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Mehrfachbeauftragung | 11/2019

Städtebauliche und gestalterische Neuordnung des "Gleisdreiecks" in Radolfzell

1. Rang

Barton S-ASS Architekten GmbH | S-ASS Architekten + Ingenieure

Architektur

FSP Stadtplanung

Stadtplanung / Städtebau

faktorgruen

Landschaftsarchitektur

LINK3D

Visualisierung

Erläuterungstext

BESTAND UND NEUBAU
-Eigenständiges Wohnquartier auf der Insellage zwischen den Hauptverkehrsachsen.
-Klare Raumkante zur Bahn und angrenzenden. Sondernutzungen mit deren stark
aufgelockerter Gebäudestruktur.
-Übernahme des vorhandenen Maßstabssprungs zur nördlich angrenzenden Wohnbebauung.
-Gelenk zur vorhandenen Bebauung durch Platz am S-Bahn-Haltepunkt.

ERSCHLIESSUNGSKONZEPT
-Weitestgehende Kfz-Verkehrsberuhigung im Quartier durch B√ľndelung der Parkverkehre am Rand des Quartiers.
-Vermeidung von motorisiertem Durchgangsverkehr durch Sackerschlie√üung √ľber einzig m√∂glichen Anschluss an den Libellenweg.
-Gemeinsam genutzter Straßenraum auf der verkehrsberuhigten Wohnstraße im Quartier.
-Zus√§tzlicher Anschluss f√ľr Rad und Fu√üverkehr an die G√ľnter-Neurohr-Br√ľcke, die Unterf√ľhrung an der S-Bahn Station, die Treppenanlage zur Konstanzer Stra√üe und den Weg entlang der Bahn zur Waldstra√üe.
-Durch optimale Fuß- und Radwegeverbindungen Umlenken auf umweltgerechte Mobilität (Anreiz).
-Noterschlie√üungsm√∂glichkeit f√ľr motorisierten Verkehr √ľber den Weg entlang der Bahn zur Waldstra√üe.
-Zufahrt s√ľdliches Parkhaus √ľber G√ľnter-Neurohr-Br√ľcke verringert den PKW-Verkehr im Quartier zus√§tzlich, die ebenerdige Zufahrt erm√∂glicht im Bedarfsfall f√ľr Anwohner eine direkte Zufahrt aus dem Quartier.
-Bestehende √ĖPNV-Anbindung durch Bushaltestelle Libellenweg an der Konstanzer Stra√üe.
-K√ľnftige √ĖPNV-Anbindung durch den geplanten S Bahn Haltepunkt Ost.
-Car-Sharing Stellpl√§tze in den Quartiersgaragen und der ‚ÄěGr√ľnen Mitte‚Äú.
-Beruhigung des motorisierten Verkehrs durch alternierdende Anordnung von Mobilit√§tsspots/ Verf√ľgungsfl√§chen f√ľr z. B. Fahrradstellpl√§tze, Car-Sharing-Sonderfl√§chen, E-Ladepunkte.

STELLPLATZKONZEPT
-B√ľndelung der f√ľr das Wohnen notwendigen Stellpl√§tze in Quartiersgaragen an den Eing√§ngen zum Quartier.
-Erforderliche Stellpl√§tze f√ľr den Lebensmittelmarkt in Tiefgarage.
-Oberirdische Stellpl√§tze f√ľr Besucher und Hol- und Bringverkehr der Kita entlang der Quartiersstra√üe.
-Zusätzliche Park-and-Ride-Stellplätze in der Quartiersgarage am S-Bahn-Haltepunkt.
-S√ľdliches Parkhaus mit √∂ffentlichen Stellpl√§tzen f√ľr Besucher der Halbinsel Mettnau.
-Ebenerdiges Angebot f√ľr Fahrradstellpl√§tze der Wohnh√§user zur attraktiveren und alltagstauglichen Nutzbarkeit.

HOCHWASSERSCHUTZ
-Verzicht auf unterirdische Garagen im Bereich HQ100.
-Hochwasserschutz f√ľr Tiefgaragen im Bereich HQextrem.
-Wo sinnvoll oberirdische Unterbringung von Neben- und Abstellräumen, dadurch teilweise Verzicht auf Unterkellerung.
-Hochwasserangepasstes Bauen im Bereich HQextrem.

ENERGIEKONZEPT / UMWELTBELANGE
-Nutzung von Umweltwärme aus dem verdohlten Sibach
-Nutzung solarer Energie auf den Flachdächern
-Ausf√ľhrung der Geb√§ude im KfW55-Standard.
-Kompakter Städtebau zum schonenden Umgang mit Flächen.
-Wasserdurchl√§ssige Ausf√ľhrung von Wegen und befestigten Fl√§chen.
-Begr√ľnte D√§cher zur Regenwasserr√ľckhaltung und Klimaverbesserung
-Vermeidung unterirdischer Bodenversiegelung durch Tiefgaragen
-Förderung umweltgerechter Mobilität
-Angebot von E-Ladestationen in den Parkhäusern und auf den Besucherstellplätzen.
-Schaffung / Erhalt hochwertiger Habitate auf den Freiflächen entlang der Bahn.
-Lärmschutz durch Gebäudekonstellationen parallel zur Bahn.

FREIRAUMKONZEPT
-‚ÄěGr√ľne Mitte‚Äú mit Quartiersplatz zentral im Quartier angeordnet.
-Andeutung des vordohlten Wasserlaufes in der Freiflächengestaltung.
-√úbergang zur G√ľnter-Neurohr-Br√ľcke und zum s√ľdlichen Parkhaus durch Jugendspielbereich mit Skateanlage.
-Anbindung Fußweg an die Konstanzer Straße durch eine Treppe mit begleitenden Sitzstufen
-Private, begr√ľnte H√∂fe. Durch Entfall der Tiefgaragen sind Baumpflanzungen m√∂glich.
-Gr√ľnfl√§chen als Puffer zwischen √∂ffentlichen Fl√§chen und Wohngeb√§uden.

BAUABSCHNITTE
-Realisierung in eigenständigen Abschnitten.
-Unterteilung in kleinteilige Baufelder erm√∂glicht die Ausf√ľhrung durch unterschiedliche Investoren.
-Veräußerung einzelner Baufelder auch an Baugruppen zur Eigenentwicklung.
-Ausf√ľhrung bis zur ‚ÄěGr√ľnen Mitte‚Äú ohne die s√ľdliche Quartiersgarage m√∂glich.
-Realisierungsteil ist abgesehen davon unabhängig von der Entwicklung beider Ideenteile.

SONDERNUTZUNGEN
-Belebung des Vorplatzes des S-Bahn-Haltepunktes durch B√ľro- und Gesch√§ftshaus.
-Belebung des Quartiersplatzes durch gewerbliche und gastronomische Nutzung im EG.
-Fl√§chen f√ľr Kleingewerbe, Existenzgr√ľnder etc. direkt an der G√ľnter-Neurohr-Br√ľcke.
-Integration der Kita in ein Wohngebäude.
-Lage der Kita direkt an der ‚ÄěGr√ľnen Mitte‚Äú erm√∂glicht deren Nutzung als zus√§tzliche Freifl√§che.
-Erhalt bzw. Erweiterung des vorhandenen Marktes als Nahversorger f√ľr das Quartier.
-Quartiersgaragen zur oberirdischen Unterbringung des ruhenden Verkehrs und Schaffung verkehrsberuhigter Straßenräume im Quartier.

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Größe des zu bebauenden Feldes macht eine eigenständige Grundfigur innerhalb der Gesamtstadt möglich. Das Gleisdreieck wird leicht in der Grundfigur der neuen Siedlung erkennbar. Geschickt werden zur Bahn hin Ränder aufgebaut, die sich nach Innen auflösen. Es entstehen dadurch räumlich gut geschnittene Höfe bzw. Hausgruppen, die Nachbarschaft versprechen. Das neue Quartier wendet sich mit seiner Mitte der Stadt und der Konstanzer Straße zu.

Die Fahrerschlie√üung √ľber den Libellenweg endet an einem Parkhaus mit Zugang zur Bahn und ist Auftakt f√ľr eine r√§umlich gut geschnittene Quartierl√§ngsachse. Im S√ľden wird im Ideenteil mit direkter Anbindung an die G√ľnther-Neurohr Br√ľcke ein zweites Parkierungsbauwerk vorgeschlagen. Ein reines Parkierungsbauwerk wird diesem Standort jedoch nicht gerecht. Dadurch ist das Quartier weitgehend fahrverkehrsfrei. Trotzdem sind alle Geb√§ude f√ľr alle Verkehrsfahrten erreichbar bei deutlich reduziertem Verkehr.

Die vorgeschlagenen Wohnformen und Geb√§udetypen rahmen √ľberschaubare Quartiers- und Gr√ľnr√§ume, die gemeinschaftlich genutzt werden. Die herausgearbeitete Gr√ľne Mitte ist gut proportioniert und bietet einen attraktiven Freiraum als zentralen Treffpunkt im Quartier. Positiv wird die Adressierung der Geb√§ude von der inneren Erschlie√üungsachse bewertet. Es entsteht ein belebter √∂ffentlicher Raum, in dem sich nachbarschaftliche Begegnungen wie selbstverst√§ndlich ergeben. Essentiell f√ľr diese Qualit√§t ist dabei, dass es durch den Erschlie√üungsverkehr nicht zu St√∂rungen kommt.

Die privaten Freir√§ume sind angemessen und richtig dimensioniert und erm√∂glichen eine qualit√§tvolle Nutzung in den Erdgeschosszonen. Die Anbindung der gr√ľnen Mitte nach Westen Richtung Innenstadt hat noch nicht die starke Pr√§gung die hier gew√ľnscht ist.

Die vorgeschlagenen Wohnformen sind zeitgem√§√ü. Der Schallschutz sollte jedoch nicht zu langen Laubeng√§ngen f√ľhren. Positiv werden die Punkth√§user gesehen, die auch bei geringer Geschosszahl Aufz√ľge vorsehen. Eine wirtschaftliche Ausnutzung der Fl√§chen ist gegeben.

Diskutiert wird bei der Arbeit 1102 der Standort des Parkhauses am Libellenweg im √úbergang zur Bestandsbebauung. Die angebotenen Kapazit√§ten reichen noch nicht. Ein Ma√üstabssprung zur kleinteiligen Wohnbebauung im Norden w√§re zu vermeiden Das W√ľrfelhaus mit der attraktiven Nutzung an der Haltestelle wird jedoch begr√ľ√üt.

Insgesamt √ľberzeugt die Arbeit als ein sehr guter Beitrag zur gestellten Aufgabe.
Perspektive

Perspektive

1. Preis Gleisdreieck Radolfzell, Städtebaulicher Wettbewerb / Mehrfachbeauftragung, Visualisierung LINK3D Freiburg

1. Preis Gleisdreieck Radolfzell, Städtebaulicher Wettbewerb / Mehrfachbeauftragung, Visualisierung LINK3D Freiburg

Perspektive

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1. Preis Gleisdreieck Radolfzell, Städtebaulicher Wettbewerb / Mehrfachbeauftragung, Visualisierung LINK3D Freiburg

1. Preis Gleisdreieck Radolfzell, Städtebaulicher Wettbewerb / Mehrfachbeauftragung, Visualisierung LINK3D Freiburg

Lageplan M 1 : 1.000

Lageplan M 1 : 1.000

Schwarzplan M 1 : 2.500

Schwarzplan M 1 : 2.500