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Nichtoffener Wettbewerb | 09/2025

Städtebauliche Entwicklung Teilfläche Süd im Projektverbund Blankenburger Süden in Berlin

Lageplan
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Lageplan

Anerkennung

ISA Internationales Stadtbauatelier

Stadtplanung / Städtebau, Architektur

Hannes Hörr Landschaftsarchitektur

Landschaftsarchitektur

~ GRÜNE WELLE, lebendige Landschaftsarchitektur

Landschaftsarchitektur

Erläuterungstext

SCHMÖCKI – VIELFALT MIT SYSTEM

Ein Stück Stadt in Heinersdorf
Unser Entwurf bejaht die Aufgabe, an einem eher peripheren Standort in hoher Dichte ein neues Stadtquartier zu schaffen. Wie die mittelalterliche Stadt in hartem Kontrast zur umgebenden Landschaft steht, so hebt sich auch das neue Stadtgebiet von der umgebenden Kleinhausbebauung Heinersdorfs ab. Die gewünschte hohe Dichte – die wir für richtig halten – lässt kaum eine Vermittlung der unterschiedlichen Bebauungen zu. Im Osten erlaubt der breitere Grünstreifen am Schmöckpfuhlgraben einen sanfteren Übergang, nach Westen hingegen bietet nur die Pappelreihe einen knappen Puffer. Wir reagieren mit einer verspringenden Bauflucht, nicht aber mit einer abgestuften Höhe. Der Paradigmenwechsel in der Planung, der hohe Dichten am Stadtrand erfordert, prägt auch eine neue Ästhetik. Das neue Stadtquartier darf sich stolz abzeichnen. Wenn eine Vermittlung gewünscht ist, empfehlen wir eher eine Anpassung des Baurechts in der Nachbarschaft, so dass um die Blankenburger Straße langfristig eine urbanere Struktur entsteht.

Retinität
Wenngleich vordergründig der neue Siedlungskörper im Kontrast zu der Umgebung steht, so ist dennoch eine enge Verflechtung angestrebt, auf drei Ebenen:
  • Räumliche Verknüpfung
    Das neue Stadtquartier öffnet Barrieren. Die bislang kaum durchlässige Gewerbestruktur weicht einem porösen Stadtquartier, das nicht nur Transitbeziehungen erlaubt, sondern vor allem mit dem neuen Stadtquartier zwei Knoten in einem räumlichen Beziehungsgeflecht schafft, als Vermittler zwischen vielerlei Bewegungsachsen, die das Stadtquartier queren oder tangieren. Dabei verstehen wir das neue Quartier nicht als Transitort, sondern als Ziel oder zumindest Zwischenziel der Bewegungsachsen.
  • Soziale Vernetzung
    Das neue Stadtquartier kann für die benachbarten Bereiche wichtige Ergänzungen bieten. Insbesondere die Themen „Aging in Place“, „Selbstbestimmt Wohnen im Alter“, „Urbane Einsamkeit“ oder generell die Frage des menschlichen und nachbarschaftlichen Miteinanders können durch Angebote im neuen Stadtteil adressiert werden. Aber auch auf die Bedürfnisse jüngerer Menschen, die oft mangels passender Angebote in die Innenstadtbezirke abwandern, kann reagiert werden: Angebote für Familien mit vielen Kindern, Alleinerziehende, alternative Wohnformen etc.
  • Biotopverbund
    Nicht zuletzt sollen die nicht-menschlichen Lebewesen vom neuen Stadtquartier profitieren. Die Kleingartenanlage sowie weitere Grünflächen im westlichen Bereich sind derzeit durch das Gewerbe abgeschnitten vom östlich angrenzenden Biotop am Schmöcki. Hier werden Biotopvernetzungen geschaffen.

Drei Quartiere mit Identität
Das neue Gebiet gliedert sich in drei Quartiere. Alle Quartiere wenden das gleiche Grundprinzip an, das Holzmodulbau-System durch Sondertypen zu flexibilisieren, reagieren dabei aber auf die jeweils individuellen Rahmenbedingungen. Auf diese Weise ergeben sich drei Quartiere mit unterschiedlichen Qualitäten und Identitäten.
  • Quartier am Schmöcki
    Das nord-westliche Quartier ist ein weitgehend rechteckiges Gebiet, geprägt durch eine an der Grundstücksgrenze verlaufende Pappelreihe. Allerdings wird es künftig diagonal von der Straßenbahntrasse durchschnitten, eine für das Holzmodulbau-System eigentlich ungünstige Geometrie. Wir reagieren darauf mit einem System aus zwei zueinander verdrehten Rastern, das eine orthogonal zur Pappelreihe, das andere folgt der Richtung der Tramlinie. Es ergeben sich polygonale Blöcke, die vielfältige und individuelle, nicht-rechtwinklige Stadträume bilden. Zum Schmöckpfuhlgraben hin wird eine urbane Promenade ausgebildet („Schmöcki“).
  • Quartier am Waldsaum
    Der süd-östliche Bereich ist nahezu rechtwinklig, hat aber einen wertvollen Baumbestand. Die Bebauung reagiert mit einer verspringenden Bauflucht auf den Waldsaum, wodurch im Innern eine zentrale Straße mit abwechslungsreichen Raumfolge entsteht. Zwei markante Baumgruppen im Gebietsinnern werden in diesen Raum integriert. Im Süden wird die Richtung der Grundstücksgrenze aufgegriffen und mit einer dazu rechtwinkligen Bauflucht der Quartierseingang betont. Auch hier kann auf diese Weise eine markante schräg verlaufende Baumreihe erhalten werden. (Die Bäume waren nicht eingemessen und sind vom Luftbild übernommen).
  • Das Grüne Händchen
    Nördlich des Schmöckpfuhlgrabens schließt als kleinstes Quartier das Grüne Händchen an, das ebenfalls auf den Baumbestand reagiert, der hier jedoch das Quartier fast allseitig umschließt. Die Bebauung fächert sich leicht auf, um die Atmosphäre des Waldes bis ins Quartiersinnere spürbar zu machen.
Räumliche Verknüpfung

Räumliche Verknüpfung

Vertiefungsbereich Quartiersmitte

Vertiefungsbereich Quartiersmitte

Vertiefungsbereich Wohnquartier

Vertiefungsbereich Wohnquartier