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Nichtoffener Wettbewerb | 08/2022

Siedlungsentwicklung Schönefeld-Nord

Lageplan M 1:2500

Lageplan M 1:2500

1. Preis

Preisgeld: 55.000 EUR

REICHER HAASE ASSOZIIERTE GmbH

Stadtplanung / Städtebau

Carla Lo Landschaftsarchitektur

Landschaftsarchitektur

Lindschulte Ingenieurgesellschaft mbH

Verkehrsplanung

Erläuterungstext

Entwurfsidee
Die zuk√ľnftige Entwicklung Sch√∂nefelds schafft eine neue Identit√§t aus der Verbindung bestehender Strukturen und neuer Gr√ľn- und Stadtr√§ume.
Das freie Feld in der dynamischen Stadtregion zwischen Flughafen, Flughafen-Bahnhof im S√ľden historischem Zentrum im Westen und Berlin im Norden bietet Potenziale f√ľr eine verantwortungsvolle, nachhaltige Entwicklung. Ausgehend von den bestehenden Strukturen der Gr√ľnachsen, der Erschlie√üungsstra√üen, der zuk√ľnftigen U-Bahn, dem Mauerpark, dem Landschaftspark und dem bestehenden Zentrum wird eine neue Stadt-Landschaft gewoben. Die beiden zentralen Elemente neuer Identit√§t sind urbane Dichte und vielf√§ltiges Stadtgr√ľn.
Unterschiedliche Quartierseinheiten bilden ein Gesamtnetz, das von verschiedenen Gr√ľnbereichen durchzogen ist. Das gr√ľne Netz besteht aus zwei wesentlichen Ost-West-Verbindungen, die Teil eines dichten Netzes sind. Zum einen die landschaftlich gepr√§gte Ost-West-Verbindung vom Landschaftspark Rudow Altglienicke zu ‚ÄěIn den Gehren‚Äú mit dem Mauerpark im Norden und zum zweiten die s√ľdlich davon verlaufende zentrale Freizeitachse, die sich aus dem Bayangolpark in Richtung Osten entwickelt. Diese beiden √ľbergeordnete Gr√ľnz√ľge werden mittels unterschiedlich programmierten Nord-S√ľd Achsen verbunden und durchzogen. Im zentralen Bereich entsteht ein gro√üz√ľgiges Freiraumfeld, das einerseits im Umfeld des Gymnasiums zentrale Freizeit- und Sozialeinrichtungen aufnimmt, als auch Raum f√ľr √ľbergeordnete Sportnutzungen bietet.
Das Zentrum am Rathaus Sch√∂nefeld wird √ľber die Hans Grade Allee nach Osten zum Bahnhof weitergef√ľhrt. Es entsteht ein Knochenprinzip mit einem neuen Schwerpunkt im Bahnhofsumfeld, das die zentralen Versorgungsfunktionen bereitstellt.
Quartiersentwicklung
Die einzelnen Quartiere ermöglichen eine lebendige Mischung unterschiedlicher Funktionen in einem autoarmen, ressourcenschonenden und nachhaltigen Umfeld. Je nach Lage der Quartiere entsteht ein unterschiedlicher Mix von Nutzungen und Typologien auf flexiblen Baufeldern. Wohnen, Arbeiten und Versorgung sind in vertikalen Nutzungsmischung, in fußläufiger Erreichbarkeit verbunden.
Alle Quartiere werden von Gr√ľn und einer urbanen Achse umfasst. Sie sind an einer der zentralen Erschlie√üungsachsen aufgeh√§ngt. Jedes Quartier verf√ľgt √ľber einen gr√ľn gestalteten Quartiersplatz im Inneren, der an den √ľbergeordneten Freiraum mit identit√§tsstiftenden Spielpl√§tzen angebunden ist. Ein besonderes Geh√∂lzsortiment sowie M√∂blierung schafft identit√§tstiftende und atmosph√§rische Qualit√§ten in den Quartieren. Untereinander sind die Quartiere √ľber Rad- und Fu√üwegachsen miteinander verwoben, um umweltfreundliche und gesunde Mobilit√§t zu f√∂rdern. Zu den Hauptschlie√üungsachsen gibt es eine starke r√§umliche Fassung. In Richtung des √ľbergeordneten Gr√ľnzugs verschmelzen Freiraum und Wohnbereich, indem Bauk√∂rper und Freir√§ume miteinander verwoben werden.
Bahnhofsumfeld
Der zentrale Bereich im Umfeld des Bahnhofs stellt das Zentrum des neuen Stadtteils da. In diesem Bereich mit der höchsten baulichen Dichte befindet sich das neue Rathaus und der Versorgungsbereich. Dieser Bereich erstreckt sich entlang der Hans Grade Allee nach Westen und in der höchsten baulichen Dichte bis zur Pestalozzistraße westlich des Stadtplatzes. Der urbane Stadtplatz bildet an der Schnittstelle von urbaner Achse, Hans Grade Allee und Pestalozzi Straße den Schnittpunkt und die zentrale Adresse. Bauliche Hochpunkte markieren das Zentrum des neuen Stadtteils.
Am Bahnhof werden die unterschiedlichen Mobilit√§tsfunktionen geb√ľndelt. Bahn, U-Bahn und Buslinien werden √ľber ein dichtes Netz von Fu√ü- und Radwegen in das Quartier verwoben. Quartiersgaragen in Form von multifunktionalen Mobilit√§tshubs b√ľndeln den ruhenden Verkehr und Umsteigem√∂glichkeiten.
Nutzungen
Die Gesamtentwicklung schafft eine lebendige und kleinteilige Nutzungsmischung. Im Umfeld der Hans Grade Allee, insbesondere im Bereich des Stadtplatzes, erfolgt die st√§rkste Nutzungsdurchmischung mit dem h√∂chsten Anteil von Arbeiten und Versorgung. Insbesondere in diesem Bereich erm√∂glichen aktive Erdgeschosszonen einen urbanen Charakter. Hier sind wahlweise Dienstleistungen, B√ľror√§ume, Co-Working-Spaces, Gesundheitsdienstleistungen, sowie Lebensmittel- und weiterer Einzelhandel verortet. Diese Versorgungsbereiche mit aktiven Erdgeschosszonen konzentrieren sich um den Stadtplatz und in Richtung des bestehenden Rathauses Sch√∂nefeld. Entlang der Hans Grade Allee wird der Zentrumsbereich an den bestehenden Zentrumsbereich Sch√∂nefelds im Westen angebunden. Die Obergeschosse erm√∂glichen urbanes Wohnen, Micro-Flats und tempor√§res Wohnen.
Entlang der Bahn im S√ľdosten und begleitend zur Waltersdorfer Chaussee entwickelt sich der gewerbliche Schwerpunkt. Insbesondere als entlang der Bahn entsteht das Aush√§ngeschild des neuen Stadtteils. Ein bunter Mix an produktiven Unternehmen bietet vielf√§ltige Arbeitspl√§tze.
Der Bildungs- und Freizeitschwerpunkt erstreckt sich zwischen urbane Achse (U-Bahn Linie) und Planstraße E2 im Freiraumfeld. Hier befinden sich Gymnasium, Grundschule, Veranstaltungshalle, Sport und Freibad. Über die urbane Achse ist dieser freiräumliche Zentrumsbereich mit dem urbanen Zentrum am Bahnhof verbunden.
Wohntypologien
Die einzelnen Quartiere werden gepr√§gt durch unterschiedliche Wohnformen, in Verbindung mit einer kleinteiligen Mischung aus Arbeiten und Versorgung. Mit durchschnittlich vier Vollgeschossen orientieren sind die Geb√§ude an der durchschnittlichen Geschossigkeit der angrenzenden urbaneren Wohnquartiere. Die Mehrfamilienh√§user sind √ľberwiegend drei- bis viereinhalbgeschossig und in besonderen st√§dtebaulichen Situationen f√ľnf- bis siebengeschossig.
Insgesamt k√∂nnen im Zukunftsquartier ca. 5.215 Wohneinheiten f√ľr ungef√§hr 9.300 EinwohnerInnen realisiert werden. Ein breites Angebot verschiedener Wohntypologien bietet eine Vielzahl an Wohnqualit√§ten f√ľr verschiedene Nutzergruppen.
Einfamilienh√§user sind in verdichteter Form als schmale, zweieinhalb bis dreieinhalbgeschossige Stadth√§user konzipiert. Wahlweise k√∂nnen hier die Stadth√§user des Typs Maisonette als gestapelte Wohnungen mit Einfamilienhausqualit√§t dazugez√§hlt werden. Ein breiter Mix unterschiedlicher Sp√§nnertypen sorgt f√ľr ein heterogenes Stadtbild mit hoher Kleinteiligkeit. Im Zentrumsbereich dominiert urbanes Wohnen, erg√§nzt durch Sonderwohnformen, wie Micro-Apartments, Co-Housing und Seniorenwohnen. Cluster-Wohnen und verschiedene Wohngemeinschaftstypen schaffen im gesamten Stadtteil alternative Wohnangebote in allen Quartieren. In allen Baufeldern wird ein flexibler Mix verdichteter Einfamilienh√§user und unterschiedlicher Wohnungstypen verbunden. Kleinteilige Cluster von freiraumbezogenem Geschosswohnungsbau pr√§gt die offenen √úberg√§nge der Quartiere zum Freiraum.
In allen Wohntypologien spielt das bezahlbare Wohnen eine gro√üe Rolle. Gef√∂rdertes und preisged√§mpftes Wohnen erm√∂glicht in allen Quartieren eine soziale Durchmischung. Konzeptvergaben erm√∂glichen Baugruppen und Genossenschaften die Beteiligung in der Grundst√ľcksvergabe.
Freiraumtypologien
Der Freiraum bildet das Grundger√ľst des neuen Stadtteils. Unterschiedliche Freiraumdimensionen und -funktionen schaffen vielf√§ltige Atmosph√§ren und Angebote f√ľr einen gr√ľnen und klimabewussten neuen Stadtteil.
Der Mauerpark im Norden wird in seiner historischen Dimension erlebbar und als extensiver Landschaftspark interpretiert. Hier wird Weite und die Geschichte sp√ľrbar. Durch Vor- und R√ľckspr√ľnge der Baukanten entsteht eine klare, aber lebendige Parklandschaft am Kolonnenweg. Der produktive Rand aus Obstgeh√∂lzen unterst√ľtzt die klare Gliederung und schafft einen erlebbaren √úbergang zwischen Mauerpark und Wohnbebauung. In diesem werden neben der dezentralen Entw√§sserung in den Quartieren geb√ľndelte Entw√§sserungsbereiche zur Retention und Versickerung angelegt.
Das Spielband verl√§uft als √ľbergeordneter Gr√ľnzug in Ost-West-Richtung und dockt direkt an den Bayangolpark an. Parallel zum Mauerpark verbindet er alle Quartiere miteinander. Durch seine intensive Ausgestaltung als Freizeitachse deckt er die Bed√ľrfnisse nach wohnungsnahen Freiraumqualit√§ten im direkten Wohnumfeld ab. Kleinere Quartiers-Spielpl√§tze, frei bespielbare Rasenfl√§chen sowie Geh√∂lzgruppen gliedern diesen. Als Spiellandschaft und quartiers√ľbergreifender Treffpunkt zugleich verwebt er dar√ľber hinaus die neuen Quartiere mit der bestehenden Bebauung.
Der Seepark rund um den Sch√∂nefelder See fungiert als zentraler Park des Stadtteils. Als gemeinsamer Knotenpunkt der einzelnen Gr√ľnachsen und direkt an der urbanen Achse gelegen, verdichten sich hier die Aktivit√§ten und Nutzungen rund um den See. Der See schafft mit seinen atmosph√§rischen Qualit√§ten eine besondere Identit√§t f√ľr den gesamten Stadtteil. Entlang der urbanen Achse b√ľndeln sich die st√§dtischen Aktivit√§ten entlang einer harten Wasserkante mit Freilichtb√ľhne. Die weiche naturnah bepflanzte Uferkante tr√§gt mit ihren hohen √∂kologischen Qualit√§ten zum Mikroklima bei. Der Seepark wird zum gr√ľnen Pendant des urbanen Zentrums am Bahnhof. Auch √ľbergeordnete Sport- und Freizeitanlagen wie Sportfl√§chen sind hier in direkter N√§he zur Schule, Kindergarten, Freibad integriert.
Das Wilde Band, die Urbane Achse und das Parkband lauten die drei differenzierten Nord-S√ľd-Gr√ľnverbindungen, die den Stadtteil mit dem Mauerpark verbinden. Die unterschiedliche Ausgestaltung schafft unterschiedliche atmosph√§rische Qualit√§ten und Nutzungsanreize. Sie vervollst√§ndigen das gr√ľne Netz und tragen mit ihrer identit√§tsstiftenden Gestaltung zur Wiedererkennbarkeit bei.
Die Gr√ľnen Quartierspl√§tze im Inneren bringen gr√ľne Qualit√§ten in die Quartiere. Ein besonderes Geh√∂lzsortiment, ein hoher Gr√ľnanteil auf Aufgenh√∂he sowie eine spezifische M√∂blierung tragen zu einem guten Mikroklima sowie guten Nachbarschaftsklima bei.
Energie, Klima, Entwässerung
Der zukunftsfähige und klimagerechte Stadtteil setzt höchste Standards in Bezug auf nachhaltige Stadtentwicklung.
Ein zentrales Element ist die wassersensible Stadtplanung, die aus stadtklimatischen, √∂kologischen und atmosph√§rischen Gesichtspunkten sowie zur Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels alle Teilbereiche des neuen Stadtteils ber√ľhrt: von den begr√ľnten Dachfl√§chen, √ľber Stra√üenr√§ume bis zu den Gr√ľnr√§umen.
Dachfl√§chen werden wahlweise als semi-intensive Retentionsgr√ľnd√§cher, als unbegr√ľnte, helle D√§cher mit Regenspeichern f√ľr Betriebswasser (Gartenbew√§sserung, optional Toilettensp√ľlung) oder als intensive Gr√ľnd√§cher ausgef√ľhrt. Abfl√ľsse von Gr√ľnd√§chern werden in den Innenbereichen der Bl√∂cke, den Nachbarschaftsh√∂fen dezentral in Retentionsfl√§chen versickert, die von Regenspeichern gedrosselt abgeleitet. Dar√ľber hinaus kann weiteres Niederschlagswasser √ľber lineare Entw√§sserungsmulden entlang der Nebenerschlie√üungen und √ľber die Gr√ľnachsen versickert und abgef√ľhrt werden. Der n√∂rdlich an den Stadtteil angrenzende Produktive Rand vor dem Mauerpark integriert einen eingetieften Bereich mit weiterem Retentionsvolumen. Geringe Querschnittsbreiten, viel Stra√üengr√ľn und gro√ükronige Geh√∂lze, durchl√§ssig befestigte Stellpl√§tze, Tiefbeete und Entw√§sserungsmulden in den Nebenstra√üen pr√§gen den √∂ffentlichen Freiraum.
Im Bereich der urbanen Ache wird das Regenwasser mittels Schwammstadtprinzip und Tiefbeeten versickert. Innerhalb der gr√ľnen Quartiere schaffen neue Baumreihen auch aus dem Klimabaumsortiment Identit√§t und Orientierung.
Der energetischen Versorgung im Sinne eines sich selbst versorgenden Quartiers umfasst ein differenziertes Angebot. Eine solarenergetische Dachfl√§chennutzung der Privath√§user wird empfohlen. Die gro√üfl√§chigen Quartiersgaragend√§cher sollen √ľber Photovoltaikanlagen ausreichend Strom f√ľr die eigenen E-Ladestationen bereitstellen.
Die neuen Geb√§ude sollen aktuellen Energiesparstandards entsprechen. √úber ein eigenes, quartiersinternes Nahw√§rmenetz wird die W√§rmegrundlast √ľber Biomethan-Blockheizkraftwerke mit Spitzenlastkessel in den Quartiersgaragen bereitgestellt. Der in den BHKW erzeugten Strom wird in das Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist. Weiterhin sind W√§rmepumpen und ein W√§rmenetz geplant, welches √ľber ein Geothermiekraftwerk gespeist wird.
Gro√üz√ľgige Freir√§ume, der Erhalt gro√üfl√§chiger Bestandsvegetation und eine aufgebrochene Blockrandstruktur erm√∂glichen eine K√ľhlung und Durchl√ľftung des Quartiers. Ein hoher Anteil √∂ffentlicher Gr√ľnfl√§chen mit √ľppiger, verdunstungsstarker Vegetation tr√§gt zur Klimaregulation bei. Zahlreiche Stra√üenb√§ume tragen mit Beschattung und Verdunstung zur Klimavorsorge bei. Eine Vielzahl an Wasserfl√§chen verbessern durch ihre Verdunstungsk√ľhlung das Mikroklima im Stadtteil. Der Austausch von Frischluft mit den angrenzenden Landschaftsparks ist √ľber breite Gr√ľnachsen gesichert.
Die graue Energie und die Ressourcen im Stadtteil sollen sparsam und zyklisch genutzt werden. Hierzu werden Standards zu nachhaltigen Baumaterialen und deren Einsatz gesetzt.
QuartiersApps und digitale Angebote im Quartier werden fr√ľhzeitig mitgedacht. Durch sie k√∂nnen Energiestr√∂me, Ressourcen- und Baumaterialen, sowie die Mobilit√§t gesteuert werden. Dar√ľber hinaus erm√∂glichen sie die Vernetzung der Bewohner*Innen und soziale teilhabe.
Erschließung
Die Konzeption strebt ein multimodales sowie stadt- und klimagerechtes Mobilitätskonzept mit Fokus auf den Umweltverbund an.
Innerhalb des Quartiers erm√∂glichen zwei Haupt-Radwege die einfache barrierefreie Ost-West Durchquerung mit dem Fahrrad. Davon abgehend verlaufen innerhalb der gr√ľnen Achsen Fahrradwege nach Norden und S√ľden und verbinden den Stadtteil √ľber den Mauerpark mit den Bestandsstrukturen im Norden. Die Fahrradachse in der Urbanen Achse nimmt die Fahrradwege aus de Berlin im Norden auf und f√ľhrt sie durch das neue Gebiet nach S√ľden. Dazu wird eine neue Br√ľcke den aus der Urbanen Achse √ľber den Bahnhof nach S√ľden geschlagen.
Die kleinteilige Erschlie√üung f√ľr Fu√üg√§nger*Innen und Radfahrer*Innen erfolgt √ľber die Gr√ľnz√ľge und als durchl√§ssige Verbindung zwischen den Quartieren. Sie sind √ľbergeordnet √ľber die Gr√ľnz√ľge und Landschaftsparks an die Umgebung angebunden. Der zentrale Erschlie√üungsstrang ist die urbane Achse f√ľr Fu√üg√§nger*Innen und Radfahrer*Innen mit den beiden U-Bahn-Stationen am Gr√ľnen Zentrum und am Bahnhof.
Die Erschlie√üung f√ľr den Pkw-Verkehr erfolgt entlang zweier, weitgehend voneinander getrennten Systeme √ľber die Hans Grade Allee und die geplante Planstra√üe E. Diese beiden Alleen bilden das Grundger√ľst der Fahrerschlie√üung. Von diesem Grundger√ľst aus werden die einzelnen Quartiere √ľber Schleifen erschlossen, welche (nur) f√ľr den Fu√ü- und Radverkehr untereinander verbunden sind. Die geplante Planstra√üe E2 dient als Verbindung f√ľr den Bus- und Radverkehr. Eine Fahrerschlie√üung f√ľr den Pkw-Verkehr ist m√∂glich, aber nicht notwendig. Stellpl√§tze im √∂ffentlichen Raum der Quartiere werden auf Behindertenstellpl√§tze reduziert, um ein autoarmes Wohnumfeld zu schaffen. Durch diese Prinzipien soll m√∂glichst wenig (Durchgangs-) Verkehr innerhalb des Stadtteils und entlang der sensiblen Bebauung entstehen. Eine Verbindung zwischen den Erschlie√üungsachsen stellt die Rudower Chaussee innerhalb des Quartiers und die Waltersdorfer Chaussee am Quartiersrand dar.
Der ruhende Verkehr ist im gesamten Quartier in an den Eingangsbereichen verorteten Quartiersgaragen organisiert. Das Besucherparken ist in den Quartiersgaragen und in Teilen entlang der großen Haupterschließungsschlaufen fahrbahnbegleitend organisiert. Zentrale Knoten- und Umsteigepunkte sind die Quartiersgaragen, die als Mobilitätshubs mit ergänzenden Funktionen ausgestattet werden. Ein engmaschiges Netz aus (Lasten-)Bike- und Carsharingstationen ergänzt die Quartiersgaragen.

Beurteilung durch das Preisgericht

Der Entwurf √ľberzeugt durch eine gut proportionierte Gliederung des Entwicklungsgebiets mittels eines Grundger√ľstes aus Gr√ľnz√ľgen und urbanen Achsen. Insbesondere die Vernetzung der neuen Gr√ľnstrukturen als auch deren Weiterentwicklung in die umgebenden Stadt- und Landschaftsr√§ume wird positiv bewertet. Auch die r√§umliche Dimensionierung und Positionierung der Gr√ľnachsen wird positiv bewertet.

Den Verfasser*innen gelingt es in besonderem Ma√üe, bestehende Bebauungsstrukturen in ein neues Gesamtbild f√ľr Sch√∂nefeld-Nord zu integrieren. Die Baustrukturen n√∂rdlich der Planstra√üe E weisen ein ausreichend eigenes st√§dtebauliches Gewicht aus und bilden eine angemessene bauliche Kante zum Gr√ľnraum des Mauerparks. Die vorgesehenen Wohntypologien erm√∂glichen die Ausbildung unterschiedlicher Wohnformen und -qualit√§ten. Die Lage der Kitas und Schulen ist gut gew√§hlt.

Die terti√§re Schwerpunktsetzung hinsichtlich eines urbanen Charakters an der Hans-GradeAllee wird kritisch hinterfragt. Da die urbane Achse der zuk√ľnftigen U7-Trasse weitaus h√∂here Aufenthaltsqualit√§ten erwarten l√§sst, sollte insbesondere in diesem Bereich ein Augenmerk auf aktivierende Erdgeschosszonen gelegt werden.

Die unterschiedlichen Freiraumqualitäten sind in ihrer Dimensionierung und Ausgestaltung angemessen und lassen hohe Aufenthaltsqualitäten erwarten. Die kleinen Quartiersplätze sind gut dimensioniert, werden jedoch stark von den Quartiersgaragen dominiert. Hier sind möglichst alternative, gemeinschaftliche und soziale Nutzungen in den Erdgeschossen vorzusehen.
Der zentrale Park mit der Verkn√ľpfung von Bildungs- und Freizeiteinrichtung sowie dem Anschluss der zentralen Nord-S√ľd-Achse an den Mauerpark wird als sehr gelungen bewertet, allerdings wird die Ausbildung der gro√üen Wasserfl√§che an dieser Stelle als unrealistisch eingesch√§tzt.

Die st√§dtebauliche Setzung des Bahnhofsplatzes ist √ľberzeugend, die r√§umliche Positionierung des √ľberdachten Busbahnhofes wird aus funktionaler Sicht positiv bewertet. Allerdings erscheint der Bauk√∂rper des neuen Rathauses als zu klein. Zur Erschlie√üung der Fu√üg√§nger- und Radfahrerbr√ľcke fehlen Aussagen, ebenso trifft der Entwurf keine Aussagen zur √úberquerung der Bundesstra√üe B96a/Mittelstra√üe.

Die Herabstufung der Planstra√üe E2 hinsichtlich der Durchl√§ssigkeit f√ľr den motorisierten Individualverkehr (MIV) wird kontrovers diskutiert. In jedem Fall ist eine, gegebenenfalls auch nur zeitweise Nachjustierung innerhalb des vorgeschlagenen Erschlie√üungssystems m√∂glich, ohne dass durch den Ausbau der Planstra√üe E2 f√ľr den motorisierten Individualverkehr ein Widerspruch zur st√§dtebaulichen und verkehrlichen Gesamtkonzeption des Entwurfes erkennbar w√§re.

Der Entwurf kombiniert ein robustes st√§dtebauliches Grundger√ľst mit hohen freir√§umlichen Qualit√§ten und kann als koh√§rente Grundlage f√ľr die anstehende Entwicklung von Sch√∂nefeld-Nord √ľberzeugen.
Lageplan M 1:1000

Lageplan M 1:1000

Vertiefungsbereich Zentrum M 1:500

Vertiefungsbereich Zentrum M 1:500

Vertiefungsbereich Auftakt Nord M 1:500

Vertiefungsbereich Auftakt Nord M 1:500

Leitbild

Leitbild

Schwarzplan

Schwarzplan

Freiraum

Freiraum

Nutzungen

Nutzungen

Gesamtentwicklung

Gesamtentwicklung

Perspektive - Blick Urbane Achse auf Zentrum

Perspektive - Blick Urbane Achse auf Zentrum

Perspektive - Blick aus dem Seepark auf die Urbane Achse

Perspektive - Blick aus dem Seepark auf die Urbane Achse

Schnitt Zentrum, Nord-S√ľd

Schnitt Zentrum, Nord-S√ľd

Schnitt Zentrum, West-Ost

Schnitt Zentrum, West-Ost

Schnitt Auftakt Nord, Nord-S√ľd

Schnitt Auftakt Nord, Nord-S√ľd

Schnitt Auftakt Nord, West-Ost

Schnitt Auftakt Nord, West-Ost