Ideenwettbewerb im kooperativen Verfahren | 10/2024
Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme Ostfeld in Wiesbaden
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Biehlerstadt / Phase 2
©rheinflügel severin, NUWELA, Julian Schäfer
Finalist / 2. Phase
Stadtplanung / Städtebau
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Verfasser:
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Mitarbeitende:
NUWELA Büro für Städtebau und Landschaftsarchitektur
Landschaftsarchitektur, Stadtplanung / Städtebau
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Verfasser:
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Mitarbeitende:
Stadtplanung / Städtebau
Erläuterungstext
Das Main-Taunusvorland ist seit Jahrtausenden eine Kulturlandschaft in stetiger Veränderung. Natur und Kultur überlagern und durchdringen sich, sodass sich das Eine vom Anderen kaum trennen lässt. Die Entwicklung des Ostfelds fügt sich dort ein, ohne Intensitätsverlust der einzelnen Elemente - sie verstärken sich vielmehr. Biotope werden geschützt und miteinander vernetzt. Den Strömen von bodennaher Kaltluft und Wasser wird nichts entgegengestellt. Die Bebauung passt sich in die fließende Struktur der Natur ein. Sie verdichtet sich in den zentralen Bereichen hochgradig urban und schafft ein spannungsvolles Nebeneinander von Stadt und Land.
Der Entwurf setzt auf kompakte urbane Quartiere und einen sensiblen Umgang mit der bestehenden Kulturlandschaft. Infrastruktur und Bebauung werden behutsam integriert und stehen in Beziehung zu den erhaltenen Landschaftsstrukturen. Die Vernetzung erfolgt über Frei- und Landschaftsräume, welche gleichwohl zur Gliederung und Ordnung der städtebaulichen Einheiten beitragen. Der Landschaftsbezug ist prägend für den Entwurf und stellt die Grundlage für die zukünftige Identität des transformierten Ostfelds dar. Offene Wiesen- und Ackerflächen neigen sich sanft in unterschiedliche Richtungen mit weitem Ausblick zu Odenwald, Rheinhessen, Rheingau und Taunus. Die Bebauung wird in die bestehende Topographie eingefügt, während dank akzentuierter Sichtbeziehungen in Richtung Mainz sowie zum Taunus der Bezug zur weiträumigen Umgebung deutlich wird.
Neben dem unmittelbaren Aufeinandertreffen von zum Teil verdichteter Stadt und offener Landschaft entstehen vielfältige Kombinationen räumlicher Strukturen. Die abwechslungsreiche Verknüpfung von Neubaustrukturen unterschiedlicher Dichte, den bestehenden Siedlungsstrukturen, den Jahrhunderte alten Befestigungslinien, der landwirtschaftlichen Flächen, der renaturierten Bachtäler, der neuen Gartenlandschaft und der intensiv nutzbaren Freizeitlandschaft führt zu einer Multikodierung mit unverwechselbaren Stadträumen im Wiesbadener Südosten.
Beurteilung durch das Preisgericht
Vier Sub-Quartiere umgeben das Bieler Wäldchen und werden durch diverse Maßnahmen miteinander verbunden. Hervorzuheben ist ein kleiner zentraler Park an der Flanke des Wäldchens, von dem alle Quartiere profitieren könnten. In sich sind diese Quartiere kompakt strukturiert und durch ein differenziertes Straßennetz miteinander verbunden. Auch das BKA-Quartier wird wie ein Stadtquartier räumlich geordnet, es ergeben sich sinnvolle Binnenräume, die Bebauungstypologie ist allerdings viel zu kleinteilig für eine große Bundesbehörde, eine Überarbeitung ist hier unabdingbar.
In die offene Feldflur zwischen diesen beiden Clustern werden vielfältige Wegeverbindungen und Grünstrukturen vorgeschlagen, die nord-südlaufend Stadtbahntrasse trennt zwei verschieden Strukturtypen. Das Wohnquartier profitiert an dieser Landschaft mit langen Flanken und verbindende Fugen. Allerdings ist auch hier die Kaltluftbahn an der Nordöstlichen Flanke zu arg bedrängt, es besteht Überarbeitungsbedarf. Allerdings ist zugleich die Nettobaulandfläche (Zahlen nach Angabe der Verfasser) aus wirtschaftlichen Gründen zu gering. (Nach Augenschein nicht ist dies nicht plausibel und wäre im Weiteren zu überprüfen.) Noch besteht ein Zielkonflikt, der im weiteren Entwurfsprozess aufzulösen wäre.
Diese an sich gute Grundstruktur lässt aber noch nicht erkennen, wo und wie zentrale Einrichtungen lokalisiert werden. Können tatsächlich 4 kleine Stadteilplätze bespielt werden? Wo liegt ein Schwerpunkt für das gesamte Gemeinwesen neben den freiräumlichen Angeboten. Hier vermisst die Jury eine stringente zentrale Struktur für das gesamte Gemeinwesen. Ist die Verbindung nach Süden, nach Mainz-Kastel, prägnant genug ausgeformt? Ließe sich die Führung der Stadtbahn im Quartier noch stärker im Sinne einer Stadt der kurzen Wege optimieren?
Insgesamt bietet der Entwurf ein ausbaufähiges Grundkonzept, das noch einen stärkeren inneren Identifikationsort neben dem Fort Biehler bräuchte.
Gesamtplan / Phase 2
©rheinflügel severin, NUWELA, Julian Schäfer
Umgang mit der Landschaft / Phase 2
©rheinflügel severin, NUWELA, Julian Schäfer
Campus / Phase 2
©rheinflügel severin, NUWELA, Julian Schäfer