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Nichtoffener Wettbewerb | 03/2018

Revitalisierung Alte Spinnerei in Kulmbach

Ungebrochene Fassaden

Ungebrochene Fassaden

2. Preis

Preisgeld: 25.000 EUR

STUDIO GR├ťNDER KIRFEL

Architektur

Station C23 - B├╝ro f├╝r Architektur, Landschaftsarchitektur und St├Ądtebau

Landschaftsarchitektur

J├Ârg Heyer Ingenieurb├╝ro

Tragwerksplanung

Erl├Ąuterungstext

Pr├Ązise und stolz wie zu Hochzeiten der Kulmbacher Textilindustrie vor etwa einem Jahrhundert, steht die Alte Spinnerei im Stadtgef├╝ge. Auf den ersten Blick unver├Ąndert, sind mit dem Einzug der neuen Nutzer jedoch auch r├Ąumliche Ver├Ąnderungen einhergegangen. Ver├Ąnderungen, die die ├Ąu├čere Erscheinung auf subtile Weise pr├Ągen und den Innenraum ganz neu definieren: Ein ebenerdiger Eingang ├Âffnet das Geb├Ąude ├╝ber die gesamte Platzseite, ein haushohes Foyer schafft eine v├Âllig neue Raumgeste und niedrigere Geschossh├Âhen werden den neuen Anforderungen an kleinere Raumstrukturen gerecht, ohne mit der kraftvollen Bestandsfassade in Konflikt zu geraten.

Beurteilung durch das Preisgericht

In die sanierte Fassade des Kopfbaus wird im Haus-im-Haus Prinzip ein neuer Bauk├Ârper mit neu de´Čünierten Gescho├čh├Âhen losgel├Âst von der Fassade eingestellt. Positiv wird die Positionierung des Eingangs an die S├╝dseite bewertet sowie die Lage des Veranstaltungssaals direkt in Eingangsn├Ąhe. Kritisiert wird die nahezu geschlossene Fassade in Richtung Osten im EG. W├╝nschenswert w├Ąre eine offene Transparenz zum Platz in Richtung Bahnhof. Die vorgeschlagene Verst├Ąrkung der St├╝tzkonstruktionen in der Fassade ist entwurfsbedingt (Haus-im-Haus Prinzip) notwendig, aus wirtschaftlichen Gr├╝nden jedoch kritisch zu betrachten. Im Mittelbau wird das Tragwerk ert├╝chtigt und weiter genutzt und die Raumstruktur innerhalb des urspr├╝nglichen Konstruktionsrasters organisiert.

Positiv ist die hohe Wohnqualit├Ąt der Maisonetten mit eigener Dachterrasse. Die Aufnahme der Industrierelikte im Au├čenraum wird positiv bewertet. Die Erschlie├čung der Wohnungen ├╝ber das historische Treppenhauses wird positiv bewertet. Nachteilig ist jedoch die verdichtete Lage der Treppen in der Fuge A1/A6.

Sehr positiv ist der schonende Umgang mit der historischen Fassade und die gestalterische Anmutung des historischen Industriedenkmals, was im Kopfbau durch Zur├╝cknahme der Funktionen von der Fassade und im Mittelbau durch die Ert├╝chtigung des historischen Tragwerks gelingt. Die durch die Zur├╝cknahme entstehenden Bereiche k├Ânnen in der Nacht bespielt werden und eine Strahlwirkung in den Stadtraum erzeugen. Die Belichtung der oberen Geschosse leidet durch das Zur├╝cksetzen der B├╝rogeschosse.

Kritisch gesehen wird die Lage der Tiefgarageneinfahrt, da eine Vermischung mit dem Busverkehr nicht auszuschlie├čen ist. Der Materialeingang f├╝r die Laborzone im 1. Obergeschoss ist barrierefrei nicht erreichbar.

Eine gro├čz├╝gige leicht geneigte Platz´Čé├Ąche mit offenem Charakter umspielt das Geb├Ąude und erm├Âglicht eine vielf├Ąltige Nutzung des Au├čenraumes. Baump´Čéanzungen rahmen das Gel├Ąnde im Norden und S├╝den und schirmen wohltuend zum Stra├čenraum hin ab. Die offene Platz´Čé├Ąche wird durch gut gesetzte Ausstattungselemente r├Ąumlich klar zoniert, spannend akzentuiert und bietet dadurch kleinteilige Aufenthalts,- und Spielr├Ąume an. Alte Industrierelikte werden neu inszeniert und notwendige Stellpl├Ątze f├╝r PKW und Fahrr├Ąder selbstverst├Ąndlich in die Freiraumgestaltung integriert. Die Wahl der Materialit├Ąt des Platzbelages erscheint allerdings aus ├Âkologischer, stadtklimatischer und ├Ąsthetischer Sicht nicht angemessen.
Lageplan und EG-Grundriss M 1:200

Lageplan und EG-Grundriss M 1:200

Haushohes Foyer

Haushohes Foyer

Lageplan M 1:500

Lageplan M 1:500

Vorplatz nach S├╝den

Vorplatz nach S├╝den

1. Obergeschoss neue Verteilerebene

1. Obergeschoss neue Verteilerebene