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Nichtoffener Wettbewerb | 05/2009

Sanierung und Attraktivierung der Schwimmhalle am Lessingplatz

Die erweiterte Schwimmhalle

Die erweiterte Schwimmhalle

3. Preis

Preisgeld: 7.000 EUR

Kauffmann Theilig & Partner, Freie Architekten BDA, Partnerschaft GmbB

Architektur

ErlÀuterungstext

StÀdtebau

Die Schwimmhalle am Lessingplatz ist ein in sich abgeschlossene historische Anlage(1934), die auf einer begrĂŒnten Insel in östlicher Nachbarschaft zum Schrevenpark liegt. Das GebĂ€ude bedarf Innen wie Außen der Renovierung. Die bestehenden GrĂŒnanlagen leiden unter den ringsumlaufenden Straßen mit heftiger Parkierung.

Wir wollen das Umfeld und die FreirĂ€ume klĂ€ren im Sinne des Freiraumkonzeptes der Stadt Kiel. Wir sanieren das GebĂ€ude und belassen es in seinem Ă€ußeren Erscheinungsbild vollstĂ€ndig bestehen. Das bestehende GebĂ€ude wird so in geklĂ€rtem und ĂŒberarbeitetem Umfeld zu einer neuen, krĂ€ftigen und identitĂ€tsbildenden Gestalt weiterentwickelt.

Das begrĂŒnte Umfeld des dreieckförmigen GrundstĂŒcks findet Anschluss an den Schrevenpark. Die FreiflĂ€che des Hallenbads orientiert sich zu dieser neu gewonnenen Aussichtsseite. Die vorgelagerten ParkplĂ€tze (49) sind in einer Erdmulde eingesenkt und beeintrĂ€chtigen so nicht die landschaftliche Verbindung. Die Goethestraße im Norden und Westen des GrundstĂŒcks wird rĂŒckgebaut und dient ausschließlich Anlieferung, Parkplatz und Notfallerschließung. Der Eingang verbleibt auf der Ostseite zum ĂŒberarbeiteten Lessingplatz hin. 12 KurzzeitparkplĂ€tze ergĂ€nzen das Angebot. Die Mitarbeiter haben direkten Zugang von den westlichen ParkplĂ€tzen ins GebĂ€ude.

Der Bestand des GebĂ€udes bleibt in seinem Ă€ußeren Erscheinungsbild vollstĂ€ndig erhalten. Die funktionale und organisatorische Optimierung erfolgt ausschließlich im Inneren. Die beiden Innenhöfe des Bestandes werden zur Nutzung aktiviert. Im Bestand befinden sich alle Badeeinrichtungen auf der Ebene +1. Dies hat ein unattraktives Erdgeschoss mit einer unattraktiven Erschließung sowie kaum nutzbaren Innenhöfen zur Folge.
Unser Konzept korrigiert dies.
Alle Badeeinrichtungen befinden sich nun auf der Ebene +/- 0 einschl. der individuellen Umkleidebereiche. Die Absenkung respektiert die Geometrie und Baukonstruktion des Bestandes. Die WÀnde des Bestandes zu den ehemaligen Innenhöfen hin werden perforiert und so mit hoher AufenthaltsqualitÀt entwickelt.
Die Sauna im SĂŒdflĂŒgel des GebĂ€udes wird ebenfalls ĂŒber den Haupteingang erschlossen und nutzt im Wesentlichen die
Ebene +1 einschl. eines auf diese Ebene +1 angehobenen Innenhofs. Die Sauna ist separat oder in organisatorischem Verbund mit dem Schwimmbad nutzbar.

Die beiden Höfe bleiben weiterhin in ihrer Charakteristik erhalten: Der nördliche Innenhof beherbergt das kleinere Sport- und Freizeitbecken. Es wird transparent und filigran ĂŒberglast. Die gewĂ€hlte MaterialitĂ€t schafft eine Stimmung wie in einem Wintergarten und schafft so eine weitere atmosphĂ€rische Facette fĂŒr das neue Bad. Der sĂŒdliche Innenhof ist, wie beschrieben, auf die Ebene +1 angehoben und beherbergt den Saunafreibereich. Er ist wohltuend introvertiert, blickgeschĂŒtzt und mit einer einfachen Maßnahme (Raffjalousien) bei Bedarf sonnengeschĂŒtzt.

Das FunktionsgefĂŒge ist optimal: Die Gesamtanlage ist nicht zuletzt durch die Aktivierung der Höfe außergewöhnlich kompakt. Die Zugangssituation ist offen und freundlich und gestattet bereits am Eingang einen Blick in das Schwimmbecken in der traditionellen Badehalle.
Die Restauration mit der Bewirtung des Foyers, der Badehalle und der Sauna wird von einer zentralen KĂŒche versorgt. Dies lĂ€sst eine qualitĂ€tvolle, aber auch kostengĂŒnstige Betreibung erwarten.
Alle Badeeinrichtungen befinden sich auf einer Ebene und sind damit selbstverstÀndich behindertengerecht.
Die Personal- und VerwaltungsrÀume auf der Westseite sind separat zugÀnglich, aber auch mit den Funktionen des Bades vernetzt.
Die Technikbereiche im UG sind ĂŒber die Parkplatzabsenkung direkt anfahrbar.

Die Absenkung des Schwimmbeckens erfolgt unter BerĂŒcksichtigung der bestehenden Fundationen des GebĂ€udes. SpundwĂ€nde schaffen die notwendige Baugrube. Das Grundwasser befindet sich 5m unter dem bestehenden GelĂ€nde und wird so nicht von der TiefengrĂŒndung tangiert. Die Maßnahme ist daher ökonomisch durchfĂŒhrbar.

Die Verglasung des nördlichen Hofs ist max. transparent:
Fischbauchartig geformte GlastrĂ€ger mit Stahlseilunterspannung schaffen einen kĂŒhnen und zeitgemĂ€ĂŸen Eindruck. Die so entstehende Überhöhung der GlasflĂ€che fĂŒhrt das Regenwasser in die umlaufenden EntwĂ€sserungsrinnen ab.
Ein innenliegender Sonnenschutz ergÀnzt die Dachstruktur.

Das haustechnische Konzept und die Badewassertechnik nutzen die vorhandene Baulichkeit und ergÀnzen diese leistungsfÀhig und wirtschaftlich.

Beurteilung durch das Preisgericht

Der Erhalt des historischen Lessingbads in seiner jetzigen Form mitsamt seinen vorgeschlagenen FreiflĂ€chen wird begrĂŒĂŸt. Die parkseitige Anbindung an den stĂ€dtischen GrĂŒnraum wirkt zunĂ€chst sympathisch, gleichwohl ist die tiefer liegende StellplatzflĂ€che mit zwei Rampen und einer mittigen Deckelung kritisch zu sehen. Die Lessingplatzgliederung mit KurzparkplĂ€tzen am Besuchereingang wird im Wesentlichen beibehalten.

Die Erhaltung der Grundkonzeption mit Eingangs- sowie Schwimmbadanlage des Hauptbeckens im Mittelschiff und die Anordnung und Gliederung der Umkleiden und Sauna wird begrĂŒĂŸt, auch die Gastronomie zwischen Eingangshalle und Badebereich ist vorstellbar. Zu bemĂ€ngeln ist hier jedoch die relative Introvertiertheit mit ihren schwachen TageslichtverhĂ€ltnissen. Der Verwaltungsbereich ist ĂŒber umstĂ€ndliche Wege schwer erreichbar. Der Saunagarten im sĂŒdlichen Innenhof ist ĂŒberzeugend.

Überaus kritisch wird die Absenkung der Badelandschaft auf Erdgeschoßebene aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten angesehen. Der ebenfalls tiefer gelegte Technikbereich ist zu klein und wird so nicht funktionieren.

Die innerrÀumliche QualitÀtssteigerung ist jedoch unabdingbar mit dem Entwurfsschritt zur Abgrabung und Unterfangung des Bestandes verbunden.

Die Tieferlegung der Haupterlebnisebene in seiner ursprĂŒnglichen Situation schafft Volumen und sichert die Erhaltung des Ă€ußeren Erscheinungsbildes.
Die Lage mit den GrĂŒnbereichen

Die Lage mit den GrĂŒnbereichen

Die Schnitte durch den modernisierten Altbau

Die Schnitte durch den modernisierten Altbau

Grundriss Erdgeschoss

Grundriss Erdgeschoss

Grundriss Obergeschoss

Grundriss Obergeschoss

Perspektive Neue Schwimmhalle

Perspektive Neue Schwimmhalle