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Werkstattverfahren | 06/2015

Revitalisierung Stadtpark und Fritz-Gressard-Platz

Lageplan

Lageplan

Teilnahme

Förder Landschaftsarchitekten

Landschaftsarchitektur

ErlÀuterungstext

Das Gebiet des heutigen Stadtparks und Fritz-Gressard-Platzes hat sich im Laufe der Jahrhunderte von ihrem Ausgangszustand ĂŒber ein FabrikgelĂ€nde fĂŒr Textilfirmen und einer Villa mit Privatpark des Textilunternehmers Spindler, zu einer öffentlichen Parkanlage und zu einem urbanen Platz entwickelt.
Auch heute ist das GelĂ€nde noch durch den historischen, artenreichen Baumbestand geprĂ€gt. Weitere historische Relikte sind jedoch kaum noch vorhanden. Bis zur Fertigstellung der Stadthalle im Jahr 1978 bestand ein direkter Bezug (Sichtbeziehung) von der Innenstadt (Mittelstr.) in den Stadtpark, dieser ist durch die Baumaßnahme verloren gegangen. Ebenfalls ist eine neue architektonische Formensprache (70er Jahre) in den Stadtpark transportiert worden, die sich mit der ursprĂŒnglichen Formensprache des Parks vermischt hat. Durch diese Ereignisse ist es zu einer Dreiteilung - Park, Villa mit Kindergartenbereich und Innenhof/Fritz-Gressard-Platz - gekommen. Die Spindlervilla die frĂŒher den Mittelpunkt der Parkanlage gebildet hat, liegt heute wie eine Insel abgeschottet zwischen der GrĂŒnanlage und dem Bereich Stadthalle/SteinhĂ€user-Zentrum und wird kaum noch wahrgenommen.
Das ursprĂŒngliche RaumgefĂŒge mit freier Wiese hinter der Spindlervilla und der historische Baumbestand - die dem Park jahrhunderte seinen Charakter verliehen haben - werden nicht mehr wahrgenommen, weil durch die mangelnde Pflege und RĂŒckschnitt der Vegetation ehemalige Sichtaxen versperrt werden und das RaumgefĂŒge in viele kleine Einzelteile zerfallen ist.

Aus der historischen Entwicklung und den WĂŒnschen der Nutzer lassen sich fĂŒr die Schwerpunktbereiche Fritz-Gressard-Platz, Umfeld Stadtparkkiosk, Innenhof zwischen SteinhĂ€usercenter und Stadthalle folgende Zielsetzungen ableiten:

- Aufhebung der Dreiteilung
- Wiederherstellung des historischen Bezugs
- Optimierung der Anbindung zur Innenstadt und zur Spindlervilla
- Wiederherstellung der Erlebbarkeit zur Itter
- Verbesserung der Wegeverbindung
- Wiederherstellung einer ablesbaren Formsprache

Um diese Zielsetzungen zu erfĂŒllen schlagen wir in unserem Konzept die Reaktivierung der Zeitzeugen als identitĂ€tsstiftende Maßnahmen und das behutsame hinzufĂŒgen neuer Gestaltungselemente vor:
BĂŒrgerwiese, Textilgarten, GrĂŒne Lounge, Event Terrasse, Drive, Itterbogen und Aktionsband.

Das große Kapital des Stadtparks ist die Wiese mit ihren eindrucksvollen, historischen BĂ€umen aus aller Herren LĂ€nder. Eine Bestandsaufnahme zeigt, dass hier BĂ€ume aus Asien (Taschentuchbaum und Magnolie), Amerika (Tulpenbaum und Amberbaum) und Europa (Rosskastanie und Hainbuche) aufeinander treffen. Diese BĂ€ume sind die Botschafter aus einer vergangenen Zeit, sowie der drei erwĂ€hnten Kontinente. Die BĂ€ume als Botschafter ihrer HerkunftslĂ€nder stehen auch fĂŒr die multikulturellen Besucher des Stadtparks.
Um diese BĂ€ume gekonnt in Szene zu setzten, werden sie freigestellt und der Unterwuchs im Park teilweise entfernt. Dabei sollen die LebensrĂ€ume der einheimischen Tierwelt erhalten bleiben. So werden EinzelbĂ€ume und Baumgruppen inszeniert, ins Bewusstsein gerĂŒckt und zu einem eindeutigen Ort entwickelt. Diese Maßnahme dient auch der Minimierung von AngstrĂ€umen im Park.
Es entsteht „Die freie Mitte“, das neue Zentrum des Stadtparks, eine BĂŒrgerwiese fĂŒr Alle egal welchen Alters und welcher Herkunft passend zu den Baumbotschaftern der drei Kontinente.
Die innere Erschließung erfolgt ĂŒber leicht anmutende, unbefestigte Wege, die es ermöglichen die Wiese zu kreuzen.
Diese neue Mitte kann fĂŒr die unterschiedlichsten AktivitĂ€ten genutzt werden. Sie dient den Besuchern als Treffpunkt, Kommunikations- und Erholungsort, zum Beispiel bei einem Picknick im Schatten des historischen Baumbestands. Gleichzeitig kann sie aber auch fĂŒr sportliche AktivitĂ€ten (Volleyball, Slackline, Fußball) genutzt werden. Vorstellbar ist auch die DurchfĂŒhrung von Veranstaltungen, wie Konzerten oder einem Stadtparkfest.

Der Textilgarten gibt der Spindlervilla ein wĂŒrdiges Vorfeld und fungiert als Verbindungsglied zwischen Villa, Stadtpark und Innenstadt (Mittelstraße). Er ist eine Willkommensgeste an die Parkbesucher und stellt die neue Eingangssituation zum Park aus der Innenstadt dar. So entsteht ein neuer Blickfang von der Innenstadt (Mittelstraße) in den Park.
Der Garten greift die historischen Relikte der Textilindustrie auf, in dem er mit Pflanzen (Faserpflanzen und FĂ€rberpflanzen) gestaltet wird, die frĂŒher in der ansĂ€ssigen Textilindustrie verwendet wurden. So erhalten hier die Besucher einen Einblick in die Historie der Textilproduktion. Die vielfĂ€ltige Pflanzenauswahl berĂŒcksichtigt unter anderem Duft-Veilchen, Sonnenblumen, Echte Pfingstrosen, Hopfen und FĂ€rberkamille.
Gerahmt wird der Textilgarten einerseits durch einen Weg bzw. einen Steg der eine direkte Verbindung ĂŒber den Stadthallenteich zur Spindlervilla und in den Park ermöglicht.

BelagsbÀnder gliedern den Innenhof einem Nadelstreifen gleich. Drei Hochbeete mit integrierten Sitzelementen bilden die neue Platzmitte.
Dieser neu gestaltete Bereich ist fĂŒr alle Nutzer und Besucher egal welchen Alters ein Treffpunkt, Kommunikations- und Aufenthaltsort an dem man sowohl alleine, wie auch in Gruppen sitzen und sich aufhalten kann.
Durch die organische Form kommt es zu einer Auflockerung der 70 er Jahre Formensprache mit Ihren winkeln und harten Kanten, die in diesem Bereich vorherrscht.
Einen Blickfang in diesem Bereich bilden textile Lampen, die auch hier an die ursprĂŒngliche, industrielle Nutzung erinnern.
Damit das unberechtigte parken im Innenhof am Wochenende und abends unterbunden wird, ist eine Poller-Absperrung zwischen Stadthalle und SteinhÀuser-Zentrum vorgesehen.

Um die Stadthalle fĂŒr Besucher zu attraktivieren schlagen wir eine Wiederbelebung der gastronomischen Nutzung mit Außenterrasse vor – die Event Terrasse. Möglich wĂ€re es auch ein JugendcafĂ© in diesem Bereich zu integrieren.
Mit ihrer Lage auf der RĂŒckseite der Stadthalle ermöglicht sie den Besuchern einen schönen Einblick in den Park und macht diesen fĂŒr Besucher noch attraktiver.
So entsteht in diesem Bereich eine neue Verbindung von Park und Stadthalle.

Ein breiter Wegerahmen - der Drive - umschließt das ParkgelĂ€nde, lenkt die Besucher durch den Park und gibt ihnen Orientierung. Die bauliche AusfĂŒhrung mit einem Allwetterbelag ermöglicht die problemlose Nutzung fĂŒr FußgĂ€nger, Radfahrer und mobilitĂ€tseingeschrĂ€nkte Personen.
In seiner WegefĂŒhrung nimmt der Drive den Itterbogen auf. Entlang der Itter ist der Drive in zwei BewegungsflĂ€chen fĂŒr FußgĂ€nger und Radfahrer unterteilt.
Der Rahmen stellt alle Nutzer auf eine gleichberechtigte Ebene, er fasst die verschiedenen Funktionsbereiche (BĂŒrgerwiese, Textilgarten, Spielbereiche, Stadthalle) und historischen Zeiten zu einer Einheit zusammen und sorgt fĂŒr eine Aufhebung der Dreiteilung des Parks.
Eine wichtige Funktion erfĂŒllt der Drive in dem er den Stadtpark an das stĂ€dtebauliche Umfeld (nördlich: Innenstadt mit CafĂ©s, Kulturelleneinrichtungen und Radweg, östlich: Altenheim und Haus Hildener KĂŒnstler, sĂŒdlich: Finanzamt, Versicherungsfirma und Radweg und westlich: Itter und Verbindung zum Bahnhof) anbindet und es mit ihm verknĂŒpft.

Der Itterbogen ergibt sich aus dem Verlauf der Itter und der dort befindlichen BĂ€ume. Um die Itter fĂŒr die Besucher des Stadtparks erlebbar zu machen und sie wieder mehr in den Stadtpark einzubeziehen sieht unser Konzept vor, den Sichtbezug und die ZugĂ€nglichkeit zur Itter an einer Stelle fĂŒr Besucher wieder herzustellen. Dies kann zum Beispiel durch Sitzstufen geschehen, die zum entspannen, verweilen und spielen am Wasser einladen.
Eine Zukunftsvision wÀre eine naturnahe Gestaltung der Itter entlang des Stadtparks.

Vom sĂŒd-westlichen bis sĂŒd-östlichen Bereich des Stadtparks erstreckt sich das Aktionsband fĂŒr alle Generationen: Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren. Im Aktionsband werden bestehende Nutzungen (Kiosk und Minigolfanlage) und neue Nutzungen zusammengefasst und aufgewertet. Erschlossen wird das Aktionsband zum einen durch den Drive und zum anderen durch eine direkte Verbindung von der Neustraße.
Das Aktionsband fungiert als Begegnungszone, Treffpunkt und Kommunikationsort fĂŒr die unterschiedlichen Nutzer und bringt diese durch seine Nutzungsmöglichkeiten zusammen. Es bietet sowohl RĂŒckzugsmöglichkeiten, wie auch die Möglichkeit aktiv am Geschehen teilzunehmen.
Eine Rosenpergola mit Blick auf die BĂŒrgerwiese lĂ€dt zum verweilen und entspannen ein. Umgeben ist die Pergola von Hochbeeten die vor allem Senioren und mobilitĂ€tseingeschrĂ€nkten Menschen das erleben der Vegetation möglich macht. Vorstellbar ist es auch, dass die Parkbesucher hier selbst Blumen anpflanzen und pflegen können.
An diesem vegetationsgeprĂ€gten Teil des Aktionsbands schließt sich ein neugestalteter Spielbereich mit attraktiven Spielelementen wie einer Rutsche, einer Sandbaustelle, einer Schaukel und einem Trampolin an. FĂŒr MobilitĂ€tseingeschrĂ€nkte Kinder ist eine Rollstuhlschaukel integriert. Ein Baumhaus ermöglicht es den Kindern, den Park aus einer anderen Perspektive zu erleben.
Der Stadtparkkiosk wird durch eine attraktive Außengastronomie, ein behindertengerechtes WC, FahrradstellplĂ€tze und kostenloses WLAN aufgewertet. Weiterhin ist es möglich sich am Kiosk LiegestĂŒhle auszuleihen. Auf diese Weise entstehen flexible Kommunikationsorte und individuelle RĂŒckzugsorte, die sich ĂŒber das ganze Aktionsband erstrecken.
Der zweite Teil des Aktionsbands besteht aus einer „Jugendlounge“ mit attraktiven Sitzelementen und zwei BouleplĂ€tzen. Den Abschluss des Aktionsbands im sĂŒd-westlichen Teil des Parks bildet ein kleiner Aufenthaltsbereich am Wasser. Dieser bietet den Besuchern einen schönen Blick auf den Stadtparkteich und trĂ€gt dessen organische Form in den Park.

Die wichtigen Wegeverbindungen und der Fritz-Gressard-Platz erhĂ€lt ein attraktives Lichtkonzept, damit sich die Besucher auch in den DĂ€mmerungsstunden geborgen und sicher fĂŒhlen.

Durch das Gesamtkonzept fĂŒr den Stadtpark und den Fritz-Gressard-Platz entsteht ein attraktiver Freiraum fĂŒr alle Altersgruppen, der die historischen Spuren sichtbar macht, auf die NutzungswĂŒnsche der Bewohner Hildens eingeht und eine optimale Anbindung ins stĂ€dtebauliche Umfeld hat.
Gesamtansicht

Gesamtansicht

Detailplan Textilgarten und Fritz-Gressard-Platz

Detailplan Textilgarten und Fritz-Gressard-Platz

Ansicht Fritz-Gressard-Platz

Ansicht Fritz-Gressard-Platz

Ansicht Textilgarten

Ansicht Textilgarten

Ansicht Verbindung Innenstadt

Ansicht Verbindung Innenstadt

Detailplan Aktionsband

Detailplan Aktionsband

Ansicht Aktionsband

Ansicht Aktionsband