Nichtoffener Wettbewerb | 10/2025
Städtebauliches Gesamtkonzept und kommunaler Wohnungsbau in Eisenberg-Zell
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©BUERO BB
1. Preis / Zuschlag
Preisgeld: 25.000 EUR
Architektur, Stadtplanung / Städtebau
Hannes Hörr Landschaftsarchitektur
Landschaftsarchitektur
Tragwerksplanung
Kunst
Beurteilung durch das Preisgericht
Die Arbeit besticht mit ihrer wie selbstverständlich wirkenden Leichtigkeit hinsichtlich der Körnung, der Lage der Baukörper nach innen wie nach außen und der Höhenstaffelung der Gebäude. Im Ideenteil wird mit dem Angebot eines Doppelhauses, von drei Reihenhäusern und einem Geschosswohnungsgebäude der Realisierungsteil unauffällig folgerichtig weitergeführt. Der eigenständig konzipierte Realisierungsteil funktioniert zunächst auch vor einer möglichen Realisierung des Ideenteils selbstständig und ohne qualitative Einbußen. Dem bestehenden Pfarrhof wird mit geringen Eingriffen und großem Abstand zu den Neubauten großer Respekt gezollt. Der ehemalige Pfarrgarten wird als Gemeinschaftsgarten mit Spielplatz weitergenutzt. Die Lage der neu angebauten WC-Anlage und der Geräteplatz sind hinsichtlich ihrer endgültigen Lage noch genauer zu überprüfen. Die zweigeschossigen Neubauten sind im Realisierungsteil nachvollziehbar raumbildend gesetzt. Im Obergeschoss sind die beiden Gebäude mit einer Erschließungsbrücke verbunden, sodass für die Neubauwohnungen ein Aufzug zur vollständigen barrierefreien Erschließung ausreicht. Der offene einladende Durchgang zu den Zugängen der neuen Gebäude vom Kirchweg aus schafft eine attraktive zentrale Adressierung. Die Lage der Clusterwohnung an dieser Erschließungsachse mit dem großzügigen Gemeinschaftsraum bildet mit der Gemeinschaftszone als Dachgarten im Obergeschoss ein attraktiv erlebbares Zentrum.
Der geforderte Wohnungsmix wird insgesamt erfüllt. Die Bestandswohnungen im Altbau sind sehr sensibel und substanzschonend durchgearbeitet. Die durchgesteckten Wohnungen in den Neubauten präsentieren sich mit ihren halböffentlichen Erschließungszonen und privaten Freiräumen sehr attraktiv. Die Wohnungsgrößen und -zuschnitte sind ohne Einschränkung so förderfähig. Die unmittelbar an den Wohnungen anschließenden Kellerersatzräume sind sehr wirtschaftlich und funktional prima situiert, sodass auf eine Unterkellerung generell verzichtet wird. Mit der Anordnung der Nebenräume z. B. für Fahrräder, Müll etc. in den Hauptbaukörpern kann auf Nebengebäude in den Außenanlagen komplett verzichtet werden. Die vorgesehene rhythmisch gerasterte Holzkonstruktion ermöglicht mit einem möglichen hohen Vorfertigungsgrad eine kurze Bauzeit. In Verbindung mit den vorgesehenen nachhaltigen Materialien kann eine hohe Wirtschaftlichkeit bei Errichtung, Betrieb und Rückbau erwartet werden. Angaben zur Dachdeckung fehlen. Insgesamt hat diese Arbeit bei den Nachhaltigkeitsaspekten die höchste Bewertung von allen Arbeiten. Der Vorplatz als Adressbildung in Verbindung mit dem Gemeinschaftsraum und Dachterrasse wird sehr positiv bewertet. Durch die sinnvolle Situierung der Stellplätze entlang des Kirchweges erhalten die beiden vorgeschlagen Neubauten einen angemessenen Abstand zum Straßenraum. Ein verträglicher Abstand zwischen Gebäude und Parkierungsflächen wird über einen großzügigen, vorgelagerten Grünstreifen erreicht, wenngleich dieser durch die barrierefreie Zuwegung an Qualität verliert. Es werden angemessen dimensionierte Privatgärten angeboten. Abstand zum Pfarrhof wird sehr begrüßt, ebenso die dadurch entstehende, großzügige Grünfuge wird. Die Durchwegung des neuen Quartiers mit Ideenteil ist gut und angemessen gelöst und berücksichtigt den Bestand gleichermaßen. Begrüßt wird auch der Erhalt der ortsbildprägenden Birkengruppe. Der in diesem Bereich vorgeschlagene Spielplatz wird als nicht realisierbar bewertet. Hier muss der Verfasser einen alternativen Standort vorschlagen. Der Erhalt des alten Pfarrgartens und dessen Umwandlung in Gemeinschaftsgärten wird ebenfalls sehr positiv gewertet.
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