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Offener Wettbewerb | 04/2023

Sieben auf einen Streich - Innerstädtische Nachverdichtung der Stadt Obertshausen

1. Preis

Preisgeld: 30.000 EUR

rethmeierschlaich architekten

Stadtplanung / Städtebau

RABE LANDSCHAFTEN | ARGE STUDIO URBANE LANDSCHAFTEN

Landschaftsarchitektur

Erläuterungstext

SIEBEN AUF EINEN STREICH
Obertshausen



‚ÄöGruŐąne Stadt Obertshausen‚Äė

Obertshausen ist umgeben von attraktiven und vielf√§ltigen W√§ldern, Wiesen und Auen. Sie stehen nicht nur stellvertretend fuŐąr die Lebensqualit√§t von Obertshausen, sondern sind im Kontext des Klimawandels als besonders wertvolle Orte zu sehen.

Der RuŐąckbau der B488 zu einer Stadtstra√üe, auf der der Mensch die Priorit√§t hat, erm√∂glicht nun, dass Obertshausen weiter zusammenw√§chst und eine lebendige und vielseitige Mitte mit Strahlkraft entwickelt. Dazu werden die WaldstuŐącke attraktiver und transparenter gestaltet, neue durchgruŐąnte Wohngebiete geschaffen und ein uŐąberregionaler urbaner Campus mit Bildungseinrichtungen sowie Gewerbenutzungen etabliert. Attraktive und √∂kologisch wirksame Au√üenr√§ume durchziehen das Gebiet.

Im Zentrum der Planung liegt die Entwicklung eines Waldparks, der die neue Stadtstra√üe von Nordwesten nach SuŐądosten begleitet. Eine Abfolge von √∂ffentlichen R√§umen entlang der Sch√∂nbornstra√üe verbindet Hausen und Obertshausen als urbane Klammer.

Ziel ist es, ein robustes und nachhaltiges Konzept anzubieten, das sich uŐąber die n√§chsten Jahre schrittweise und mit der Beteiligung der BuŐąrger*innen gem√§√ü einem Leitbild der ‚ÄöGruŐąnen Stadt Obertshausen‚Äô umsetzen l√§sst.


Der neue Waldpark - Bewegungs- und Aufenthaltsraum als gruŐąne Lunge

Ein wesentlicher Leitgedanke des Entwurfs ist es, den Wald, welcher derzeit lediglich ein AbstandsgruŐąn darstellt, aufzuwerten und zu einem Waldpark in der Mitte von Obertshausen zu entwickeln. Der Wald dient als √∂kologische Verbindung zwischen GruŐąnr√§umen wie dem Gr√§benw√§ldchesfeld im SuŐądosten und dem Freizeitpark Waldpark im Nordwesten. Der neue Waldpark wird das neue Entree zu Obertshausen bilden und die Idee der ‚ÄöGruŐąnen Stadt Obertshausen‚Äô vermitteln. √úber die Au√üenwirkung hinaus ist es aber in erster Linie ein Aufenthaltsraum, an dem unmittelbar gelebt, gelernt und gearbeitet wird. Ein wichtiges Ziel ist, dass er als wohnungsnaher Erholungsort sowohl fuŐąr bereits dort lebenden, als auch fuŐąr die neu zu erwartenden Bewohnerinnen und Bewohner gleicherma√üen dienen soll.

Die Besonderheit soll aus der Qualit√§t eines Waldes entstehen, der als Park genutzt wird. Dieses Spannungsfeld zwischen Wald und Park macht diesen GruŐąnraum zu einem unverwechselbaren Ort. Um das derzeitige AbstandsgruŐąn zum Leben zu erwecken, wird der Wald transparent gestaltet und in die bestehende Stadtstruktur eingebunden. √Ėffnungen zu bestehender Bebauung und eine ZusammenfuŐąhrung dieser Zug√§nge in ein uŐąbersichtliches Wegesystem sind der erste Schritt.

In einem zweiten Schritt werden an Kreuzungspunkten Spielpl√§tze, AussichtstuŐąrme, Pavillons und Aktivit√§tsr√§ume situiert. So werden eine weitreichende Belebung und ein hohes SicherheitsgefuŐąhl erwartet. Um die √∂kologische Leistungsf√§higkeit des Waldes zu steigern, werden Regenwassermulden als Retentionsfl√§chen angelegt. So wird der Raum zur gruŐąnen Lunge von Obertshausen. Alle Eingriffe in den Wald werden sensibel ausgefuŐąhrt. Wege werden sparsam angeordnet und teilweise als Holzstege uŐąber den Wasserfl√§chen ausgebildet. Der wertvolle Baumbestand bestimmt die Positionierung aller neuen Elemente. Bauliche Strukturen werden als Holzbauten auf PfahlstuŐątzen errichtet. Die Integration des Fahrradschnellweges am Rand des Waldparks ist ein wichtiger Baustein zur Bedeutung und Belebung dieses neuen Lebensraums.

Die Aktivierung des Parks ist daruŐąber hinaus durch die neue angrenzende Bebauung gesichert. Eine Mischung verschiedenster Nutzungen garantiert die Belebung zu allen Tageszeiten.


Urbane Klammer - Eine Perlenkette von öffentlichen Räumen um die Gathof-Kreuzung

Analog zur gruŐąnen Spange wird uŐąber die neu ausgebildete, fl√§chenm√§√üig reduzierte Gathof-Kreuzung ein sich lang von SuŐądwesten nach Nordosten erstreckender Platz entwickelt. Dieser soll vorhandene, teilweise schlummernde Potentiale aufnehmen und eine urbane Klammer zwischen Obertshausen und Hausen schaffen. Die neue √Ėffentlichkeit und die gewonnenen Aktivit√§ten strahlen tief in die zwei Stadtteile hinein, verbinden diese, und sollen so Teil des Alltags aller Bewohnerinnen und Bewohner von Obertshausen werden.

Die urbane Klammer wird in drei Bereiche eingeteilt:

Aktive Fassade Markt
Die Aktivierung der Fassaden des Marktgeb√§udes entlang der Sch√∂nbornstra√üe mit kleinteiligem Gewerbe bespielt den l√§nglichen Platz kleinerem Einzelhandel und Au√üengastronomie. B√§ume fassen den Raum. Das kirchlich-soziale Zentrum im Waldpark bildet ein attraktives und belebendes GegenuŐąber auf der anderen Seite der Sch√∂nbornstra√üe.

Marktplatz
Ein multifunktionaler Marktplatz unter und zwischen B√§umen entsteht an prominenter Stelle und wird von der Bibliothek, dem Markthauses und der Grundschule im Wald gefasst. Hier k√∂nnen Veranstaltungen aller Art stattfinden. Aber auch eine Pause im Alltag zwischen Buchausleihe und Einkauf kann hier eingelegt werden. Viele B√§ume, Rasenfl√§chen und wassergebundene Wegedecken sorgen fuŐąr ein angenehmes Klima.

Platz des Spiels
Der bestehende Spielplatz auf der Hausener Seite wird um Skateanlagen, Bouleflächen und weitere Aktivitäten ergänzt. Hier profitieren nicht nur die Bewohner*innen des im Westen anschließenden Viertels. Der Platz des Spiels wird ein positiver, lebendiger Ort werden, an dem sich weitere Nutzungen angliedern werden. Er strahlt tief in die bestehenden Quartiere aus.


Campus der Bildung von Obertshausen

Aufgrund der Reduzierung des Verkehrsraums an der neuen Stadtstra√üe stehen im Bereich der Gathof-Kreuzung und weiter n√∂rdlich neu gewonnene Fl√§chen zur Verf√ľgung. Zwischen Sch√∂nbornstra√üe und Danziger Stra√üe wird ein Campus von Bildungseinrichtungen geschaffen. Direkt vor dem Markthaus wird die Bibliothek mit weiteren komplettierenden Nutzungen positioniert.
Ein weiteres substantielles √∂ffentliches Geb√§ude wird in Richtung Nordwesten platziert. Hier k√∂nnte die Volkshochschule oder eine √§hnliche Einrichtung Platz finden. Zusammen mit den Schulen im S√ľdosten entsteht das Campus√§hnliches Band der Bildung.
Diese Gebäude werden von der Danziger Straße aus erschlossen. Der ruhende Verkehr dieser Nutzungen sowie des Markthauses wird in einer Tiefgarage untergebracht.
Besondere und hochwertige Architektur kann hier ein Aush√§ngeschild f√ľr die Stadt werden.


Pavillons im Wald - Das soziale Zentrum an der Kirche im Wald - Gr√ľne Schulen

Der Bereich um die Kirche im Wald wird vorsichtig nachverdichtet. Ein pavillonartiges Geb√§ude beinhaltet die Kita. Die Geb√§ude werden so angeordnet, dass der sensible Baumbestand geringstm√∂gliche beeintr√§chtigt wird. Eine wassergebundene Decke schafft eine kleine Lichtung, an der die Nutzungen zusammen mit der Kirche eine neue Mitte finden. Die Fl√§chen des ehemaligen Autohauses werden entsiegelt und aufgeforstet. Die Au√üenw√§nde der Hermann-Hesse-Schule w√ľrden als Kletterwand genutzt werden k√∂nnen.

Die Hermann-Hesse-Schule sowie die Georg-Kerschensteiner-Schule √∂ffnen sich jeweils zum neuen Waldpark und stellen so ein erh√∂htes Sicherheitsgef√ľhl her. Eine gemeinsame Holzterrasse schafft Gemeinschaft und bespielt den Waldpark. Die Sch√ľlerInnen und LehrerInnen k√∂nnen den Park in den Pausen als Erholungsraum, aber auch als gr√ľnes Klassenzimmer nutzen. Dar√ľber hinaus soll hier auch von der Parkseite ein Zugang zu den Schulen geschaffen werden.


Wohnen im Gr√ľnen zwischen Leipziger Stra√üe und neuer Stadtstra√üe


F√ľr die Fl√§chen zwischen Leipziger Stra√üe und der neuen Stadtstra√üe - ehemals Bauhof -, wird ein nachhaltiges Wohnquartier im Gr√ľnen vorgeschlagen. Es handelt sich um Geb√§ude im Geschosswohnungsbau, Mehrgenerationen- und Alterswohnen und Mischnutzungen mit ausreichendem Anteil an √∂ffentlich gef√∂rderten Wohnungen, mit gro√üen Gemeinschaftsg√§rten. Die Geb√§ude sitzen satt im Gr√ľn und direkt an dem neu entstandenen Waldpark. Dar√ľber hinaus dient das Quartier als Trittstein zwischen bestehender Wohnbebauung im S√ľdwesten und dem neuen Waldpark. Verbindende Gr√ľnr√§ume beherbergen Spielfl√§chen, Retentionsfl√§chen und Verweilr√§ume, welche f√ľr alle Generationen attraktiv sein sollen. Ihr Vorbild sind die Gr√ľnr√§ume zwischen Gumbertseestra√üe und Rosenstra√üe in Hausen sowie zwischen der Von-Stauffenberg-Stra√üe und der Mozartstra√üe in Obertshausen. Neu geplant haben sie das Potential soziale R√§ume mit hohem √∂kologischen Ausgleichspotential zu bieten.

Fahrzeuge werden in Mobility Hubs (Quartiersgarage mit Gewerbenutzungen, die die Fassaden aktivieren) geparkt. Neben dem Bewohnerparken findet sich hier ein komplettes Angebot an Carsharing, an Leihm√∂glichkeiten von (Lasten-)E-Bikes und weiteren E-Mobilit√§tsangeboten f√ľr den Zielverkehr der ‚Äěletzten Meile‚Äú. Der motorisierte Verkehr mit dem Ziel Markthaus wird lediglich √ľber einen kurzen Abschnitt auf einer Fahrradstra√üe gef√ľhrt. Das Auto ist hier nur zu Gast.

Stadth√§user am Waldpark - R√ľcken an R√ľcken zum Stadteingang

Die bestehenden freistehenden Ein- und Mehrfamilienh√§user an der Robert-Koch-Stra√üe stellen mit ihren R√ľckseiten und der Schallschutzstruktur eine nicht angemessene Eingangssituation im S√ľdosten des Planungsgebietes dar. Deshalb wird vorgeschlagen, den hier durch die Reduzierung der Stra√üenfl√§chen gewonnenen Raum zu nutzen, um den Stadtk√∂rper zu schlie√üen. Hierf√ľr wird ‚Äď R√ľcken an R√ľcken mit dem Bestand ‚Äď eine zweite Reihe von drei- bis viergeschossigen Stadth√§usern ausgebildet. Diese H√§user profitieren von der gr√ľnen, privaten R√ľckseite und schauen gleichzeitig ‚Äď √ľber die Stadtstra√üe hinweg ‚Äď ins Gr√ľn des Waldparks, mit welchem sie auch durch plangleiche √úberg√§nge verbunden sind. Kleine Ankommenspl√§tze mit oberirdischen Parkm√∂glichkeiten bilden nachbarschaftliche Gemeinschaftsr√§ume.

Verkehr - Reduktion von Verkehrsflächen und das Auto als Gast


Grunds√§tzlich wird eine Reduktion des bewegten und ruhenden Kfz-Verkehrs vorangetrieben. Daf√ľr ben√∂tigt es ein ganzheitliches und dynamisch anpassbares Mobilit√§tskonzept, das in die √Ėffentlichkeit getragen wird. Die Bildungseinrichtungen und lokale Arbeitgeber k√∂nnen hier als Pioniere eines modernen Mobilit√§tsmanagements dienen.

Der √ĖPNV muss analog zur gewachsenen Bewohnerzahl verst√§rkt werden und kann im Rahmen der Neubauma√ünahmen mit barrierefreien Haltestellen ausgestattet werden. Der kvgOF Hopper stellt dar√ľber hinaus eine wohnungsnahe Erschlie√üung sicher. Das neue Angebot eines gut in die Region vernetzten Radschnellweges wird den motorisierten Verkehr weiter reduzieren. Die Einf√ľhrung von ‚ÄöMobility Hubs‚Äô wird die Verkn√ľpfung multimodaler Mobilit√§tsformen unterst√ľtzen.

Ziel des Entwurfs ist es, das Wegesystem des vornehmlich nichtmotorisierten aber auch des motorisierten Verkehrs der beiden Stadtteile besser zu verkn√ľpfen. Radverkehr und Fu√üg√§nger*innen erhalten mit direkten und ebenerdigen Verbindungen Priorit√§t ‚Äď ohne dabei damit die Zug√§nglichkeit f√ľr Alle und damit die Daseinsvorsorge zu gef√§hrden.

Die Funktionalit√§t der neuen Stadtstra√üe und der Gathof-Kreuzung wird auf deutlich reduzierter Fl√§che hergestellt. Dies bricht die bisherige Selbstverst√§ndlichkeit einer Kfz-dominierten Fl√§che und schafft nutzbare soziale R√§ume f√ľr die √Ėffentlichkeit. Der Radschnellweg wird diagonal √ľber die Gathof-Kreuzung gef√ľhrt. Erm√∂glicht wird dieses Konzept durch eine Ampel-Schaltung mit zwei Phasen f√ľr den Kfz-Verkehr mit einer zus√§tzlichen dritten Phase f√ľr den nichtmotorisierten Verkehr. Diese zeitgen√∂ssische Konfiguration wurde in einigen St√§dten erfolgreich umgesetzt. Die signaltechnische Trennung der Str√∂me entsch√§rft die heute problematischen Abbiegevorg√§nge erheblich und steigert damit die Verkehrssicherheit signifikant.

Zur notwendigen Entlastung der Kreuzung werden zusätzliche Zugänge von der Stadtstraße nach Hausen und Obertshausen etabliert. Deren Geometrie und verkehrstechnische Ausstattung dienen, genauso wie die Verschwenkungen der Straße an strategisch wichtigen Orten, der Geschwindigkeitsdämpfung.
Im Norden wird eine Zufahrt zur Leipziger Stra√üe im Westen, in der Mitte des Planungsgebiets eine Zufahrt zum Ortszentrum (inklusive des Marktgeb√§udes und der VHS) und im S√ľden ein Zugang nach Osten zur Albrecht-D√ľrer-Stra√üe sowie nach Westen zur Seligenst√§dter Stra√üe eingef√ľhrt.

In den neu entstehenden Quartieren zwischen Leipziger Stra√üe und der neuen Stadtstra√üe ist das Auto nur zu Gast. Die Wohnbebauung wird durch eine Fahrradstra√üe mit untergeordnetem Einbahnstra√üenverkehr f√ľr Kfz erschlossen. Der ruhende Verkehr wird gr√∂√ütenteils in einem zentral gelegenen ‚ÄöMobility Hub‚Äė (Quartiersgarage mit zus√§tzlicher Gewerbenutzung) mit Elektro-Lades√§ulen, Car-, Bike- und eScooter-Sharing untergebracht. So kann im neuen Wohngebiet auf Tiefgaragen verzichtet werden, was gro√üe Mengen an grauer Energie (CO2-Verbrauch durch Baustoffe, insbesondere Beton) einspart und eine reichhaltige Bepflanzung der wohnungsnahen Gr√ľnr√§ume erm√∂glicht. Dar√ľber hinaus wird die Quartiersgarage mit einem √∂ffentlichen Dach als Gemeinschaftsraum mit Blick in die umliegenden W√§lder verstanden.
Der durch den Waldpark f√ľhrende Radschnellweg ist frei von St√∂rungen und wird an das bestehende Radwegesystem angebunden. Er profitiert von der hohen Qualit√§t der flankierenden Gr√ľnr√§ume und wird so ein Aush√§ngeschild f√ľr die Mobilit√§tswende. Dar√ľber hinaus belebt er mit seiner eigenen Dynamik den neu entstehenden Waldpark.


Robuste Planung als Ger√ľst eines b√ľrgergetragenen Planungs- und Bauprozesses


Die Durchwegung durch das neue Quartier nimmt bestehende Verbindungen auf. Die Parzellierung spiegelt bestehende Besitzverh√§ltnisse wider. So kann ein unkomplizierter phasenweiser Ablauf der Planung und Bebauung √ľber die n√§chsten Jahre und Jahrzehnte gew√§hrleistet werden, da Besitzerwechsel leicht von der Hand gehen. Die Projekte k√∂nnen deshalb m√ľhelos in folgende Phasen im Rahmen des Umbaus der B488 zu einer Stadtstra√üe sowie der Ausdifferenzierung des Waldparks erfolgen:

Phase 1: Umzug Bauhof - Wohnen am Waldpark im Nordwesten
Phase 2: Soziale Mitte an der der Kirche
Phase 3: Urbane Klammer / Campus der Bildung
Phase 4: Stadth√§user am Waldpark im S√ľdosten

Wichtig ist es, das Handelsgeb√§ude westlich der Gathof-Kreuzung sowie den achtgeschossigen Wohnungsbau an der Breslauer Stra√üe und deren ineffektiv genutzten Parkfl√§chen mitzudenken und f√ľr die Zukunft vorzuplanen.

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Verfasser benennen ‚ÄěDie Gr√ľne Stadt Obertshausen‚Äú als ihre leitende Idee. Die verspringenden langgezogenen Waldparkst√ľcke, ein St√ľck den Bestand aufgreifend und ein zweites St√ľck als ein neu angelegter Freiraum, anstelle des r√ľckgebauten L√§rmschutzwalles, setzen diesen Gedanken r√§umlich wirksam um. Das asymmetrische Profil der zu einer Stadtstra√üe reduzierten heutigen B448, da jeweils einseitig die Waldparkst√ľcke die Stra√üe begleiten, wird als eigenst√§ndige Idee der Raumbildung positiv gew√ľrdigt. Die Raumwirkung der Bauk√∂rper am Stadteingang Nord-West ist gering und die Ausgestaltung der beiden Stadteing√§nge wenig pr√§gnant.
Die platzartige als ‚Äěurbane Klammer‚Äú bezeichnete st√§dtebauliche Figur an der Gathof-Kreuzung √ľberzeugt. Der gro√üe Marktbau wird durch nach Au√üen gerichtete aktive Erdgescho√üfl√§chen sinnvoll erg√§nzt und mit einer Tiefgarage mit Parkraum versorgt. Auf dem gro√üen Platz ist die Anordnung einer √ľberdachten Freifl√§che wohltuend gliedernd, dennoch bleibt der gro√üz√ľgige Zusammenhang erhalten. Die Verbindung von Hausen und Obertshausen ist hier, erg√§nzt um gut proportionierte Platz- und Stra√üenr√§ume entlang der Sch√∂nbornstra√üe gelungen umgesetzt. Der gro√üe Baustein des sogenannten ‚ÄěBibliothek plus‚Äú Geb√§udes an der Gathof- Kreuzung ist st√§dtebaulich pr√§zise gesetzt, wird jedoch im Hinblick auf seine Volumetrie kontrovers diskutiert. Die Umsetzung erfordert eine √ľberzeugende inhaltliche Programmatik und ob der exponierten Lage eine sehr hohe architektonische Qualit√§t. Dann k√∂nnte dieser Baustein zum baulichen Signet des Zusammenwachsens der beiden Stadtteile werden. Im s√ľdlich angrenzenden Waldst√ľck ist der Bildungscampus angeordnet, die Bauten erscheinen auch mit Blick auf den wertvollen Baumbestand richtig dimensioniert und mit Blick auf den Bestand programmatisch sinnvoll zugeordnet.
Das Konzept des Bildungscampus in Korrespondenz zum gegen√ľberliegenden ‚ÄěBibliothek plus‚Äú Geb√§ude √ľberzeugt. In Verbindung mit der Einbindung in die l√§nglichen Waldparks erscheint es m√∂glich, dass diese neue Ortsmitte gestalterisch und √∂kologisch gut eingebunden ist und zudem sozial ausgewogen und inspirierend programmiert wird. Die nach Norden angrenzenden Sonderbausteine werden mit Blick auf ihre Gr√∂√üe kontrovers diskutiert. Unabh√§ngig von ihrer Gr√∂√üe schaffen diese programmatisch einen sinnf√§lligen √úbergang zum Wohnquartier im Nordwesten. Eine st√§dtebaulich sensible Abstimmung mit dem Bestand ist in Ans√§tzen erkennbar.
Die Typologien der Wohnsiedlung werden als nachhaltiges Quartier vielversprechend charakterisiert, Baumassen und Gr√ľnfl√§chen erscheinen korrekt dimensioniert, eine inhaltliche Weiterentwicklung der Wohnbautypologien ist w√ľnschenswert. Die erg√§nzende Wohnbebauung s√ľd√∂stlich der Gathof-Kreuzung wird grunds√§tzlich positiv bewertet, allerdings erscheinen die Grundst√ľcke teilweise nicht ausreichend gro√ü, die N√§he zu den Bestandsbebauungen zu gering. Die Verfasser betonen, dass die Zusammengeh√∂rigkeit von Hausen und Obertshausen vornehmlich auf Wegesystemen f√ľr den nicht motorisierten Verkehr erreicht wird, das leuchtet ein. Das neue Stra√üenprofil der B448 verspricht eine deutliche verbesserte Querbarkeit f√ľr Langsamverkehre. Auch die zus√§tzlichen Verbindungen des Stra√üennetzes zur B448 f√ľr den motorisierten Verkehr sind gut gesetzt, allerdings fehlt am nordwestlichen Stadteingang die M√∂glichkeit, Verkehre nach Hausen abzuleiten und damit wirksam die Gathof-Kreuzung zu entlasten. Die Integration eines Radschnellweges wird positiv gesehen, allerdings wird kontrovers diskutiert, ob die r√§umliche Trennung von der Trasse der ehemaligen B448 mehr Vor- als Nachteile mit sich bringt. √úber abwechselnde Baumstellungen und Baumarten sind charakteristische Abschnitte der verschwenkenden Verkehrsachse der B448 ausgebildet. So entstehen Abschnitte √ľberschaubarer L√§nge; ob der Waldpark gegen√ľber der langen Bebauungsflucht im Norden kurzfristig ein gelungenes Bild ergibt, wird kontrovers diskutiert. Der Ideenteil wird in seinen Grundannahmen best√§tigt. Die Erweiterung des Holzmarktes erscheint so umsetzbar. Die Verortung von Feuerwehr und st√§dtischem Bauhof wird positiv besprochen. Die Abst√§nde der Bebauungsfelder zum Verlauf der Trasse B448 sind angemessen und unterst√ľtzen den Charakter eines landschaftlich gepr√§gten Stadteingangs aus S√ľdosten.
Die Ideen zur Ausbildung eines autoarmen Quartiers mit einer aktivierten Quartiersgarage und die Ber√ľcksichtigung des Regenwassermanagements sind sinnvoll. Dem Thema Klimaanpassungsf√§higkeit entspricht der Entwurf in seiner grunds√§tzlichen Haltung. Relativ kompakte Bauk√∂rper und ein auf die nicht motorisierten Verkehre abgestelltes Wegenetz werden positiv bewertet. Die vielen unversiegelten oder entsiegelten Fl√§chen wirken sich ebenfalls positiv aus, die Entwicklung der Waldparks mit Augenmerk auf blau-gr√ľne Infrastruktur zu entwickeln, wird als guter Ansatz gew√ľrdigt. Ein Mobilit√§tshub, der Tiefgaragen unn√∂tig macht, ist aus dieser Sicht sinnvoll.
Die Arbeit wird als eigenständige und gut ablesbare Konzeption wahrgenommen. Insgesamt bietet sie eine robuste Struktur, in deren Rahmen sich alle formulierten Ziele in hervorragender Weise realisieren lassen.
Modell

Modell

Isometrie engeres Planungsgebiet

Isometrie engeres Planungsgebiet

Marktplatz

Marktplatz

Wohnen am Waldpark Nord

Wohnen am Waldpark Nord

Bildungscampus und Wohnen am Waldpark S√ľdI

Bildungscampus und Wohnen am Waldpark S√ľdI

√Ėffentliche R√§ume

√Ėffentliche R√§ume

Morphologie und Nutzungen

Morphologie und Nutzungen

Verkehrskonzept

Verkehrskonzept