Die Arbeit versteht die vorhandenen Schichten und Relikte der vergangenen fossilen Energienutzung als einzigartige Schätze, die zur Basis und Impulsgeber für eine zukunftsfähige Landschaft von morgen werden. Das Konzept unterscheidet einfach und nachvollziehbar drei konzeptionelle Ebenen der zukünftigen Landschaft.
Die urbane Materiallandschaft, die historisch verankert ist und die Relikte der Vergangenheit respektiert und inszeniert. Diese Ebene bündelt Wissenschaft, Forschung und Materialangebot – Bauen im Bestand - und bildet das Fundament für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der Region.
In der klimaadaptiven Energielandschaft sollen Zukunftstechnologien in kleinem und großem Maßstab erprobt werden. Die raumbildenden Energiewälder befassen sich mit verschiedenen Anbaumethoden während auf den offenen Energiefeldern verschiedene Feldkulturen untersucht werden. Neuartige agrarische Landschafts- und Bewirtschaftungsformen sollen auf Resilienz und größtmögliche Diversität erforscht werden. Hier spielen auch temporäre Nutzungen, Sukzession und Überflutung als klimaadaptive Maßnahmen eine große Rolle.
Die dritte Ebene – die dynamischen Erlebnislandschaften - erschließen diese vielfältigen Räume und Schichten für den Tourismus und als Naherholungsgebiet für die lokale Bevölkerung.
Mit der Identifizierung, der Etablierung und Inszenierung dieser drei Landschaftskonzepte wird der Grundstock für eine langjährige und stabile Entwicklung des Raums angeboten.
Dabei wird die Entwicklung als dynamischer und ergebnisoffener Prozess begriffen, indem explizit Zwischennutzungen erwünscht sind. Dadurch wird hier z.B. ein mögliches Problem – die langsame und sukzessive Überflutung – in eine positive Chance transformiert, indem die Terrassenebenen je nach Überflutungsgrad unterschiedlich genutzt werden.
Ebenso spannend und passend für das Revier werden die hybriden Bereiche gewertet, wo sich die verschiedenen Landschaftsebenen zu neuen unbekannten Nutzungen kombinieren und im besten Fall fachübergreifende neue Erkenntnisse liefern
Ein zentraler Loop verbindet den gesamten Raum und bietet diverse neue Orte an – von thematischen Anlaufpunkten, einfachen Rastpunkten bis zu neuen, weithin sichtbaren Attraktoren.
Kritisch hinterfragt wird allerdings ob die Wirkung der gesamten Maßnahmen eine starke räumliche und atmosphärische Qualität erzeugen kann.
Insgesamt ein sehr klares und stabiles, aber gleichzeitig flexibles Konzept, das eine gelungene Balance zwischen festgelegter Prägung und Offenheit findet und dadurch ein einzigartiges Branding für die Region schaffen kann.