modgnikehtotsyek
ALLE WETTBEWERBSERGEBNISSE, AUSSCHREIBUNGEN UND JOBS Jetzt Newsletter abonnieren

Nichtoffener Wettbewerb | 05/2013

Realisierung des Masterplans "GĂ€rten der Welt" - 2.BA Neubau Besucherzentrum

Perspektive außen

Perspektive außen

1. Preis

Preisgeld: 17.500 EUR

WW+ architektur + management

Architektur

ErlÀuterungstext

‚Alles, was gegen die Natur ist, hat auf die Dauer keinen Bestand. ‘
Zitat Charles Darwin


Die Besonderheit hinsichtlich der Geologie und Geographie der GĂ€rten der Welt prĂ€gt die gesamte bauplastische und typologische Struktur des geplanten Besucherzentrums. Das Konzept fĂŒr die Architektur, die Szenographie der einzelnen Funktionseinheiten und die Gestaltung der Außenanlagen wird konsequent aus dem vorhandenen Naturraum abgeleitet.

STÄDTEBAULICHES KONZEPT I ENTWURFSKONZEPT
Genius Loci - Besucherzentrum im Fluss der Natur
Die IndividualitĂ€t des Standorts am Eingang zu einem Landschaftsgebiet und am Rande eines gartenstĂ€dtischen Wohngebietes geben nur bedingt Vorgaben zu stĂ€dtebaulichen BezĂŒgen. Hieraus resultiert das Grundkonzept des Besucherzentrums im Fluss der Natur.
Das architektonische Konzept sieht eine kompakte GebĂ€udeform zur Reduzierung der bebauten FlĂ€chen zugunsten einer grĂŒnen Umgebung vor und legt ein besonderes Augenmerk auf eine harmonische Einbettung in den umliegenden Naturraum. Das GebĂ€ude bildet durch seine eigenstĂ€ndige Form einen klaren, identitĂ€tsstiftenden Abschluss zum Blumberger Damm, öffnet sich aber durch die besondere, aufgeweitete und mit den GelĂ€ndeverlauf ansteigende Ausformulierung des Volumens zum Erholungspark der GĂ€rten der Welt. Der begrĂŒnte Innenhof und der weite, offene Vorplatz bilden eine fließende Verbindung zwischen dem Besucherzentrum und dem vorhandenen Natur- und GrĂŒnraum.
Entstanden ist ein Entwurf, der seinen Besuchern durch eine klar orientierte Strukturierung eine geborgene Eingangssituation vom Stadtraum zum Landschaftsraum bietet. Gleichzeitig erreicht man Offenheit und Transparenz durch den gezielten Einsatz von Material, Licht und Öffnungen.

Erschließung
Der Haupteingang wird durch einen großzĂŒgigen Vorplatz an der Westseite des GebĂ€udes markiert. Von dort erreicht man ĂŒber das GebĂ€udetor mit Ticketverkauf den offenen Innenhof, der durch seinen reprĂ€sentativen und einladenden Charakter zum zentralen Treffpunkt des Besucherzentrums wird und gleichzeitig eine wichtige Schnittstelle des GebĂ€udes, ĂŒber die alle weiteren Bereiche erreicht werden, darstellt. Der zusammengefasste Funktionsbereich von Information, Shop sowie Ausstellung und die Gastronomie mit Außenbetrieb schließen direkt an den Innenhof an. Auch der Veranstaltungsraum wird von hier erschlossen. Seine Sonderstellung als Raum fĂŒr feierliche AnlĂ€sse, VortrĂ€ge, besondere Ereignisse tritt architektonisch durch die Lage an zentraler Position zwischen dem abknickenden GebĂ€udeteil und dem Eingangstor hervor. Der Anschluss an das vorhandene Fußwegenetz innerhalb der GĂ€rten der Welt ermöglicht entweder einen direkten Zutritt des NaturgelĂ€ndes vom Innenhof entlang der GebĂ€udekubatur oder indirekt ĂŒber den Informations- und Ausstellungsbereich.
Da Orte der Begegnung fĂŒr die Besucher ein wichtiges Orientierungselement darstellen, ist das GebĂ€ude mit dem zentralen Treffpunkt und weiteren Aufenthaltsbereichen durch besondere Transparenz und GroßzĂŒgigkeit gekennzeichnet.

ENTWURFSIDEE I ARCHITEKTONISCHE HALTUNG
Funktionale Lösung
Der Ticketverkauf sowie die Zugangskontrolle befinden sich im ĂŒberdachten Bereich des großen Eingangstors und wird durch diese Ausbildung in die kompakte Großform des GebĂ€udes integriert. Durch die abknickende GebĂ€udeform mit Orientierungsrichtung zum Park ergeben sich automatisch die einzelnen Hauptfunktionsbereiche. Im Kopf des GebĂ€udes befinden sich in direkter Blickrichtung vom Eingangstor der Informationspunkt mit Ausstellung und Shop. Daran schließt der Gastronomiebereich mit innenliegenden Nebenfunktionen an. Teile der KĂŒche und Lager sind im Untergeschoss auf der Ebene der LogistikflĂ€che angeordnet und ĂŒber eine Treppe sowie einen Lastenaufzug mit dem Restaurant im Erdgeschoss verbunden. Etwas zurĂŒckversetzt befindet sich als weitere Hauptfunktion der Veranstaltungsbereich, welcher ĂŒber den zentralen Innenhof erschlossen werden kann. Neben der Vermittlung zwischen den einzelnen EingĂ€ngen zu den Hauptfunktionen des GebĂ€udes und dem Naturraum, lĂ€dt dieser Platz zum Verweilen ein.
Die einzelnen Raumelemente erhalten durch die großflĂ€chige Verglasung zu dem begrĂŒnten Außenraum einen Blick in die Natur und werden mit Tageslicht versorgt, so dass eine helle und freundliche AufenthaltsatmosphĂ€re in allen RĂ€umen entsteht. Mit dem freien Blick in die Natur, können die Besucher hier die Gedanken auch einmal ins Weite schweifen lassen. Die AußenraumflĂ€chen des Besucherzentrums, die durch ihre rĂ€umlich-gestalterische Ausformulierung eine funktionale Erweiterung zu den InnenrĂ€umen erfahren, können fĂŒr individualisierte Zwecke z.B. Ausstellungen genutzt werden und fördern neben der natĂŒrlichen AtmosphĂ€re die AufenthaltsqualitĂ€t.
Der multifunktionale Veranstaltungsbereich, der sich ebenfalls mit großzĂŒgig verglasten FlĂ€chen zum zentralen Innenhof öffnet, ist auch außerhalb des regulĂ€ren Tagesbetriebs ĂŒber einen separaten Zugang vom Vorplatz nutzbar und bildet dadurch einen wichtigen Anlaufpunkt fĂŒr die angrenzenden Stadtteile. Dies fĂŒhrt zu einer funktionalen Vernetzung zwischen dem Besucherzentrum und den Quartieren in unmittelbarer NĂ€he.

Transparenz
Das hohe Maß an Transparenz fĂŒhrt rĂ€umlich und visuell zu einer Verflechtung von verschiedenen Raumzonen. Es entsteht ein ‚Ort der Kommunikation‘. Sowohl die interne Kommunikation, als auch die Interaktion zwischen Besucherzentrum und angrenzenden Quartieren wird positiv beeinflusst. Die aufgelöste Fassadenstruktur der einzelnen Funktionsbereiche weist durch ihre Transparenz Blickbeziehungen zwischen den einzelnen Elementen auf um die rĂ€umlichen Beziehungen ablesbar zu machen. Die Transparenz innerhalb des GebĂ€udes ermöglicht benachbarte RĂ€ume in unterschiedlichem Maße physisch und optisch miteinander zu verbinden und erhöht so die FlexibilitĂ€t der Nutzung einzelner Funktionsbereiche.

FASSADENKONSTRUKTION
Konstruktion und Material
Die Fassaden, im zweischaligen Aufbau, weisen eine Struktur auf, die durch einen Wechsel aus tragenden SichtmauerwerkflĂ€chen, teilweise perforierten Mauerwerkselementen mit dahinterliegenden ÖffnungsflĂŒgeln zur natĂŒrlichen BelĂŒftung sowie feststehenden Glaselementen aufgelockert wird. Die perforierten Mauerwerkselemente Ă€ndern je nach Lichteinfall den Schatten und erzeugen dadurch verschiedene Stimmungen in der Fassade und innerhalb der RĂ€ume. In Anlehnug an die geologische Schichtung des Naturraumes wird die Gesamtkubatur des Besucherzentrums durch einen ortstypischen Ziegel mit geschlĂ€mmter Haptik in die natĂŒrliche Umgebung eingebettet.
Der Innenbereich des Zentrums ist durch eine Reduktion auf wenige Materialien gekennzeichnet. Insgesamt dominieren die hÀrteren Materialien Glas, Beton und geschlÀmmtes Sichtmauerwerk. In den Aufenthaltsbereichen, also den Bereichen, die gewerblich in erhöhter Frequenz genutzt werden, kommt Holz als weiches Element hinzu, was eine freundliche und warme AtmosphÀre schafft, die zum Verweilen und zur Entspannung einlÀdt.
Entsprechend des ganzheitlichen Energiekonzepts des Besucherzentrums wurden bewusst robuste, langlebige und nachhaltige Materialien ausgewĂ€hlt, die pflegeleicht sind und ĂŒber einen langen Zeitraum ansehnlich bleiben.

FREIRAUMPLANERISCHES KONZEPT
Der Neubau eines Eingangselements zu dem Naturraum der GĂ€rten der Welt, erfordert einen entsprechend behutsamen Umgang mit den vorgefundenen GrĂŒnstrukturen. Durch eine besonders FlĂ€chen sparende hochbauliche Konzeption kann das hochwertige BestandsgrĂŒn grĂ¶ĂŸtenteils erhalten werden. Durch grĂ¶ĂŸtmögliche Integrierung der erhaltenswerten BestandsbĂ€ume werden der Vorplatz, der Innenhof und Restaurant-Terrasse in Szene gesetzt und geprĂ€gt. Somit sind keine BeeintrĂ€chtigungen der vorhandenen GrĂŒnvernetzung zu erwarten.
Neupflanzungen mit standortgerechten heimischen Gehölzen sind im Bereich der Gastronomie-Terrasse (ErgĂ€nzung der Großgehölzstruktur und Kleingehölze zur Abschirmung) und im Innenhof vorgesehen. Eine lockere freiwachsende Pflanzung schirmt den vorbeifĂŒhrenden Fußverkehr von der Terrasse ab ohne abzuriegeln und ermöglicht den Außenbetrieb.
Das GebÀude, mit seinen inszenierten PlÀtzen, integriert sich als eigenstÀndiger Baustein in die Vielfalt der GÀrten der Welt.

ENERGETISCHES KONZEPT
Das Besucherzentrum soll in Passivhausbauweise errichtet werden. FĂŒr die Energieversorgung bedeutet dies, dass die WĂ€rme ĂŒber statische HeizflĂ€chen und ein mit WĂ€rmerĂŒckgewinnung ausgestattetes LĂŒftungssystem eingebracht wird. Dies wiederum bedingt die Installation eines Hochtemperatursystems, das sowohl die Außenluft nach der WĂ€rmerĂŒckgewinnung vorwĂ€rmt als auch die statische Heizung versorgt.
Als Energieerzeugungssystem schlagen wir eine GasmotorwĂ€rmepumpe mit Luft als Energiequelle vor. Mit dieser ist es möglich, die benötigten TemperaÂŹturbereiche fĂŒr die HeizflĂ€chen sowie die Warmwasser-bereitung bereitzustellen. Wegen der Lage des Zentrums in einem Naturraum haben wir auf Wasser als WĂ€rmequelle verzichtet. Ein weiterer Bestandteil der Energieerzeugung ist die Photovoltaikanlage, die auf dem Dach der GebĂ€udes installiert wird.
Innenraum-Perspektive

Innenraum-Perspektive

Fassadenausschnitt

Fassadenausschnitt

Ansichten

Ansichten

Ansichten

Ansichten

Grundriss EG

Grundriss EG

Lageplan

Lageplan

Piktogramm

Piktogramm

Modell

Modell

Modell

Modell