Zweiphasiges kooperatives Verfahren mit vorgeschaltetem Auswahlverfahren | 09/2024
Quartiersentwicklung Nördliche Bahnstadt Ravensburg
©K9 ARCHITEKTEN / Burkhard Sandler Landschaftsarchitekten
Lageplan
Anerkennung
K9 ARCHITEKTEN Borgards.Lösch.Pichl.Piribauer
Stadtplanung / Städtebau
Burkhard Sandler Landschaftsarchitekten BDLA
Landschaftsarchitektur
Beurteilung durch das Preisgericht
Die Verfasser: innen schlagen mit einer Setzung aus Solitären, Atrienhäusern und kompakten Hofbebauungen durchlässige, offene Strukturen für die verschiedenen Baufelder vor und verknüpfen so die im Kontext vorhandenen unterschiedlichen Körnigkeiten, die vom Einfamilienhaus bis zur großmaßstäblichen Halle reichen. Verspringende Fluchten entlang der Straßenräume und unterschiedliche Kubaturen binden die bestehenden Gebäude insbesondere im Schwarzplan sehr selbstverständlich mit ein und versprechen angenehme, gut proportioniert erscheinende Zwischenräume. Auch der Wechsel zwischen Wohnnutzung und Bürohäusern scheint sehr interessant, da das kleinteilig Nebeneinander ein abwechslungsreiches und belebtes Quartier ermöglicht.
Ein abgestuftes System aus unterschiedlich großen Freiräumen bietet Raum für verschiedene Grade der Öffentlichkeit und vernetzt diese nachvollziehbar über Wege- und Blickbeziehungen. Begrüßt wird der gut dimensionierte Platz vor der Kantine mit einem Solitärgebäude, das gleichermaßen einen nördlichen Abschluss des Platzes markiert, aber auch in der Achse der Kapuzinerstraße einen Endpunkt formuliert und die Transformation des Geländes zeigt.
Zu hinterfragen ist das fehlende, bzw. überschaubare Angebot privater Freiräume für die Wohnnutzung, sowie das hohe Maß an Versiegelung.
Die vorgeschlagenen Grundrisslösungen für den Fokusbereich scheinen nachvollziehbar und leistungsfähig.
Die Erweiterungsfläche für die TWS ist so vorstellbar, evtl. Etwas knapp vom Flächenangebot. Die Vorschläge für Umsetzung, Bauabschnittsbildung, Nachhaltigkeit und Energie sind nachvollziehbar, jedoch im Bereich des üblichen Spektrums.
Erst in der dritten Dimension des Modells jedoch offenbart dieser sympathisch wirkende Ansatz große Schwächen:
Die deutlich im oberen Bereich liegende Geschossfläche führt insgesamt zu überdimensioniert wirkenden, zu hohen Gebäuden, engen Straßenräumen und sehr knappen Wohnhöfen, deren Maßstäblichkeit für Ravensburg nicht angemessen erscheint.
Insbesondere angesichts der Körnigkeit des Kontextes, aber auch in der Nachbarschaft der historischen, kleinmaßstäblichen Bestandshäuser scheint die Baumasse etwas erschlagend.
Auch die Dimension der vorgeschlagenen Atrien für die Bürohäuser und Höfe für die Wohnnutzung wirken beengt und versprechen wenig attraktive Nutzflächen.
Positiv diskutiert wird die insbesondere aus Augenhöhe wahrnehmbare bewusste Gestaltung einer Silhouette.
Insgesamt überzeugt der in Lageplan und Grundriss durchaus vielversprechende Lösungsansatz in seiner dreidimensionalen Ausformulierung nicht in Gänze und stellt nur eingeschränkt eine weiterführende Lösung für die Entwicklung des Bahnhofsareals in Ravensburg dar.
©K9 ARCHITEKTEN / Burkhard Sandler Landschaftsarchitekten
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