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Offener Wettbewerb | 05/2026

Städtebauliche Entwicklung S-Bahnquartier Stahnsdorf

Lageplan M 1000
5

Lageplan M 1000

Anerkennung

Preisgeld: 5.000 EUR

TELEINTERNETCAFE Architektur und Urbanismus

Stadtplanung / Städtebau

urbanegestalt

Landschaftsarchitektur

Erläuterungstext

Im Süden von Stahnsdorf steht mit dem geplanten S-Bahn-Quartier eine große Fläche mit zukünftig sehr guter Verkehrsanbindung nach Berlin für eine neue Entwicklung zur Verfügung. Die S-Bahn-Anbindung und die damit einhergehende städtebauliche Entwicklung wird für Stahnsdorf auch ein Schritt hin zu einer städtischeren Bebauungsstruktur sein.
Die Bebauung einer „grünen Wiese“ ist auf diesem Areal durch die neue sehr gute Anbindung gut zu begründen, gleichwohl muss jede Neuversiegelung mit einer angemessenen baulichen Dichte und mit einem zeitgemäßen ökologischen und klimaangepassten Freiraumkonzept einhergehen.
Das Konzept „Grüner Rahmen für Alle“ schlägt ein flächensparendes, urbanes und gleichzeitig stark durchgrüntes neues Quartier vor, das einerseits der zentralen Lage an der neuen S-Bahn-Station und der Mobilitätsdrehscheibe gerecht wird, andererseits aber auch die vorhandenen Grünqualitäten weiter ausbaut und diese zum prägenden Element der Wohnumgebung macht. Es entsteht ein Quartier für alle: Für Stahnsdorfer*innen, für jung und alt, für Pendler und Gärtner, für Neuankömmlinge und Alteingesessene.

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Verfasser verknüpfen bestehende Freiraumstrukturen zu einem grünen Rahmen und schaffen innerhalb dieses Rahmens verdichtete Quartiers- und Mobilitätsangebote mit hoher Zentralität. Der neue S-Bahnhof wird dabei als Chance für eine beidseitige Entwicklung des Quartiers verstanden. Im Süden schließen lockere Hofstrukturen an, die einen großzügigen Park mit Blickbeziehungen in die freie Landschaft rahmen. Die grundsätzliche Haltung, beidseitig der S-Bahn zu verdichten und die Lagegunst des Standorts zu nutzen, wird positiv bewertet. Die Quartiersplätze im Norden und Süden schaffen gut proportionierte Stadträume und identitätsstiftende Treffpunkte.

Die Bebauungsstruktur an den Plätzen erscheint im Kontext Stahnsdorfs jedoch teilweise zu massiv. Auch die vorgeschlagene Stapelung von Busbahnhof und P+R-Anlage überzeugt an diesem Standort nicht. Die grünen Wohnanger im Norden und Süden stellen zwar einen robusten Ansatz dar, wirken jedoch wenig ausdifferenziert und ortsunspezifisch.

Das Freiraumkonzept des „grünen Rahmens“ überzeugt insgesamt nicht vollständig, da es sich räumlich nur bedingt in den heterogenen Kontext einfügt, nicht ablesbar ist und an mehreren Stellen konzeptionell unterbrochen wird. Dennoch weisen die vorgeschlagenen Freiräume im Zusammenspiel eine hohe Qualität auf. Besonders positiv hervorgehoben wird der großzügige Freiraum als „Fenster“ nach Süden mit dem Potenzial für eine zukünftige Weiterentwicklung nach Süden. Auch die Quartiersplätze im Norden und Süden werden hinsichtlich ihrer Proportionen positiv bewertet. Der überbaute Busbahnhof wird hingegen auch aus freiraumplanerischer Sicht kritisch beurteilt.

Die Verteilung öffentlicher und gewerblicher Nutzungen auf beide Seiten der S-Bahn wird positiv bewertet. Die Verdichtung im Bereich des S-Bahn-Zugangs erscheint sinnvoll. Einzelne Nutzungen, wie beispielsweise das Seniorenwohnen am Friedhof, werden kontrovers diskutiert. Die konkrete Verteilung der Nutzungen im südlichen Bereich ist hinsichtlich Lage und Erschließung nicht vollständig überzeugend.

Die vorgeschlagene Kombination und Überlagerung von Busbahnhof und P+R-Parkhaus wird auch aus verkehrlicher Sicht kritisch gesehen. Insbesondere sind die Funktionsfähigkeit sowie die Fahrbeziehungen des Busbahnhofs nicht glaubhaft nachgewiesen. Die Anbindung der Busse über die rechtwinklig geführte Straße von Osten erscheint nicht optimal. Das Erschließungssystem im Norden und Süden wirkt in Führung und Dimensionierung teilweise schematisch und wenig ausdifferenziert. Auch das Stellplatzkonzept mit Tiefgaragen im Süden erscheint nicht schlüssig.

Die Arbeit „Grüner Rahmen für Alle“ überzeugt durch ihre Zentralität, die abgestufte Abfolge urbaner Stadträume sowie den großzügigen Freiraum im Süden und stellt damit insgesamt einen wertvollen Beitrag zur gestellten Aufgabe dar.
Städtebaulich-freiraumplanerisches Konzept

Städtebaulich-freiraumplanerisches Konzept

Städtebaulich-freiraumplanerisches Konzept

Städtebaulich-freiraumplanerisches Konzept

Lageplanausschnitt M 500

Lageplanausschnitt M 500

Blick auf den südlichen Quartiersplatz und Landschaftsfenster

Blick auf den südlichen Quartiersplatz und Landschaftsfenster