Nichtoffener Wettbewerb | 07/2026
Transformation Innenstadt Diekirch (LU)
7
Perspektive Place de la Libération
©club L94, A.Calitz Visual
1. Rang
Landschaftsarchitektur
-
Verfasser:
-
Mitarbeitende:
Verkehrsplanung
Erläuterungstext
GRÜNE GASSEN – NEUE WEGE
DIEKIRCHS ALTSTADT IM WANDEL
Die historische Innenstadt Diekirchs befindet sich an einem Wendepunkt ihrer Entwicklung. Mit der Verlagerung des Durchgangsverkehrs entsteht die Chance, den öffentlichen Raum neu zu ordnen und die Altstadt zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Der Entwurf versteht diesen Wandel als behutsame Transformation einer gewachsenen Stadtstruktur: Historische Qualitäten werden bewahrt, neue Freiräume geschaffen und die Beziehungen zwischen Stadt, Landschaft und Wasser gestärkt.
Der Entwurf versteht diesen Wandel nicht als reine Umgestaltung von Straßen und Plätzen, sondern als Wiederentdeckung einer historischen Stadtlandschaft. Verlorene Beziehungen zwischen Stadt, Wasser und Grün werden neu interpretiert und zu einem zusammenhängenden Freiraumsystem verknüpft.
Der Blau-Grüne Alleenring folgt dem Verlauf der ehemaligen Stadtbefestigung und erinnert an die historischen Gräben und Grünräume, die die Altstadt einst umgaben. Als grünes Rückgrat verbindet der Ring die wichtigsten Stadträume miteinander, verbessert das Mikroklima, schafft Schatten und Aufenthaltsqualität und integriert ein dezentrales Regenwassermanagement in den öffentlichen Raum.
Die Gassen und Plätze der Altstadt bilden das räumliche Gerüst Diekirchs. Sie werden zu einem zusammenhängenden Netz grüner Stadträume weiterentwickelt. Neue Baumstandorte, klimaangepasste Pflanzungen, Entsiegelung und dezentrale Regenwasserbewirtschaftung verbessern das Mikroklima und schaffen eine hohe Aufenthaltsqualität. Aus steinernen Straßenräumen werden grüne Gassen.
Gleichzeitig entstehen neue Wege durch die Stadt. Die Verbindungen zwischen Esplanade, Altstadt, Sauer und den neuen Quartieren werden gestärkt und neu inszeniert. Der öffentliche Raum wird wieder stärker den Menschen gewidmet und lädt zum Flanieren, Verweilen und Begegnen ein. Der „Weg des Wassers“ macht die Beziehung zwischen Stadt und Fluss erlebbar und verbindet die unterschiedlichen Stadträume zu einem zusammenhängenden Freiraumsystem.
Die zentralen Plätze bleiben das lebendige Herz Diekirchs. Märkte, Stadtfeste und kulturelle Veranstaltungen finden weiterhin Raum im historischen Zentrum. Die neue Freiraumgestaltung ergänzt diese Nutzungen und stärkt zugleich die ökologische und klimatische Leistungsfähigkeit der Altstadt. Innerhalb dieses Rings bleiben die historischen Straßen und Plätze das urbane Herz Diekirchs. Grand Rue, Groussgaass und Place de la Libération bewahren ihren offenen Charakter und ihre Funktion als Bühne des öffentlichen Lebens. Märkte, Stadtfeste und kulturelle Veranstaltungen finden weiterhin ihren Platz im Zentrum der Stadt. Die neue Begrünung ergänzt die historischen Räume behutsam und stärkt ihre Aufenthaltsqualität, ohne ihre Flexibilität einzuschränken.
Ergänzend entstehen neue grüne Stadträume, die das alltägliche Leben bereichern. Der Stadtgarten am Place Goethals wird zum generationenübergreifenden Treffpunkt, während neue Pflanzflächen entlang der Rue Alexis Heck und am Place Auguste Wirtgen das Netz der innerstädtischen Grünräume verdichten.
Gemeinsam mit dem „Grünen Sternenhimmel“ entlang der Rue de l’Étoile entsteht ein Netz identitätsstiftender Orte und Wege, das Orientierung schafft und den öffentlichen Raum aufwertet. Aus einzelnen Straßen und Plätzen wird eine zusammenhängende Stadtlandschaft.
SITZEN · PAUSIEREN · BEOBACHTEN
Die Innenstadt erhält ein neues, einheitliches Stadtmobiliar, das sich im historischen Kontext bewusst zurücknimmt. Durch seine klare und zurückhaltende Gestaltung unterstützt es die Wahrnehmung der vielfältigen Fassaden, Brunnen und stadträumlichen Besonderheiten, ohne mit ihnen in Konkurrenz zu treten. Ein vielfältiges Angebot an Sitzgelegenheiten stärkt den nicht kommerziellen Aufenthalt im öffentlichen Raum und schafft niederschwellige Möglichkeiten zum Verweilen, Ausruhen und Beobachten. Die Ausstattung richtet sich gleichermaßen an Bürgerinnen und Bürger wie an Besucherinnen und Besucher der Stadt und fördert die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt.
Die Sitzbänke bestehen aus robusten Holzbohlen und werden durch Rücken- und Armlehnen ergänzt. Dadurch bieten sie hohen Komfort und sind insbesondere auch für ältere Menschen gut nutzbar. Ihre großzügige Dimensionierung ermöglicht sowohl das individuelle Sitzen als auch die Nutzung durch Gruppen und macht sie zu beliebten Treffpunkten im Stadtraum. Gleichzeitig laden die Elemente zu informellen Nutzungen ein und werden von Kindern selbstverständlich auch als Spiel- und Kletterobjekte angenommen.
EIN NEUER STADTBODEN
Der öffentliche Raum der Diekircher Altstadt wird durch einen einheitlichen Stadtboden aus Naturstein neu geordnet und in seiner Wertigkeit gestärkt. Der Belag bildet einen zusammenhängenden „Stadtteppich“, der sich gestalterisch bewusst zurücknimmt und die Wahrnehmung der historischen Stadtstruktur unterstützt. Die Fassaden, Brunnen und Platzräume der Altstadt bleiben die prägenden Elemente des Stadterlebnisses, während der Bodenbelag ihnen einen ruhigen und hochwertigen Rahmen verleiht.
Mit der Wahl eines regionaltypischen Natursteins knüpft Diekirch an die jahrhundertealte Bautradition Luxemburgs an. Naturstein prägt seit jeher die öffentlichen Räume vieler luxemburgischer Städte und steht für Beständigkeit, Authentizität und handwerkliche Qualität. Die Verwendung eines regional verankerten Materials stärkt die Identität des Ortes und verankert die Neugestaltung in der Geschichte und Kulturlandschaft der Region. Der ausgewählte Naturstein zeichnet sich durch seine hohe Festigkeit, Abriebfestigkeit und Frostbeständigkeit aus. Er ist für die intensive Nutzung im öffentlichen Raum ebenso geeignet wie für die langfristigen Anforderungen an Unterhalt und Dauerhaftigkeit. Seine robuste Materialität gewährleistet eine hohe Lebensdauer und entwickelt mit der Zeit eine würdevolle Patina, ohne an Qualität oder Ausdruckskraft zu verlieren. Dadurch entsteht ein zeitloses und nachhaltiges Erscheinungsbild, das auch zukünftigen Generationen Bestand bietet.
In den Hauptachsen der Innenstadt werden großformatige Natursteinplatten im Reihenverband verlegt. Die geringe Anzahl an Fugen schafft eine ruhige und hochwertige Oberfläche und ermöglicht eine komfortable sowie barrierearme Nutzung für Fußgänger, mobilitätseingeschränkte Personen, Kinderwagen und Radfahrende.
In den schmaleren Gassen sowie im Umfeld der Pfarrkirche wird derselbe Naturstein als Pflasterbelag verwendet. Die kleinere Körnung und die differenzierte Verlegeweise reagieren auf den kleinteiligeren Maßstab dieser historischen Stadträume und verleihen ihnen eine besondere räumliche Atmosphäre. Gesägte oder fein bearbeitete Oberflächen gewährleisten dabei auch in diesen Bereichen eine hohe Begehbarkeit und Barrierearmut.
LICHTKONZEPT
Diekirch bei Nacht
Die Beleuchtung der Diekircher Innenstadt folgt einer klaren stadträumlichen Hierarchie. Sie unterstützt Orientierung, Sicherheit und Aufenthaltsqualität, während sie gleichzeitig die historische Identität der Stadt stärkt und den Anforderungen an Nachhaltigkeit und Lichtökologie gerecht wird. Das Lichtkonzept setzt auf eine ruhige, zurückhaltende und präzise Beleuchtung, die die unterschiedlichen Stadträume entsprechend ihrer Funktion und Bedeutung differenziert inszeniert.
Der Blau-Grüne Ring | Orientierung und Verkehr
Der Blau-Grüne Ring bildet die äußere Erschließung der Innenstadt und übernimmt wichtige Funktionen für den motorisierten Verkehr, den öffentlichen Nahverkehr sowie den Rad- und Fußverkehr. Aufgrund der höheren Verkehrsbelastung und der Nutzung durch Busse wird dieser Stadtraum durch höhere Lichtpunkte gleichmäßig und normgerecht ausgeleuchtet. Die Beleuchtung gewährleistet eine sichere Orientierung für alle Verkehrsteilnehmer und schafft eine klare Ablesbarkeit der Verkehrsräume. Die Leuchten fügen sich dabei in das Gesamtbild des Stadtraums ein und erzeugen ein ruhiges, homogenes Lichtbild ohne übermäßige Helligkeitsunterschiede.
Die Altstadt | Licht für den Menschen
Innerhalb der historischen Innenstadt steht der Mensch im Mittelpunkt. Hier kommen zurückhaltend gestaltete Lichtstelen zum Einsatz, die sich formal in das Stadtbild einfügen und gegenüber der historischen Architektur bewusst in den Hintergrund treten.
Die geringe Lichtpunkthöhe erzeugt eine angenehme Maßstäblichkeit und verhindert eine unerwünschte Aufhellung der darüberliegenden Wohnräume. Gleichzeitig wird eine gleichmäßige Ausleuchtung der Gehbereiche erreicht, die Orientierung und Sicherheit gewährleistet, ohne die nächtliche Atmosphäre der Altstadt zu beeinträchtigen. Die Lichtstelen bilden ein durchgängiges Gestaltungselement und tragen zur ruhigen und hochwertigen Erscheinung des öffentlichen Raums bei.
Rue de l’Étoile – Grüner Sternenhimmel
Die Rue de l’Étoile erhält als wichtige Ost-West-Verbindung der Innenstadt eine besondere gestalterische Identität. Mit dem „Grünen Sternenhimmel“ entsteht ein charakteristischer Stadtraum, dessen Baumkronen und Begrünung den Straßenraum überspannen und eine unverwechselbare Atmosphäre schaffen.
Ergänzend wird ein eigenständiges Lichtkonzept entwickelt, das die besondere Bedeutung der Straße auch in den Abend- und Nachtstunden erlebbar macht. Ein Netz aus abgehängten Leuchten spannt sich zwischen den Fassaden und bildet ein feinmaschiges Lichtband über dem Straßenraum. Die Beleuchtung orientiert sich dabei an der Idee eines Sternenhimmels und greift den Namen der Straße auf. Punktuelle Lichtakzente erzeugen eine identitätsstiftende Atmosphäre und verleihen der Gasse einen hohen Wiedererkennungswert. Durch die abgehängte Beleuchtung kann auf zusätzliche Lichtstelen im engen Straßenraum verzichtet werden. Die historischen Fassaden, die Bewegungsflächen und die Aufenthaltsbereiche bleiben frei von technischen Einbauten und können ihre räumliche Wirkung ungestört entfalten. Gleichzeitig wird eine gleichmäßige und blendfreie Ausleuchtung des öffentlichen Raums gewährleistet.
Plätze und Aufenthaltsbereiche | Verweilen und Begegnen
Die zentralen Plätze erhalten eine ausgewogene Beleuchtung, die ihre Funktion als Aufenthalts- und Begegnungsorte unterstützt. Sitzbereiche, Brunnen und wichtige Stadträume werden dezent hervorgehoben und schaffen eine einladende Atmosphäre in den Abendstunden. Dabei bleibt die Beleuchtung stets zurückhaltend und vermeidet eine Überinszenierung der historischen Stadträume.
Historische Gebäude und Wahrzeichen | Die Stadt erzählen
Historisch bedeutende Bauwerke, Fassaden und stadtbildprägende Elemente werden durch eine gezielte architektonische Beleuchtung akzentuiert. Das Licht hebt die räumliche Tiefe, Materialität und architektonische Qualität der Gebäude hervor und stärkt ihre Funktion als Orientierungspunkte im Stadtraum.
Die Inszenierung erfolgt mit präzisen ausgerichteten Leuchten und warmen Lichtfarben. Streulicht und Aufhellungen des Nachthimmels werden konsequent vermieden. Die Beleuchtung konzentriert sich auf die wesentlichen architektonischen Elemente und folgt dem Grundsatz einer zurückhaltenden und ressourcenschonenden Lichtgestaltung.
Lichtökologie und Nachhaltigkeit
Die Beleuchtung der Innenstadt basiert auf energieeffizienter LED-Technologie mit warmweißen Lichtfarben. Sämtliche Leuchten werden blendfrei ausgeführt und so ausgerichtet, dass Licht ausschließlich dort eingesetzt wird, wo es benötigt wird. Durch niedrige Lichtpunkthöhen in der Altstadt, die Vermeidung unnötiger Fassadenanstrahlungen sowie den gezielten Einsatz von Akzentlicht werden Lichtverschmutzung und Beeinträchtigungen von Anwohnern, Flora und Fauna minimiert. So entsteht ein differenziertes nächtliches Stadtbild, das Sicherheit, Atmosphäre und den Schutz der Dunkelheit gleichermaßen berücksichtigt.
DIEKIRCHS ALTSTADT IM WANDEL
Die historische Innenstadt Diekirchs befindet sich an einem Wendepunkt ihrer Entwicklung. Mit der Verlagerung des Durchgangsverkehrs entsteht die Chance, den öffentlichen Raum neu zu ordnen und die Altstadt zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Der Entwurf versteht diesen Wandel als behutsame Transformation einer gewachsenen Stadtstruktur: Historische Qualitäten werden bewahrt, neue Freiräume geschaffen und die Beziehungen zwischen Stadt, Landschaft und Wasser gestärkt.
Der Entwurf versteht diesen Wandel nicht als reine Umgestaltung von Straßen und Plätzen, sondern als Wiederentdeckung einer historischen Stadtlandschaft. Verlorene Beziehungen zwischen Stadt, Wasser und Grün werden neu interpretiert und zu einem zusammenhängenden Freiraumsystem verknüpft.
Der Blau-Grüne Alleenring folgt dem Verlauf der ehemaligen Stadtbefestigung und erinnert an die historischen Gräben und Grünräume, die die Altstadt einst umgaben. Als grünes Rückgrat verbindet der Ring die wichtigsten Stadträume miteinander, verbessert das Mikroklima, schafft Schatten und Aufenthaltsqualität und integriert ein dezentrales Regenwassermanagement in den öffentlichen Raum.
Die Gassen und Plätze der Altstadt bilden das räumliche Gerüst Diekirchs. Sie werden zu einem zusammenhängenden Netz grüner Stadträume weiterentwickelt. Neue Baumstandorte, klimaangepasste Pflanzungen, Entsiegelung und dezentrale Regenwasserbewirtschaftung verbessern das Mikroklima und schaffen eine hohe Aufenthaltsqualität. Aus steinernen Straßenräumen werden grüne Gassen.
Gleichzeitig entstehen neue Wege durch die Stadt. Die Verbindungen zwischen Esplanade, Altstadt, Sauer und den neuen Quartieren werden gestärkt und neu inszeniert. Der öffentliche Raum wird wieder stärker den Menschen gewidmet und lädt zum Flanieren, Verweilen und Begegnen ein. Der „Weg des Wassers“ macht die Beziehung zwischen Stadt und Fluss erlebbar und verbindet die unterschiedlichen Stadträume zu einem zusammenhängenden Freiraumsystem.
Die zentralen Plätze bleiben das lebendige Herz Diekirchs. Märkte, Stadtfeste und kulturelle Veranstaltungen finden weiterhin Raum im historischen Zentrum. Die neue Freiraumgestaltung ergänzt diese Nutzungen und stärkt zugleich die ökologische und klimatische Leistungsfähigkeit der Altstadt. Innerhalb dieses Rings bleiben die historischen Straßen und Plätze das urbane Herz Diekirchs. Grand Rue, Groussgaass und Place de la Libération bewahren ihren offenen Charakter und ihre Funktion als Bühne des öffentlichen Lebens. Märkte, Stadtfeste und kulturelle Veranstaltungen finden weiterhin ihren Platz im Zentrum der Stadt. Die neue Begrünung ergänzt die historischen Räume behutsam und stärkt ihre Aufenthaltsqualität, ohne ihre Flexibilität einzuschränken.
Ergänzend entstehen neue grüne Stadträume, die das alltägliche Leben bereichern. Der Stadtgarten am Place Goethals wird zum generationenübergreifenden Treffpunkt, während neue Pflanzflächen entlang der Rue Alexis Heck und am Place Auguste Wirtgen das Netz der innerstädtischen Grünräume verdichten.
Gemeinsam mit dem „Grünen Sternenhimmel“ entlang der Rue de l’Étoile entsteht ein Netz identitätsstiftender Orte und Wege, das Orientierung schafft und den öffentlichen Raum aufwertet. Aus einzelnen Straßen und Plätzen wird eine zusammenhängende Stadtlandschaft.
So entsteht Schritt für Schritt eine grünere, klimaresiliente und lebendige Innenstadt. Die historische Stadtstruktur bleibt sichtbar, wird jedoch für die Anforderungen der Zukunft weiterentwickelt – eine Altstadt im Wandel.
Die Innenstadt erhält ein neues, einheitliches Stadtmobiliar, das sich im historischen Kontext bewusst zurücknimmt. Durch seine klare und zurückhaltende Gestaltung unterstützt es die Wahrnehmung der vielfältigen Fassaden, Brunnen und stadträumlichen Besonderheiten, ohne mit ihnen in Konkurrenz zu treten. Ein vielfältiges Angebot an Sitzgelegenheiten stärkt den nicht kommerziellen Aufenthalt im öffentlichen Raum und schafft niederschwellige Möglichkeiten zum Verweilen, Ausruhen und Beobachten. Die Ausstattung richtet sich gleichermaßen an Bürgerinnen und Bürger wie an Besucherinnen und Besucher der Stadt und fördert die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt.
Die Sitzbänke bestehen aus robusten Holzbohlen und werden durch Rücken- und Armlehnen ergänzt. Dadurch bieten sie hohen Komfort und sind insbesondere auch für ältere Menschen gut nutzbar. Ihre großzügige Dimensionierung ermöglicht sowohl das individuelle Sitzen als auch die Nutzung durch Gruppen und macht sie zu beliebten Treffpunkten im Stadtraum. Gleichzeitig laden die Elemente zu informellen Nutzungen ein und werden von Kindern selbstverständlich auch als Spiel- und Kletterobjekte angenommen.
Die Ausstattung ist langlebig, widerstandsfähig und für eine intensive Nutzung im öffentlichen Raum ausgelegt. Robuste Materialien und eine konstruktiv einfache Gestaltung gewährleisten eine hohe Vandalismusresistenz sowie einen geringen Unterhaltungs- und Pflegeaufwand.
Der öffentliche Raum der Diekircher Altstadt wird durch einen einheitlichen Stadtboden aus Naturstein neu geordnet und in seiner Wertigkeit gestärkt. Der Belag bildet einen zusammenhängenden „Stadtteppich“, der sich gestalterisch bewusst zurücknimmt und die Wahrnehmung der historischen Stadtstruktur unterstützt. Die Fassaden, Brunnen und Platzräume der Altstadt bleiben die prägenden Elemente des Stadterlebnisses, während der Bodenbelag ihnen einen ruhigen und hochwertigen Rahmen verleiht.
Mit der Wahl eines regionaltypischen Natursteins knüpft Diekirch an die jahrhundertealte Bautradition Luxemburgs an. Naturstein prägt seit jeher die öffentlichen Räume vieler luxemburgischer Städte und steht für Beständigkeit, Authentizität und handwerkliche Qualität. Die Verwendung eines regional verankerten Materials stärkt die Identität des Ortes und verankert die Neugestaltung in der Geschichte und Kulturlandschaft der Region. Der ausgewählte Naturstein zeichnet sich durch seine hohe Festigkeit, Abriebfestigkeit und Frostbeständigkeit aus. Er ist für die intensive Nutzung im öffentlichen Raum ebenso geeignet wie für die langfristigen Anforderungen an Unterhalt und Dauerhaftigkeit. Seine robuste Materialität gewährleistet eine hohe Lebensdauer und entwickelt mit der Zeit eine würdevolle Patina, ohne an Qualität oder Ausdruckskraft zu verlieren. Dadurch entsteht ein zeitloses und nachhaltiges Erscheinungsbild, das auch zukünftigen Generationen Bestand bietet.
In den Hauptachsen der Innenstadt werden großformatige Natursteinplatten im Reihenverband verlegt. Die geringe Anzahl an Fugen schafft eine ruhige und hochwertige Oberfläche und ermöglicht eine komfortable sowie barrierearme Nutzung für Fußgänger, mobilitätseingeschränkte Personen, Kinderwagen und Radfahrende.
In den schmaleren Gassen sowie im Umfeld der Pfarrkirche wird derselbe Naturstein als Pflasterbelag verwendet. Die kleinere Körnung und die differenzierte Verlegeweise reagieren auf den kleinteiligeren Maßstab dieser historischen Stadträume und verleihen ihnen eine besondere räumliche Atmosphäre. Gesägte oder fein bearbeitete Oberflächen gewährleisten dabei auch in diesen Bereichen eine hohe Begehbarkeit und Barrierearmut.
Der neue Stadtboden verbindet historische Kontinuität mit den Anforderungen einer zeitgemäßen Innenstadt. Als robustes, regionales und dauerhaftes Material schafft der Naturstein einen identitätsstiftenden Rahmen für das öffentliche Leben und stärkt den besonderen Charakter der Diekircher Altstadt.
Diekirch bei Nacht
Die Beleuchtung der Diekircher Innenstadt folgt einer klaren stadträumlichen Hierarchie. Sie unterstützt Orientierung, Sicherheit und Aufenthaltsqualität, während sie gleichzeitig die historische Identität der Stadt stärkt und den Anforderungen an Nachhaltigkeit und Lichtökologie gerecht wird. Das Lichtkonzept setzt auf eine ruhige, zurückhaltende und präzise Beleuchtung, die die unterschiedlichen Stadträume entsprechend ihrer Funktion und Bedeutung differenziert inszeniert.
Der Blau-Grüne Ring | Orientierung und Verkehr
Der Blau-Grüne Ring bildet die äußere Erschließung der Innenstadt und übernimmt wichtige Funktionen für den motorisierten Verkehr, den öffentlichen Nahverkehr sowie den Rad- und Fußverkehr. Aufgrund der höheren Verkehrsbelastung und der Nutzung durch Busse wird dieser Stadtraum durch höhere Lichtpunkte gleichmäßig und normgerecht ausgeleuchtet. Die Beleuchtung gewährleistet eine sichere Orientierung für alle Verkehrsteilnehmer und schafft eine klare Ablesbarkeit der Verkehrsräume. Die Leuchten fügen sich dabei in das Gesamtbild des Stadtraums ein und erzeugen ein ruhiges, homogenes Lichtbild ohne übermäßige Helligkeitsunterschiede.
Die Altstadt | Licht für den Menschen
Innerhalb der historischen Innenstadt steht der Mensch im Mittelpunkt. Hier kommen zurückhaltend gestaltete Lichtstelen zum Einsatz, die sich formal in das Stadtbild einfügen und gegenüber der historischen Architektur bewusst in den Hintergrund treten.
Die geringe Lichtpunkthöhe erzeugt eine angenehme Maßstäblichkeit und verhindert eine unerwünschte Aufhellung der darüberliegenden Wohnräume. Gleichzeitig wird eine gleichmäßige Ausleuchtung der Gehbereiche erreicht, die Orientierung und Sicherheit gewährleistet, ohne die nächtliche Atmosphäre der Altstadt zu beeinträchtigen. Die Lichtstelen bilden ein durchgängiges Gestaltungselement und tragen zur ruhigen und hochwertigen Erscheinung des öffentlichen Raums bei.
Rue de l’Étoile – Grüner Sternenhimmel
Die Rue de l’Étoile erhält als wichtige Ost-West-Verbindung der Innenstadt eine besondere gestalterische Identität. Mit dem „Grünen Sternenhimmel“ entsteht ein charakteristischer Stadtraum, dessen Baumkronen und Begrünung den Straßenraum überspannen und eine unverwechselbare Atmosphäre schaffen.
Ergänzend wird ein eigenständiges Lichtkonzept entwickelt, das die besondere Bedeutung der Straße auch in den Abend- und Nachtstunden erlebbar macht. Ein Netz aus abgehängten Leuchten spannt sich zwischen den Fassaden und bildet ein feinmaschiges Lichtband über dem Straßenraum. Die Beleuchtung orientiert sich dabei an der Idee eines Sternenhimmels und greift den Namen der Straße auf. Punktuelle Lichtakzente erzeugen eine identitätsstiftende Atmosphäre und verleihen der Gasse einen hohen Wiedererkennungswert. Durch die abgehängte Beleuchtung kann auf zusätzliche Lichtstelen im engen Straßenraum verzichtet werden. Die historischen Fassaden, die Bewegungsflächen und die Aufenthaltsbereiche bleiben frei von technischen Einbauten und können ihre räumliche Wirkung ungestört entfalten. Gleichzeitig wird eine gleichmäßige und blendfreie Ausleuchtung des öffentlichen Raums gewährleistet.
Plätze und Aufenthaltsbereiche | Verweilen und Begegnen
Die zentralen Plätze erhalten eine ausgewogene Beleuchtung, die ihre Funktion als Aufenthalts- und Begegnungsorte unterstützt. Sitzbereiche, Brunnen und wichtige Stadträume werden dezent hervorgehoben und schaffen eine einladende Atmosphäre in den Abendstunden. Dabei bleibt die Beleuchtung stets zurückhaltend und vermeidet eine Überinszenierung der historischen Stadträume.
Historische Gebäude und Wahrzeichen | Die Stadt erzählen
Historisch bedeutende Bauwerke, Fassaden und stadtbildprägende Elemente werden durch eine gezielte architektonische Beleuchtung akzentuiert. Das Licht hebt die räumliche Tiefe, Materialität und architektonische Qualität der Gebäude hervor und stärkt ihre Funktion als Orientierungspunkte im Stadtraum.
Die Inszenierung erfolgt mit präzisen ausgerichteten Leuchten und warmen Lichtfarben. Streulicht und Aufhellungen des Nachthimmels werden konsequent vermieden. Die Beleuchtung konzentriert sich auf die wesentlichen architektonischen Elemente und folgt dem Grundsatz einer zurückhaltenden und ressourcenschonenden Lichtgestaltung.
Lichtökologie und Nachhaltigkeit
Die Beleuchtung der Innenstadt basiert auf energieeffizienter LED-Technologie mit warmweißen Lichtfarben. Sämtliche Leuchten werden blendfrei ausgeführt und so ausgerichtet, dass Licht ausschließlich dort eingesetzt wird, wo es benötigt wird. Durch niedrige Lichtpunkthöhen in der Altstadt, die Vermeidung unnötiger Fassadenanstrahlungen sowie den gezielten Einsatz von Akzentlicht werden Lichtverschmutzung und Beeinträchtigungen von Anwohnern, Flora und Fauna minimiert. So entsteht ein differenziertes nächtliches Stadtbild, das Sicherheit, Atmosphäre und den Schutz der Dunkelheit gleichermaßen berücksichtigt.
Freiraumplanerisches sowie Nutzungsstrukturelles Gesamtkonzept | M 1:500
©club L94
Vertiefungsausschnitt M 1:200
©club L94
Wassereelemente
©club L94
Details M 1:50
©club L94
Räumliche Skizzen
©club L94
Perspektive Innenstadteingang Rue de Stavelot/ Rue St. Antoine
©club L94, A.Calitz Visual