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Award / Auszeichnung | 03/2025

Preis für Baukultur der Metropolregion München 2025 – Transformation mit Qualität

Innenhof
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Innenhof

Generalsanierung des Asamgebäudes in Freising

DE-85357 Freising, Marienplatz 7

Preis für Baukultur

Wollmann Architekten

Architektur

Und Mang Architektur

Architektur

HZO GmbH

Architektur

Beratende Ingenieure Brandl + Eltschig Tragwerksplanung GmbH

Tragwerksplanung

Müller-BBM Building Solutions GmbH

Akustikplanung, Bauphysik

fischer heumann landschaftsarchitekten

Landschaftsarchitektur

Stadt Freising

Bauherren

Projektdaten

  • Objekttyp:

    Kultur-, Veranstaltungsgebäude

  • Projektgröße:

    keine Angabe

  • Status:

    Realisiert

  • Termine:

    Fertigstellung: 01/2024

Projektbeschreibung

„Das Herz schlägt wieder“ – Asamgebäude/Freising
Barockes Baudenkmal belebt die Innenstadt

Die prominente Lage in der Stadtmitte, am Marienplatz in Freising, rückt das denkmalgeschützte Asamgebäude aus dem 16.Jhd. ins Blickfeld. Die Generalsanierung hat das barocke Baudenkmal als Kultur- & Bürgerzentrum zu neuem Leben erweckt.

Die Vierflügelanlage, in deren Mitte ein quadratischer Innenhof liegt, bündelt unter ihrem Dach die wichtigsten öffentlichen Nutzungen Freisings: im Erdgeschoß die Touristinfo, im 1.OG das Stadtmuseum und im 2.OG das Stadttheater. Ergänzt werden diese Nutzungen um Einzelhandelsgeschäfte zum Marienplatz und eine Gaststätte zum Innenhof. Das Asamgebäude verleiht jeder dieser Einzelnutzungen eine individuelle Prägung, indem die räumlichen Gegebenheiten des Baudenkmals bewahrt und neu interpretiert wurden.

Die Touristinfo erreicht man vom Hof in einem großzügigen, überwölbten Hallenraum. Das Stadtmuseum nutzt die hofseitigen Räume für einen geschlossenen Museumsrundgang, während das Stadttheater im Asamsaal (Deckengemälde von Hans Georg Asam, 1709) ergänzt wird um ein Foyer mit Blick auf den Marienplatz.

Das Bindeglied der drei Funktionen ist eine Raumfolge, die einen Weg durch das Gebäude bildet. Vom Marienplatz kommend, betritt man zuerst den Innenhof und von dort das Haus. Kernstück dieses Weges ist der neue Treppenraum mit einer einläufigen Treppe über zwei Geschosse. Er stellt die räumliche und visuelle Verbindung her zwischen dem multifunktionalen Foyer im Erdgeschoß, dem erweiterten Stadtmuseum im 1.OG und dem historischen Asamsaal im 2.OG.

Dieser zentrale Treppenaufgang ist die zeitgenössische Zutat, die nicht im Baudenkmal angelegt war. Er verkörpert den Charakter des gesamten Gebäudes: Verbindung leben. Im Spannungsfeld denkmalpflegerischer Konservatorik und räumlicher Neuinterpretation erfährt das Asamgebäude eine Aufwertung. Die vorhandene Bausubstanz wurde sorgfältig restauriert. Alle Maßnahmen reagieren auf das Baudenkmal. Das Stichwort ist Weiterbauen. Putze wurden restauriert, Fenster und Fassadenmalerei nach bauzeitlichem Vorbild rekonstruiert. Die Eingriffe schützen den Bestand, stärken ihn, entwickeln ihn weiter. Die Gestaltung zielt auf ein harmonisches Miteinander von Alt und Neu, nicht auf die reißerische Inszenierung des Kontrasts.

Das Asamgebäude ist heute ein Ort der Identifikation für die Bürger. Ein geschichtsträchtiges Haus, prominent gelegen, mit zeitgemäßer Nutzungsvielfalt unter einem Dach.

Beurteilung durch das Preisgericht

Attraktive Städte und Orte sind lebendig, sicher, nachhaltig und gesund. Sie zeichnen sich durch eine Vielzahl gut gestalteter öffentlicher Freiräume aus, die Begegnungen ermöglichen und den Austausch fördern. Öffentliche Räume sind Orte, die für alle zugänglich und nutzbar sind. Sie sind Orte der Kommunikation, sozialen Verständigung und zugleich Bildungsorte. Sie sind ein Seismograf dafür, wie die Gesellschaft beschaffen ist. Um identitätsstiftende und baukulturell wertvolle öffentliche Räume in den Zentren in die Zukunft zu führen, müssen die Stadt- und Ortskerne im Mittelpunkt der planerischen Aufmerksamkeit stehen.

In diesem besonderen Fall erlaubt sich die Jury zwei Projekte, die unabhängig voneinander eingereicht wurden, gemeinsam mit dem „Preis für Baukultur“ auszuzeichnen. Der Stadt Freising ist es im Rahmen eines integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes mit rund 23 Einzelmaßnahmen im Laufe der letzten rund 30 Jahre gelungen, sowohl eine übergeordnete Konzeption, Schutz- und Sanierungsziele sowie eine Gestaltungssatzung partizipativ zu erarbeiten, als auch konkrete Baumaßnahmen selbst umzusetzen.

Im Rahmen der Neugestaltung der Innenstadt wurden nicht nur 33.500 m² Fläche samt Haupt- und Nebenstraßen saniert und zukunftsfähig mit hohem gestalterischem Anspruch neu und barrierefrei überplant, es wurde auch die „Stadtmoosach“ nach ca. 150 Jahren wieder geöffnet und für die Bevölkerung mittels Sitzstufen erreichbar und erlebbar gemacht. In der verkehrsberuhigten Innenstadt laden Cafés, Restaurants und Ladengeschäfte zum Verweilen und Flanieren ein.

Ein zentrales Herzstück dieser innerstädtischen Weiterentwicklung ist auch die gelungene Generalsanierung des barocken Vierflügelbaus des ehemaligen fürstbischöflichen Lyceums Freising mit Deckengemälden von Hans Georg Asam, das die Stadt beispielgebend selbst erworben hat. Das „Asamgebäude“ bündelt nun Touristeninformation, Stadttheater und -museum, ergänzt mit Einzelhandelsflächen und Gastronomie im Innenhof in zentraler Lage am Marienplatz.

Die Jury vergibt den „Preis für Baukultur 2025“ gemeinsam den Projekten „Neugestaltung der Innenstadt Freising“ und „Generalsanierung Asamgebäude“, weil beide Projekte derart voneinander profitieren, dass sie nicht getrennt voneinander betrachtet werden sollten. Der Prozess der Sanierung der Freiflächen und Gebäude der Altstadt in Verantwortung der öffentlichen Hand, die hohe Aufenthaltsqualität und Identitätsstiftung erscheinen der Jury auch unter nachhaltigen und ökologischen Gesichtspunkten wie dem Hitzeschutz und der Verkehrsreduzierung besonders bemerkens- und nachahmenswert.
Kaskadentreppe

Kaskadentreppe

Restaurierte Hauptfassade

Restaurierte Hauptfassade

Stadttheater im Asamsaal

Stadttheater im Asamsaal