Einladungswettbewerb | 11/2025
Transformation Pfarrkirche St. Magnus in Wernau zum Gemeindezentrum mit Kirche
7
©dauner rommel schalk architekten
1. Preis
Preisgeld: 11.250 EUR
dauner rommel schalk architekten
Architektur
Erläuterungstext
Die Charakteristik von St. Magnus soll erhalten bleiben. Die Großzügigkeit einer Hallenkirche in Verbindung mit der Ornamentik der Buntglasfenster soll fortgeführt, idealerweise sogar gestärkt werden. Gleichzeitig kann die Verkleinerung des Sakralraums auch als Chance gesehen werden, neue Wege hinsichtlich der Wahrnehmbarkeit im Öffentlichen Raum zu beschreiten. St. Magnus soll sich in möglichst alle Richtungen öffnen. Dafür werden nicht nur die Portale entfernt sondern auch alle geschlossenen Außenwände des Kirchenraums rückgebaut. Der auf ein Skelettbau reduzierte Kirchenraum ist nun gleichzeitig schützende Hülle wie auch begehbare Skulptur. Ein eingestellter hölzerner Korpus beherbergt den neuen Sakralraum und alle Räume des Gemeindehauses. Die nun im wahrsten Sinne "Offene Kirche" haucht dem Bestandsgebäude neues Leben ein. Sie ist von Außen wahrnehmbar und lädt von drei Seiten aus zum Begehen ein. Die Öffnung der Seitenfassaden gewährleistet darüber hinaus auch die Belichtung aller Aufenthaltsräume des Gemeindehauses wie auch des Sakralraumes. Gleichzeitig können vom EG die angrenzenden Grünanlagen direkt betreten werden.
Beurteilung durch das Preisgericht
Die Verfasser der Arbeit 1010 schafft es, auf eine ganz eigenständige Weise den komplexen Anforderungen der Auslobung zu entsprechen und St. Magnus in Wernau für die nächsten Jahrzehnte weiterzuentwickeln.
Die Transformation von St. Magnus wird schon beim Eintritt für jeden Besucher erfahrbar. Die Kirche ist verkleinert, die Außenwände in Teilen rückgebaut und die Besucher betreten zunächst eine Art offenen Vorhalle – eine Skulptur, die sich zwischen der historischen Außenhülle und den neuen Außenwänden des eingestellten hölzernen Baukörpers aufspannt. Eine neue Zone der Öffnung in die Stadt, ein deutliches Zeichen für jeden Passanten, dass sich an St. Magnus etwas verändert und weiterentwickelt hat.
Durch den Entwurfsansatz auch und grade die Verortung des Kirchenraums neben den geforderten Gemeinde- Jungend- und Pfarrräume in ihrer Anordnung im Bestand neu zu denken ist den Entwurfsverfassern eine horizontale Aufteilung der Nutzungen möglich. Durch diesen Entwurfsgedanken können die unter der Woche vielfältig genutzt profanen Räume im Erdgeschoss platziert werden. Der Sakralraum, der weiterhin der Nukelus des neuen Gemeindezentrums darstellt, wird dadurch auf einen Sockel gehoben und um die Höhe des profanen Erdgeschosses näher an die charakteristische Faltdecke von St. Magnus herangebracht. Unter Beibehaltung und Einbeziehung der historischen Altarrückwand entsteht dadurch ein deutlich kleinerer aber in seinen Proportionen gut gelungener Kirchenraum, der zusätzlich zur Dachfaltung und Altarrückwand auch durch die Beibehaltung der Buntglasfenster viel von seinen bisherigen Charakteristika erhalten kann.
Im Preisgericht wird über diese Platzierung des Gottesdienstraums im Obergeschoss kontrovers diskutiert und in der weiteren Bearbeitung müssten die Verfasser besondere Sorgfalt auf die barrierefreie Erreichbarkeit des Kirchenraums durch zusätzliche Maßnahmen legen. Sehr positiv wird der gesondert zugängliche Jugendbereich gesehen, der in dieser Anordnung als ideal bewertet wird.
Die Außenanlagen um St. Magnus benötigen bei einer weiteren Bearbeitung noch mehr Aussagekraft, könnten aber zusammen mit der neu erschaffenen Übergangszone und in Korrespondenz zur noch zu planenden Nachbarbebauung die neue Visitenkarten des Standorts werden.
Wirtschaftlich erscheint die Arbeit trotz ihres kompakten Raumprogramms sicherlich ambitioniert, wird aber bei disziplinierter Planung und unkomplizierten und pragmatischen Ansätzen in den Details mit dem vorgegebenen Kostenrahmen auskommen können. Mittel und langfristig wird sich die mehr als bei allen anderen Entwürfen verkleinerte beheizte Fläche positiv auf die Finanzen der Kirchengemeinde auswirken und die Unterhaltskosten gering halten.
Fazit: Ein sehr wertvoller Beitrag, der insgesamt mehr als viele andere Beiträge Mut und Entschlossenheit verdeutlicht, die Kirche von Wernau in die Zukunft zu führen.
Die Transformation von St. Magnus wird schon beim Eintritt für jeden Besucher erfahrbar. Die Kirche ist verkleinert, die Außenwände in Teilen rückgebaut und die Besucher betreten zunächst eine Art offenen Vorhalle – eine Skulptur, die sich zwischen der historischen Außenhülle und den neuen Außenwänden des eingestellten hölzernen Baukörpers aufspannt. Eine neue Zone der Öffnung in die Stadt, ein deutliches Zeichen für jeden Passanten, dass sich an St. Magnus etwas verändert und weiterentwickelt hat.
Durch den Entwurfsansatz auch und grade die Verortung des Kirchenraums neben den geforderten Gemeinde- Jungend- und Pfarrräume in ihrer Anordnung im Bestand neu zu denken ist den Entwurfsverfassern eine horizontale Aufteilung der Nutzungen möglich. Durch diesen Entwurfsgedanken können die unter der Woche vielfältig genutzt profanen Räume im Erdgeschoss platziert werden. Der Sakralraum, der weiterhin der Nukelus des neuen Gemeindezentrums darstellt, wird dadurch auf einen Sockel gehoben und um die Höhe des profanen Erdgeschosses näher an die charakteristische Faltdecke von St. Magnus herangebracht. Unter Beibehaltung und Einbeziehung der historischen Altarrückwand entsteht dadurch ein deutlich kleinerer aber in seinen Proportionen gut gelungener Kirchenraum, der zusätzlich zur Dachfaltung und Altarrückwand auch durch die Beibehaltung der Buntglasfenster viel von seinen bisherigen Charakteristika erhalten kann.
Im Preisgericht wird über diese Platzierung des Gottesdienstraums im Obergeschoss kontrovers diskutiert und in der weiteren Bearbeitung müssten die Verfasser besondere Sorgfalt auf die barrierefreie Erreichbarkeit des Kirchenraums durch zusätzliche Maßnahmen legen. Sehr positiv wird der gesondert zugängliche Jugendbereich gesehen, der in dieser Anordnung als ideal bewertet wird.
Die Außenanlagen um St. Magnus benötigen bei einer weiteren Bearbeitung noch mehr Aussagekraft, könnten aber zusammen mit der neu erschaffenen Übergangszone und in Korrespondenz zur noch zu planenden Nachbarbebauung die neue Visitenkarten des Standorts werden.
Wirtschaftlich erscheint die Arbeit trotz ihres kompakten Raumprogramms sicherlich ambitioniert, wird aber bei disziplinierter Planung und unkomplizierten und pragmatischen Ansätzen in den Details mit dem vorgegebenen Kostenrahmen auskommen können. Mittel und langfristig wird sich die mehr als bei allen anderen Entwürfen verkleinerte beheizte Fläche positiv auf die Finanzen der Kirchengemeinde auswirken und die Unterhaltskosten gering halten.
Fazit: Ein sehr wertvoller Beitrag, der insgesamt mehr als viele andere Beiträge Mut und Entschlossenheit verdeutlicht, die Kirche von Wernau in die Zukunft zu führen.
©dauner rommel schalk architekten
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