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Nichtoffener Wettbewerb | 08/2007

Skanstes Street

1. Preis

Eller + Eller Architekten

Architektur

GTL Landschaftsarchitektur Triebswetter, Mauer, Bruns Partner mbB

Landschaftsarchitektur

DS-Plan AG

Architektur

ErlÀuterungstext

Wettbewerb Skanstes Street, Riga
Internationaler Wettbewerb, 2007 – 1. Preis


Bauherr / Auslober
Merks Ltd, Riga

Architekt
Eller + Eller Architekten, DĂŒsseldorf | Berlin | Moscow | Kiew

BGF
143.000 mÂČ

Planungsgebiet
36.100 mÂČ


Das Wettbewerbsgebiet bildet eine ErgĂ€nzung zu der bereits in Planung befindlichen Umgebung. Der Block wird zum Anziehungspunkt fĂŒr Business, Retail und Freizeit ergĂ€nzt durch attraktives Wohnen, einem Hotel am neuen Stadtplatz und einer auf die großen MaßstĂ€be bezogenen Freiraumplanung.

Die zukĂŒnftige Bebauung soll

- zu einer stĂ€dtebaulichen Aufwertung des Standortumfeldes fĂŒhren und als architektonischer Akzent in exponierter Lage wahrgenommen werden.

- sich in die vorhandenen und geplanten Strukturen einpassen und diese weiterfĂŒhren.

- eine bedarfsorientierte ErgÀnzung der vorhandenen Bebauung darstellen.

Ein wesentlicher Punkt bei der Planung ist die Sicherstellung einer standortspezifischen, stÀdtebaulichen QualitÀt. Bei der Einpassung der GebÀude in die Gesamtlösung werden
bereits vorhandene Strukturen unter BerĂŒcksichtigung der kĂŒnftigen Entwicklung der umliegenden Bereiche eingebettet.
Die stĂ€dtebauliche Lösung soll MaßstĂ€be setzen und sich in abwechslungsreicher moderner Struktur und ansprechender QualitĂ€t prĂ€sentieren.

StÀdtebauliches Konzept:
Das stĂ€dtebauliche Konzept entwickelt sich aus diesen Anforderungen und nutzt die besondere topographische Situation und die BodenverhĂ€ltnisse aus. Die GebĂ€ude prĂ€sentieren sich auf einer angehobenen Ebene und richten sich nach Nord Westen in Richtung der ĂŒbrigen Blöcke aus, dies fĂŒhrt zu einer ausgewogenen Belichtung der GebĂ€ude und es entstehen Ein und Ausblicke in und aus dem Block. Die Anordnung der GebĂ€ude ermöglicht einen Durchblick von Osten nach Westen Richtung Block No.15. Dies bildet die Haupterschließungsachse im Block, weitere Blickbeziehungen entstehen entlang der Skanstes Street von SĂŒden nach Norden. Die Architektur stellt eine, dem großen Maßstab des Gebietes entlang Skanstes Street angemessene, bauliche Geste dar.

Höhenentwicklung:
Hotel und Wohnbebauung bilden Hochpunkte an den Außenbereichen des Planungsgebietes. Aus der Anordnung der GebĂ€ude und der Höhenentwicklung entstehen verschiedene visuelle EindrĂŒcke des Planungsgebietes. Der Block wird unterschiedlich erlebbar, von innen als auch von Außen im StĂ€dtebaulichen Kontext.
Entlang der Skanstes Street entsteht mit dem BĂŒrogebĂ€ude auf Stage B eine Staffelung ansteigend in West Ost Richtung, in der zweiten Reihe verlĂ€uft die Höhenentwicklung der BĂŒrogebĂ€ude Stage D gegenlĂ€ufig in Richtung Ost West mit der Ausbildung eines Hochpunktes in GegenĂŒberstellung zur Wohnbebauung.

Freiraumplanung:
Im Innern entstehen Höfe und PlĂ€tze zwischen den GebĂ€uden die den Block auch hier unterschiedlich erlebbar machen, entlang einer inneren Erschließungsachse auf zwei Ebenen kommt man in die jeweiligen Nutzungsbereiche. FußlĂ€ufige Erschließung und Verkehr sind vertikal von einander getrennt, der Verkehr taucht ab und verteilt sich ĂŒber die Haupterschließung zu den einzelnen Stages.

Grundidee der Freiraumentwicklung ist die Herausarbeitung einer ĂŒbergreifenden, universellen Struktur, welche sowohl VerknĂŒpfungen zwischen den Bereichen schafft, als auch den TeilrĂ€umen einen eigenstĂ€ndigen Charakter verleiht. Platz und GrĂŒnstrukturen gehen hierbei eine Symbiose ein. Durch Verdichtung und Verzahnung der Elemente gelingt es PlatzrĂ€ume und Wohnhöfe nebeneinander auszubilden, ohne eine Trennung zu etablieren.
Störungen im System bilden das zentrale Holzdeck und die auskragenden Aktionsfelder. WÀhrend das Holzdeck als verbindendes Strukturelement eine gemeinsame Mitte des Quartiers ausbildet, orientieren sich die Plattformen zum umgebenden Stadtraum. Diese spielen mit den Höhenunterschieden und schaffen exponierte Positionen zum sitzen, verweilen und spielen, mit ungewöhnlichen Ausblicken.

Erschließung und Verkehrskonzept:
Die Haupterschließung erfolgt von der geplanten Straße nordöstlich des Planungsgebietes zwischen den Stages C und D. Hier wird die Verkehrserschließung von der fußlĂ€ufigen Erschließung getrennt. Neben der Vorfahrt fĂŒr das Hotel und einem Taxistellplatz vor dem BĂŒrogebĂ€ude Stage D wird der Verkehr zum Sockelbereich gefĂŒhrt.

Eine großzĂŒgig terrassierte Treppenanlage ermöglicht den fußlĂ€ufigen Zugang zu den Nutzungseinheiten auf der oberen Ebene und vermittelt einen reprĂ€sentativen Eindruck des Ortes im Innern mit Blickbeziehung durch den Block hin zur geplanten Nachbarbebauung.
Neben der Haupterschließung im Osten werden weitere fußlĂ€ufige Querverbindungen zu den angrenzenden Gebieten angeboten. Der öffentliche Charakter wird hierdurch betont.
Eine weitere Verkehrserschließung erfolgt von Nordwesten zwischen Stage A und D.

Die HauptzugÀnge der GebÀude erfolgt von der internen Achse aus und von den Höfen, weitere NebeneingÀnge ermöglichen aber auch den barrierefreien Zugang von der Strasse.
Die ParkplÀtze sind an die Zugangsbereiche und die einzelnen Etagen angebunden. Der Retailbereich in Stage B hat einen eigenen Zugang aus den Parkgeschossen.

Eine Besonderheit stellt der Umgang mit dem im Sockelbereich angeordneten ParkflĂ€chen dar welche sich im Außenraum als Terrassen darstellen. Das anheben der Baukörper um ca. 4,5m ĂŒber Straßenniveau gewĂ€hrleistet eine ausreichende Versorgung der einzelnen Stages mit von einander unabhĂ€ngigen StellplĂ€tzen in ausreichender Anzahl. Die Terrassierung der Außenbereiche ermöglicht die natĂŒrliche BelĂŒftung der Stellplatzanlagen in Verbindung mit Öffnungen im Innern des Blockes die gleichzeitig auch zur Belichtung der internen Verkehrsschließung dienen.

Der Wettbewerbsbeitrag steht fĂŒr eine stĂ€dtebauliche Integration mit individuellem Charakter im innern einem klar strukturiertem Verkehrs- und Erschließungskonzept mit erlebnisreicher Freiraumplanung, welche auf die einzelnen Nutzungseinheiten Bezug nimmt.




MATERIALKONZEPT

Das Material soll die klare architektonische Gestaltung unterstĂŒtzen, und die GebĂ€ude in moderner Struktur und ansprechender QualitĂ€t prĂ€sentieren.

Die Materialien gehen einerseits auf die individuelle Nutzung der GebÀude ein indem kleine farbige Akzente im Hotel und im Apartmenthaus eingesetzt werden Andererseits wird durch ein einheitliches helles und hochwertiges Material- und Farbkonzept der Zusammenhang der Nutzungen und Ihre Wechselwirkung von Wohnen zu Retail und Hotel zu Office deutlich.
Materialien mit unterschiedlichen Strukturen und OberflÀchen ergeben sich aus Ihrer Funktion.

BĂŒro:
Das Funktionale einer BĂŒronutzung wird durch eingefĂ€rbten Sichtbeton unterstrichen, eingefĂŒgte Aluminiumverbundplatten vermitteln eine subtile Differenzierung zwischen matten und glĂ€nzenden FlĂ€chen, lassen das GebĂ€ude aber dennoch als Einheit erscheinen.
Die Ausbildung großer GlasflĂ€chen als Bandfassade ermöglicht eine flexible Nutzung und beachtet dadurch die Wirtschaftlichkeit eines BĂŒrogebĂ€udes.

Hotel:
Der reprĂ€sentative Charakter des Hotels wird durch hellen Naturstein in Verbindung mit modernen Betonelementen dargestellt und schafft einen Bezug zur umgebenden BĂŒrobebauung mit Ă€hnlichen Materialeigenschaften.
Farbige verschiebbare Elemente in der Fassade geben dem GebĂ€ude einen Individuellen Charakter. Die Aufteilung der inneren Strukturen werden auf die Fassade Übertragen und vermitteln damit dem GebĂ€ude ein dynamisches Aussehen.

Wohnen:
Die WohngebÀude gliedern sich mit einer hellen Sichtbetonfassade in die GebÀudekomposition ein, geben aber den einzelnen Wohneinheiten durch eingeschobene Elemente in unterschiedlichen Farben einen abwechslungsreichen und persönlichen Charakter.

Die Formgebung der GebĂ€ude ist funktional, die Fassaden Vermitteln einen Eindruck der inneren Aufteilung und Nutzung - bei den BĂŒrogebĂ€uden ergĂ€nzt durch großzĂŒgige Öffnungen die als Garten, als Meetingpoint oder Konferenzbereich genutzt werden können.
Dieser Umgang mit Material und Struktur wiederholt sich auch im Innenraum und schafft eine angenehme einheitliche Wahrnehmung in der individuelle Akzente gesetzt werden.

Das Material- und Farbkonzept basiert auf einer einheitlichen Gestaltung der einzelnen
Ebenen und Bereiche mit individuellem Charakter, hell, freundlich und einladend dieses Konzept wird auch auf den Außenraum ĂŒbertragen in dem attraktive Freiraumstrukturen mit Natur, Freizeitangeboten und PlĂ€tzen mit Aufenthaltscharakter geschaffen werden.