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Nichtoffener Wettbewerb | 02/2007

St. Leonhards Garten (Phase B)

StÀdtebau

StÀdtebau

Anerkennung

ksw | kellner schleich wunderling

Architektur

  • Mitarbeitende:

    Matthias Buchmeier, Karin Kellner Lutz Schleich Eckhard Wunderling Mitarbeit: Matthias Buchmeier , Modellbau: Czylwik + Lotze Hannover

nsp landschaftsarchitekten stadtplaner PartGmbB schonhoff schadzek depenbrock

Landschaftsarchitektur

ErlÀuterungstext

Das in unmittelbarer Lage am Innenstadtring gelegene Quartier ist geprĂ€gt durch die in spĂŒrbarer preußischer Strenge platzierten, grĂŒnderzeitlichen SolitĂ€rarchitekturen mit schmucken Vorder- und vernachlĂ€ssigten Hinterseiten entlang der west- und nördlichen BlockrĂ€nder und einer Zeile mit Schlichtwohnungsbau der FĂŒnfziger Jahre auf der Ostseite zur Uhlandstraße. WĂ€hrend die grĂŒnderzeitlichen WohngebĂ€ude mit ihren Schauseiten extremer Verkehrsbelastung ausgesetzt sind, hĂ€lt sich der Verkehr auf den ĂŒbrigen Seiten im Vergleich zum Altenwiekring in akzeptablen Grenzen.
Beiden so unterschiedlichen Bauweisen gemein ist die außenraumfeindliche Haltung der ihnen eingeschriebenen Wohnungsgrundrisse, die heutigen Anforderungen an das innerstĂ€dtische Wohnen in keiner Weise gerecht werden. Es ermangelt an AußenraumbezĂŒgen in den Erdgeschossen, an Freisitzen in den oberen Geschossen und unmittelbar an das direkte Wohnumfeld angeschlossenen, natĂŒrlich gestalteten Frei- und BewegungsrĂ€umen, die auch Parkanlagen in fußlĂ€ufiger Entfernung nicht ersetzen können.

Diese kurze Bestandsaufnahme des Vorgefundenen mĂŒndet in die zentrale Idee des St. Leonhards Garten, einem „Pocket-Park“, der den Wohnwert fĂŒr alle im Quartier lebenden BĂŒrger steigert und somit entschieden zu einer Verzahnung des Bestands mit dem Neuen beitrĂ€gt. Eingespannt zwischen den zentralen QuartiersplĂ€tzen St. Leonhard im SĂŒden und dem Bouleplatz am Cafe im Norden reihen sich villenartige PunkthĂ€user ohne vorgelagerte Gartenzone mit eingezogenen Loggien und DachgĂ€rten entlang der Parkpromenade – sie variieren das Thema der grĂŒnderzeitlichen GebĂ€ude, die ihrerseits mit dem Angebot einer neu auszuweisenden Bauzone ihre RĂŒckseiten mit WintergĂ€rten, Loggien und Terrassen entsprechend aufwerten können.

Über Freitreppen begehbar gelangt man in die halböffentlichen Freibereiche der vier „Nachbarschaften“ des Quartiers. Baulich-rĂ€umlich werden diese GrĂŒnrĂ€ume von drei- bis viergeschossigen ReihenhĂ€usern, bzw. Maisonette-HĂ€usern gefasst. Die WohngebĂ€ude dieser Nachbarschaften zeichnen sich im Gegensatz zu den westlich vorgelagerten Villen durch typische Merkmale des verdichte-ten Einfamilienhauses aus: VielfĂ€ltiges Angebot an blickgeschĂŒtzten FreiflĂ€chen - Wohnen ĂŒber mehrere Ebenen - kleine GĂ€rten - StellplĂ€tze direkt am Haus. Die Nachbarschaf-ten sprechen jeweils eine einheitliche Architektursprache in Dachform, Material und Geschossigkeit.

Neben den tragenden Bausteinen der Stadtvil-len an der Parkpromenade und der Platzrandbebauung an der Georg-Westermann-Allee ist die Möglichkeit gegeben, auf der Grundlage eines einfachen, stÀdtebaulichen Patterns unter Vorgabe der Raumkanten vier eigenstÀndige Nachbarschaften zu entwickeln, um innerhalb eines ihnen eingeschriebenen Formen- und Gestaltungskanons differenzierte Wohnquartiere mit unterschiedlichstem Hausbesatz entstehen zu lassen. Der durch das Wettbewerbsverfahren zum Ausdruck gebrachte Wunsch nach einer nutzereinbeziehenden Planung wird durch diese einfachen, aber stringenten Vorgaben der stÀdtebaulichen Grunddisposition Rechnung getragen. Je nach Besatz sind pro Baufeld zusÀtzlich zu den Wohnungen der Stadtvillen bis zu 26 Wohneinheiten realisierbar. Ihre U-förmige Anordnung bewahrt den Bewohnern des Schlichtwohnungsbaus den Blick in die Tiefe des Raumes.

Den Schwerelinien des Entwurfs entsprechend erfolgt die Haupterschließung des Quartiers von SĂŒden. Die verkehrliche Anbindung wird durch ein TorgebĂ€ude im Knickpunkt der Georg–Westermann-Allee gewĂ€hrleistet. Dieser Visierbruch wird kĂŒnftig mit dem kurzen Riegel entlang der Georg-Westermann-Allee baulich-rĂ€umlich unterstĂŒtzt: Über die Kopfseite des Riegels wird der Blick umgelenkt auf die Kirche von St. Johannis und zugleich der Auftakt in die fußlĂ€ufige, lĂ€rmgeschĂŒtzte Wegebeziehung ĂŒber den Platz hin zur Parkpromenade und in den St. Leonhards Garten geschaffen.


S t e l l p l À t z e

Die öffentlichen StellplĂ€tze sind in ausreichender Anzahl als LĂ€ngsparkplĂ€tze entlang der Basisstraße untergebracht. Die privaten StellplĂ€tze der Stadtvillen werden in Tiefgaragen nachgewiesen. Die StellplĂ€tze der Nachbarschaften sind konzeptabhĂ€ngig in Tiefgaragen, als Carports vor den Eingangsbe-reichen oder den gegenĂŒberliegenden Gartenzonen, oder aber hausintern als Garage integriert angeordnet.


M a i s o n e t t e w o h n u n g e n

Die Wohnungen in den Obergeschossen sollen bevorzugt ĂŒber hausweise Außentreppen (Wohnen am Hang) erschlossen werden. Laubenganger-schließungen sind zu vermeiden. Freibereiche der oberen Wohneinheiten werden als Dachterrassen und Patios nachgewiesen.


V a r i a b l e r N u t z u n g s b e s a t z

Die in den Grundrissen aufgezeigte Anordnung von ReihenhĂ€usern, Geschoss- und Maisonette-wohnungen zeigt, wie variabel die Nachbarschaft auf individuelle NutzerwĂŒnsche reagieren kann.

Die Adresse ist gegeben, fĂŒr den einprĂ€gsamen Charakter und die Unverwechselbarkeit die tragfĂ€hige Grundstruktur als ĂŒbergeordnete Einheit entwickelt, fĂŒr Aneignung und IndividualitĂ€t Raum und Freiheit gelassen – ohne das Maß fĂŒr das Ganze aus den Augen zu verlieren. Alle weiteren notwendigen Nachweise der architektonischen Gestaltung bleiben einem anderen Maßstab vorbehalten.
StÀdtebau

StÀdtebau

Quartier

Quartier

Quartier

Quartier

Nachbarschaft

Nachbarschaft

Nachbarschaft

Nachbarschaft

Piazetta

Piazetta

Piazetta

Piazetta

Quartierspark

Quartierspark

Quartierspark

Quartierspark

Wasserkante

Wasserkante

Wasserkante

Wasserkante