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Offener Wettbewerb | 06/2026

Städtebauliche Neuordnung Luisenblock Ost II in Berlin-Mitte

Lageplan
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Lageplan

Anerkennung

yellow z urbanism architecture

Stadtplanung / Städtebau

Kronaus Mitterer Architekten

Stadtplanung / Städtebau

Bauforum Berlin GmbH

Landschaftsarchitektur

Erläuterungstext

Urbanes Quartier Luisenblock Ost
Der Entwurf greift wesentliche morphologische Merkmale der städtebaulichen Struktur der Dorotheenstadt/ Friedrich-Wilhelm-Stadt auf. Er formuliert einen klaren urbanen Blockrand zur Spree, und eine stärker durchgrünte und kleinteiligere „innere Oberfläche“ im Rückraum.
Das Areal zwischen Schiffbauer Damm und S-Bahn-Viadukt wird besetzet mit vier polygonalen Blöcken vergleichbarer Größe. Sie bilden ein präzise gesetztes Gefüge mit engeren und breiteren Gassen und einer Abfolge kleiner Plätze unterschiedlicher Prägung. Am Schiffbauer Damm wird die historische Raumkante fortgeschrieben und durch unterschiedliche Gebäudeabstände leicht rhythmisiert. Zwei Gassen führen von dort in Richtung S-Bahn-Bögen, die in einen grün geprägten Platzbereich münden.
Die beiden neuen Bundestagsblöcke bilden eine weitere Gasse mit den Bestandsbauten und öffnen einen weiteren kleinen Platzbereich, der die denkmalgeschützten Fassaden in Szene setzt. Die Gebäude halten die Berliner Traufkante ein, wobei der Platz an den Bahnbögen durch Staffelgeschosse betont wird.
Die Hauptnutzungen der Gebäude sind folgendermaßen verteilt: Zwei im EG miteinander verbundene Blöcke ergänzen den Bundestagskomplex und bilden dessen baulich-funktionalen Abschluss. Der Verdi-Bau fügt sich an das Bestandshaus am Schiffbauerdamm und bewegt sich in den vorhergesehenen Dimensionen. Mittig eingefügt liegt der Wohnblock mit überwiegend gewerblicher Nutzung im EG. Alles drei Hauptnutzer erhalten eine attraktive Adresse und angemessene Präsenz an der Spree.

Freiraumsystem
Die höchst unterschiedlichen Nutzergruppen – Bundestagsmitarbeiterinnen, Touristen, Bewohnerinnen und Ver.di-Mitarbeiter – stellen teils sehr unterschiedliche Anforderungen an den öffentlich Raum, die hier auf kleiner Fläche abgebildet werden müssen. Der Entwurf trägt diesem Anspruch Rechnung durch unterschiedliche Nutzungsangebote und Atmosphären. Eine differenzierte Maßstäblichkeit und Hierarchisierung im Freiraum sorgen für gute Orientierung und einen hohen Aufenthaltswert.

Freiraumtypologien
Die Spreepromenade wird in diesem Abschnitt folgerichtig fortgeschrieben und ergänzt. Die neue „Schiffbauerpromenade“ besteht aus zwei Ebenen – dem Schiffbauerdamm als Shared Space und dem Uferweg. Dieser ermöglicht einen direkteren Zugang zum Wasser und blendet den oberhalb liegenden Straßenraum aus. Zwischen diesen beiden Ebenen vermitteln grüne Böschungen mit großen Solitärgehölzen, welche teilweise mit Sitzstufen und Mauern durchzogen sind und damit eine direkte Erlebbarkeit des Wassers und entspannten Aufenthalt ermöglichen. Einen gestalterischen Bruch in dieser Freiraumsequenz stellt der Spreebalkon dar. Dieser bildet den Auftakt – und Endpunkt der Promenade. Quer dazu bildet ein öffentlicher Grün- und Freiraum mit breitem Straßenquerschnitt eine großzügige Verbindung zwischen dem Freiraum Spree und dem neu geschaffenen „Bahnbogenplatz“. Dieser neue grün geprägte Platzraum bildet das Gelenk und Rückgrat des Quartiers. Hier werden öffentliche Funktionen wie Aufenthalt, Spiel und Kommunikation gebündelt. Die aktiven Erdgeschosse an den Platzfassaden und die Bahnbögen bespielen die Ränder des Platzes mit gastronomischen Angeboten, kleinteiligem Einzelhandel und Dienstleistungen und ein kleiner Pavillon im Zentrum setzt einen Akzent in der Platzmitte. Der Platz ist sowohl Start als auch Endpunkt einer Freiraumkaskade, welche über den Platz „Mauergarten“ am Bundestag bis hin zum Vorplatz des Bundestages führt.

Regenwassermanagement und Klimakonzept
Das Klimakonzept ist in der städtebaulich-freiräumlichen Setzung klar abzulesen. Das Herzstück dieses Konzept bildet der Bahnbogenplatz im Zentrum des Quartiers. Dieser baumbestandene, nicht unterbaute Platzraum dient als Retentionsraum, Verdunstungsraum, Klimahain für verbessertes Microklima und CO2 Speicher. Um ein kaskadenartiges Regenwassermanagement aufzubauen, wird die Schiffbauerpromenade als grüne Promenade angelegt. Wie auch der Klimahain auf Bahnbogenplatz kann diese Promenade Wasser aufnehmen, speichern und versickern. Ausgehend vom Bahnbogenplatz über die Promenade und die Gasse kann das gefilterte, überschüssige Regenwasser über die verbundenen Rigolen gefiltert in die Spree geleitet werden.
Die Neubauten werden mit einer Kombination aus Retentionsdächern und Photovoltaikanlagen versehen. An fensterlosen Fassadenteilen und Innenhöfen sind Fassaden-Begrünungen vorgesehen. Standortangepasste und klimaresiliente Bäume und Pflanzen sorgen für eine Durchgrünung und Kühlung des Quartiers.

Mobilität
Das Quartier gibt Fuß-/Radverkehr Vorrang und ist dementsprechend durchlässig und barrierefrei gestaltet. Ausreichend Fahrradabstellmöglichkeiten (auch für Lastenräder) sind innerhalb der Gebäude und im Außenraum vorgesehen.
Die MIV-Erschließung erfolgt durch eine über die Schiffbauergasse laufende Verbindung zwischen Bahnviadukt und Schiffbauerdamm, die als Mischverkehrsfläche ausgebildet wird. Die beiden weiteren Gassen sind lediglich für Liefer- und Rettungsfahrzeuge zu befahren. Der ruhende Verkehr wird in zwei großen Tiefgaragen versammelt; 1-geschossig unter dem Ver.di-Gebäude und 2-geschossig unter dem Bundestagskomplex. Aufgrund der zentralen und hocherschlossenen Lage wird auf PKW-Stellplätze für den Wohnblock verzichtet.
Wir schlagen vor, eine kleine Anzahl an Stellplätzen und sowie Sharing-Fahrzeugen in Absprache mit Ver.di in der Tiefgarage vorzusehen.

Perspektive vom Wasser

Perspektive vom Wasser

Ausblicke

Ausblicke

Übersichtsplan

Übersichtsplan

Modell

Modell