Nichtoffener Wettbewerb | 01/2026
Revitalisierung Robotron-Kantine in Dresden
Perspektive Süd
©AUKETT + HEESE GmbH
Anerkennung
Preisgeld: 3.400 EUR
Architektur
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Verfasser:
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Mitarbeitende:
Anna Jankowska, Mark Houben, Anna Lena Stoephasius, Oleksandr Mudrak, Wladislaw Tchekourda
Erläuterungstext
Beurteilung durch das Preisgericht
Die Verfasser wollen die vorhandenen Qualitäten nutzen und durch gezielte Eingriffe und Ergänzungen verstärken.
Im Realisierungsteil wird somit der oberirdische Teil des Anbaus abgebrochen und durch eine Terrasse und abgesenkten Garten ersetzt. Durch die Entfernung des Anbaus ergibt sich eine angenehme Lichtöffnung in den Park. Das Gebäude steht nun freier im Grünen, wird von diesem allseitig umschlossen. Die kontextuellen Sichtbeziehungen werden dadurch verbessert. Das UG der Terrasse birgt bereits im Realisierungsteil begrüßenswerte Flächen für Pop-up Café oder Ausstellung und Performance. Für die Anlieferung werden die vorhandenen Rampen an der Südseite weiterhin genutzt. Allerdings erzeugt diese Maßnahme bereits hohe Kosten in der ersten Realisierungsphase, die eine Überschreitung des Budgets erwarten lassen.
Der Verzicht auf die aussteifenden Wände der Säle im Erdgeschoss wird sowohl aus tragwerkplanerischer als auch brandschutztechnischer Sicht problematisch gesehen.
Die Vorteile eines möglichen ungeteilten Raumes sind aus der Perspektive der Nutzung nicht ersichtlich. Auch die unabhängige Zugänglichkeit des mittig gelegenen Dauerausstellungsbereichs wird vermisst. Im Fall der Nutzung der südlich gelegenen Räume als Veranstaltungsräume inmitten eines Ausstellungsrundgangs ist die Kontrolle der Zugangsberechtigung zudem komplex.
Im Kellergeschoss werden für den Abschnitt des Realisierungsteils Teile der vorhandenen Räume abgestuft in südliche Richtung für die Nutzung hergerichtet, wobei die erforderlichen Fluchtwege auch durch den nicht sanierten Bereich zu führen sind. Die Popup-Flächen unter der Terrasse erscheinen jedoch über den zunächst unsanierten Flächenfilter etwas abgehängt. Auch die Zugänglichkeit der Terrasse von außen über eine der Erschließungsrampen und eine neue Treppe wird kritisch reflektiert.
Im Ideenteil wird die um den Anbau bereinigte Südfassade durch eine vorgestellte hölzerne Loggia mit Potenzial zur Schöpfung regenerativer Energien ersetzt, deren Darstellung ein neues, einladendes Bild zum Park, für Feste und Performances vermittelt. Die großvolumige Loggia wurde kontrovers diskutiert, weil sie den Charakter einer Seite des denkmalgeschützten Gebäudes stark verändert.
Fassade / Nachhaltigkeit
Die vorgeschlagene Ausbildung der Pfosten-Riegel-Fassade wird in der dargestellten Weise nicht funktionieren. Der Sonnenschutz fehlt gänzlich und die öffenbaren Lamellenfenster oberhalb der Türen verfügen nicht über die notwendigen Querschnitte, um die Ausstellungsräume natürlich zu belüften. Auch die südliche Fassade des neuen Cafés im Ideenteil kann nicht gänzlich überzeugen. Der dargestellte verglaste Technikraum (für welche Technik?) wird überhitzen. Auch die natürliche Belüftung des Gastrobereiches, ein wirksamer Sonnenschutz und die Reinigungsfähigkeit wurden nicht bedacht. Insgesamt wird der Anbau daher zu erhöhten Betriebs- und Unterhaltskosten führen.
Denkmalschutz
Durch die Einbringung der barrierefreien Erschließung an der Westseite bleibt die Nordfassade mit Treppenaufgang und Eingangsbereich im Wesentlichen unverändert erhalten.
Der bereits im RT dargestellte Rückbau des Anbaus bis auf Teile des Untergeschosses sowie die Einrichtung eines Tiefgartens verunklärt die Einbindung in den Blüher-Park.
Weder aus den Zeichnungen noch aus dem vorliegenden Text kann nachvollzogen werden, wie konkret mit der Denkmalsubstanz umgegangen werden soll. Es wird lediglich darauf hingewiesen, „erhaltenswerte Bestandsbauteile" beizubehalten.
Die Überführung der dreiseitigen Pavillonarchitektur in eine vierseitige wird kritisch gesehen.
Die Jury würdigt den mutigen Entwurf, welcher jedoch erst mit der Umsetzung des Ideenteils zur Entfaltung kommt. Insgesamt ein interessanter Diskussionsbeitrag, der jedoch im Hinblick auf den Umgang mit dem Denkmal und auf das zur Verfügung stehende Budget Zweifel aufwirft.
Lageplan
©AUKETT + HEESE GmbH
Axonometrie Veranda
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Grundriss EG Realisierungsteil
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Grundriss Souterrain Realisierungsteil
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Grundriss EG Ideenteil
©AUKETT + HEESE GmbH
Grundriss Souterrain Ideenteil
©AUKETT + HEESE GmbH
01. Bestandssituation
©AUKETT + HEESE GmbH
02. Rückbau des Anbaus und Verbindung mit dem Park
©AUKETT + HEESE GmbH
03. Umlaufende Terrasse
©AUKETT + HEESE GmbH
04. Holzstruktur als Erweiterung
©AUKETT + HEESE GmbH
05. Hülle
©AUKETT + HEESE GmbH
06.Kunst:werk Robotron - Ein Ort für Kunst und Kiez
©AUKETT + HEESE GmbH
Fassade Ost - Realisierungsteil
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Fassade Süd - Ideenteil
©AUKETT + HEESE GmbH
Ansicht Nord Realisierungsteil
©AUKETT + HEESE GmbH
Ansicht West Realisierungsteil
©AUKETT + HEESE GmbH
Ansicht Süd Ideenteil
©AUKETT + HEESE GmbH
Ansicht Ost Ideenteil
©AUKETT + HEESE GmbH
Schnitt A-A Ideenteil
©AUKETT + HEESE GmbH
Schnitt B-B Realisierungsteil
©AUKETT + HEESE GmbH
Schnitt B-B Ideenteil
©AUKETT + HEESE GmbH