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Studienauftrag | 06/2025

Sanierung und Erweiterung Schul- und Sportanlage Bubikon (CH)

Teilnahme

Cockpit Projektmanagement AG

sonstige Fachplanung

Baumgartner Loewe Architekten AG

Architektur

SIMA | BREER GmbH

Landschaftsarchitektur

Ferrari Gartmann AG

Tragwerksplanung

Haerter & Partner AG

TGA-Fachplanung

EK Energiekonzepte AG

Nachhaltigkeitskonzept

Quantum Brandschutz

Brandschutzplanung

Beurteilung durch das Preisgericht

Zwei Hauptvolumen, das neue Schulhaus Mittlistberg und die Dreifachhalle werden seitlich versetzt beidseits einer mittleren Verbindungsachse zwischen Schulhaus Spycherwise und Sekundarschule angeordnet. Diese Setzung gliedert das Schulareal in zwei Bereiche, den oberen Bereich der Primarschule mit den Zyklen 1 und 2 und den unteren Bereich, welcher der Sekundarschule zugeordnet ist. Geschickt werden die Volumen so in der Geländestufe platziert, dass sowohl von der oberen Ebene als auch vom unteren Niveau her Zugänge möglich sind. Die sechs Meter Niveauunterschied werden durch eine behindertengerechte Rampen-/ Treppenanlage überwun den. Durch die versetzte Anordnung der Baukörper wird auf dem oberen Niveau zwischen Schulhaus, DreifachSporthalle und Mittlistbergweg ein Platz aufgespannt, an dem der Haupteingang der Schule und der Eingang zur Dreifachsporthalle liegen. Mit den zwei Neubauten entlang der mittleren Geländekante entsteht eine neue Mitte, welche geschickt zwischen oberer und unterer Hangterrasse vermittelt und sich gut ins Terrain einbettet. Die wertvollen Freiflächen werden weitgehend erhalten und die bestehenden Qualitäten wie der Schulgarten vor dem Spycherwise oder der alte Baumbestand respektiert. Sorgfältig eingebettet ergänzen neue Aufenthalts- und Spielangebote sowie ökologische Strukturen das Freiraumangebot und tragen zum Mehrwert der Anlage für Bubikon bei. Die Aussenanlagen sind schlüssig organisiert, jede Terrasse - den jeweiligen Altersgruppen zugeordnet - erhält Zugang zu einer Spielwiese, Allwetterplatz und einem baumbestandenen Pausenhof. Die alte Schulstrasse wird mit einer Baumreihe aufgewertet und als Verbindungsachse über drei kleine Ankunftsplätze leicht gestärkt. Allerdings entsteht an keiner Stelle ein öffentlicher Auftakt nach aussen. Mit dem Erhalt der alten Turnhalle bzw. deren Umnutzung werden Kindergarten und Schulhaus Dörfli nicht stärker in die Gesamtanlage integriert. So verbleibt die Anlage ziemlich introvertiert im Dorfgefüge. Die Terrassen werden über die Mittelachse als starke aussenräumliche Verbindung zwischen den Niveaus verbunden. Die vorgeschlagene hindernisfreie Treppenrampen-Anlage könnte sich zu einem spannenden Aufenthaltsraum entfalten. Leider erhält sie, eng eingespannt zwischen den Gebäuden, ohne ausreichende Begrünung aber aufgeladen mit verschiedenen Anforderungen wie Anlieferung und Schwimmbadzugang, nicht den dafür notwendigen Raum. Die Dreifachsporthalle reicht relativ weit in den Aussenraum der Sekundarstufe. Folgerichtig und grundsätzlich denkbar werden die Parkplätze zugunsten der Aussenanlagen mehrheitlich im erweiterten Perimeter untergebracht.

Beide Neubauten sind als Rasterbauten konzipiert und konsequent gestaltet. Über dem betonierten Sockelgeschoss, liegen die Obergeschosse mit einer Tragstruktur aus Holz. Die Holzstützen sind im Gebäudeinneren naturbelassen und in der Fassade als farbig gestrichene Elemente sichtbar. Mit den Fenstern, welche in der gleichen Farbe gestrichen sind,bilden sie horizontale Bänder. Die Brüstungen bestehen aus lasierten Holzschalungen. Analog ist auch die Sporthalle materialisiert, wo vor allem das Dach als hölzernes Tragwerk in Form einer Kassettendecke den Charakter der Halle bestimmt. Die Dreifachhalle und das Schulhaus harmonieren gut zusammen. Die streng kubischen Bauten ohne Vordach und das gewählte Farb-und Materialkonzept, so überzeugend sie in sich Dreifachsporthalle Primarschule sind, lassen den Bezug zur dörflichen Situation vermissen und wirken etwas selbstbezogen. Im Schulgebäude sind die Verteilung der Nutzungen, die kleinen Abstufungen im Inneren und die differenzierten räumlichen Bezüge sehr stimmig. Die Gliederung und Clusterbildung der Schulräume in den beiden Obergeschossen sind ebenfalls gut. Der Sockel mit Einfachsporthalle und Schwimmhalle, die teilweise unterirdisch sind, weisen betriebliche Herausforderungen aufuf. Die Zugänglichkeit sowie die innere Erschlies sung der Sportnutzungen wirken kompliziert und unklar. Das Projekt zeigt, wie mit zwei klar gesetzten Baukörpern und einer gut durchdachten Freiraumgestaltung eine überzeugende räumliche Ordnung geschaffen wird. Die Verfasser und Verfasserinnen beweisen grosses Geschick in der Verortung und Organisation der Nutzungsanforderungen und schaffen eine stringente Architektur mit hoher Nutzbarkeit für die Schule. Gleichzeitig verhindern der eher nüchterne architektonische Ausdruck und das ambitionierte Verbindungsbauwerk zur Verbindung der beiden Ebenen und Neubauten eine bessere Bewertung.