Nichtoffener Wettbewerb | 01/2026
Revitalisierung Robotron-Kantine in Dresden
©Heine Mildner Architekten | Architekten Kunze Reisnecker | Visualisierung studio_punkt
3. Preis
Preisgeld: 5.100 EUR
Architektur
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Verfasser:
Lydia Heine, Thorsten Mildner, Maximilian Kunze, Bastian Reisnecker
Architektur
Erläuterungstext
Beurteilung durch das Preisgericht
Die klar strukturierte Arbeit schlägt im Realisierungsteil vor, das Erdgeschoss unter weitergehendem Erhalt bestehender Raumstrukturen in vier Ausstellungsräumen zu organisieren: Das ebenfalls übersichtlich und klar strukturierte Foyer weist neben Tresen und versteckter Catering Küche auch eine Fläche auf, die gegebenenfalls mit einem Aufzug bestückt werden könnte.
Der südliche dreigeschossige Anbau soll im Bestand erhalten bleiben und im Erdgeschoss als Lagerfläche für den Ausstellungsteil genutzt werden.
Im übersichtlich bearbeiteten Untergeschoss sind WC-Anlagen, Technikräume und ein mittlerer größerer Ausstellungsraum im nördlichen Gebäudeteil eingeordnet.
Für die erste Nutzungsphase ist der dargestellte sensible und aufgeräumte Entwurfsansatz gut nachvollziehbar, er erkennt die Raumqualitäten an und entwickelt diese qualitätvoll weiter. Auch das Absehen von nicht absolut notwendigen Maßnahmen am Anbau wird angesichts des geringen Budgets begrüßt.
Der im Ideenteil entwickelte Entwurfsansatz überzeugt die Jury dagegen nur in einem geringeren Maße. Der vorgeschlagene großräumige Durchbruch zwischen Erd- und Untergeschoss erzeugt zwar eine deutliche Verbesserung der Ausstellungsflächen des Untergeschosses, stellt aber nach Ansicht des Preisgerichtes einen unnötigen großen Eingriff in die vorhandene (und durch die im Realisierungsteil bereits bearbeiteten) Raumstruktur des Gebäudes dar. Auch der Umgang mit dem Anbau in dieser Phase wirft eher Fragen auf. Der vom Auslober beschriebenen Nutzung als dem Grunde nach multifunktionales Kunsthaus wird hier eine eher im Museumskontext verortetes Raumkonzept entgegengesetzt.
Fassade / Nachhaltigkeit
Der Beitrag schlägt im Realisierungsteil vor, eine neue Pfosten-Riegel-Fassade nach historischem Vorbild umzusetzen. Ein außenliegender Sonnenschutz ist nicht vorgesehen. Im Saal B sollen die thermischen Lasten durch einen innenliegenden festeingebauten Screen, der über integrierte Bilderschienen auch Ausstellungsflächen anbietet, reduziert werden. Zusätzlich ist im oberen Fassadenbereich eine innenliegende bewegliche Verschattung/Verdunklung geplant. In diesem Bereich sind auch ausreichend öffenbare Kippelemente zur natürlichen Belüftung berücksichtigt.
Der Saal A ist von der Fassadenkonstruktion vergleichbar aufgebaut. Allerdings wird der ausschließlich innenliegende Sonnenschutz mittels eines Vorhangs zu erhöhten solaren Einträgen führen, die entweder eine zusätzliche technische Kühlung erfordern oder zu unbehaglichen Temperaturen im Sommer führen.
Gelungen erscheint hingegen im Untergeschoss die Pufferzone gegen Erdreich, die zugleich der technischen Erschließung dient. Nicht überzeugen kann der Vorschlag für den Ideenteil, die Ost- und Westfassaden als effektheischende LED-Medienfassade auszubilden.
Denkmalschutz
Während im Realisierungsteil die klar strukturierte Organisation bei weitgehender Erhaltung der vorhandenen Raumqualitäten überzeugt.
Kann der starke Eingriff in Substanz durch den Deckendurchbruch im Ideenteil nicht nachvollzogen werden., Erführt zu einer elementaren Veränderung der Raumwirkung im Innern und wird von der Denkmalpflege äußerst kritisch gesehen. Auch die Einschnitte im Anbau überzeugen nicht.
Insgesamt eine Arbeit von sehr hoher architektonischer Qualität im Realisierungsteil, die jedoch durch einen unangemessenen Eingriff im Ideenteil den architektonischen Ausdruck der Robotron-Kantine in Frage stellt
©Heine Mildner Architekten | Architekten Kunze Reisnecker | Visualisierung studio_punkt
©Heine Mildner Architekten | Architekten Kunze Reisnecker | Visualisierung studio_punkt
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