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Einladungswettbewerb | 02/2026

Städtebauliche Entwicklung Areal Nördlich Dreiers Gärten in Eschweiler

Isometrie
4

Isometrie

3. Preis

Preisgeld: 17.000 EUR

WIENSTROER ARCHITEKTEN STADTPLANER PartGmbB

Stadtplanung / Städtebau

rheinflügel severin

Stadtplanung / Städtebau

scape Landschaftsarchitekten

Landschaftsarchitektur

Erläuterungstext

Gliederung + Kontextbezug_Der Entwurf sieht eine kompakte wie integrative bauliche Struktur vor, welche den Norden Eschweilers selbstverständlich ergänzt und baulich vervollständigt. Zugleich folgt der Entwurf der Zielsetzung eines stark durchgrünten und von Landschaftselementen geprägten Quartiers. Ein von Norden nach Süden verlaufendes Parkband weitet sich zunächst auf, bevor es sich schrittweise wieder verengt. Es tritt als signifikantes Gliederungeselement in Erscheinung und bindet im Nordosten den bestehenden Gehölzstreifen ein. Nach Süden versetzt es sich mehrfach in Richtung Westen, sodass die Anbindung an die Wegeachse Englerthsgärten - Grabenstraße über einen weiteren Versatz auf der Höhe Dreiers Gärten gelingt. Damit entsteht für das Quartier neben der Verbindung Friedensstraße - Kochsgasse eine alternative Wegeverbindung für Fußgehende und Radfahrende ins Zentrum Eschweilers. Neben dem Parkband ergänzen eher schmal gehaltene Grünkorridore in Ost-West-Richtung das Freiraumgerüst. Sie teilen das neue Quartier in überschaubare Einheiten und sorgen zugleich für eine optimale Vernetzung mit dem neuen Quartier an der Jülicher Straße und dem Bestandsquartier im Osten.

Struktur + Typologien_Die städtebaulichen Strukturen wechseln mit der Mischung der Wohntypologien von der westlichen zur östlichen Seite des Parkbands. Entlang der Friedensstraße werden in Ergänzung zur Neubebauung an der Jülicher Straße Höfe vorgeschlagen, jedoch stärker perforiert, als auf der Westseite der Friedensstraße. Die Bebauung setzt sich in nahezu gleichem Umfang aus Geschosswohnungsbau und Reihenhäusern zusammen, sodass die Höhe der Bebauung zwischen 3 und 4 Geschossen liegt. Durchgesteckte Treppenhäuser sorgen für eine aktive nachbarschaftliche Nutzung der Hofinnenbereiche. Durch die verschiedenen Nachbarschaften, Typologien und Zuschnitte erhält jeder Hof einen individuellen Charakter.Östlich des Parkbands dominiert Eigenheimbebauung aus Reihen- und Doppelhäusern. Geschosswohnungbau wird hier nur punktuell zur räumlichen Konturierung des Parkbands eingesetzt, sodass sich hier ein Spektrum der Geschossigkeit von 2 bis 3 ergibt.Durchgesteckte Treppenhäuser sorgen für eine aktive nachbarschaftliche Nutzung der Hofinnenbereiche. Die Mischung der verschiedenen Wohntypologien, Eigentumsformen und Finanzierungsmodelle erfolgt innerhalb der Höfe, womit eine soziale Segregation vermieden werden kann. Durch die verschiedenen Ausrichtungen, Typologien und Zuschnitte erhält jeder Hof einen individuellen Charakter.

Identität + Urbanität_Jede der beiden Seiten verfügt auf der Mikroebene über Treffpunkte und Nachbarschaftsplätze im direkten Wohnumfeld. Neben diesen kleinen Knotenpunkte des Alltags wird an der Schnittstelle von Haupterschließung und Parkband ein zentraler Quartiersplatz vorgeschlagen. Die räumlich-urbane Disposition wird durch kleinteiligen Einzelhandel, Gastronomie sowie gemeinwohlorientierte Nutzungen in den Erdgeschossen unterstützt. Der nach Süden gerichtete Platz öffnet sich zum übergeordneten Freiraum, sodass man von dort aufgrund der Topografie einen Blick über die Stadt bis in die Eifel erhält. Man erlebt die Urbanität des Platzes kombiniert mit der Weite des landschaftlichen Zusammenhangs als besondere Qualität. Das neue Quartier zeichnet sich insgesamt durch eine wohldosierte Urbanität aus, welche die Komponenten Landschaftsbezug, Gemeinschaft, typologische Vielfalt, Adressbildung und Vernetzung miteinander verknüpft und hieraus eine unverwechselbare Identität entwickelt.

Mobilität + Lärmschutz_Die Haupterschließung des Quartiers erfolgt durch die bis zur Jülicher Straße durchgebaute Königsberger Straße. Um den Verkehr im Bereich der Bushaltestelle zu verlangsamen und den bereits geplanten Anschluss an die Jülicher Straße südlich der neuen Feuerwache zu nutzen, erhält die Haupterschließung einen Versatz innerhalb des Quartiers auf der Höhe des Platzes. Nördlich und westlich der Haupterschließung werden vor allem gewerbliche Nutzungen und Quartiergaragen vorgesehen, wodurch ein städtebaulicher Lärmschutz gegenüber der Feuerwache und der Autobahn gewährleistet werden kann. Neben einer Busanbindung setzt das Verkehrskonzept auf privilegierte Car-Sharing-Parkplätze mit Ladestationen und Abstellflächen für Lastenräder und E-Bikes in kleinteiligen Quartiersgaragen (Parkscheunen), welche fast alle privaten Stellplätze aufnehmen. Es werden im Außenraum lediglich öffentliche Besucherstellplätze mit zeitlichem Limit eingerichtet, welche vor allem Pflege- und Liefer-Diensten dienen. Für Fußgehende und Radfahrende wird ein dichtes Nahmobilitätsnetz mit optimalen Anschlüssen an die Bestandsgebiete und die Landschaftsräume angeboten. Flächen für Räder und Lastenräder befinden sich vor den Gebäuden sowie über eigene Fahrradrampen erreichbar im Untergeschoss.

Freiräume + Regenwassermanagement_Die bauliche Gestalt des Quartiers wird durch eine Struktur differenziert gestalteter Grünräume gegliedert, welche die einzelnen Siedlungsflächen miteinander vernetzen und das neue Quartier in das übergeordnete Freiraumgefüge einbinden. Formelle wie informelle Wegebeziehungen des Bestands werden aufgegriffen und in die Grünkorridore eingeflochten. So entsteht ein eng verknüpftes Netz kurzer Wege. Baumneupflanzungen mit Baumsolitären ergänzen die zu erhaltenen Gehölze und gliedern das naturnah gestaltete Parkband mit integrierten Spielbereichen. Die zur Vernetzung angegliederten grünen Fugen sind mit offenen Mulden ausgestattet und leiten das Wasser bei Starkregenereignissen in das Parkband mit größeren Retentionsvolumen. Unterschiedlich gestaltete Plätze bieten sowohl Bewegungs- und Spielmöglichkeiten als auch ruhige Bereiche zum Verweilen. Als Freiraumelemente werden hier Tischtennisplatten, Pergolen, zahlreiche Bänke, Hocker, Bücherregale, Trinkbrunnen usw. angeboten. Die Innenhöfe werden individuell gestaltet und bieten vielfältige Möglichkeiten zum Spielen und Verweilen mit viel Schatten.

Beurteilung durch das Preisgericht

Zentraler Baustein des Entwurfs ist die Vernetzung innerhalb des neuen Baugebietes und zu den angrenzenden Quartieren, die sich über ein Netz von Querbezügen über die grüne Mitte und die grünen Bänder hinweg darstellt. Das westliche Gebiet bildet eine räumliche Anbindung an das geplante Mehrfamilienhausgebiet in Form eines Baublocks mit einer Mischung von Geschosswohnungen und Reihenhäusern. Die verkehrliche Erschließung erfolgt von außen, während die innere Fußwegeerschließung mit nachbarschaftlich genutzten Freiräumen gut dimensioniert ist. Eine klare Abgrenzung zwischen privaten Freiräumen und gemeinschaftlich genutztem Hof ermöglicht ungestörte Nutzungszonen. Gegenüber der neuen Feuerwehr wird gewerbliche Nutzung angeordnet.

Die städtebauliche Ausbildung mit einer dichteren Gebäudestellung im Norden der neuen Haupterschließung mag aus Lärmschutzgründen sinnvoll sein; erscheint angesichts der gewählten Nutzungen von Reihenhäusern und Quartiersgarage aber nicht angemessen. Die Anordnung eines Quartiersplatzes in der abgeknickten Hauptverkehrserschließung im Norden wird problematisch gesehen. Das östliche Quartier wird von Norden her in Richtung Süden durch eine Schleifenerschließung erschlossen. Dadurch wird die verkehrliche Durchlässigkeit des Gebietes verhindert und das Verkehrsaufkommen minimiert. Unklar bleibt in der Erschließung allerdings der hohe Anteil an Verkehrsflächen und Fußwegen hinsichtlich ihrer Dimension und Anzahl mit einem entsprechend hohen Verkehrsflächenanteil.

Die klar ablesbaren Quartiersbereiche entlang der Nord-Süd-Erschließungsstraße bieten unterschiedliche Bautypologien mit Mehrfamilienhäusern sowie überwiegend Reihen- und Doppelhäusern. Die Gebäude entlang der beiden Stichstraßen sind jeweils mit gegenüberliegenden Eingängen sozialräumlich klar positioniert. Im rückwärtigen Bereich werden die privaten Gartenbereiche allerdings von öffentlichen Fußwegen durchzogen. Im nordöstlichen Bereich gruppieren sich einige Nord-Süd-orientierte Reihenhäuser um einen Quartiersplatz.

Die öffentliche Freifläche wird nicht als ein durchgehender Grünzug, sondern als grüne Mitte gesehen, die sich im zentralen Bereich weitet und zu den Rändern hin räumlich wieder verengt. So wird zwar ein räumlich spannender Freiraum geschaffen, der sich kleinteilig mit der Umgebung und mit den einzelnen Mikroquartieren verweben kann. Insgesamt wirkt dieser zentrale Freiraum jedoch deutlich zu schmal. Vor allem nach Süden ergibt sich durch die entlang dem Grünraum verlaufende Erschließungsstraße ein wenig nutzbarer Restraum. Auch die stufenweise Verengung des Grünzugs nach Süden, die zwar über Hochpunkte gefasst wird, wirkt starr und überzeugt nicht. In ihrer Ausbildung und ihren Rändern schafft es die grüne Mitte daher nicht, dem Quartier die gewünschte Einzigartigkeit zu verleihen.

Richtig positioniert liegt der Quartiersplatz als Auftakt am nördlichen Rand der grünen Mitte, jedoch nicht die winkelförmige Weiterführung nach Norden.

Die direkt gegenüber dem Friedhof liegende Quartiersgarage ist wiederum nicht verständlich, eine an dieser Stelle mögliche Umlenkung und Verknüpfung zum Friedhof hin wird vermisst.

Während die einzelnen Quartiere im Westen und auch im Süden relativ klar gegliedert sind und einen nutzbaren Hof erwarten lassen, ist eine freiräumliche Qualität im östlichen Quartier nicht ablesbar. Hier schafft die teppichartige Baustruktur keine Orte, die bespielbar und identitätsstiftend wirksam werden können. Einzig positiv ist die direkte Anbindung an die Grüne Mitte über Fußwege, die jedoch sehr breit ausgebildet sind.

Die Flächen für das Regenwassermanagement werden nur in der grünen Mitte vorgesehen. Vor allem im Osten und im Südosten wird ein Defizit gesehen. Hier sind die Flächen für das Regenwasser deutlich zu gering dimensioniert.

Neben den problematischen Lagen der Quartiersgaragen stellt sich die Frage ihrer Dimensionierung, da durch die Ausweisung von Tiefgaragen in den Mehrfamilienhausbereichen und den grundstücksbezogenen Stellplätzen im östlichen Quartiersbereich dezentrale Stellplatzangebote erfolgen bzw. möglich sind.

Der Entwurf verfügt über eine hohe Grundstücksausnutzung nach Grundflächenzahl und Geschossflächenzahl und eine hohe Bruttogrundfläche.
Lageplan

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