer unter dem Aspekt erfolgen, dass das Angebot auch tatsÀchlich wahrgenommen wird.
HĂ€ufig fĂŒhrt die Angst von Autofahrern vor zu engen ParkrĂ€umen dazu, dass diese nicht angenommen werden und somit keine Entlastung der Parkplatzsituation eintritt.

Wichtige Parameter fĂŒr die Akzeptanz innerstĂ€dtischer ParkrĂ€ume sind:
- GroßzĂŒgige ParkplĂ€tze ĂŒber die in der RASt geforderten Mindestbreiten hinaus
- Eindeutige VerkehrsfĂŒhrung
- Möglichst ebenerdige StellplÀtze
- Direktes Einparken in Fahrtrichtung
- Kein RĂŒckwĂ€rtsrangieren beim Einparken
- Offene, helle lichtdurchflutete StellplĂ€tze möglichst mit natĂŒrlicher Beleuchtung

Diesen Aspekten kommt eine sehr große Bedeutung zu, zumal der Anteil Ă€lterer Verkehrsteilnehmer kĂŒnftig zunehmen wird. Gerade Senioren akzeptieren ausschließlich einfach anzufahrende, große StellplĂ€tze und meiden beengte VerkehrsrĂ€ume.

Daher sollte zugunsten der Akzeptanz des Angebotes besser auf einen Stellplatz verzichtet werden, wenn dafĂŒr großzĂŒgigere Situationen geschaffen werden können.

Beim Parken auf dem Park-Platzbereich sollte die stÀdtische Gestaltung des Platzes im Vordergrund stehen. Eine angedeutete Markierung von StellplÀtzen auf dem Pflaster sowie eine Gliederung durch Baumstandorte reicht bei geringer Stellplatzzahl aus, um dem Verkehrsteilnehmer ausreichende Orientierung zu bieten.
Dadurch tritt die verkehrstechnische Gestaltung zurĂŒck und der Platz erhĂ€lt einen stĂ€dtischen Charakter.



Parkscheune

Die Parkscheune wird als eingeschossiges GebĂ€ude mit Satteldach an die wichtige stĂ€dtebauliche Kante der Straßen Am Kirchberg/Grabenstraße platziert.
Durch das ZurĂŒcksetzen der GebĂ€udeflucht entsteht ein Fußweg zum Kinderhort, der eine sichere Verbindung zum Marktplatz schafft.
Die Dachkonstruktion wird asymmetrisch ausgebildet, um die stÀdtebauliche Ausrichtung noch zu verstÀrken.

Der Höhenunterschied zum Marktplatz wird durch die bestehende großzĂŒgige freie Treppe ĂŒberwunden. Der danebenliegende, neu geplante Aufzug ermöglicht die barrierefreie ZugĂ€nglichkeit.

Eine klare und eindeutig erkennbare Ein- und Ausfahrt in das GebĂ€ude wird durch seine Positionierung und die innere Erschließung erreicht.

Die MaterialitĂ€t des GebĂ€udes wird aus seiner Umgebung entwickelt. Die Fassade besteht Straßenseitig aus einem Sockel mit Natursteinverkleidung und einer Holzverkleidung darĂŒber, wie sie fĂŒr ScheunengebĂ€ude ĂŒblich ist. Hofseitig ist der Sockel bis zur Traufe hochgezogen, um den WĂŒnschen des Nachbarn nachzukommen. Das Dach ist eine Sparrenkonstruktion mit ZugbĂ€ndern und eine Ziegeldeckung. Aufgrund der StĂŒtzenfreiheit der Halle ist es sinnvoll die Tragkonstruktion aus Stahl auszubilden.

Durch den Verzicht auf weitere Parkebenen und deren Rampenanlagen, TreppenhĂ€usern AufzĂŒgen etc. können die Kosten fĂŒr das GebĂ€ude erheblich reduziert werden.

Außerdem ermöglicht die hallenartige Gestaltung eine vielfĂ€ltige Nutzung fĂŒr Veranstaltungen oder MĂ€rkte.
StÀdtebauliche Einbindung

StÀdtebauliche Einbindung

Parkscheune

Parkscheune

Park-Platz mit Baumdach

Park-Platz mit Baumdach

Nutzungsmöglichkeit fĂŒr MĂ€rkte, Messen, Veranstaltungen

Nutzungsmöglichkeit fĂŒr MĂ€rkte, Messen, Veranstaltungen

Ansicht Ost

Ansicht Ost