modgnikehtotsyek
ALLE WETTBEWERBSERGEBNISSE, AUSSCHREIBUNGEN UND JOBS Jetzt Newsletter abonnieren

Wettbewerblicher Dialog | 05/2021

Um- und Ausbau Kardinal Schwarzenberg Klinikum in Schwarzach (AT)

1. Preis

Architekten Maurer & Partner ZT GmbH

Architektur

Franz&Sue

Architektur

ErlÀuterungstext

Es ist das HerzstĂŒck des Kardinal Schwarzenberg Klinikums, an dem im laufenden Betrieb laboriert wird. In den kommenden Jahren entsteht auf einem topografisch schwierigen GelĂ€nde ein passgenauer Neubau, der auf einzigartige Weise Therapie und Diagnostik verbindet. Auf sieben Ebenen bietet der kompakte Zubau etwa Platz fĂŒr OperationssĂ€le, Intensivstation, Apotheke, Pathologie und eine Psychiatrie. Diese befindet sich in den obersten beiden Geschoßen und öffnet sich zu einem lichtdurchfluteten Therapiegarten – eine Ruheoase mit Blick auf Himmel und GebirgszĂŒge.

Über viele Jahre ist das Ordensspital der Barmherzigen Schwestern in Schwarzach gewachsen. Als zweitgrĂ¶ĂŸtes Klinikum Salzburgs benötigt es nun Platz fĂŒr modernisierte OperationssĂ€le, eine neue Holdingarea (Aufwachbereich), aber auch fĂŒr eine zeitgemĂ€ĂŸe und naturnahe Konzeption der psychiatrischen Abteilung. Gemeinsam mit Maurer & Partner realisieren wir auf dem Areal des ehemaligen Kinderspitals einen kompakten Zubau, der den vielen unterschiedlichen Anforderungen des Klinikalltags gerecht wird. Der punktförmige Baukörper beherbergt in den Untergeschoßen Technik und Personalumkleiden, im ersten Stockwerk sind die OP-SĂ€le mit Verbindung zum Bestand, wo sich in kurzer Distanz die anĂ€sthesiologische Intensivstation befindet.

DarĂŒber stapeln sich die klinische Diagnostik und die Apotheke sowie die Psychiatrie, deren RĂ€ume ringförmig angeordnet sind. Durch den so geschaffenen Atriumhof erhalten die PatientInnen eine naturnahe, geschĂŒtzte AtmosphĂ€re, in der sie Gemeinschaft erleben können. Die Zimmer orientieren sich nach außen und garantieren so den offenen Blick ĂŒber die Berglandschaft.

VerbindungsgĂ€nge und BrĂŒcken in den unterschiedlichen Etagen binden den Neubau bestmöglich an den Bestand an und ermöglichen dem medizinischen Personal kurze Wege. Durch OP-Bereich und Intensivstation auf einem Niveau profitieren auch die PatientInnen in einem Notfall von der durchdachten Planung.

Um Ă€sthetisch zum Klinikum-Ensemble und der Landschaft zu passen und nicht zu wuchtig zu werden, nutzen wir beim Neubau die Hanglage des GrundstĂŒcks. Beim separaten Eingangsbereich der Psychiatrie blicken die BesucherInnen nicht auf einen GebĂ€udekoloss, sondern auf ein vierstöckiges, fĂŒr die lĂ€ndliche Umgebung ĂŒbliches Bauwerk. Die restlichen drei Geschoße verschwinden im Hang und sind nur von der Klinikseite aus wahrnehmbar.

Auch die Fassade des Neubaus orientiert sich an der Umgebung; weiße Putzfassaden gliedern sich in die Formensprache der Bestandsobjekte ein, die dezenten Farbakzente bei den Fenstern greifen das Rot der angrenzenden Kirche auf.

Beurteilung durch das Preisgericht

» Trotz MehrflĂ€che im Entwurf Moser gegenĂŒber dem Entwurf Maurer ist die WegefĂŒhrung bei Moser weniger gut gelöst. Durch die MehrflĂ€chen ergeben sich zudem lange Wege.
Der Entwurf Maurer ist deutlich stimmiger als der Entwurf Moser.
» Aus Sicht von Prozessen und BetriebsablĂ€ufen ist der Entwurf Maurer ein nahezu perfektes Konzept. Weite Teile des Konzepts Maurer können 1:1 in den Vorentwurf ĂŒbernommen werden, nur minimale Adaptierungen sind erforderlich, das Zusammenspiel der einzelnen Nutzungseinheiten funktioniert sehr gut. Bei Moser wĂ€re ein deutlich grĂ¶ĂŸerer VerĂ€nderungsbedarf.
» Trotz viel mehr Überarbeitungspunkten aus dem zweiten Dialog fĂŒr den Entwurf Maurer gingen die Architekten komplett auf die WĂŒnsche des Bauherrn ein, an eigenen Konzepten wurde nicht festgehalten. Ein VerstĂ€ndnis von Selbstkritik und VerĂ€nderungswille ist darin erkennbar.
» Eine Umsetzung innerhalb des Kostenrahmens ist beim Entwurf Maurer realistischer.
» Die drei Architekten wurden als harmonisches, einander ergÀnzendes Team wahrgenommen. Jeder hat eine andere Perspektive, ein sehr gutes Instrument in der Lösungsfindung.
» Die Architekten zeigen FlexibilitÀt in der Planung, sie setzen sich mit anderen Blickwinkeln auseinander.
» Die entscheidenden Punkte wurden aufgegriffen, die Vorgehensweise ist dem Bauherrn entgegenkommend.
» Sehr ausgereiftes und gelungenes Konzept
» Die Kommission hat das GefĂŒhl, dass die Zusammenarbeit mit einem solchen VerstĂ€ndnis von Planung gut gelingen kann.