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Nichtoffener Wettbewerb | 06/2010

Stadtquartier GUTLEUTMATTEN

Blick von Nord-Westen in das Quartier

Blick von Nord-Westen in das Quartier

2. Preis

ASTOC ARCHITECTS AND PLANNERS GmbH

Stadtplanung / StÀdtebau

urbanegestalt

Landschaftsarchitektur

ErlÀuterungstext

StÀdtebaulicher Realisierungswettbewerb Gutleutmatten Freiburg im Breisgau

Zentral gelegen, unweit des Hauptbahnhofs und hervorragend erschlossen soll im Freiburger Stadtteil Haslach neuer Wohnraum entstehen. Die Bebauung der Gutleutmatten stellt fĂŒr die Stadt Freiburg das grĂ¶ĂŸte noch verbleibende Innenentwicklungspotential fĂŒr anspruchsvollen Wohnungsbau dar.

Auch wenn der Stadtteil Haslach mit mehreren Wohnsiedlungen ein historisch geprĂ€gter Wohnstandort ist – gegenĂŒber dem Plangebiet liegt die Ende des 19. Jahrhunderts entstandene Gartenstadt Haslach – befinden sich doch unterschiedliche Strukturen in der Umgebung: im Westen grenzt das Areal an die FreiflĂ€chen des Schwimmbades und weiterer öffentlicher Einrichtungen, im Osten liegen die Infrastrukturlinien der Bahn. Im Norden sind die den Haslacher Dorfbach begleitenden NaturrĂ€ume fĂŒr die Struktur prĂ€gend.

VerknĂŒpfung
Um in diesem heterogenen Umfeld und im VerhĂ€ltnis zur Nachbarschaft eine gewisse EigenstĂ€ndigkeit entwickeln zu können, muss das Quartier eine notwendige GrĂ¶ĂŸe haben. Das Konzept sieht aus diesem Grund sowohl fĂŒr die Gutleutmatten-West als auch fĂŒr den Bereich Gutleutmatten-Ost ein durchgehendes stĂ€dtebauliches Thema vor.

Die Ausrichtung des Baufelder sowie deren Dimensionen ergeben sich zum einen aus den vorhandenen Wegesystemen und Parzellen der KleingĂ€rten in Nord-SĂŒd-Richtung, als auch durch der einzig möglichen Zufahrt von der Eschholzstraße und der sich daraus ergebenden Ost-West-Zonierung des Areals.

Um den Übergang zwischen der Gartenstadt, den öffentlich geprĂ€gten FreiflĂ€chen der öffentlichen Nutzungen im Westen und den FreiflĂ€chen entlang des Haslacher Dorfbaches zu schaffen, sieht das Konzept eine Umkehr des traditionellen stĂ€dtebaulichen Prinzips vor: nicht der Blockrand oder die Zeile begrenzen die Parzelle, sondern einzelne Bebauungscluster stehen in einer großen FreiflĂ€che mit öffentlichem Charakter. Dadurch wird das Thema Gartenstadt neu interpretiert und sowohl die DurchlĂ€ssigkeit zur Gartenstadt als auch die GrĂŒnvernetzung mit den FreiflĂ€chen entlang des Bachlaufs im Norden erreicht.

Das Quartier im Park
Das neue Quartier ist geprĂ€gt von der Parklandschaft, die unter den einzelnen Baugruppen hindurch fließt. Fußwege begleiten die Straßen als Gehsteige, wo es notwendig ist. Wo aber möglich, verlaufen sie frei, beidseitig von WiesenflĂ€chen begleitet und bringen die AtmosphĂ€re des Parks auch in die alltĂ€glichen Wegestrecken. In den gut proportionierten TeilrĂ€umen werden je nach Lage im Gesamtkontext atmosphĂ€rische QualitĂ€ten und nutzbare TeilrĂ€ume geschaffen. In den drei grĂ¶ĂŸten RĂ€umen, zwischen den Baugruppen sind großzĂŒgige Kinderspielbereiche und AufenthaltsflĂ€chen in die Parklandschaft eingefĂŒgt. Die sorgfĂ€ltige Gestaltung dieser PlatzrĂ€ume mit Pergolen, gĂ€rtnerischen Pflanzungen und robusten FlĂ€chen erlauben es Teilöffentlichkeiten und öffentliches Leben in Kontakt zu bringen.

So entstehen Orte der Begegnung zwischen Menschen aus dem Quartier und GĂ€sten. Eine Sonderstellung nehmen die RĂ€ume flankierend zur Eschholzstraße ein. Im Westen wird hier mit dem wertvollen Baumbestand das Bild der Parklandschaft eindrucksvoll begonnen, im Osten entstehen unter dem Baumdach des ca. 40 m breiten Streifens eine KindertagesstĂ€tte und ein Begegnungsraum. Die Wegestruktur verbindet wichtige AnschlĂŒsse wie BrĂŒcken, BahnĂŒbergĂ€nge und EingĂ€nge und bildet die Kanten erkennbar zusammenhĂ€ngender, aber vielgestaltiger RĂ€ume.

Die Bepflanzung folgt dem Leitbild Park, also werden vorwiegend GroßbĂ€ume, wenige Gehölzgruppen und kleinere Staudenpflanzungen verwendet. Die WiesenflĂ€chen binden den gepflegten Parkaspekt zusammen.

Eine atmosphĂ€risch eigenstĂ€ndige QualitĂ€t bietet der Freiraum entlang des Dorfbaches. Das bauliche Konzept sieht in der Nordkante der Siedlung relativ kurze Bautypen vor, die diesem naturnahen Raum viel Platz erlauben. Das Bachprofil wird neu angelegt, die Hochwassersicherheit wird ĂŒber einen sanften Deich hergestellt, vor allem aber wird die Kante zwischen Siedlung und Bachaue ĂŒber einen Flanierweg und anhand von kleinen Plattformen fĂŒr Aufenthalt und Spiel erschlossen, die Aue wird Anwohnern und Besuchern als einprĂ€gsamer Ort angeboten. ZusĂ€tzlich zu den geforderten SpielplĂ€tzen, entstehen hier in SiedlungsnĂ€he RĂ€ume fĂŒr Erlebnisspiel und Naturerleben fĂŒr alle Altersgruppen.

Die Wohnhöfe
Die Struktur der Wohnhöfe orientiert sich an einer Mischung unterschiedlicher Typologien. Die GebĂ€ude stehen auf einem gemeinsamen Sockel und sind so angeordnet, dass die Trennung von umgebendem Freiraum und internem Hof sichtbar wird. WĂ€hrend sich die GebĂ€ude zur stark befahrenen Carl-Kistner-Straße im SĂŒden hin schließen und eine ablesbare Raumkante bilden, öffnen sich die Wohnhöfe nach Norden zu den Freiflachen entlang des Bachlaufes.

Höhe der GebÀude / Typologien
Durch die Konzentration der Dichte auf kleinerer FlĂ€che ergibt sich eine teilweise Erhöhung der Bebauung, im Gegenzug aber auch eine Erhöhung des FreiflĂ€chenanteils. Die vorgeschlagene Bebauung der Höfe variiert zwischen drei und sechs Geschossen. Vorherrschende Dachform ist das Flachdach, wodurch großzĂŒgige Dachterrassen und eine BegrĂŒnung der DĂ€cher im Sinne der Regenwasserversickerung ermöglicht werden. Als Akzent und zur Schaffung einer Eingangssituation ist an der Ecke Carl-Kistner-Straße und Eschholzstraße ein siebengeschossiges GebĂ€ude vorgesehen.

Die GebĂ€ude sind als Zwei- und DreispĂ€nner organisiert, der angebotene Wohnungsmix reicht von 2-5 Zimmer-Wohnungen im Geschosswohnungsbau - teilweise barrierefrei - bis hin zu gestapelten Maisonettewohnungen mit vier Zimmern. Die WohnungsgrĂ¶ĂŸen liegen zwischen 50 und 140 qm.

Erschließung
Die Erschließung erfolgt nicht von außen, sondern die einzelnen Wohnhöfe werden konsequent ĂŒber eine in Ost-West-Richtung verlaufende Quartiersstraße von innen erschlossen.
Die Erschließung wird als durchgehender öffentlicher Raum betrachtet, Platzsituationen unterbrechen die Straßenprofile und erzeugen eine vielschichtige Benutzung. Nebenanlagen fĂŒr FahrrĂ€der und Entsorgung, sowie Besucherparken wird auf attraktiven urbanen BelĂ€gen in die PlĂ€tze integriert.
Die notwendigen StellplĂ€tze werden in Tiefgaragen nachgewiesen, die den einzelnen Wohnhöfen zugeordnet sind. Die Gestaltung als verkehrsberuhigtes Quartier ist in Verbindung mit der hervorragenden Anbindung an das ÖPNV-Netz darstellbar.

Die Konzentration der Bebauung auf Wohnhöfe in einem gestalteten Park stellt eine
zeitgemĂ€ĂŸe Interpretation des Themas Gartenstadt dar. Der nach außen hin sichtbare, hohe Anteil an FreiflĂ€chen kommt sowohl den Bewohnern des Quartiers als auch Besuchern zu Gute und ermöglicht die DurchlĂ€ssigkeit zu den angrenzenden Nachbarschaften. Es ergibt sich - im GegenĂŒber zur Gartenstadt - ein Wohngebiet mit bewußt eigenem Charakter aber Ă€hnlich hohen QualitĂ€ten in zeitgemĂ€ĂŸer, flĂ€chensparender Ausformung.
Lageplan

Lageplan

Vertiefung

Vertiefung

Körnigkeit

Körnigkeit

Offenes Freiraumkonzept

Offenes Freiraumkonzept

Erschließung im Gebiet

Erschließung im Gebiet