Offener Wettbewerb | 11/2024
Schulhaus und Dreifachsporthalle Hofacker Triengen (CH)
8
Schulhof
©YAGA Yaparsidi Gabas Architektur GmbH
4. Rang
Preisgeld: 15.000 CHF
YAGA Yaparsidi Gabas Architektur GmbH
Architektur
Landschaftsarchitektur
Erläuterungstext
Ausgangslage
Die Schulanlage Triengen ist idyllisch in die bestehende Hanglandschaft eingebettet. In unmittelbarer Nähe zum Ortszentrum gelegen ist sie dreiseitig von Siedlungsraum umschlossen. Nach Südosten öffnet sich das Areal: Felder und Wiesen treten in den Blick. Eine Abfolge von Terrassen vermittelt zwischen dem Zugang Hofacker, der bestehenden Sporthalle, den beiden Schultrakten und bildet die heutigen schulischen Aussenräumen. Der Klassentrakt und die Sporthalle «Hofacker I» haben ihr Lebensende erreicht und sollen zurückgebaut werden. Durch den Zukauf der beiden angrenzenden Parzellen ergibt sich so die Möglichkeit, die Schulanlage neu zu denken.
Städtebau - neue räumliche Fassung
Wir schlagen vor, die Erweiterung der Schulanlage und die Dreifachsporthalle im Süden des Planungsperimeters als unabhängige, klar geschnittene Quader zu platzieren. Dies ermöglicht eine einfache und flexible Etappierung. Die Bestandsbauten können bis zur Inbetriebnahme weitergenutzt werden. Umständliche, kostenintenisve Provisoriumslösungen werden vermieden.
Vom Zugang Hofacker kommend wird der bestehende Allwetterplatz nordöstlich von einem länglichen Infrastrukturbau als Hangfassung begrenzt Hier werden die Aussengeräte der Hasuwartung und die Veloabstellplätze untergebracht. Der bestehende Veloabstellraum wird in diesen integriert. Darüber ergibt sich ein Aneignungsraum für Aussenzuschauerbereiche, Schülergärten, Spielfläche etc. Das Bestandsschulhaus erhält einen neuen Zugang, anstelle der jetzigen Hauswartwohnung. Hier schliesst der neue Schulplatz für Pausenflächen und freies Spiel an. Alle Haupteingänge orientieren sich hier hin.
Von der Weiherstrasse kommend, wird der MIV auf direktem Weg auf den zentralen Parkplatz geführt. Eine neue Zuwegung von Südwest erschliesst die Schulanlage von hier aus.
Alle Zuwegungen und schulischen Nutzungen werden auf das neu entstandene Freiraumgefäss hin ausgerichtet. Es entsteht ein grosse Schulterrasse die Ankunft, Sport-, Pausen- und Spielflächen mit den Hauptzugängen auf einem Höhenniveau bündelt: Ein Lernforum landschaftlich eingebettet und räumlich gefasst. Einfach zu Orientieren und strahlen alle Nutzungen in diesen Raum aus.
Allfällige zukünftige Erweiterungsbauten können problemlos in dieses Gesamtgefüge eingepasst werden.
Aussenraum
Der Aussenraum wird durch 3 Landschaftsbilder in Nord-Süd Richtung durchzogen die das Areal mit unterschiedlichen Stimmungen prägt.
Aktiv- und Ruheband:
Durch die neue städtebauliche Komposition entstehen ein Pausenraum der als Aktiv- Ruheband gestalte wird. Dabei werden, mit Ausnahme des Beachvolleyballfeld, die Sportanlagen belassen. Durch „grüne Akkupunkturen“ wird der stark versiegelte Raum zwischen den Sportanlagen als grüne Ruheräume gestaltet die sich positiv auf das Mikro Klima auswirken. Im Norden beginnt das Band mit dem Empfangsplatz mir Grüninseln und IV Parkplätze. Am bestehenden Hartplatz schliesst der „Sportlerplatz“ der als zentraler „Pocketplatz“ den Übergang zum bestehenden und neuen Pausenbereich bildet. Die bestehende und neue Stufenanlagen verbinden diesen Teil des Aktiv- und Ruhebandes mit den bestehenden Pausenhof und dem Beachvolleyballfeld und Rasenspielfeld. Die Stufen sind im Bestand und neu so dimensioniert das sie selber auch als Aufenthalts Bereich fungierern könne.
Dötchenebene:
Der renaturierte Dötschenbach wird den westlichen Rahmen des Areals bildet. Ein Steg verbindet das Campusareal mit den Parkplätzen die hier zu liegen kommen. Im Westen werden die Parkfeldrr von einer Hangkante begleitet im Osten vom Dötschenbach. Um die Parkfelder visuell weite in den Landschaftraum zu Integrierern wird dieser mit grossen Gehölzen bestückt.
Schulhaus Neubau
Über einem quadratischen Grundriss organisieren wir das Schulhaus auf vier Geschossen: Im Erdgeschoss findet neben der Bibliothek und den Musikübungsräumen die Räume für Verwaltung und Lehrerschaft ihren Platz. Über eine ausladende Treppenanlage, die auch als Sitztreppe für Aufführungen oder Präsentationen dient, gelangt man in die Obergeschosse.
Im 1. und 2. Obergeschoss befinden sich die Räumlichkeiten für den regulären Unterricht. Die windmühlenförmige Anordnung der Klassenräume erlaubt vielfältige Ausblicke und landschaftliche Bezüge. Lernnischen ergänzen die Arbeitsflächen an der grosszügigen zentralen Erschliessung. Geschossübergreifende Interaktion wechselt sich mit intimen Rückzugsmöglicheiten ab. Die Klassenräume selbst basieren auf einem einfachen Strukturraster und sind jeweils miteinander verbunden. Verbindungstüren, Faltschiebewände und Vorhänge schaffen so variable Möglichkeiten den Unterricht und das infromelle Lernen zu strukturieren. So findet sich für jede Unterrichtsform und spezifische Lernprofil der Schülerinnen und Schüler eine geeignete Lernumgebung.
Im obersten Geschoss befinden sich die Fachklassenzimmer. Effizient als Ring organisiert werden die notwendigen Bezüge auf kurzem Wege hergestellt.
Dreifachsporthalle
Die Sporthalle positionieren wir so gegen den Hang, dass sie zwischen dem Niveau der Bachrenaturierung und der Lernterrasse vermittelt. Der Hauptzugang liegt auf dem Niveau der übrigen Hauptzugänge und orientiert sich zu diesen. Von diesem Niveau betritt man das Foyer mit dem anschliessenden Zuschauerraum, der sich über die gesamte Länge der Sporthalle erstreckt. Ein umlaufendes Fensterband sorgt für gleichmässige Belichtung und gibt den Blick in die umgebende Landschaft frei. Zwei freistehende Quader zonieren diese Ebene und beinhalten neben Cateringräumlichkeiten und den Sanitäranlagen die Zugänge zu den Garderoben ein Geschoss darunter. Auf Hallenniveau befinden schliessen die Geräteräume an. Eine direkte ebenerdige Anlieferung von Material ist sowohl auf Hallen- als auch auf Foyerniveau möglich.
Architektur
Schulhaus und Sporthalle fügen sich als klar geschnittene Kuben in die Schulanlage ein. Weite Dachüberstände kennzeichnen sie und schützen vor Witterung. Gleichzeitig öffnen sie sich durch ihre Ausrichtung zur Umgebung. Die Sporthalle vermittelt zwischen den beiden Höhenniveaus der Schulanlage und des renaturierten Bachs. Das Schulhaus öffnet sich hingegen allseitig und bildet keine dezidierten Rückseiten aus, sondern strahlt allseitig in die Umgebung aus.
Beide Bauten werden durch ihre konsequent Holzskelettbauweise charakterisiert, ihr Fassadenbild durch sie strukturiert. Ein selbstbewusster, eigenständiger Charakter im Ausdruck wird gesucht, der beide Bauten als zeitgenössische, öffentliche Bauten im landschaftlichen Kontext markiert. Die prägnanten Dachsilhouetten werden zu filigran getragenen Bezugshorizonten in der Hanglandschaft.
Die beiden Eingangsgeschosse sind durch bodentiefe Verglasungen gekennzeichnet, die ihren öffentlichen Charakter unterstreichen und jeweils den intensiven Bezug zum Aussenraum offenbaren.
Neben der Holzkonstruktion sorgen helle, mineralische Böden für eine angenehme Lernatmosphäre: Sie sind unterhaltsarm und erhöhen die thermische Masse. Lehmputze helfen das Raumklima zu optimieren und sind der ökologischen Nachhaltigkeit zuträglich. Technikinstallationen werden offen geführt, um eine einfache Nach-/Umrüstung und Wartung zu gewährleisten. Durch die gewählte Struktur und Materialität soll ein resilientes, gutmütiges und partizipatives Schulhaus entstehen, dass durch seine ehrliche und ökologische Machart seiner Funktion als „drittem Pädagogen“ gerecht wird.
Schule
Massgeblich zeichnet die hohe Flexibilität des Grundrisslayouts das Grundkonzept und die konstruktive Ausgestaltung der Tragstruktur. Die Reduktion der vertikalen Tragelemente auf das Minimum ist die entsprechende Antwort auf die Anforderungen und Randbedingungen. Die strenge Regelmässigkeit des Tragwerkes und die hohe Repetition gleicher Tragelemente in allen Geschossen vom 1.UG bis zum 3. OG ermöglichen eine sehr wirtschaftliche Realisierung der Tragstruktur. Die Tragstruktur ist auf einem regelmässigen Raster von 7,5 x 4,75 m konzipiert. Die Geschossdecken der fünf Obergeschosse (EG bis 3.OG) werden in Holz-Beton Verbundbauweise realisiert. Filigrane Holzrippen aus Brettschichtholz C24 mit Abmessungen BxH = 20x28 cm sind in einem regelmässigen Abstand von ca. 1 m angeordnet und je nach Deckenfeld unterschiedlich orthogonal ausgerichtet. Sie übertragen die Deckenlasten über die kürzeste Spannweite auf die Hauptbalken aus Brettschichtholz C24 mit Abmessungen BxH = 22x50 cm. Die Hauptträger sind auf vorfabrizierten Stahlbetonstützen (25x25 cm) gelagert. Alle Rippen und Holzbalken wirken mit einer 12 cm dicke Stahlbetondecke aus Recycling-Beton in Verbund.
Der Neubau ist einen Treppen- und Liftkern gegenüber horizontalen Einwirkungen, wie Wind und Erdbeben, stabilisiert. Diagonalstreben in den Randfeldern unterstützen dies zusätzlich. Die gleichmässige Anordnung ermöglicht es, die Torsionsbeanspruchungen zu begrenzen und den massiven Stahlbetonkern mit wirtschaftlichen Bewehrungsgehalten zu realisieren. Das Untergeschoss wird in Massivbauweise realisiert.
Sporthalle
Die Sporthalle ist auf dem Niveau des Dötschebachs flach fundiert. Das Untergeschoss wird als wasserdichte Betonkonstruktion aus Recyclingbeton und umweltfreundlicherem Zement Typ CEM III B ausgeführt.
Die Dachlasten werden auf Brettschichtholzträger mit Abmessungen BxH = 0.22x2.0 m aufgenommen und über die kürzeste Spannweite quer zur Sporthalle in einem regelmässigen Abstand von 4 m auf vorfabrizierte Stahlbetonstützen übertragen. Die filigrane Tragkonstruktion in Leichtbau über den Holzbalken tragen dies Dachlasten mit einer Spannweite von 4 m senkrecht zu den Hauptbalken und bilden die Struktur des Scheddaches. Die extrudierten Giebeldächer über den Rasterfeldern werden aus Brettsperrholz (CLT-Platten) realisiert und dienen als Unterkonstruktion für die südseitig ausgerichtete Photovoltaikanlage.
Die Nebenräume und Verkehrsflächen sind in einem seitlichen Trakt hangseitig angeordnet. Die Stabilität der Sporthalle gegenüber horizontalen Einwirkungen, wie Wind und Erdbeben, ist durch die massive Stahlbetonwände und Treppenkerne aus Recyclingbeton des mittleren Traktes gewährleistet.
Haustechnik
Das Energiekonzept basiert primär auf einer ökologischen Betrachtung des Systems, also einer möglichst emissionsarmen Energieerzeugung mit möglichst geringem Ressourcenverbrauch in Erstellung und Betrieb. Die Energieerzeugung ab Erdsonden, ist im Zusammenspiel mit der Photovoltaikanlage zu 100% autonom und erneuerbar. Mit minimalem Energiebedarf wird im Sommerhalbjahr maximaler Raumkomfort ermöglicht und zudem die Erdsondenanlage regeneriert und dadurch nachhaltig bewirtschaftet. Zudem sind infolge minimaler Betriebs- und Unterhaltskosten die Wirtschaftlichkeit über den gesamten Lebenszyklus gegeben bzw. interessant.
Die Heizverteilung ist als Bodenheizung angedacht, welche im Sommer über eine Changeoverschaltung in den Freecooling Modus wechseln kann, und die Masse des Unterlagsboden wird aktiv thermisch bewirtschaftet. Diese Verteilung spielt Brüstungen frei und hat keinerlei Wartungsaufwand im Betrieb. Durch eine smarte Anordnung der Heiz-Kühlkreise kann die langfristige Flexibilität der Räume gewährleistet werden.
Die Luftverteilung innerhalb der Stockwerke entlang der Korridore ermöglichen ein sehr flexibles, einfach abänderbares Raumdispositiv, ohne diese in den Decken (Primärsystem) einlegen zu müssen (Thema Nachhaltigkeit und Systemtrennung). Sämtliche Lüftungsanlagen sind mit einer hocheffizienten Wärmerückgewinnung ausgestaltet.
Nachhaltigkeit
Nachhaltiges Denken fängt bereits mit der städtebaulichen Setzung an. Durch die Platzierung wird ein grösstmöglicher Aussenraum aufgespannt. Rest- und Abstandsflächen werden minimiert.
Der Einsatz von Holz für die Primärstrukturen erfolgt grossflächig. Durch den Einsatz kann der Anteil der zement- und erdölbasierten Materialien auf das Wesentliche reduziert werden. Eine konsequente Trennung der Systeme ermöglicht nicht nur die einfache Zugänglichkeit der Bauteile mit unterschiedlicher Lebensdauer, sondern auch die einfache Rückführung der verschiedenen Baustoffe und Materialien in den Kreislauf. Mehrseitige Belichtung und die Überhöhe in den Klassenräumen sorgen für eine hohe Behaglichkeit. Südseitige Dachflächen werden grossflächig mit Photovoltaikelementen bestückt.
Durch die einfache Verteilung der Nutzungseinheiten und deren direkten Zugänge können sie unabhängig voneinander erschlossen und genutzt werden. Abend- und Doppelnutzungen aller Einheiten durch die Gemeinde sind ausserhalb der Schulzeiten problemlos möglich.
Die Schulanlage Triengen ist idyllisch in die bestehende Hanglandschaft eingebettet. In unmittelbarer Nähe zum Ortszentrum gelegen ist sie dreiseitig von Siedlungsraum umschlossen. Nach Südosten öffnet sich das Areal: Felder und Wiesen treten in den Blick. Eine Abfolge von Terrassen vermittelt zwischen dem Zugang Hofacker, der bestehenden Sporthalle, den beiden Schultrakten und bildet die heutigen schulischen Aussenräumen. Der Klassentrakt und die Sporthalle «Hofacker I» haben ihr Lebensende erreicht und sollen zurückgebaut werden. Durch den Zukauf der beiden angrenzenden Parzellen ergibt sich so die Möglichkeit, die Schulanlage neu zu denken.
Städtebau - neue räumliche Fassung
Wir schlagen vor, die Erweiterung der Schulanlage und die Dreifachsporthalle im Süden des Planungsperimeters als unabhängige, klar geschnittene Quader zu platzieren. Dies ermöglicht eine einfache und flexible Etappierung. Die Bestandsbauten können bis zur Inbetriebnahme weitergenutzt werden. Umständliche, kostenintenisve Provisoriumslösungen werden vermieden.
Vom Zugang Hofacker kommend wird der bestehende Allwetterplatz nordöstlich von einem länglichen Infrastrukturbau als Hangfassung begrenzt Hier werden die Aussengeräte der Hasuwartung und die Veloabstellplätze untergebracht. Der bestehende Veloabstellraum wird in diesen integriert. Darüber ergibt sich ein Aneignungsraum für Aussenzuschauerbereiche, Schülergärten, Spielfläche etc. Das Bestandsschulhaus erhält einen neuen Zugang, anstelle der jetzigen Hauswartwohnung. Hier schliesst der neue Schulplatz für Pausenflächen und freies Spiel an. Alle Haupteingänge orientieren sich hier hin.
Von der Weiherstrasse kommend, wird der MIV auf direktem Weg auf den zentralen Parkplatz geführt. Eine neue Zuwegung von Südwest erschliesst die Schulanlage von hier aus.
Alle Zuwegungen und schulischen Nutzungen werden auf das neu entstandene Freiraumgefäss hin ausgerichtet. Es entsteht ein grosse Schulterrasse die Ankunft, Sport-, Pausen- und Spielflächen mit den Hauptzugängen auf einem Höhenniveau bündelt: Ein Lernforum landschaftlich eingebettet und räumlich gefasst. Einfach zu Orientieren und strahlen alle Nutzungen in diesen Raum aus.
Allfällige zukünftige Erweiterungsbauten können problemlos in dieses Gesamtgefüge eingepasst werden.
Aussenraum
Der Aussenraum wird durch 3 Landschaftsbilder in Nord-Süd Richtung durchzogen die das Areal mit unterschiedlichen Stimmungen prägt.
Spiel- und Lehrhang: Der gesamte Campus wird im Osten von einer prägenden Hangkante begleitet. Diese wird weiter als visueller Rahmen prägend sein. Durch ökologische Aufwertung und einem Spiel-und Lehrpfad wir dieser Raum in das Gefüge des Freiraumnetzes eingebunden und erlebbar gemacht, für die aktive Pausengestaltung und für den Einbezug in den Unterricht. Der Pfad stellt zudem eine spannende sekundärerschliessung der grossflächigen Spielangebote wie Spielwiese, bestehender Pausenplatz, Beachvolleyball und Fussballfeld da.
Durch die neue städtebauliche Komposition entstehen ein Pausenraum der als Aktiv- Ruheband gestalte wird. Dabei werden, mit Ausnahme des Beachvolleyballfeld, die Sportanlagen belassen. Durch „grüne Akkupunkturen“ wird der stark versiegelte Raum zwischen den Sportanlagen als grüne Ruheräume gestaltet die sich positiv auf das Mikro Klima auswirken. Im Norden beginnt das Band mit dem Empfangsplatz mir Grüninseln und IV Parkplätze. Am bestehenden Hartplatz schliesst der „Sportlerplatz“ der als zentraler „Pocketplatz“ den Übergang zum bestehenden und neuen Pausenbereich bildet. Die bestehende und neue Stufenanlagen verbinden diesen Teil des Aktiv- und Ruhebandes mit den bestehenden Pausenhof und dem Beachvolleyballfeld und Rasenspielfeld. Die Stufen sind im Bestand und neu so dimensioniert das sie selber auch als Aufenthalts Bereich fungierern könne.
Den Abschluss des Bandes bildet der neue Pausenhof der die drei Bauten miteinander verbinden und als Transitraum und Aufenthaltsraum fungiert. Hier gliedert sich auch das Spiel- und Lerhang an.
Der renaturierte Dötschenbach wird den westlichen Rahmen des Areals bildet. Ein Steg verbindet das Campusareal mit den Parkplätzen die hier zu liegen kommen. Im Westen werden die Parkfeldrr von einer Hangkante begleitet im Osten vom Dötschenbach. Um die Parkfelder visuell weite in den Landschaftraum zu Integrierern wird dieser mit grossen Gehölzen bestückt.
Organisation – gemeinschaftliche Nutzungen und klare Adressen
Schulhaus Bestand
Den Hauptzugang zum bestehenden Schulhaus positionieren wir neu zur Schulterrasse hin auf der Ebene des Allwetterplatzes. Hierfür verschieben wir die bestehende Hauswartwohnung in den Schulhausneubau. So kann eine grosszügige Pausenhalle als neuer Ankunfts- und Versammlungsort geschaffen werden. Das bestehende Schulhaus wendet sich den Neubauten zu.
Über einem quadratischen Grundriss organisieren wir das Schulhaus auf vier Geschossen: Im Erdgeschoss findet neben der Bibliothek und den Musikübungsräumen die Räume für Verwaltung und Lehrerschaft ihren Platz. Über eine ausladende Treppenanlage, die auch als Sitztreppe für Aufführungen oder Präsentationen dient, gelangt man in die Obergeschosse.
Im 1. und 2. Obergeschoss befinden sich die Räumlichkeiten für den regulären Unterricht. Die windmühlenförmige Anordnung der Klassenräume erlaubt vielfältige Ausblicke und landschaftliche Bezüge. Lernnischen ergänzen die Arbeitsflächen an der grosszügigen zentralen Erschliessung. Geschossübergreifende Interaktion wechselt sich mit intimen Rückzugsmöglicheiten ab. Die Klassenräume selbst basieren auf einem einfachen Strukturraster und sind jeweils miteinander verbunden. Verbindungstüren, Faltschiebewände und Vorhänge schaffen so variable Möglichkeiten den Unterricht und das infromelle Lernen zu strukturieren. So findet sich für jede Unterrichtsform und spezifische Lernprofil der Schülerinnen und Schüler eine geeignete Lernumgebung.
Im obersten Geschoss befinden sich die Fachklassenzimmer. Effizient als Ring organisiert werden die notwendigen Bezüge auf kurzem Wege hergestellt.
Dreifachsporthalle
Die Sporthalle positionieren wir so gegen den Hang, dass sie zwischen dem Niveau der Bachrenaturierung und der Lernterrasse vermittelt. Der Hauptzugang liegt auf dem Niveau der übrigen Hauptzugänge und orientiert sich zu diesen. Von diesem Niveau betritt man das Foyer mit dem anschliessenden Zuschauerraum, der sich über die gesamte Länge der Sporthalle erstreckt. Ein umlaufendes Fensterband sorgt für gleichmässige Belichtung und gibt den Blick in die umgebende Landschaft frei. Zwei freistehende Quader zonieren diese Ebene und beinhalten neben Cateringräumlichkeiten und den Sanitäranlagen die Zugänge zu den Garderoben ein Geschoss darunter. Auf Hallenniveau befinden schliessen die Geräteräume an. Eine direkte ebenerdige Anlieferung von Material ist sowohl auf Hallen- als auch auf Foyerniveau möglich.
Architektur
Schulhaus und Sporthalle fügen sich als klar geschnittene Kuben in die Schulanlage ein. Weite Dachüberstände kennzeichnen sie und schützen vor Witterung. Gleichzeitig öffnen sie sich durch ihre Ausrichtung zur Umgebung. Die Sporthalle vermittelt zwischen den beiden Höhenniveaus der Schulanlage und des renaturierten Bachs. Das Schulhaus öffnet sich hingegen allseitig und bildet keine dezidierten Rückseiten aus, sondern strahlt allseitig in die Umgebung aus.
Beide Bauten werden durch ihre konsequent Holzskelettbauweise charakterisiert, ihr Fassadenbild durch sie strukturiert. Ein selbstbewusster, eigenständiger Charakter im Ausdruck wird gesucht, der beide Bauten als zeitgenössische, öffentliche Bauten im landschaftlichen Kontext markiert. Die prägnanten Dachsilhouetten werden zu filigran getragenen Bezugshorizonten in der Hanglandschaft.
Die beiden Eingangsgeschosse sind durch bodentiefe Verglasungen gekennzeichnet, die ihren öffentlichen Charakter unterstreichen und jeweils den intensiven Bezug zum Aussenraum offenbaren.
Neben der Holzkonstruktion sorgen helle, mineralische Böden für eine angenehme Lernatmosphäre: Sie sind unterhaltsarm und erhöhen die thermische Masse. Lehmputze helfen das Raumklima zu optimieren und sind der ökologischen Nachhaltigkeit zuträglich. Technikinstallationen werden offen geführt, um eine einfache Nach-/Umrüstung und Wartung zu gewährleisten. Durch die gewählte Struktur und Materialität soll ein resilientes, gutmütiges und partizipatives Schulhaus entstehen, dass durch seine ehrliche und ökologische Machart seiner Funktion als „drittem Pädagogen“ gerecht wird.
Tragstruktur
Massgeblich zeichnet die hohe Flexibilität des Grundrisslayouts das Grundkonzept und die konstruktive Ausgestaltung der Tragstruktur. Die Reduktion der vertikalen Tragelemente auf das Minimum ist die entsprechende Antwort auf die Anforderungen und Randbedingungen. Die strenge Regelmässigkeit des Tragwerkes und die hohe Repetition gleicher Tragelemente in allen Geschossen vom 1.UG bis zum 3. OG ermöglichen eine sehr wirtschaftliche Realisierung der Tragstruktur. Die Tragstruktur ist auf einem regelmässigen Raster von 7,5 x 4,75 m konzipiert. Die Geschossdecken der fünf Obergeschosse (EG bis 3.OG) werden in Holz-Beton Verbundbauweise realisiert. Filigrane Holzrippen aus Brettschichtholz C24 mit Abmessungen BxH = 20x28 cm sind in einem regelmässigen Abstand von ca. 1 m angeordnet und je nach Deckenfeld unterschiedlich orthogonal ausgerichtet. Sie übertragen die Deckenlasten über die kürzeste Spannweite auf die Hauptbalken aus Brettschichtholz C24 mit Abmessungen BxH = 22x50 cm. Die Hauptträger sind auf vorfabrizierten Stahlbetonstützen (25x25 cm) gelagert. Alle Rippen und Holzbalken wirken mit einer 12 cm dicke Stahlbetondecke aus Recycling-Beton in Verbund.
Der Neubau ist einen Treppen- und Liftkern gegenüber horizontalen Einwirkungen, wie Wind und Erdbeben, stabilisiert. Diagonalstreben in den Randfeldern unterstützen dies zusätzlich. Die gleichmässige Anordnung ermöglicht es, die Torsionsbeanspruchungen zu begrenzen und den massiven Stahlbetonkern mit wirtschaftlichen Bewehrungsgehalten zu realisieren. Das Untergeschoss wird in Massivbauweise realisiert.
Alle Betonteile, d.h. sowohl die Holz-Beton Verbundecken der Obergeschosse, die Treppenkerne sowie der Massivbau im Untergeschoss, werden nachhaltig aus Recycling-Beton RC-C und umweltfreundlicherem Zement Typ CEM III B mit reduzierten Treibhausgasemissionen und tiefem CO2-eq. realisiert.
Die Sporthalle ist auf dem Niveau des Dötschebachs flach fundiert. Das Untergeschoss wird als wasserdichte Betonkonstruktion aus Recyclingbeton und umweltfreundlicherem Zement Typ CEM III B ausgeführt.
Die Dachlasten werden auf Brettschichtholzträger mit Abmessungen BxH = 0.22x2.0 m aufgenommen und über die kürzeste Spannweite quer zur Sporthalle in einem regelmässigen Abstand von 4 m auf vorfabrizierte Stahlbetonstützen übertragen. Die filigrane Tragkonstruktion in Leichtbau über den Holzbalken tragen dies Dachlasten mit einer Spannweite von 4 m senkrecht zu den Hauptbalken und bilden die Struktur des Scheddaches. Die extrudierten Giebeldächer über den Rasterfeldern werden aus Brettsperrholz (CLT-Platten) realisiert und dienen als Unterkonstruktion für die südseitig ausgerichtete Photovoltaikanlage.
Die Nebenräume und Verkehrsflächen sind in einem seitlichen Trakt hangseitig angeordnet. Die Stabilität der Sporthalle gegenüber horizontalen Einwirkungen, wie Wind und Erdbeben, ist durch die massive Stahlbetonwände und Treppenkerne aus Recyclingbeton des mittleren Traktes gewährleistet.
Haustechnik
Das Energiekonzept basiert primär auf einer ökologischen Betrachtung des Systems, also einer möglichst emissionsarmen Energieerzeugung mit möglichst geringem Ressourcenverbrauch in Erstellung und Betrieb. Die Energieerzeugung ab Erdsonden, ist im Zusammenspiel mit der Photovoltaikanlage zu 100% autonom und erneuerbar. Mit minimalem Energiebedarf wird im Sommerhalbjahr maximaler Raumkomfort ermöglicht und zudem die Erdsondenanlage regeneriert und dadurch nachhaltig bewirtschaftet. Zudem sind infolge minimaler Betriebs- und Unterhaltskosten die Wirtschaftlichkeit über den gesamten Lebenszyklus gegeben bzw. interessant.
Die Heizverteilung ist als Bodenheizung angedacht, welche im Sommer über eine Changeoverschaltung in den Freecooling Modus wechseln kann, und die Masse des Unterlagsboden wird aktiv thermisch bewirtschaftet. Diese Verteilung spielt Brüstungen frei und hat keinerlei Wartungsaufwand im Betrieb. Durch eine smarte Anordnung der Heiz-Kühlkreise kann die langfristige Flexibilität der Räume gewährleistet werden.
Die Luftverteilung innerhalb der Stockwerke entlang der Korridore ermöglichen ein sehr flexibles, einfach abänderbares Raumdispositiv, ohne diese in den Decken (Primärsystem) einlegen zu müssen (Thema Nachhaltigkeit und Systemtrennung). Sämtliche Lüftungsanlagen sind mit einer hocheffizienten Wärmerückgewinnung ausgestaltet.
Nachhaltigkeit
Nachhaltiges Denken fängt bereits mit der städtebaulichen Setzung an. Durch die Platzierung wird ein grösstmöglicher Aussenraum aufgespannt. Rest- und Abstandsflächen werden minimiert.
Der Einsatz von Holz für die Primärstrukturen erfolgt grossflächig. Durch den Einsatz kann der Anteil der zement- und erdölbasierten Materialien auf das Wesentliche reduziert werden. Eine konsequente Trennung der Systeme ermöglicht nicht nur die einfache Zugänglichkeit der Bauteile mit unterschiedlicher Lebensdauer, sondern auch die einfache Rückführung der verschiedenen Baustoffe und Materialien in den Kreislauf. Mehrseitige Belichtung und die Überhöhe in den Klassenräumen sorgen für eine hohe Behaglichkeit. Südseitige Dachflächen werden grossflächig mit Photovoltaikelementen bestückt.
Durch die einfache Verteilung der Nutzungseinheiten und deren direkten Zugänge können sie unabhängig voneinander erschlossen und genutzt werden. Abend- und Doppelnutzungen aller Einheiten durch die Gemeinde sind ausserhalb der Schulzeiten problemlos möglich.
Erschliessungsraum
©YAGA Yaparsidi Gabas Architektur GmbH
Dreifachsporthalle
©YAGA Yaparsidi Gabas Architektur GmbH
Schulcampus
©YAGA Yaparsidi Gabas Architektur GmbH
Konzept Struktur
©YAGA Yaparsidi Gabas Architektur GmbH
Konzept Unterricht
©YAGA Yaparsidi Gabas Architektur GmbH
Konzept Erschliessung
©YAGA Yaparsidi Gabas Architektur GmbH
Tegelgeschoss
©YAGA Yaparsidi Gabas Architektur GmbH