Nichtoffener Wettbewerb | 09/2024
Städtebauliche Neuordnung Areal Kieler Straße / Volksparkstraße in Hamburg Stellingen
8
Perspektive Stadteingang Nord
©asp Architekten + A24 Landschaft, Visualisierung: Moka Studio
Anerkennung
Preisgeld: 3.267 EUR
Stadtplanung / Städtebau
-
Verfasser:
-
Mitarbeitende:
Hriday Bharaj, Ellen Henriques, Philipp Maué, David Meurer, Maximilian Stengele, Timo Wendschuh, Jesús Antonio Martínez Zárate, Xinyu Chen
Landschaftsarchitektur
Modellbau
Erläuterungstext
Stadteingang Stellingen – Grünes Tor nach Hamburg
Abschluss der angrenzenden Quartiere
Der „Stadteingang Stellingen“ schließt die beiden unterschiedlichen Quartiere an der Volksparkstraße baulich ab und verknüpft diese miteinander. Die verschiedenen Qualitäten des Gewerbegebiets Kamerbalken im Norden und des Wohngebiets am Stellinger Friedhof im Süden werden ausgebaut und erweitert. Es entsteht ein urbanes Quartier mit einem breiten Spektrum an Möglichkeiten zum Wohnen und Arbeiten.
Areal Nord – Urbanes Arbeiten und Wohnen
Das Areal Nord bildet den Übergang zwischen den gewerblichen Nutzungen des Kamerbalkens im Norden und den Wohnbebauungen im Süden. Zur Magistrale hin entsteht durch zwei neue Setzungen auf den Flächen der „Glaskästen“ ein neuer Eingang in das Quartier, der sich entlang des Baumbestands der alten Volksparkstraße fortsetzt. Zwischen der bestehenden Blutbuche und der Kreuzung entsteht eine aktive Zone, die sich im Süden fortsetzt. Die vorgeschlagenen Nutzungen in den Teilbereichen A und B beinhalten eine Mischung aus Wohnen, Büroflächen, Parkierung sowie Nahversorgung und können somit die weitere Entwicklung des Teilbereichs C sowie des Gewerbegebiets vorantreiben und unterstützen.
Areal Süd – Wohnen am Stadteingang
Die Magistrale entlang der Kieler Straße ist eine belebte und überregional bedeutende Achse, die aus dem Umland in die Hamburger Kernstadt führt. Die Kreuzung Volksparkstraße/ Kieler Straße markiert den Übergang der vorgelagerten Gewerbegebiete an der Autobahn hin zur Hamburger Innenstadt. Stadtseitig entsteht hier ein Hochpunkt als markanter Stadteingang entlang der Magistrale M3.
Das Grundstück der freiwilligen Feuerwehr dient nach deren Verlagerung in das Areal A als Erweiterungsfläche des angrenzenden Park Johann-Wenth-Straße. Gleichzeitig ermöglicht diese das Schaffen einer aktiven Zone mit Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten durch den Rückbau der Melanchthonstraße.
Die weiteren Teilbereiche des Areals werden mit langestreckten Baukörpern nachverdichtet und über ein Netzwerk von Höfen und Gartenanlagen miteinander verbunden.
Freiraumkonzept
Die neuen Stadtquartiere gliedern sich in eine differenzierte Raumfolge. Das Areal Süd greift den grünen Charakter des angrenzenden Friedhofareals auf und schafft eine fließende Parklandschaft als verbindende Struktur zwischen den heterogenen Gebäudestrukturen. Durch die Verlagerung der vorhandenen KiTa kann der kleine Quartierspark bis in das neue Wohnquartier erweitert werden. Die verlagerte KiTa wird an der neuen Quartierspromenade verortet und nutzt den angrenzenden parkartigen Wohnhof für die naturnahen Außenflächen. Die Quartierspromenade bildet eine starke visuelle Klammer zwischen den Quartieren nördlich und südlich der Volksparkstraße, gleichzeitig wird die Präsenz des Stadteingangs in der übergeordneten Wahrnehmung gestärkt. Eine markante Platzfolge schafft urbane Ankerpunkte ins Quartier.
Das auf Wohnnutzungen ausgerichtete Areal Süd erhält einen Grünkorridor als informelle Verbindung zwischen den Nachbarschaften. Hier können abgewandt von den vielbefahrenen Straßenräumen geschützte Angebote für unterschiedliche Generationen, wie Aufenthaltsbereiche, Spielplätze, Bewegungsangebote oder auch Gemeinschaftsgärten, entstehen. Durchgrünte Plätze schaffen Kommunikationsorte entlang der alltäglichen Wege.
Das Areal Nord mit seiner wesentlich kompakteren Gebäudestruktur im Übergangsbereich zum Gewerbegebiet erhält begrünte Innenhöfe und Fugen, die vielfältige Aufgaben von Regenwassermanagement und Klimaanpassung übernehmen. Durch den Erhalt vieler wertvoller Bestandsbäume kann der durchgrünte Charakter der Quartiere erhalten und durch Neupflanzungen sogar noch gesteigert werden.
Boulevard Volksparkstraße
Die Volksparkstraße ist eine wichtige alltägliche Verbindung innerhalb der Stadt. Die zusätzliche Überquerung und Verlangsamung der Volksparkstraße stärkt die Vernetzung innerhalb des Quartiers und in die Umgebung – insbesondere zur neuen Mitte Stellingen – sowie zu den geplanten U-Bahn-Stationen. Gleichzeitig verbessert sich durch die verringerten Lärmimmissionen die Aufenthaltsqualität innerhalb der beiden Areale.
Lärmschutz
Der Umgang mit Lärm von den umliegenden Verkehrsachsen findet auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig statt. Zum einen wird die Geschwindigkeit der Volksparkstraße durch die bauliche Veränderung hin zu einem grünen Stadtboulevard beruhigt, was das Lärmaufkommen deutlich reduziert. Zudem werden in den stärker lärmbelasteten Gebieten im Norden weniger sensible Gewerbliche Nutzungen implementiert. Die städtebaulichen Setzungen der Baukörper entlang der beiden Straßen schirmen die Lärmemissionen der Quartiere ab und ermöglichen so innerhalb der Quartiere ruhige, grüne Wohnhöfe.
Typologie
Die beiden Areale beinhalten zwei grundsätzliche Typologien.
Das Areal Süd wird durch die Straßenbegleitenden Riegel, die sich zu einem Hof hin richten bestimmt. Die darin befindlichen durchgesteckten Wohnungen verfügen somit immer über eine belebte, laute und eine ruhige, leise Seite, woran sich auch die Räume innerhalb Wohnungsgrundrisse orientieren.
Als zusätzliche Schallschutzmaßnahme entstehen zudem Loggien, welche besonders zur Straßenseite hin mit einer zusätzlichen Verglasung als Lärmpuffer dienen.
Die Anordnung der Treppenkerne und die Gebäudetiefe von 14m ermöglichen eine flexible Nutzung der Gebäude. Durch diese Struktur lassen sich ohne Probleme größere Gewerbeeinheiten bis hin zu kleinteiligen 1- und 2-Zimmerwohnungen unabhängig voneinander realisieren und anpassen. Dies gilt auch für die Erdgeschosszonen, welche sowohl gemeinschaftliche Zonen für die Bewohnenden, als auch gewerbliche Nutzungen zulassen.
Das Areal Nord wird durch nach Innen gerichtete Hofhäuser bestimmt. Dadurch entstehen trotz der hohen Schallemissionen im Umfeld ruhige Innenhöfe, die qualitätvolle Wohnungen ermöglichen. Auch hier entstehen dem Lärm angepasste Gebäude mit durchgesteckten Wohnungen, den entsprechenden Grundrissen und Loggien als Pufferzonen. Die Gebäudetiefe und Anordnung der Treppenkerne gestatten ebenso flexible Nutzungsszenarien wie im Süden.
Phasenweise Umsetzung
Phase 3: Langfristig können mehrere zusammenhängender Einzelgrundstücke des Areals Nord C, aber auch die Einzelgrundstücke nördlich der Stellinger Kirche städtebaulich neugeordnet werden.
Abschluss der angrenzenden Quartiere
Der „Stadteingang Stellingen“ schließt die beiden unterschiedlichen Quartiere an der Volksparkstraße baulich ab und verknüpft diese miteinander. Die verschiedenen Qualitäten des Gewerbegebiets Kamerbalken im Norden und des Wohngebiets am Stellinger Friedhof im Süden werden ausgebaut und erweitert. Es entsteht ein urbanes Quartier mit einem breiten Spektrum an Möglichkeiten zum Wohnen und Arbeiten.
Areal Nord – Urbanes Arbeiten und Wohnen
Das Areal Nord bildet den Übergang zwischen den gewerblichen Nutzungen des Kamerbalkens im Norden und den Wohnbebauungen im Süden. Zur Magistrale hin entsteht durch zwei neue Setzungen auf den Flächen der „Glaskästen“ ein neuer Eingang in das Quartier, der sich entlang des Baumbestands der alten Volksparkstraße fortsetzt. Zwischen der bestehenden Blutbuche und der Kreuzung entsteht eine aktive Zone, die sich im Süden fortsetzt. Die vorgeschlagenen Nutzungen in den Teilbereichen A und B beinhalten eine Mischung aus Wohnen, Büroflächen, Parkierung sowie Nahversorgung und können somit die weitere Entwicklung des Teilbereichs C sowie des Gewerbegebiets vorantreiben und unterstützen.
Areal Süd – Wohnen am Stadteingang
Die Magistrale entlang der Kieler Straße ist eine belebte und überregional bedeutende Achse, die aus dem Umland in die Hamburger Kernstadt führt. Die Kreuzung Volksparkstraße/ Kieler Straße markiert den Übergang der vorgelagerten Gewerbegebiete an der Autobahn hin zur Hamburger Innenstadt. Stadtseitig entsteht hier ein Hochpunkt als markanter Stadteingang entlang der Magistrale M3.
Das Grundstück der freiwilligen Feuerwehr dient nach deren Verlagerung in das Areal A als Erweiterungsfläche des angrenzenden Park Johann-Wenth-Straße. Gleichzeitig ermöglicht diese das Schaffen einer aktiven Zone mit Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten durch den Rückbau der Melanchthonstraße.
Die weiteren Teilbereiche des Areals werden mit langestreckten Baukörpern nachverdichtet und über ein Netzwerk von Höfen und Gartenanlagen miteinander verbunden.
Freiraumkonzept
Die neuen Stadtquartiere gliedern sich in eine differenzierte Raumfolge. Das Areal Süd greift den grünen Charakter des angrenzenden Friedhofareals auf und schafft eine fließende Parklandschaft als verbindende Struktur zwischen den heterogenen Gebäudestrukturen. Durch die Verlagerung der vorhandenen KiTa kann der kleine Quartierspark bis in das neue Wohnquartier erweitert werden. Die verlagerte KiTa wird an der neuen Quartierspromenade verortet und nutzt den angrenzenden parkartigen Wohnhof für die naturnahen Außenflächen. Die Quartierspromenade bildet eine starke visuelle Klammer zwischen den Quartieren nördlich und südlich der Volksparkstraße, gleichzeitig wird die Präsenz des Stadteingangs in der übergeordneten Wahrnehmung gestärkt. Eine markante Platzfolge schafft urbane Ankerpunkte ins Quartier.
Das auf Wohnnutzungen ausgerichtete Areal Süd erhält einen Grünkorridor als informelle Verbindung zwischen den Nachbarschaften. Hier können abgewandt von den vielbefahrenen Straßenräumen geschützte Angebote für unterschiedliche Generationen, wie Aufenthaltsbereiche, Spielplätze, Bewegungsangebote oder auch Gemeinschaftsgärten, entstehen. Durchgrünte Plätze schaffen Kommunikationsorte entlang der alltäglichen Wege.
Das Areal Nord mit seiner wesentlich kompakteren Gebäudestruktur im Übergangsbereich zum Gewerbegebiet erhält begrünte Innenhöfe und Fugen, die vielfältige Aufgaben von Regenwassermanagement und Klimaanpassung übernehmen. Durch den Erhalt vieler wertvoller Bestandsbäume kann der durchgrünte Charakter der Quartiere erhalten und durch Neupflanzungen sogar noch gesteigert werden.
Boulevard Volksparkstraße
Die Volksparkstraße ist eine wichtige alltägliche Verbindung innerhalb der Stadt. Die zusätzliche Überquerung und Verlangsamung der Volksparkstraße stärkt die Vernetzung innerhalb des Quartiers und in die Umgebung – insbesondere zur neuen Mitte Stellingen – sowie zu den geplanten U-Bahn-Stationen. Gleichzeitig verbessert sich durch die verringerten Lärmimmissionen die Aufenthaltsqualität innerhalb der beiden Areale.
Lärmschutz
Der Umgang mit Lärm von den umliegenden Verkehrsachsen findet auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig statt. Zum einen wird die Geschwindigkeit der Volksparkstraße durch die bauliche Veränderung hin zu einem grünen Stadtboulevard beruhigt, was das Lärmaufkommen deutlich reduziert. Zudem werden in den stärker lärmbelasteten Gebieten im Norden weniger sensible Gewerbliche Nutzungen implementiert. Die städtebaulichen Setzungen der Baukörper entlang der beiden Straßen schirmen die Lärmemissionen der Quartiere ab und ermöglichen so innerhalb der Quartiere ruhige, grüne Wohnhöfe.
Typologie
Die beiden Areale beinhalten zwei grundsätzliche Typologien.
Das Areal Süd wird durch die Straßenbegleitenden Riegel, die sich zu einem Hof hin richten bestimmt. Die darin befindlichen durchgesteckten Wohnungen verfügen somit immer über eine belebte, laute und eine ruhige, leise Seite, woran sich auch die Räume innerhalb Wohnungsgrundrisse orientieren.
Als zusätzliche Schallschutzmaßnahme entstehen zudem Loggien, welche besonders zur Straßenseite hin mit einer zusätzlichen Verglasung als Lärmpuffer dienen.
Die Anordnung der Treppenkerne und die Gebäudetiefe von 14m ermöglichen eine flexible Nutzung der Gebäude. Durch diese Struktur lassen sich ohne Probleme größere Gewerbeeinheiten bis hin zu kleinteiligen 1- und 2-Zimmerwohnungen unabhängig voneinander realisieren und anpassen. Dies gilt auch für die Erdgeschosszonen, welche sowohl gemeinschaftliche Zonen für die Bewohnenden, als auch gewerbliche Nutzungen zulassen.
Das Areal Nord wird durch nach Innen gerichtete Hofhäuser bestimmt. Dadurch entstehen trotz der hohen Schallemissionen im Umfeld ruhige Innenhöfe, die qualitätvolle Wohnungen ermöglichen. Auch hier entstehen dem Lärm angepasste Gebäude mit durchgesteckten Wohnungen, den entsprechenden Grundrissen und Loggien als Pufferzonen. Die Gebäudetiefe und Anordnung der Treppenkerne gestatten ebenso flexible Nutzungsszenarien wie im Süden.
Phasenweise Umsetzung
Die einzelnen Areale können abschnittsweise entwickelt werden. Dabei lassen sich drei übergeordnete Phasen unterscheiden:
Phase 1: Die Teilareale Nord A+B können direkt entwickelt werden. Zudem besteht die Möglichkeit als erste Nachverdichtungsmaßnahme im Teilareal Süd C eine Aufstockung der beiden Zeilen vorzunehmen.
Phase 2: Im Zuge der Entwicklung des Teilareals Süd A kann die Feuerwehr in ihr neues Betriebsgebäude einziehen und die Erweiterung des Parks erfolgen. Parallel gibt es Sinn die angrenzenden Teilareale B und C zu entwickeln.
Beurteilung durch das Preisgericht
Mit einer guten Weiterentwicklung des Entwurfs wird ein klares Städtebau- und Freiraumkonzept präsentiert. Die Erweiterung des Parks an der Johann-Wenth-Straße wird dabei geschickt in eine aktive Zone überführt, die sich vom Süden bis zum Norden erstreckt und somit ein durchgängiges Erlebnisband offenbart.
Der Platz bzw. die Aufweitung direkt vor dem Teilareal Nord B lässt das Quartier hier von der Magistrale 3 in Erscheinung treten; dennoch bleiben Zweifel an der Nutzbarkeit dieser Vorzone im stark verlärmten Bereich. Der Platz dient auch einer stadträumlichen Führung und Raumkantenausbildung zum Teilareal Süd A, auf dem selbstbewusst der Stadteingang über das 10-geschossige Gebäude mit einer Mischung aus Wohnen und Gewerbeeinheiten angeboten wird. Dieser strukturelle Ansatz ist durchaus beachtenswert.
Das Konzept ist ein deutliches Bekenntnis zur gewünschten Urbanität, jedoch bleiben Zweifel an den sehr engen Blöcken und insbesondere auch an dem Block im Teilareal Süd A. Hier wird viel Detailarbeit für einen eher gemeinschaftlichen Innenbereich mit einer Kita geleistet, bei dem eine bessere Nutzbarkeit auch für eine größere Gewerbe- oder Einzelhandelsunterbringung vermisst wird.
Das optionale, zukünftige „Durchbinden“ der Grünräume von Süden über die Volksparkstraße hinweg nach Norden wird vom Preisgericht positiv gewertet.
Insgesamt ein Beitrag, der gute Akzente liefert, aber die benannten Schwächen aufweist und bei der gesamten Geschossfläche im Vergleich zu den anderen Beiträgen nur im unteren Bereich liegt.
Perspektive Stadteingang Süd
©asp Architekten + A24 Landschaft, Visualisierung: Moka Studio
Strukturplan
©asp Architekten + A24 Landschaft
Lageplan
©asp Architekten + A24 Landschaft
Vogelperspektive
©asp Architekten +A24 Landschaft
Schnitt Nord-Süd
©asp Architekten + A24 Landschaft
Schnitt West-Ost
©asp Architekten + A24 Landschaft
Modell
©@MS Architekturmodelle