Einladungswettbewerb | 12/2024
Siemens Campus Erlangen
©Fink+Jocher/Uniola
WB Erlangen - Lageplan 1
2. Preis
Preisgeld: 40.000 EUR
Fink+Jocher Gesellschaft von Architekten und Stadtplanern mbH
Stadtplanung / Städtebau
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Verfasser:
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Mitarbeitende:
Aldis Pahl, Sven Grothues, Ulrich Binder, Adrian Roßner, Lea-Julie Royal, Mafalda Neves, Zeynep Argat
Landschaftsarchitektur
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Verfasser:
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Mitarbeitende:
Visualisierung
Erläuterungstext
Ziel des Wettbewerbs war es, neben der städtebaulichen Erweiterung des Siemens Campus, ein Konzept für einen qualitativ hochwertigen Freiraum im Außenbereich zu entwickeln. Der Freiraum des neuen Stadtquartiers verbindet ökologische Aspekte mit einem ästhetischen Erlebnis in einem Netzwerk aus „lebendigen“ Räumen.
Die räumliche Proportion zwischen den bebauten Volumen und den Freiräumen ist nach Einschätzung der Jury sehr gelungen. Besonders überzeugend ist der zentrale Park, der durch seine angemessene Dimension sowie die gelungene räumliche und funktionale Gestaltung an beiden Enden hervorsticht. Der Grünraum verleiht dem Wohnquartier ein starkes, identitätsprägendes und orientierungsstiftendes Erscheinungsbild.
Beurteilung durch das Preisgericht
Der Entwurf findet beim Preisgericht hohe Anerkennung für die schlüssig präsentierte, selbstverständlich und präzise gesetzte Komposition des neuen Quartiers, das sich städtebaulich in vielen Belangen angemessen in die vorhandene Situation einfügt. Die „Einfachheit“ des Konzepts mit einer klaren Zonierung ist überzeugend, Die räumliche Proportion zwischen Bebauten Volumen und Freiraum ist sehr gut. Die Qualitäten und Achsen des Siemens Campus werden sinnfällig fortsetzt, nach Süden werden ein überzeugender urbaner Abschluss zur HenriDunant-Straße und im Osten ein räumlicher Übergang zur Brucker Lache gefunden, der auch in seiner Funktion als Frischluftschneise geschickt und überzeugend gelöst ist. Nicht zu überzeugen vermögen der Auftakt an der Günther-Scharowsky-Straße und das Fehlen eines Abschlusses der westlichen Grünachse. Der zentrale Park überzeugt durch seine angemessene Dimension und gelungene räumliche und funktionale Fassung an beiden Enden. Der Grünraum gibt dem Wohnquartier ein starkes, Identität prägendes und Orientierung schaffendes Gesicht. Kontrovers wird jedoch diskutiert, inwiefern die strenge Grundform mit beidseitigen Wegachsen im richtigen Verhältnis zum Quartier steht und nicht ggf. eine Differenzierung der Räume den Maßstab des Nutzungsbedarfs besser treffen würde.
Das Verhältnis zwischen privaten Höfen und öffentlichem Park ist räumlich und programmatisch sehr gelungen. Die Blockstrukturen sind in ihrer Maßstäblichkeit eine große Stärke des Entwurfs. Die Verbindung der Innenhöfe in Ost-West-Richtung bildet eine interessante halböffentliche Sphäre. Hier könnten jedoch weitere Öffnungen im Block, auch zum Park hin, mehr Vielfalt herstellen.
Die Höhenstaffelung wird kontrovers diskutiert und in ihrer wirtschaftlichen Umsetzbarkeit angezweifelt. Statt ausschließlich dieses Instruments zur Auflockerung der Struktur vermisste das Preisgericht mancherorts ein Aufbrechen der im Grundriss zu strengen Grundform, mit zu einheitlichen Zwischenräumen und Gassen. Noch nicht abschließend überzeugend ist die Lösung der Rettungswege, für das aber das erforderliche Potential erkannt wird. Gleichermaßen noch nicht abschließend gelöst sind die gegenseitigen Schallbelastungen in den gemischt genutzten Blöcken und die Kapazität für PKW-Stellplätze.
Insgesamt wertet das Preisgericht den Entwurf als konsequenten Beitrag, dessen konzeptioneller und struktureller Ansatz die Umsetzung der wesentlichen funktionalen Anforderungen und die Sensibilität für den Kontext liefert.
©Fink+Jocher/Uniola
WB Erlangen - Perspektive Innenhöfe
©Fink+Jocher/Uniola
WB Erlangen - Perspektive Parkanlage
©Fink+Jocher/Uniola
WB Erlangen - Axonometrie