Einladungswettbewerb | 11/2024
Um- und Teilneubau Gemeindehaus Himmelfahrtskirche in München-Pasing
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Lageplan
©Pätzold + Schmid Architekten, fischer heumann landschaftsarchitekten
Anerkennung
Preisgeld: 4.900 EUR
K33 Riedner Wagner Gerhardinger Architekten PartGmbB
Brandschutzplanung
Beurteilung durch das Preisgericht
Die Arbeit besticht auf den ersten Blick durch ihre Eleganz, Klarheit und angenehme Gliederung des Bauvolumens. Die gewählte Ausgestaltung der Fassade zur Alten Allee, differenziert in die unterschiedlichen Funktionsbereiche, wie auch der dreigeschossigen Fassade zum Kirchenvorplatz überzeugen. Die Grundrissstruktur erscheint einfach und übersichtlich. Bei näherer Betrachtung werden jedoch die Mängel dieser formal überzeugenden Lösung ersichtlich.
Die Darstellung der Freiflächen dieser Arbeit ist wenig differenziert und überlässt den Betrachtenden einen großen Interpretationsspielraum. Der Kirchenvorplatz gliedert sich durch Grüninseln mit Sitzbänken, die den teilweisen Erhalt von Bestandsbäumen zu ermöglichen scheinen. Zentrales Element des Platzes ist eine Himmelfahrtsstehle, deren Anmutung jedoch nicht weiter dargestellt wird. Die barrierefreie Erschließung des Kirchenzugangs über eine seitliche Rampe erscheint fast banal. Die Parkierungstaschen, die sich weit in die Platzfläche hineinschieben (und auf Grünflächen zu liegen kommen), rücken die Fahrzeuge ohne Not weit in die Blickachse und machen sie zu einem störenden Element der Platzgestaltung.
Die Darstellung der Freiflächen des Kindergartens bleibt ebenfalls sehr schematisch, welche Flächen wie befestigt sind und welche Spielelemente angeboten werden, ist unklar. Die Zugänglichkeit aus dem Hochparterre über eine Terrasse mittels Treppe und Rutsche, sowie mit einer Rampe aus dem Souterrain scheint aber zu funktionieren.
Der nur dem rückwärtigen Freibereich zur Kirche zugeordnete Saal kann nicht zufriedenstellend geteilt werden. Die gut zugeordnete Küche, der sinnvoll im zweiten Obergeschoss angeordnete Jugendbereich und ein Teil der Neben-räume sind zu klein dimensioniert und können somit die Vorstellungen der Kirchengemeinde nicht erfüllen.
Der Kindergartenbereich ist auch aufgrund der Zusammenlegung aller Gruppenbereiche inklusive des Mehrzweckraums im erhöhten Erdgeschoss gut organisiert, die Küche jedoch viel zu klein dimensioniert. Auch die darüber angeordneten Wohneinheiten sind sinnvoll organisiert, es fehlt jedoch jeder der drei Einheiten ein zugeordneter privater Freibereich.
Leider stimmt weder im Bereich des Kindergartens, noch im Bereich der Wohnungen der Grundriss mit der Tragstruktur des Bestandes überein. Die Erweiterung des Baukörpers über die Bestandsstruktur hinaus – zugunsten einer klaren, durchgehenden Gebäudehülle – erscheint kompliziert und unwirtschaftlich. Es wäre zu erwarten, dass dadurch wenig Bausubstanz erhalten werden kann.
Die das Gebäude in den beiden Obergeschossen umfassende Hülle aus gewellten Plexiglaselementen kann auch aufgrund des gewählten Materials nicht überzeugen. Die Gebäudekenndaten ließen keinen wirtschaftlichen Betrieb des Gebäudes erwarten. Die Gebäudeflächenkenndaten liegen im unteren Bereich, der Anteil an Verkehrsfläche und der Wert zur Kompaktheit über dem Durchschnitt. Insgesamt stellt die Arbeiten einen sehr interessanten Ansatz dar, der jedoch mehr Fragen offen lässt, als löst.