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Nichtoffener Wettbewerb | 07/2022

Sanierung und Ersatzneubau Georg-Schneider-Haus in Leutkirch im Allgäu

Modellfoto

Modellfoto

2. Preis

ama_architekturbĂĽro michael auerbacher

Architektur

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Arbeit überzeugt durch die klare städtebauliche Setzung von vier Einzelbaukörpern, die sich ganz selbstverständlich um ein gemeinsames Foyer gruppieren. Die Dachlandschaft ist gut im Quartier eingefügt und bildet eine kraftvolle Ergänzung im Gesamtgefüge der Stadt. Jeder dieser vier Bausteine ist auch im Innenraum klar ausgebildet und durch eine wiederkehrende Fuge voneinander getrennt und doch verbunden. Diese Zwischenräume werden geschickt für Erschließung, Belichtung und Anlieferung genutzt. Der Bestandsbau fügt sich in dieses neue Ensemble als ein Baustein in bester Weise ein.

Eine besondere Qualität weist der Vorplatz mit dem zurückgesetzten und überdachten Eingang auf – eine echte Adresse für das Georg-Schneider Haus. Der Platz verspricht eine vielfältige ergänzende Nutzung und wird durch einen Solitärbaum zusätzlich aufgewertet. Ebenerdig gelangt man in ein großzügiges und lichtdurchflutetes Foyer, das mit dem großen Proberaum flexibel gekoppelt werden kann. Über die Höhenstaffelung zum Altbau ergeben sich interessante Blickbezüge – die Fassade des Altbaus bleibt dabei im Gesamtgefüge gut ablesbar. Die Orientierung fällt über das zweigeschossige Atrium mit Blick in das Obergeschoss leicht und gelingt auch durch die einzeln ablesbaren „Häuser“ mühelos.

Eine barrierefreie Erschließung sowie die Entfluchtung mit zwei baulichen Rettungswegen aller Ebenen ist planerisch zu ergänzen. Die Blechbläser in den Bestandsräumen des Dachgeschosses sind nicht praktikabel – die hohen Raumvolumen der Neubauten wären hierfür prädestiniert. Anzumerken ist, dass sich diese Raumhöhen teils an der oberen Grenze des Vertretbaren befinden.

Zusammenfassend stellt die Arbeit einen wertvollen Beitrag zur gestellten Aufgabe dar, die sich selbstverständlich ins Quartier einfügt und als echtes Zentrum – sowohl im Alltag, als auch bei Veranstaltungen - einen echten Mehrwert verspricht. Der architektonische Ausdruck eines Sonderbaus im Stadtgefüge ist gelungen. Die vorgeschlagene Materialität ist vorstellbar, die Öffnungen sind in sicherer Handschrift gesetzt und gut proportioniert.

Bedingt durch die Nutzung der Räume im Altbau ist das Volumen eher kompakt gehalten und verspricht eine Umsetzung im wirtschaftlich mittleren Bereich.