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Nichtoffener Wettbewerb | 02/2023

Rathauserweiterung Droste-H├╝lshoff-Platz in Bottrop

PERSPEKTIV

PERSPEKTIV

2. Preis

Preisgeld: 65.000 EUR

HASCHER JEHLE Architektur

Architektur

G├Ąn├čle + Hehr Landschaftsarchitekten PartGmbB

Landschaftsarchitektur

Lindschulte Ingenieurgesellschaft mbH

TGA-Fachplanung, Tragwerksplanung, Bauphysik

Erl├Ąuterungstext

St├Ądtebau und Freiraum
F├╝r den Neubau des Verwaltungsstandortes am Rathaus Bottrop wird eine ruhige und klare Gro├čform vorgeschlagen, die mit ihrem ganz eigenen, identit├Ątsstiftenden Charakter, Offenheit und Transparenz signalisiert und zur neuen, klar ablesbaren Adresse f├╝r die Rathauserweiterung mit Technischem und Sozialem Dienst wird. Durch die bauk├Ârperliche Gliederung der ringf├Ârmig aneinander gef├╝gten Geb├Ąudefl├╝gel und deren H├Âhenstaffelungen f├╝gt sich der Neubau selbstverst├Ąndlich in die Umgebung ein. Dabei ber├╝cksichtigt die Entwurfskonzeption die mehrfache Ausrichtung des Areals. Neben der Hauptausrichtung zum neuen Droste-H├╝lshoff-Platz und dem Bestandsrathaus ├Âffnet sich das Ensemble mit einem gro├čz├╝gigen Vorplatz nach Norden und zum Amtsgericht.

Ein stadtgerechtes, ├Âffentliches Fu├čg├Ąngernetz, die gr├╝ne Meile, durchquert dabei das Quartier und baut eine direkte fu├čl├Ąufige Verbindung von der Gerichtsstra├če bis zur Luise-Hensel-Stra├če auf. Die gro├čz├╝gige Treppen- und Rampenanlage ├╝berwindet dabei spielerisch und barrierefrei den H├Âhenversprung zwischen den Niveaus des Droste-H├╝lshoff-Platz und der Moltkestra├če. Auf diese Weise wird die Grundlage f├╝r ein lebendiges, vielf├Ąltig erschlossenes und vernetztes Verwaltungsviertel mit hohen Aufenthaltsqualit├Ąten geschaffen. Zus├Ątzlich ist der Neubau ├Âffentlich durchquerbar, wodurch das Geb├Ąude selbstverst├Ąndlich im ├Âffentlichen Stra├čenraum verankert und das b├╝rgernahe Selbstverst├Ąndnis unterstrichen wird. Dieser durchflie├čende Foyerraum wird zum Bindeglied zwischen dem Haupteingang, der sich zum neuen Droste-H├╝lshoff-Platz ├Âffnet, und dem Nebeneingang an der Moltkestra├če.

Der zentrale, quartiersinterne, ├Âffentliche Droste-H├╝lshoff-Platz wird durch Bestandsrathaus und Neubau gefasst und wird zum attraktiven, vielseitig nutzbaren Au├čenraum, welcher das Foyer nach au├čen erweitert und von einem Wasserspiel und Sitzkanten flankiert wird.
Insgesamt wird mit dem Ziel einer ressourcenschonenden Planung der Freianlagen die Reduzierung versiegelter Fl├Ąchen und eine st├Ąrkere Begr├╝nung verfolgt. Retentionsf├Ąhige Aufbauten auf Dach- und unterbauten Fl├Ąchen, sowie Versickerungsmulden in den Gr├╝nfl├Ąchen k├Ânnen Niederschl├Ąge aufnehmen, zur├╝ckhalten und bei gleichzeitiger K├╝hlung der Umgebungstemperatur in den Kreislauf zur├╝ckgef├╝hrt werden. M├Âglichst viele neue Baumpflanzungen und vor allem der Erhalt von bestehenden B├Ąumen wo dies m├Âglich ist, begleiten diese gr├╝ne Struktur.

Erschlie├čungskonzept
Der Haupteingang und das zentrale ├Âffentliche Foyer des technischen Dienst wird von Droste-H├╝lshoff-Platz erschlossen. Der Soziale Dienst bekommt einen eigenen eigenst├Ąndigen Eingang am gemeinsamen Vorplatz mit dem Amtsgericht. ├ťber eine mit Sitzstufen geplante Treppen- und Rampenanlage ist auch von der Seite der Moltkestra├če der Zugang zum Hauptfoyer m├Âglich. Das Haus ├Âffnet sich so zu beiden Seiten und l├Ąsst die Durchwegung zu.
Vom Hauptfoyer werden alle Bereiche des Erweiterungsbau des Rathauses auf k├╝rzestem Weg zug├Ąnglich. Alle vier Vertikalpunkte werden vom Foyer erschlossen. Eine Zug├Ąnglichkeit aus der Tiefgarage wird ebenfalls ├╝ber diese Vertikalpunkte m├Âglich.
Die vier Vertikalpunkte k├Ânnen als externe Eing├Ąnge genutzt werden. Somit k├Ânnen einzelne B├╝romodule oder Sondermodule wie der Krisenstab unabh├Ąngig erschlossen bzw. auch untervermietet werden. Das Haus wird dadurch hoch flexibel und f├╝r zuk├╝nftige Entwicklungen anpassbar.

Das Archiv und der Wohnungsbau werden als externe Bausteine geplant und k├Ânnen von dem neu entstandenen urbanen Freiraum zwischen Neubau und Bestand erschlossen werden.

Die Anlieferung erfolgt, separiert von den fu├čl├Ąufigen Bewegungen von der Moltkestra├če im Norden. Ann├Ąhernd ebenerdig kann man in die LKW Einfahrt zum Lieferhof durchfahren. Der Lieferhof spannt sich zwischen Bestand, Neubau und Archiv auf und dient so das gesamte Ensemble aus Bestand und Neubau an.

Die PKW- und die Fahrradgarage sowie die Werkstatt werden von der Gerichtsstra├če dem Gel├Ąndeverlauf folgend niveaugleich erschlossen. ├ťber interne Rampen erreicht man die Ebenen TG1-3. Die TG1 ist mittels Zugangskontrolle nur f├╝r Dienstwagen gedacht. Von hier aus erreicht man auf kurzen Weg die angegliederten Lagerfl├Ąchen der verschiedenen Fachbereiche. Die Ebene TG2 und TG3 sind f├╝r die ├ľffentlichkeit zug├Ąnglich. Der n├Ârdliche Bereich der TG3 ist via Zugangskontrolle f├╝r die Dienstwagen des Sozialen Dienstes angedacht.
Funktionales Konzept
Das Geb├Ąude ist sowohl horizontal als auch vertikal klar gegliedert. Im Norden befindet sich der Soziale Dienst und im S├╝den der Technische Dienst. Im Sockelbereich befinden sich alle Fl├Ąchen mit Publikumsverkehr und in den Obergeschossen sind alle Backoffice-Bereiche verortet.
Der Sockel und seine verbindende Eingangshalle vernetzt alle Geb├Ąudeteile. Alle dar├╝ber befindlichen B├╝romodule k├Ânnen ├╝ber die vier Vertikalpunkte unabh├Ąngig erschlossen werden. Die gro├čz├╝gige Haupthalle wird mit einer pneumatisch gest├╝tzten Foliendach-Konstruktion ├╝berspannt, was dem Foyer seine taghelle und angenehme Atmosph├Ąre verleiht.
Die Obergeschosse sind gleichm├Ą├čig in 400m┬▓ Einheiten aufgeteilt. Die zusammenh├Ąngenden B├╝rofl├Ąchen eine gleichwertig gute Belichtung und Ausblicke f├╝r alle Module. Gleichzeitig kann mit der zusammenh├Ąngenden Struktur immer flexibel auch in der Gr├Â├če der Moduleinheiten variiert werden. Diese atmende B├╝roorganisation kann so optimal auf zuk├╝nftig Umstrukturierung mit geringem Aufwand reagieren. Die Erschlie├čungskerne sind in gleichm├Ą├čigen Abst├Ąnden platziert und die zul├Ąssigen Fluchtwegl├Ąngen werden optimal ausgenutzt.
Die H├Âhenstaffelung des Neubaus ergibt sich sowohl durch die st├Ądtebaulichen Gegebenheiten, als auch durch die Anordnung der 6 Backoffice-Bereiche des sozialen Dienstes im Norden und der 13 Backoffice-Bereiche im S├╝den des technischen Dienstes.

Jedes Modul ist ├Ąhnlich - nach den Anspr├╝chen des jeweiligen Fachbereich - aufgeteilt. Die Einzel/Doppelb├╝ros und Gruppenbereiche befinden sich an der Au├čenfassade. Team, Kommunikations- und Lager/Technikbereiche sind in der Kombizone in der Mitte. Die durchschnittliche Riegelbreite betr├Ągt 17,55 und das Geb├Ąude basiert auf einem 1,35 m Raster.
In der vorliegenden Struktur kann frei zwischen Gro├čraum-, Kombi- und Zellenb├╝ro nach Bedarf gew├Ąhlt werden und auch umgeplant werden. Die B├╝rofl├Ąchen sind ganz unter der Pr├Ąmisse optimaler Arbeitsbedingungen, eines zeitgem├Ą├čen, flexiblen und kommunikationsf├Ârdernden Konzeptes entwickelt.

Entlang der gegliederten Au├čenfassaden bieten die gleichm├Ą├čig eingeschobenen Loggien f├╝r die Nutzer eine zus├Ątzliche Aufenthaltsqualit├Ąt an. Erg├Ąnzt werden diese privaten Au├čenr├Ąume um gro├čz├╝gige Dachterrassen auf dem zur├╝ckgestaffelten Bauk├Ârper.


Nutzungsaufteilung
Im EG00 befindet sich das Foyer des Sozialen Dienstes mit der Ausl├Ąnderbeh├Ârde und dem Beratungszentrum FB40. Die untere Eingangshalle ist ├╝ber einen Luftraum und der offenen Atriumstreppe an die Haupthalle angebunden.
Weiter befinden sich auf dieser Ebene die Anlieferung mit Logistik- und Lagerfl├Ąchen, die Fahrradumkleiden, Fahrradwerkstatt und die PKW- und Fahrradgarage.

Die Ebene EG01 ist die ├Âffentliche Verteilerebene. Die Eingangshalle wird durch das Caf├ę, den Infopoint und einen Teil des Besprechungszentrums belebt und strukturiert. Der einladende Charakter des Foyers verspricht eine Aktivierung des Stadtraums. Im s├╝dlichen Teil des EG01 befinden sich das Servicezentrum Bauen, Amt f├╝r Wirtschaftsf├Ârderung und der Ausweichkrisenstab mit Briefwahlstelle. Im N├Ârdlichen Teil ist das Beratungszentrum FB 51/2.

Im OG1 befinden der Backoffice Bereich des Sozialen Dienst FB 51/1 und FB 51/2 und Backoffice Bereiche des Technischen Dienst Amt 36/3 und Amt 68. ├ťber einen Foyerbereich ist das Besprechungszentrum II und der Co-Working Bereich erreichbar. Der Co-Workingbereich kann als zus├Ątzliche Verwaltungseinheit genutzt werden.
Im OG 2 sind der Backoffice Bereich des Sozialen Dienst FB 40 und FB 30/4 und Backoffice Bereich des Technischen Dienst FB66 verortet.
Im OG 3 sind die Backoffice Bereich des Technischen Dienst Amt 61,62 und FB 36/2 geplant
Im OG 4 befinden sich neben Technikfl├Ąchen, die Backoffice Bereiche des Technischen Dienst 63 und 65/1. Als Highlight f├╝r Veranstaltungen oder als Treffpunkt f├╝r Mitarbeiter gibt es eine gro├čz├╝gige Eventterrasse, die unabh├Ąngig aus der Haupthalle erschlossen werden kann.

Archiv
Das Archiv ist als einzelner Baustein angrenzend des historische Rathaus geplant. Der Eingang des Archivs befindet sich an der Gr├╝nachse des neue Rathausemsembles. In den obere Geschosse befinden sich die gro├čfl├Ąchigen Archivr├Ąume mit flexible Trennungsm├Âglichkeit. Im UG befident sich die Sammlung, Technikfl├Ąchen und die Anlieferung. Das Archiv hat eine eigene Anbindung an den Lieferhof.

Fassade

Die Fassade zeigt sich im Stadtraum nicht als eine getragene, starre Fassade, sondern als eine lebendige flexible Funktionsfassade mit hoher Transparenz und ausgezeichneten Belichtungsverh├Ąltnissen f├╝r die Raumqualit├Ąten im Inneren.
Geschlossene und vollverglaste Elemente im Wechsel rhythmisieren die Fassade und erm├Âglichen eine voll flexible Raumaufteilung bei moderatem Verglasungsanteil von 40%. Die geschlossenen Elemente sind im Sockelbereich in Analogie zur Umgebung als weinroter Klinker ausgef├╝hrt. Zusammen mit dem roten Platzbelag und der Klinkerfassade des Denkmal-Ensembles ergibt sich eine harmonische Verkn├╝pfung von neu und alt.
Im Bereich der Obergeschosse werden die geschlossenen Elemente in Holz ausgef├╝hrt. ├ľffnungsfl├╝gel erm├Âglichen die individuelle, nat├╝rliche Bel├╝ftung.
Die 3-Scheiben-W├Ąrmeschutzgl├Ąser werden durch einen au├čenliegenden Alu-Raffstore mit Lichtlenkfunktion beschattet.
Die funktionale Fassadenkonstruktion vereint angenehme Transparenz und ausgezeichnete Belichtungsverh├Ąltnissen f├╝r die Raumqualit├Ąten im Inneren mit zeitgem├Ą├čer Fassadentechnologie, die durch den Wiederholungsfaktor der Elemente und die Kompaktheit des Bauk├Ârpers eine hohe Wirtschaftlichkeit erzielt.

Tragwerk
Angesichts des in der Auslobung formulierten und gebotenen Anspruchs nach einer ├Âkologischen und CO2-sparenden Bauweise wird f├╝r die Obergeschosse eine Holzverbundbauweise vorgeschlagen. Durch die Verwendung von Holz und Beton f├╝r die tragende Struktur, kann die Betonmenge gegen├╝ber einem reinen Massivbau deutlich reduziert werden und die Gr├╝ndungsbauteile wesentlich geringer dimensioniert werden.
BSH Tr├Ąger wirken ├╝ber Kerven im Verbund mit der d├╝nnen Betonplatte. Die St├╝tzen sind ebenfalls in Holzbauweise geplant. F├╝r die aussteifenden Erschlie├čungskerne wird die Stahlbetonbauweise vorgeschlagen. Die durchgehende Deckenplatte der Holz-Hybriddecken wird schubsteif mit den Kernen verbunden. Die Deckenplatten werden aufgrund des Schalschutzes und der Wirtschaftlichkeit mit einer einachsig gespannte Holzbetonverbund-Decken geplant. Diese Decken sind aufgeteilt zu Bauteilen mit Abmessungen von ÔëĄ6,75*2,70m welche extern vorproduziert werden k├Ânnen. Die vertikalen Bauteile (St├╝tzen) k├Ânnen bei dem gew├Ąhlten Achsrastern von ~6,75*2,7m ebenfalls aus Holz hergestellt werden und bieten damit eine sehr kurze Bauzeit.

Die Holzbauweise bietet eine Menge wirtschaftlicher Vorteile. Die Holzbaukonstruktion verringert die gesamte Geb├Ąudelast um ca. 30 % im Vergleich zu einem konventionellen Geb├Ąude in Stahlbetonbauweise. Durch die Lasteinsparung k├Ânnen die Abfangungen f├╝r das Tiefgaragenraster sowie die Gr├╝ndungsbauteile wesentlich geringer ausfallen. Die Bauzeit kann aufgrund der hohen Vorfertigung im Werk, auf ein Minimum reduziert werden. Dies sichert neben einer schnelleren Fertigstellung eine geringere Baustelleneinrichtung und weitere Folgekosten.

Neben den direkten Vorteilen gibt es auch indirekte Qualit├Ąten im Raumgef├╝hl. Sichtbare Holzoberfl├Ąchen verbessern Raumklima und -gef├╝hl, was besonders f├╝r ein Arbeitsumfeld wichtig und entscheidend ist.

TGA
Das Energie- und Klimakonzept f├╝hrt die Hauptziele der Nachhaltigkeit durch Ressourcenschonung, Energieeffizienz, Nutzerkomfort und Wirtschaftlichkeit zusammen und erm├Âglicht so ein zukunftweisendes multifunktionales Verwaltungsgeb├Ąude. Das Zusammenspiel aus Geb├Ąudeh├╝lle auf unter BEG-40-Niveau und der innovativen Anlagentechnik bereitet den Weg die strengen energetischen Anforderungen zuk├╝nftiger Gesetzgebung ├╝ber zu erf├╝llen und ein Zeichen f├╝r mehr Klimaschutz zusetzen. Die Gr├╝nd├Ącher unterst├╝tzen zusammen mit hellen Materialoberfl├Ąchen das Mikroklima und den sommerlichen W├Ąrmeschutz. Die PV-Anlage auf den begr├╝nten Dachfl├Ąchen erm├Âglichen 175 kWp erneuerbarer Energie zur Verf├╝gung zu stellen. Um den Anteil regenerativer Energie weiter zu steigern, erfolgt die W├Ąrmeversorgung in der Grundlastdeckung ├╝ber ein Erdsondenfeld gekoppelte Sole-/Wasserpumpe. Die im Stra├čenraum verf├╝gbare, prim├Ąrenergetisch g├╝nstige Bottroper Fernw├Ąrme dient der Spitzenlastdeckung. Diese Kombination sorgt f├╝r eine sehr wirtschaftliche Einsatz der Geothermie. Die in n+1-Ausstattung installierte Serverk├╝hlung gibt ihre Abw├Ąrme an das Heizsystem ab. Diese wird vorrangig mit PV-Strom beliefert.

Die thermoaktive Fu├čbodenheizung und -k├╝hlung sorgt in vielen Bereichen f├╝r ein angenehmes Raumklima. Aufgrund des hohen D├Ąmmstandards kann allgemein auf ein Sekund├Ąrheizsystem verzichtet werden. Das Fl├Ąchenheizsystem wird zur passiven K├╝hlung ├╝ber die Erdsonden gespeist. So werden diese wieder regeneriert. Die Fensterl├╝ftung der B├╝rofl├Ąchen sorgt sowohl am Tage als auch durch die Nachtl├╝ftung f├╝r ein gutes Raumklima mit einem niedrigem Installationsaufwand.

Die zentrale L├╝ftungsanlagen werden allein passiv ├╝ber eine indirekte Verdunstungsk├╝hlung gek├╝hlt. Sie versorgen die Kernzonen in den B├╝rotrakten, die Besprecherspange. Ebenfalls werden der Eingangsbereiche / Caf├ę in der Zeit in der keine nat├╝rliche L├╝ftung m├Âglich ist ├╝ber eine zentrale L├╝ftungsanlage mit passiver K├╝hlfunktion versorgt. Dabei k├Ânnen die Luftwechselraten durch den Ansatz einer hybriden L├╝ftung in vielen Bereichen geringgehalten werden. Die Eingangshalle wird L├╝ftungselemente der Fassaden und im Dachbereich tags├╝ber und in der Nacht automatisiert entw├Ąrmt.

Eine bereichsweise CO2-Steuerung der L├╝ftungsanlage insbesondere in den Besprecher und Eingangshalle reduziert zusammen mit einer tageslichtgef├╝hrten LED-Beleuchtung weiter den Strombedarf und damit die CO2-Emission. Der hochwirksame Sonnenschutzsysteme und das leichte Sonnenschutzglas sorgen f├╝r einen hohen Komfort an allen Arbeitspl├Ątzen bei gleichzeitig gesteigerten visuellen Au├čenkontakt.

Die st├Ądtische Insektenpopulation wird mit einer insektenfreundlichen Au├čenbeleuchtungsanlage gef├Ârdert.
Ein Rigolenversickerung sorgt weiter f├╝r eine ausgeglichen Wasserhaushalt im Boden. Die Einstauebenen der Gr├╝nd├Ącher erh├Âhen die Verdunstung im Dachbereich und vermindern deutlich den Regenabfluss in den Regenwasserkanal.



Beurteilung durch das Preisgericht

Das Geb├Ąude f├╝gt sich st├Ądtebaulich weitestgehend in die Umgebung an. Der Entwurf schafft den Droste-H├╝lshoff-Platz neu und erf├╝llt an dieser Stelle die geforderte Adressbildung. Der neu geschaffene Platz bindet den Hinterhof des Rathauses in die Platzfl├Ąche ein und steigert dadurch dessen Aufenthaltsqualit├Ąt, integriert die Rathausr├╝ckseite und schafft eine begr├╝nte Verbindung zur Moltkestra├če. An dieser Stelle bleibt jedoch eine eindeutige Anbindung an den Pocket-Park aus. Das Geb├Ąude nimmt sich gegen├╝ber der historischen Fassade des Rathauses zur├╝ck und staffelt sich in Richtung der Kleinstrukturen am Pocket-Park in der H├Âhenentwicklung ab. Der Entwurf ist als eigenst├Ąndiges Geb├Ąude wahrnehmbar und setzt sich optisch von den Bestandsgeb├Ąuden ab. Die Geb├Ąudeh├Âhen werden leicht ├╝berschritten, jedoch weist die Positionierung des Neubaus ausreichend Abstand zu den Bestandsgeb├Ąuden auf.

Aus der Sicht der Fachbeh├Ârde werden die denkmalpflegerischen Belange wie folgt bewertet: Die Blickachse auf das Amtsgericht ist freigestellt. Der Anbau an den Westfl├╝gel schlie├čt unterhalb der Traufe an und muss durch einen Gelenkbau abgesetzt werden. Die Geb├Ąudeh├Âhen der Baudenkmale werden leicht ├╝berschritten, sind aber durch ausreichende Abst├Ąnde ertr├Ąglich. Die Grundrissform des Hauptbauk├Ârpers ist aus dem Stadtraum nicht abzuleiten, was durch differenzierte Geb├Ąudeh├Âhen teilweise kompensiert wird. Der Verwaltungsbau an der Moltkestra├če wird an zwei Seiten ber├╝hrt.

Die logistische Versorgung des Bestandes und des Neubaus ├╝ber einen gemeinsamen Lieferhof erfolgt ├╝ber die Moltkestra├če und f├╝hrt dadurch zu einer gewissen Belastung des Wohnbereiches. Die Wegef├╝hrung zwischen dem Pocket-Park bzw. der Hochschule und dem Droste-H├╝lshoff-Platz wird durch das transparente Erdgeschoss des Geb├Ąudes gef├╝hrt. Die geforderten Fahrradstellpl├Ątze werden als ebenerdige Fahrradgarage umgesetzt, auf oberirdische Stellpl├Ątze wird verzichtet. Die Organisation der Tiefgarage ├╝ber drei Split-Levels kann zu hohen Aufw├Ąnden hinsichtlich der Wasserhaltung f├╝hren, erm├Âglicht aber im Gegenzug eine Begr├╝nung der Platzfl├Ąchen mit Gro├čgeh├Âlz, was letztendlich auch dem Regenwassermanagement zugutekommt.

Die Grundrisse bieten die M├Âglichkeit, moderne B├╝rostrukturen umzusetzen und flexibel auf sich zuk├╝nftig ├Ąndernde Bedarfe zu reagieren. Es besteht eine klare Trennung zwischen ├Âffentlichen Bereichen und dem Backoffice. Die Innenr├Ąume weisen immer wieder einen Au├čenbezug auf und werden somit gut mit Tageslicht versorgt. Zudem werden den Nutzer*innen immer wieder Loggien als kleine au├čenliegende Aufenthaltsr├Ąume angeboten, was die Innenraumqualit├Ąt positiv beeinflusst. Die Grundrissgestaltung in einer 3-h├╝ftigen Gliederung bietet gute Voraussetzungen, Kommunikationszonen f├╝r die Nutzer*innen immer wieder anzubieten. Das Raumprogramm wird weitgehend erf├╝llt. Das Geb├Ąude weist keine klassische Innenhofsituation auf, sondern bricht die umlaufenden Geschossanordnung auf, was der Belichtung der B├╝ror├Ąume und der Au├čenraumwahrnehmung der Arbeitspl├Ątze zugutekommt. Allerdings verl├Ąngern sich dadurch die Wege im Geb├Ąude. Der Kreuzungspunkt der beiden Geb├Ąudeteile im 1. OG l├Ąsst Gro├čz├╝gigkeit vermissen. Die Forderung eines Gr├╝ndaches mit PV-Anlage wird erf├╝llt, zudem werden die Dachfl├Ąchen ├╝ber Dachterrassen als Aufenthaltszonen nutzbar gemacht.

Bei der Pr├╝fung des Energiekonzepts weist die Arbeit eine ├╝berdurchschnittliche Stromproduktion bei moderatem Energiebedarf auf, was zu geringen potenziellen Energiekosten f├╝hrt. Das vorgeschlagene Foliendach wird im Zusammenspiel mit dem relativ gro├čen Luftraum darunter hinsichtlich des thermischen Komforts und der Energiebedarfe kritisch diskutiert. Die Nachtluftk├╝hlung im Sockelgeschoss ist nicht umgesetzt. Der Anteil nachwachsender Rohstoffe ist hoch.

Durch die kompakte Dimensionierung der Tiefgarage beschr├Ąnkt sich die nachtr├Ągliche Betonage auf lediglich eine Decke in den Bereichen der geplanten Kranstellungen. Diese Minimierung wird durch die Anordnung eines zus├Ątzlichen Untergeschosses f├╝r die Tiefgarage erkauft.

Die baulichen Kennwerte der Arbeit liegen jedoch insgesamt im g├╝nstigen Bereich. Gr├Â├čere Kostenrisiken ergeben sich noch aus der Anordnung des Archivneubaus, durch den hier erforderlichen Verbau bzw. Unterfangungen sowie durch die vorgeschlagenen Oberlichtkonzeption unter dem Foyer.

Dieser gro├čz├╝gig offene Foyerbereich wirft auch in brandschutztechnischer Hinsicht noch Fragen auf. In der vorgeschlagenen Form sind anlagentechnische Kompensationen mit erheblichem Kostenauswirkungen auch auf die Betriebskosten erforderlich.
LAGEPLAN

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SCHWARZPLAN

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├ľFFENTLICHER RAUM

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ERDGESCHOSS

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1. OBERGESCHOSS

1. OBERGESCHOSS

ANSICHTEN

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SCHNITT A-A

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DETAIL SCHNITT

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