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Nichtoffener Wettbewerb | 01/2014

Studierendenhaus auf dem Campus Westend der Goethe-Universität

Blick von S√ľdwest

Blick von S√ľdwest

1. Preis

Preisgeld: 20.000 EUR

hjp architekten PGmbB _ Prof. J√ľrgen Hauck, Herbert Osel

Architektur

HKL Ingenieurgesellschaft mbH

TGA-Fachplanung

modellwerk weimar | Architekturmodelle, Modellbau, Frässervice, Laserservice

Modellbau

Erläuterungstext

Das Studierendenhaus nimmt die Kanten des st√§dtebaulichen Masterplans auf. Im Umfeld werden dabei verschiedene aussenr√§umliche Qualit√§ten erzeugt.‚Ä®Der gro√ür√§umliche Vorbereich im S√ľden bildet einen einladenden Platz, der das Geb√§ude an den Campus anschlie√üt. Im S√ľdwesten liegt die gro√üe Caf√©terrasse. Auf der der Wohnbebauung abgewandten Seite im Norden entsteht eine gro√üfl√§chige aber gesch√ľtzte Hofsituation, die ‚Äď auch in Verbindung mit dem Foyer und den anderen Veranstaltungsfl√§chen des Geb√§udes ‚Äď f√ľr Veranstaltungen und Partys im Freien genutzt werden kann. Direkt daneben liegt eine kleine Piazetta. Diese ist direkt an die Fahrradwerkstatt und auch an die Hausmeisterwerkstatt angebunden. So bildet sich eine Art Werkhof, wo auch im Freien an Fahrr√§dern und anderen Dingen geschraubt und gewerkelt werden kann.

Grundkonzept des Studierendhauses ist es, allen Nutzern und G√§sten eine m√∂glichst umfassende Erfahrbarkeit des Geb√§udes und seiner lebendigen Funktionen zu erm√∂glichen. Daf√ľr wurden die Foyers √ľber ein √ľber die Geschosse versetztes Atrium miteinander verbunden, das sich quer durch das Geb√§ude zieht. An diesem sind alle √∂ffentlichen Funktionen in einem Wechselspiel angeordnet. Neben einer guten Orientierung und einem st√§ndigen Aussenraumbezug, entstehen so auch intern spannende Blickbez√ľge vom Foyer im Erdgeschoss √ľber den Lernbereich, das Kinofoyer bis zum Saalfoyer im dritten Obergeschoss. Auch funktional gibt es immer wieder Wechselbeziehungen. So zum Beispiel zwischen dem Caf√© und dem Partykeller, die sowohl strikt getrennt, aber auch √ľber die Treppe und den zweigeschossigen Hof zusammen funktionieren k√∂nnen. Alle einzelnen Funktionen entwickeln dabei jeweils eine identit√§tsstiftende r√§umliche Eigenst√§ndigkeit, welche die jeweiligen Potentiale und Qualit√§ten steigert.

Vertikal verlegte Natursteinplatten bekleiden die Fassade, die vertikalen Fugen werden dabei betont. Die charakteristischen gro√üen √Ėffnungen sind mit breiten Holzlaibungen umrahmt, um eine warme und freundliche Atmosph√§re zu erzeugen. In den oberen beiden B√ľrogeschossen wurden die Fenster stark gerastert und die Rahmen hinter dem Naturstein verborgen.

Ein auff√§lliges Gestaltungsmerkmal ist der ¬ĽGr√ľne Vorhang¬ę, der sowohl vor der zweigeschossigen Terrasse im Westen, als auch vor der gro√üen √Ėffnung des Lernsaals im S√ľdosten installiert ist. Pflegeleichte Kletterpflanzen ranken hier an eingespannten Stahlseilen empor. Nicht nur √§sthetische Gr√ľnde sprechen f√ľr diese Konstruktion ‚Äď vor allem dient sie als nat√ľrlicher Sonnenschutz. So ist der Vorhang im Sommer nat√ľrlich st√§rker bewachsen und verschattet die Innenr√§ume, im Winter lichtet er sich und gibt einen gr√∂√üeren Ausblick frei.

Beurteilung durch das Preisgericht

St√§dtebaulich beantworten die Verfasser die kontextuell stark gepr√§gte Bauaufgabe mit einer skulpturalen bauplastischen Haltung. Das Repertoire des architektonischen Ma√üstabs wird hierbei geschickt und vielschichtig eingesetzt, um den besonderen Baustein ‚ÄěStudierendenhaus‚Äú im Campus Westend zu verorten.

Trotz weniger gro√üma√üst√§blicher √Ėffnungen in den √∂ffentlichen Bereichen lassen sich die Nutzungen von au√üen und innen gesehen gut ablesen. Im Erdgeschoss k√∂nnten diese √Ėffnungen in Teilbereichen einladender gestaltet sein, auch der Gro√üe Saal bed√ľrfte einer gro√üz√ľgigen Tagesbelichtung. Die Freibereiche sind gut nutzbar und f√ľr die gew√ľnschten Zwecke sehr dienlich ausgestattet.

Hierbei werden alle Erdgeschossfl√§chen rund um das Geb√§ude aktiviert und gut mit dem durchbindenden Erdgeschossfoyer verkn√ľpft. Die Grundrisse sind handwerklich gut durchgearbeitet und bieten kommunikative Binnenzonen an, die r√§umlich interessant verkn√ľpfte Bereiche ausbilden.

Der Aufwand im r√§umlichen Volumen schl√§gt sich hierbei allerdings bei der Wirtschaftlichkeit belastend nieder und bedarf einer Abw√§gung von Aufwand und Raumwirkung. Durch die Anordnung eines weiteren zweigeschossigen Foyers auf der Ebene des Gro√üen Saals im 3.Obergeschoss und insgesamt gro√üz√ľgig dimensionierten Foyer- und Erschlie√üungsfl√§chen bewegt sich der Entwurf im oberen Bereich hinsichtlich des Verkehrsfl√§chenanteils und der Bruttogeschossfl√§che, allerdings entstehen so Fl√§chen mit gro√üer r√§umlicher und funktionaler Qualit√§t.

Durch den hohen Verkehrsfl√§chenanteil in den √∂ffentlichen Geschossebenen (1.-4. OG) wird f√ľr die B√ľronutzung ein Staffelgeschoss erforderlich, wodurch einerseits die Vorgabe hinsichtlich der maximalen Geschossigkeit √ľberschritten wird und die Kubatur sich entsprechend vergr√∂√üert. Gleichzeitig pr√§sentiert sich dadurch aber auch das Geb√§ude signifikant im Campus. Hierdurch bedingt, befindet sich der Entwurf bei den wirtschaftlichen Kennzahlen im oberen Bereich. Die √úberschreitung der Geschossigkeit wird vom Preisgericht als nicht problematisch angesehen.

Die B√ľrobereiche in den beiden Obergeschossen sind funktional und angemessen in ihrem Nutzungsangebot; das Angebot der nutzbaren Dachterrasse ist gut. Nicht ganz √ľberzeugen k√∂nnen der nicht nachvollziehbare R√ľckschnitt der Fassade im 5. Obergeschoss und die zu eng getakteten schlitzartigen Fenster.

Der angebotene vertikale Garten im Bereich der Loggia des Gro√üen Saals braucht zum √úberleben noch fachliche ‚ÄěEntwicklungshilfe‚Äú, k√∂nnte aber bei guter Pflege und Technik (und leicht erh√∂hten Betriebs- und Wartungskosten) ein belebendes Fassadenelement im gr√ľnen Campus darstellen. Dieser Bereich bedarf noch konstruktiver Ert√ľchtigung.

Im Hinblick auf den Brandschutz sind die notwendigen Treppenr√§ume √ľberzeugend angeordnet, es fehlt jedoch der zweite bauliche Rettungsweg von der Dachterrasse und aus dem Partykeller

Die Anforderungen zum Energieeffizienten Bauen in Hessen sind mit dem Entwurf erf√ľllbar.

Insgesamt bieten die Verfasser mit der plastisch interessant entwickelten steinernen Großform eine identitätsstiftende eigene Antwort zur gestellten Bauaufgabe, die sich mit ihrer prägnanten Setzung unverwechselbar darstellt.

Auch aus Sicht der Studierenden ist die innovative Fassadengestaltung in ihrem Interesse, da sie sich deutlich vom restlichen Gesamtensemble abhebt, ohne ihm zu widersprechen. Die Grundrisse sind plausibel und erlauben eine einfache Orientierung, zudem ist das Foyer sehr einladend. Aus diesem Grund erhält der Entwurf von den Studierenden eine Sonderanerkennung in Höhe von 4.500,-- Euro.
Modell - modellwerk-weimar.de

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Lageplan

Lageplan

Modell - modellwerk-weimar.de

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Ebene -1 ‚Äď Partykeller

Ebene -1 ‚Äď Partykeller

Modell - modellwerk-weimar.de

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Ebene 0 ‚Äď Eingang + Caf√©

Ebene 0 ‚Äď Eingang + Caf√©

Modell - modellwerk-weimar.de

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Ebene 1+2 ‚Äď Lernen+Kino

Ebene 1+2 ‚Äď Lernen+Kino

Modell - modellwerk-weimar.de

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Ebene 3+4 ‚Äď Grosser Saal

Ebene 3+4 ‚Äď Grosser Saal

Ebene 5+6 ‚Äď B√ľro

Ebene 5+6 ‚Äď B√ľro

Innenraumkonzept

Innenraumkonzept

Ansicht S√ľd ‚Äď Eingang

Ansicht S√ľd ‚Äď Eingang

Ansicht Nord‚Äď Hof

Ansicht Nord‚Äď Hof

Ansicht Ost + West

Ansicht Ost + West

Längsschnitt

Längsschnitt

Querschnitte

Querschnitte

Fassadendetail

Fassadendetail

Modellphoto

Modellphoto

Modellphoto

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