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1. Rang 2 / 2

Nichtoffener Wettbewerb | 07/2025

Siedlung Plattenhof Hombrechtikon (CH)

4

2. Rang / 2. Preis

Preisgeld: 35.000 CHF

MMMR Architekten

Architektur

SIMA | BREER GmbH

Landschaftsarchitektur

Confirm AG

Projektsteuerung

2s Schwarber Staub Bauingenieure KlG

Tragwerksplanung

PIRMIN JUNG

Tragwerksplanung

Beurteilung durch das Preisgericht

Das Projekt «Plattengarten» schlägt drei formgleiche Baukörper vor, welche an den Strassenraum anknüpfen und sich in Richtung Freiraum verjüngen. Dadurch entsteht eine räumliche und visuelle Durchlässigkeit zwischen Strasse und Freiraum. Die feinteilige Gliederung der Baukörper fügt sich bezüglich Massstäblichkeit selbstverständlich in die Bebauung der Umgebung ein. Die bestehende Topografie wird im Bereich der Strasse leicht überhöht, sodass die Eingangsbereiche auf Strassenniveau zu liegen kommen und der Strassenbezug (insbesondere im Falle einer Entfernung der Lärmschutzwand in ferner Zukunft) gestärkt wird. Demgegenüber versinkt das Geschoss talseitig leicht, wodurch das Potenzial des bodenebenen Wohnens leider nicht ausgeschöpft werden kann.

Das freiräumliche Konzept überzeugt durch einen sorgfältigen landschaftsräumlichen Ansatz. Die Weiterführung des Baumsaums entlang des Tobelbachs wird schlüssig in die unbebaute südliche Lage innerhalb der Siedlung übertragen. Waldlichtungen werden mit Spiel- und Gemeinschaftsbereichen bespielt und verleihen dem Ort eine atmosphärische Qualität. Entlang der Rütistrasse entsteht durch die Setzung der drei Bauvolumen ein stimmiges Adressierungs- und Begegnungsband, das auch dienende Nutzungen aufnimmt. Die nach Norden orientierten Sommerterrassen vor den Waschräumen stützen das Anliegen der sozialen Begegnung und tragen auf unaufdringliche Weise zur Belebung des Ortes bei. Die Häuser werden von einem Stauden- und Strauchsaum eingefasst, der als Sichtfilter wirkt. Diese landschaftliche Fassung schafft zwar eine angenehme Rahmung, führt jedoch zu einer zu starken Privatisierung des bodennahen Wohnens.

Die beiden Wege zu den Spiel- und Gemeinschaftsbereichen erscheinen in ihrer Gestaltung unbeholfen. Über ihre Länge wird zudem deutlich, wie weit diese Freiräume von den Wohnungen entfernt liegen. In der Folge wirken die gemeinschaftlichen Zonen räumlich wie sozial zu stark vom Wohnen entkoppelt.

Die Wohnungen der drei Bauten sind als Vierspänner organisiert und erhalten durch die geschickte Staffelung des Baukörpers eine mehrseitige Ausrichtung. Die Grundrisse entsprechen in hohem Masse den Anforderungen des Programms und den Wünschen der Baugenossenschaft (z. B. «Plus-Wohnungen») und bestechen räumlich wie funktional: Eine fliessende gemeinschaftlich genutzte Raumfolge spannt sich vom Eingang bis zur Loggia und eröffnet trotz begrenzter Flächen grosszügige Raumerfahrungen, eine gute Möblierbarkeit und vielseitige Ausblicke in die Umgebung. Geschickt gesetzte Türen und Eckfenster erweitern die Raumbezüge. Alles in allem entsteht auf kleiner Fläche ein reichhaltiges Raumangebot mit einer hohen Nutzungsflexibilität. Während die Wohnungsgrundrisse durch ihre gute Ausarbeitung und Qualität bestechen, werden diese Qualitäten jedoch in den vertikalen Erschliessungen vergeblich gesucht. So sind die Treppenhäuser künstlich belichtet, verfügen nur über die durch den Brandschutz vorgegebenen, miminalen Dimensionen und laden nicht zum Verweilen ein.

Die Konstruktion und Fassadengestaltung sind ebenso stimmig entwickelt. Insbesondere die Strassenansicht zeigt trotz lärmoptimierter Grundrisse ein attraktives Gesicht.

Das Projekt hat den kleinsten Fussabdruck und benötigt verhältnismässig wenig unterbaute Fläche. Da die Tiefgarage im Vergleich aber ein Geschoss tiefer zu liegen kommt, ist deren Erreichbarkeit insbesondere für Velos erschwert. Ökonomisch schneidet das Projekt gut ab.

Auch aus Sicht Lärmschutz wurde das Projekt so entworfen, dass alle Grundrisse lärmoptimiert gestaltet und damit die Lärmanforderungen komplett erfüllt wurden.

Mit grossem Engagement wird ein einfaches, klares städtebauliches Konzept konsequent entwickelt und schafft attraktive, räumlich und funktional vielfältige Wohnungen im gegebenen ländlichen Kontext. Ebenso überzeugt das übergeordnete Freiraumkonzept durch eine klare landschaftsräumliche Haltung. Seine sozialräumliche Wirksamkeit wird jedoch im Hinblick auf genossenschaftlichen Wohnungsbau kritisch hinterfragt.
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