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Ankauf 9 / 9

beschränkt offener Wettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungs- und Losverfahren | 02/2005

Spitalhöhe / Krummer Weg

Stadtgrundriss

Stadtgrundriss

Ankauf

rosenstiel architekten

Architektur

faktorgruen

Landschafts- / Umweltplanung

Erläuterungstext

Städtebauliches Gesamtkonzept

Mit der Aufsiedelung des Gebietes ‚ÄěSpitalh√∂he / Krummer Weg‚Äú wird der Siedlungsk√∂rper der Stadt Rottweil nach S√ľdwesten und S√ľden arrondiert. Die s√ľdorientierte Hanglage und die sch√∂ne Aussichtssituation in die umgebende Landschaft sind gute Voraussetzung f√ľr ein h√∂chst attraktives neues Baugebiet. Das Charlottenw√§ldle mit dem markanten Wasserturm im Norden der Spitalh√∂he und das Sport- und Freizeitgel√§nde mit Aquasol und Freibad im Westen, sind Naherholungs- bzw. Freizeitangebote in unmittelbarer N√§he des neuen Baugebietes.

Es ist Aufgabe der Planung, sich in die geschilderten Vorgaben und in die Atmosph√§re des Ortes einzuf√ľhlen. Mit einer neuen eigenst√§ndigen st√§dtebaulichen Struktur wird den vorhandenen unterschiedlichen Neubaugebieten, die satellitenartig den historischen Stadtkern von Rottweil umgeben, ein weiteres neues Baufeld angef√ľgt, das die unmittelbar angrenzende beliebig anmutende Bebauung durch neue st√§dtebaulich ‚Äď freir√§umliche Qualit√§ten aufwertet.
Ein gr√ľnes Band zwischen Charlottenw√§ldle und Sportgel√§nde unterbricht den fl√§chigen Siedlungsk√∂rper und entwickelt neue Fu√ü- und Radwegverbindungen zu Naherholungs- und Infrastruktureinrichtungen.
Es ist Ziel der Planung, den neuen Siedlungsk√∂rper durch Gr√ľnstrukturen in einzelne, √ľberschaubare Wohnbereiche zu gliedern und die Gr√ľnr√§ume bis in die Tiefe des Stadtgrundrisses hinein schwingen zu lassen. Die st√§dtebauliche Struktur der Wohngebiete wird aus dem dialektischen Spiel von Geschlossenheit und √Ėffnung zur Umgebung als Grundgedanke der Planung entwickelt. Mit einer klaren r√§umlichen Fassung werden die einzelnen Baugebiete zu den Gr√ľnr√§umen hin begrenzt.
Das Erschlie√üungssystem entwickelt sich aus den vorhandenen Stra√üen, Plettenbergstra√üe und Bruggerstra√üe, entlang der H√∂henlinien. Die einzelnen Wohnwege wurden auf den Falllinien konzipiert, (Gef√§lle ca.5-7%), damit sich die Bebauung, durch die Hanglage bedingt, entlang der Wohnwege hoch staffelt und damit eine optimale S√ľdorientierung und Aussichtssituation erreicht wird. Entlang der Erschlie√üungsstra√üen und Wege werden die Geb√§ude bewusst auf eine Bauflucht gesetzt, w√§hrend sie zum inneren Gr√ľnbereich, in dem auch die Verrieselungsfl√§chen liegen, frei enden, je nach Bauform und Grundst√ľcksgr√∂√üe.

Wohnen in der Landschaft

√Ėstlich eines Gr√ľnzuges, entlang der neuen Wohnstra√üe, entwickelt sich das Wohngebiet ‚ÄěSpitalh√∂he‚Äú. Es gliedert sich in einen gr√∂√üeren und in einen kleineren Wohnbereich. Das gr√∂√üere Wohngebiet hat drei Baustreifen, das kleinere zwei Baustreifen. Die h√∂chste Dichte der Bebauung formt den Stra√üenraum der verl√§ngerten Bruggerstra√üe mit Geschosswohnungsbau. Zur Landschaft nach S√ľden lockert sich die Baudicht schrittweise auf.


Das Wohngebiet ‚ÄěKrummer Weg‚Äú schlie√üt den Siedlungsrand nach S√ľden ab. Es wird von der Imster Stra√üe erschlossen. Ein schmaler Gr√ľnzug im steilsten Bereich des Gel√§ndes gliedert das lange Siedlungsband an der au√üenliegenden Erschlie√üungsstra√üe und schafft Verbindungen zum Wohngebiet und zur umgebenden Landschaft.
Jedes Quartier der beiden Baugebiete hat andere Proportionen und unterschiedliche Nachbarschaften (√∂ffentlicher Platz, Gr√ľnzug, Geschoss-wohnungsbau oder freie Landschaft).
Der Grundst√ľckszuschnitt erm√∂glicht eine flexible st√§dtebauliche Struktur vom Einfamilienhaus √ľber Doppelh√§user, Kettenhausbebauung, Gartenhofh√§user, Reihenh√§user, Atelierh√§user mit Baugruppen und Wohngruppen f√ľr Jung und Alt.

Gr√ľn- und Freifl√§chen

Landschaftsbezug, S√ľdorientierung und Aussichtssituation sind die Ressourcen der Baugebiete ‚ÄěSpitalh√∂he / Krummer Weg‚Äú. Mit einem hohen Anteil an √∂ffentlichen Gr√ľn- und Freifl√§chen, als Landschaftskeile, die tief in die Bebauung hineinreichen, werden diese Qualit√§ten langfristig gesichert.
Im privaten Bereich sind zwischen den Bebauungen Gr√ľnfl√§chen vorgesehen, √ľber die die Regenwasserversickerung mit √úberlauf zum Klosterbach geplant ist. Die Verrieselungsfl√§chen sollen sp√§ter √ľber Baulasten gesichert werden, um Funktion und Pflege sicherzustellen.
Es wird vorgeschlagen, durch die Gr√ľnfl√§chen und das gro√üe dreistreifige Baugebiet an der Spitalh√∂he, verkehrsfreie Spazier- und Radwege zu f√ľhren. Die neue Gr√ľnfl√§che soll m√∂glichst naturnah zur√ľckhaltend durch B√§ume, Wiesen und Wege spielerisch gestaltet werden. In den Gr√ľnfl√§chen k√∂nnen alle erforderlichen Spiel- und Freizeiteinrichtungen, die im Baugebiet ben√∂tigt werden, untergebracht werden. Gleichzeitig sind ausreichend Fl√§chen f√ľr die breitfl√§chige Versickerung des Regenwassers der Stra√üenfl√§chen und sofern erforderlich der Baugrundst√ľcke vorhanden. Teilweise kann der vorhandene Baumbestand in den beiden Gartengrundst√ľcken erhalten werden. In den Landschaftskeilen sind am Rand zur r√§umlichen Fassung Baumpflanzungen ausgewiesen, die Hauptaussichtsrichtung bleibt frei. Die gebogenen Erschlie√üungsstra√üen und Wege entlang der H√∂henlinien sollen im Unterschied zu den Geraden in den Falllinien verlaufenden Stra√üen und Wege, die am Ende immer ein unterschiedliches Landschaftsfenster zeigen, mit unterschiedlichen Baumarten bepflanzt werden.
Die langen Wohnwege haben ein mittiges, ca. vier Meter breites asphaltiertes Band, die beidseitigen zwei Meter breiten Randstreifen (teilweise mit Längsparkern) werden gepflastert vorgeschlagen.
Wohnstra√üen mit Busverkehr (√ĖPNV) sind 5,50m breit mit beidseitiger Parkierung und Gehwegen als Tempo 30-Stra√üen. Im Bereich der Gr√ľnz√ľge ist eine Verschm√§lerung der Fahrbahn zur Tempo-Reduzierung m√∂glich.
Die Gestaltung der Freir√§ume und der Stra√üenr√§ume soll im Sinne der ‚Äěbespielbaren Stadt‚Äú erfolgen.


Parkierung

Parkierung im Wohngebiet ist grunds√§tzlich vor dem Haus als offener Stellplatz, Carport oder bewachsene Garage m√∂glich. Im Geschosswohnungsbau und bei den Atelierh√§usern sind die Stellpl√§tze in Tiefgaragen vorgesehen. Die √∂ffentlichen Stellpl√§tze sind in den Wohnstra√üen und Wohnwegen unter B√§umen als L√§ngsparker konzipiert. Wegen der Grundst√ľckszufahrten k√∂nnen sie nur abschnittsweise und teilweise alternierend ausgewiesen werden. Dies verhindert gleichzeitig die Massierung von Stellpl√§tzen.

√Ėkologie und Energiesparen

Zur Sicherstellung einer nachhaltigen √Ėkologie und Energieversorgung sind im st√§dtebaulichen Gesamtkonzept folgende Rahmenbedingungen vorgesehen:
- S√ľdausrichtung der Geb√§ude f√ľr optimale passive Solarnutzung (Fenster√∂ffnungen nach S√ľden, Westen und Osten; Geschlossene Bauk√∂rper mit kleinem Fensteranteil nach Norden)
- Hohe städtebauliche Dichte, bei den freistehenden Einfamilienhäusern wird ein verstärkter Wärmeschutz vorgeschlagen
- Niedrigenergiebauweise als Mindeststandard, Passivhausqualität als Option
- Modulare Nahwärmeversorgung mit Wärme-Kraft-Koppelung (Holz/Gas BHKW) pro Erschließungsabschnitt. Die Nahwärmeversorgung ermöglicht einen wirtschaftlichen Betrieb von traditionellen und regenerativen (Holz, Sonne) Energiesystemen.
- Zusätzlich sind dezentrale Solarsysteme optional (verschattungsfrei) einsetzbar.
- Verkehr: √ĖPNV im Gebiet in maximal 300 Meter Entfernung, gute Radwegeverbindungen, N√§he von Wohnen und Arbeiten / Atelierwohnungen
- Regenwasserkonzept: Nutzung (im Geb√§ude und Garten) + R√ľckhaltung (z.B. Gr√ľndach) + Versickerung + Not√ľberlauf in den Klosterbach. Die st√§dtebaulich-freiraumplanerische Konzeption mit der in der Falllinie verlaufenden Gartenh√∂fen und Freifl√§chen ist optimal geeignet das Regenwasserkonzept umzusetzen.
F√ľr die Planung und Ausf√ľhrung der einzelnen Geb√§ude wird eine kompakte Bauweise mit einfachen Geb√§udeformen und hoher architektonischer Qualit√§t empfohlen. Ein guter W√§rmeschutz der Au√üenbauteile ist selbstverst√§ndlich. Dazu geh√∂ren ebenfalls B√∂den von Kellern und Dach. Bei Niedrigenergiebauweise und Passivhausstandard ist eine luft- und winddichte Ausf√ľhrung bauphysikalisch zwingend. Bei Passivhaus und Ultraniedrigenergieh√§usern ist eine kontrollierte Be- und Entl√ľftung anzustreben mit W√§rmer√ľckgewinnung. Ziel der Planung sind 15 bis 40 kWh/ (m¬≤a).

Beurteilung durch das Preisgericht

Auszug Preisgerichtsbeurteilung:

Das einfache städtebauliche Konzept wird wesentlich geprägt durch die Topografie und durch die vorhandenen Straßenfluchten aus dem östlich angrenzenden Baugebiet

Ausgehend von der Haupterschlie√üungsstrasse zwischen Kreisel und Imster Strasse entwickeln sich zwei gro√üe Baufelder nach S√ľden. Ein orientierungsfreundliches und einfaches Erschlie√üungsraster gliedert diese Baufelder In gut proportionierte Nachbarschaften mit unterschiedlichen Haustypen.

Ein sehr positives st√§dtebauliches Element stellt die gr√ľne, gut dimensionierte Fuge zwischen dem bestehenden Ort und der Neubebauung dar. Der so genannte Kunst-Stationenpark ist ein wichtiges Identifikationsmerkmal der neuen Siedlung.

Die mittlere Gr√ľnz√§sur zwischen den beiden Baufeldern ist angemessen dimensioniert und nimmt die vorhandene Wegef√ľhrung zum Charlottenw√§ldle auf. Weniger sorgf√§ltig ist dagegen der √úbergang im S√ľden zur freien Landschaft. Hier h√§tte man sich einen bewussteren Umgang mit dieser wichtigen Randsituation gew√ľnscht.

Die St√§rke der Arbeit liegt in Ihrer Einfachheit. Allerdings h√§tte man sich in manchen Bereichen mehr Entschiedenheit gew√ľnscht.
Stadtgrundriss

Stadtgrundriss

Gr√ľnplan

Gr√ľnplan

Gr√ľnplan

Gr√ľnplan

Typologien

Typologien

Typologien

Typologien

Plan 01- Rahmenplan und Erläuterungen

Plan 01- Rahmenplan und Erläuterungen

Plan 01- Rahmenplan und Erläuterungen

Plan 01- Rahmenplan und Erläuterungen

Plan 02 - Städtebaulicher Vorentwurf

Plan 02 - Städtebaulicher Vorentwurf

Plan 02 - Städtebaulicher Vorentwurf

Plan 02 - Städtebaulicher Vorentwurf

Plan 02 - Städtebauliche Details

Plan 02 - Städtebauliche Details

Plan 02 - Städtebauliche Details

Plan 02 - Städtebauliche Details

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