Nichtoffener Wettbewerb | 10/2025
Sanierung und Neugestaltung Schloss Köthen
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©schulz und schulz | r+b landschaft s architektur
Neues Besucherzentrum im Schlosspark
Anerkennung
Preisgeld: 12.000 EUR
Architektur
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Verfasser:
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Mitarbeitende:
Landschaftsarchitektur
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Verfasser:
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Mitarbeitende:
Tragwerksplanung
Beurteilung durch das Preisgericht
Die komplexe Aufgabenstellung zur Sicherung einer zukunftsfähigen Nutzung von Schloss Köthen wird mit der vorgelegten Arbeit gelöst. Ausgangspunkt der Überlegungen ist die denkmalgerechte Sanierung der historischen Gebäude. Neben dem Nachweis der Barrierefreiheit wird besonders auf energetische Verbesserungen der Denkmalsubstanz hingewiesen. Die im Entwurf vorgeschlagenen Verknüpfungen von Funktionen und Wegeführungen sind plausibel. Der Neubau des Besucherzentrums bewegt sich in der Geometrie des Alten Amtshauses. Erhaltene Mauern werden in den Neubau als tragende Außenwand integriert, ein massiver Sockelbau aus CO2-reduziertem Beton trägt in den Obergeschossen einen Baukörper in Holz-Hybrid-Bauweise. Konstruktion und Gebäudetechnik berücksichtigen die zeitgemäßen Anforderungen an Nachhaltigkeit, einschließlich PV-Anlage, Erdwärme, und Lüftung. Es sind keine besonderen Instandhaltungs- und Pflegekosten zu erwarten. Das dunkle Schieferdach mit Fassade, welches sich weit über den Neubaukörpers bis an das transparente Erdgeschoss zieht, wird aus den erhaltenen Turmhauben und dem Dach des Vorgängerbaus hergeleitet. Wenige große Öffnungen, auch im Dach, belichten die Ausstellungsbereiche.
Mit dem Entwurf werden die funktionalen und technischen Anforderungen der Aufgabenstellung erfüllt. Das Raumprogramm entspricht den Anforderungen. Zur Flexibilität trägt bei, dass WC-Anlagen extern auch ohne das Besucherzentrum genutzt werden können. Entwurfsprägend ist das schwere Schieferdach auf transparentem Sockel. Wiewohl die Herleitung schlüssig und die Funktionalität vollumfänglich gegeben sind, irritiert der geschuppte schwarze Block im Kontext der historischen geputzten Lochfassaden. Großflächige innenhofseitige Anschlussbereiche der Schieferflächen insbesondere am Torhaus wirken sehr massiv, die Dachgaube kräftig, fast fremd aufgesetzt. Dennoch entwickelt sich der Baukörper in Kubatur und Höhenentwicklung grundsätzlich schlüssig. Die massive Fremdartigkeit sowie die Belichtung des Neubaukörpers wurden in der Jury kritisch diskutiert. Zu den Freianlagen: Der angenehm schlicht gestaltete Schlosshof mit den beiden unterpflanzten Bauminseln ermöglicht gleichzeitig multifunktionale Nutzung für Veranstaltung und schattigen Aufenthalt. Angenehm wirkt der differenzierte Oberflächenbelag mit wassergebundener zentraler Fläche und umlaufenden Plattenband, welcher die barrierefreie Erschließung der Gebäude ermöglicht (bis auf den Johann-Georg-Bau). Berücksichtigung fanden auch Elemente der nachhaltigen Freiraumentwicklung wie wassergebundene Decke, Zisterne oder wiederverwendeter Pflasterbelag. Der Übergang Museumsbereich wird mit einer kleinen Pergola überstandenen Platz gestaltet, verbindet sehr selbstverständlich Besucherzentrum und Steinernes Haus mit dem Museumsgarten. Übergang durch Sitzstufen versprechen einen angenehmen Aufenthalt mit Blick in den Garten. Dieser wird durch informelle Erschließungen niedrigschwellig und nutzbar gemacht. Der äußere Böschungsbereich bleibt sonst im Großen und Ganzen unbehandelt und undifferenziert.
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Neues Besucherzentrum im Schlosshof
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Lageplan Entwurf Freianlagen
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Lageplan Schlosshof
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©schulz und schulz / r+b landschaft s architektur
Ansicht Ost
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Ansicht West
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Freianlagenkonzeption