Einladungswettbewerb | 03/2026
Städtebauliche Entwicklung Kodak-Areal in Stuttgart-Wangen
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Zentraler Quartiersplatz mit Aufstockung des ehemaligen Heizkraftwerks
©CITYFÖRSTER & TREIBHAUS, Vivid Vision
2. Preis / Nach Überarbeitung
CITYFÖRSTER architecture + urbanism
Stadtplanung / Städtebau
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Verfasser:
Lisa Iglseder, Jacob Fielers, Gerko Schröder, Klaus-Peter Lorenz, Oliver Seidel
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Mitarbeitende:
Beurteilung durch das Preisgericht
Wie kann die stadtklimatologische Notwendigkeit der Durchlüftung dieses Quartiers auf städtebaulicher und freiräumlicher Ebene so umgesetzt werden, dass optimale Bedingungen für Innovation und Entwicklung zusammen mit Wohnraumangeboten und Freizeiteinrichtungen entstehen? Mit dieser Frage haben sich die VerfasserInnen der vorliegenden Arbeit intensiv auseinandergesetzt.
Mehrere „Klimafugen“ gliedern das Quartier in Ost-West-Richtung und bilden den Rahmen für die weitere städtebauliche Konfiguration. Dieser formgebende Faktor für das Entwurfskonzept soll den Fluss der Kaltluftströme begünstigen und zeichnet nach Meinung der Entwurfsverfasser für ein Ideales Mirko- und Makroklima verantwortlich.
Die durch die Fugen rhythmisierte Arbeit überzeugt durch einen robusten und klaren Städtebau, der mit der Setzung von drei 18-geschossigen Hochpunkten neue Akzente bildet. Proportionen und Höhe der Hochpunkte wurden im Preisgericht kontrovers diskutiert. Ihr gestalterischer Ausdruck ist nach Meinung des Preisgerichts zu mächtig und zu gedrungen. Insbesondere der südliche Hochpunkt reagiert nicht sensibel genug auf die Körnung der Umgebung. Es wird hinterfragt, ob die vorgeschlagenen Kubaturen der Hochpunkte einen angemessenen Vorschlag zur Weiterentwicklung des Stadtteils Wangen darstellen.
Die Hedelfinger Straße wird durch die durchgehende Raumkante räumlich gefasst und mit frequenz- bringender Nutzung belebt. Die Entscheidung, den nördlichen Hochpunkt von der Kemptener Straße abzurücken erscheint plausibel. Dadurch entsteht ein proportionierter Übergang zum angrenzenden Wohngebiet. Richtig verortet wird hier in Nachbarschaft zur Wilhelmschule die zukünftige Stadtbibliothek.
Die Verfasser sehen den Rückbau des F-Gebäudes auf eine U-Form vor. Darüber hinaus werden mit Ausnahme des Kamins keine Bestandsstrukturen erhalten.
Das städtebauliche Gerüst wird durch drei Plätze mit unterschiedlichen Freiraumqualitäten ergänzt. Zwei Plätze bilden den nördlichen und südlichen Auftakt zum Quartier von der Hedelfinger Straße aus. Während der nördliche Platz durchaus adressbildend wirkt, lässt der südliche Eingangsplatz durch seine Anordnung und Dimensionierung nur eine geringe Aufenthaltsqualität erwarten. Ein dritter Platz bildet die urbane Mitte westlich des U-Gebäudes. Dieser Platz erscheint wenig räumlich gefasst. Es wird hinterfragt, ob die Raumkanten ausreichend sind, um den Platz zu fassen und ob die flankierenden Nutzungen sich dazu eignen, die Platzfläche angemessen zu bespielen. Auch die Topographie steht an dieser Stelle einer Wirkung als Platzfläche entgegen.
Eine innere, baumbestandene Erschließungsachse verbindet die einzelnen Quartiersbausteine miteinander und bietet gute freiräumliche Qualitäten.
Die Wohngebäude orientieren sich in Richtung Wangener Höhe und versprechen durch ihre Setzung an der lärmabgewandten Seite in kleinteiligeren Bausteinen eine gute Wohnqualität. Die angebotenen Grundrisse sind in Spännern organisiert und ermöglichen eine gewisse Flexibilität. Die Realisierbarkeit des gesamten Quartiers in Teilabschnitten erscheint durch die klare Zonierung der Nutzungen und die Gliederung der Baukörper gut möglich. Dabei sollen zunächst die Wohnnutzung und das Wohnumfeld umgesetzt werden, die Bebauung an der Hedelfinger Straße kann in weiteren Umsetzungsschritten erfolgen.
Insgesamt überzeugt der Entwurf durch eine sehr kompakte Gebäudestruktur, die sich in den räumlichen Kontext einfügt und ein städtebaulich-freiräumliches Gesamtkonzept entwickelt, das hohe Qualitäten verspricht und mit souveränen Mitteln eine hohe Dichte erzeugt. Die Durchströmbarkeit des Quartiers und die klimatologischen Auswirkungen für das gesamte Neckartal durch die Setzung der drei Hochpunkte werden kritisch vom Preisgericht diskutiert. Dennoch stellt die Arbeit einen respektablen Beitrag für die Transformation eines ehemals industriell geprägten Quartiers dar.
Nördlicher Quartiersauftakt mit Eingangsplatz und Bibliotheksbaustein
©CITYFÖRSTER & TREIBHAUS, Vivid Vision
Lageplan
©CITYFÖRSTER & TREIBHAUS.LAND
Nutzungen
©CITYFÖRSTER & TREIBHAUS.LAND