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Einladungswettbewerb | 02/2026

Städtebauliche Entwicklung Areal Nördlich Dreiers Gärten in Eschweiler

Lageplan
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Lageplan

2. Rundgang

ISR Innovative Stadt- und Raumplanung GmbH

Stadtplanung / Städtebau

MOLA Landschaftsarchitektur GmbH

Landschaftsarchitektur

Mobilwerk GmbH

Verkehrsplanung

Leinfelder Ingenieure GmbH

Verkehrsplanung

Erläuterungstext

Der Entwurf für das Quartier „Nördlich Dreiers Gärten“ verfolgt ein klar gegliedertes städtebauliches Konzept, das unterschiedliche Nutzungen, Freiraumqualitäten und Anforderungen des Umfelds in ein zusammenhängendes Gesamtbild überführt. Das Quartier wird in mehrere Teilbereiche gegliedert, die sich in Dichte, Maßstab und Funktion unterscheiden. Im westlichen Bereich entsteht ein stärker verdichteter Quartiersauftakt mit Geschosswohnungsbau in drei Vollgeschossen zuzüglich Staffelgeschoss. Dieser Bereich knüpft unmittelbar an die bestehende Wohnbebauung und den neuen Feuerwehrstandort an, schafft eine prägnante städtebauliche Adresse und vermittelt funktional zum Bestand. Im nördlichen Bereich sind kleinteilige gewerbliche Nutzungen vorgesehen, die sich verträglich in das Umfeld einfügen und zugleich eine Puffer- und Lärmschutzfunktion gegenüber der Autobahn übernehmen. Im Süden ist eine Kindertagesstätte verortet, die gut erreichbar ist, am Grünzug liegt und sowohl den neuen Bewohnerinnen und Bewohnern als auch dem umliegenden Quartier dient. Nach Osten hin nimmt die bauliche Dichte schrittweise ab: Dort entwickelt sich ein kleinteiliges Wohnquartier mit reihenhausartigen Wohnhöfen sowie Doppelhäusern, das in Maßstab und Körnung an die angrenzenden Bestandsstrukturen anknüpft. Insgesamt entsteht so ein vielfältiges und abgestuftes Quartier mit identitätsstiftenden Teilräumen.

Ein zentrales Element des Entwurfs ist die blau-grüne Infrastruktur. Ein Nord-Süd-orientierter Grünzug verbindet den evangelischen Friedhof und den südlichen Innenstadtanschluss mit den nördlich gelegenen Kleingartenanlagen. Dieser Freiraum fungiert als Quartiersmitte, Erholungsraum und ökologischer Strukturgeber. Besonders hervorgehoben wird seine Funktion im Regenwassermanagement nach dem Prinzip der Schwammstadt: Der Grünzug dient als Aufnahme-, Transport- und Speicherraum für Niederschlagswasser. Ergänzend tragen wasserdurchlässige Beläge, Rasengittersteine, Grünflächen und ein oberflächennahes Entwässerungssystem in der östlichen Wohnstraße zur Versickerung und zur Reduktion des Oberflächenabflusses bei. Gleichzeitig übernimmt der Grünzug wichtige klimatische Aufgaben, da er als Frischluftschneise wirkt, die Kaltluftproduktion unterstützt und durch seine Verzweigungen in die Wohnbereiche Hitzeinseln mindert. Gestalterisch ist ein Wechselspiel aus ökologisch wertvollen extensiven Bereichen und intensiver nutzbaren Angeboten wie Spiel-, Sport- und Treffpunkten vorgesehen. Zusätzliche Baumpflanzungen, punktuelle „grünblaue Mikrowälder“ und sanfte Anhügelungen stärken die Aufenthaltsqualität und die ökologische Wirksamkeit.

Auch in Bezug auf Nachhaltigkeit setzt der Entwurf klare Akzente. Die Freiraumgestaltung wird durch das Prinzip der bioklimatischen Architektur ergänzt. So orientiert sich die Positionierung der Bäume am saisonalen Sonnenverlauf, sodass im Sommer Verschattung und im Winter solare Gewinne unterstützt werden. Die Gebäude sind in ressourcenschonender Holz-Hybrid-Bauweise vorgesehen und werden durch ein regeneratives Energiesystem aus Geothermie und Photovoltaik ergänzt. Die Speicherung der gewonnenen Energie über Wasserstofftechnologie und deren bedarfsgerechte Nutzung mittels intelligenter Haustechnik unterstreichen den Anspruch eines energieeffizienten und klimaangepassten Quartiers. Damit verbindet der Entwurf bauliche, freiräumliche und energetische Maßnahmen zu einem ganzheitlichen ökologischen Konzept.

Das Mobilitätskonzept zielt darauf ab, den öffentlichen Raum weitgehend vom motorisierten Individualverkehr freizuhalten. Der ruhende Verkehr wird gebündelt: Im westlichen Bereich entstehen vier Tiefgaragen mit insgesamt 275 Stellplätzen für den Geschosswohnungsbau. Hinzu kommen zwei Mobilitätsscheunen mit 80 Stellplätzen im Norden und Süden. Im kleinteiligen östlichen Wohnbereich werden private Stellplätze direkt an den Doppelhäusern sowie zusätzliche Sammelstellplätze für Besucher vorgesehen. Die Erschließung erfolgt insgesamt verkehrsberuhigt und fußgängerorientiert. Eine neue Bushaltestelle im Norden stärkt die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Besonders innovativ ist die geplante „Gartenstraße“ im Bereich der kleinteiligen Wohnbebauung: Statt klassischer funktionaler Trennung von Fahrbahn, Parken und Gehwegen entsteht ein gemeinschaftlich nutzbarer, klimaresilienter Straßenraum mit Mischverkehrsfläche, grünen Mulden, Fahrradabstellmöglichkeiten, Aufenthaltszonen und versickerungsfähigen Flächen. Dieses Konzept wertet den Straßenraum als nachbarschaftlichen Freiraum auf und eröffnet zugleich die Möglichkeit einer zukunftsweisenden, klimaangepassten Siedlungserschließung.
Freiraumkonzept

Freiraumkonzept

Nutzungskonzept

Nutzungskonzept

Schwarzplan

Schwarzplan

Geländeschnitt

Geländeschnitt