Einladungswettbewerb | 02/2025
Umbau, Aufstockung und Erweiterung Geschäftsstelle Siedlungswerk Nürnberg
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Perspektive
©Bär Stadelmann Stöcker Architekten und Stadtplaner PartGmbB
Anerkennung
Preisgeld: 2.000 EUR
Bär, Stadelmann, Stöcker Architekten und Stadtplaner PartGmbB
Architektur
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Verfasser:
Friedrich Bär, Bernd Stadelmann, Rainer Stöcker, Friedrich Bär
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Mitarbeitende:
Beurteilung durch das Preisgericht
Die Verfasser der Arbeit schlagen vor, bis auf das Bauteil 1 der bisherigen Geschäftsstelle, sämtliche Bestandsbauten abzubrechen und durch Neubauten zu ersetzen. Dies ist mit einer Reihe von Vorteilen verbunden. Städtebaulich kann auf Bauflucht der westlich anschließenden Bebauung und dem Verlauf des Heroldsberger Weges eingegangen und dem vorhandenen Grün etwas mehr Raum gegeben werden. Die Neubauten können einfacher, bedarfsgerecht und energieeffizient geplant und errichtet werden. Dem gegenüber stehen der Verlust vorhandener Bausubstanz und der darin gebundenen grauen Energie. Der Vorschlag, im Ideenteil die vorhandene Gaststätte durch einen dreigeschossigen Neubau, in Verbindung mit einem dann wohl notwendigen Interimsbau, zu ersetzen, wird kritisch hinterfragt.
Die neue Geschäftsstelle ist im Grundriss klar und übersichtlich strukturiert und weist eine Mischung aus Großraum- und Einzelbüros auf. Ein einfaches und klares Konstruktionsprinzip verspricht Flexibilität und die erhoffte Wirtschaftlichkeit.
Die erwünschte Adressbildung mag gelingen. Allerdings kann sich das Gebäude der bisherigen Geschäftsstelle, welches mittels einer richtig situierten Erschließungsachse, die im Park eine selbstverständliche Fortsetzung findet, als nun untergeordneter Annex gegenüber den Neubauten städtebaulich nicht behaupten.
Die vorgeschlagenen neuen Baumassen strapazieren das, was an dieser Stelle planungsrechtlich möglich ist (Stichwort Einfügungsgebot) doch sehr. In der äußeren Anmutung der neuen Geschäftsstelle spiegeln sich die Funktionalität und Rationalität des Innenlebens gut wider, sie bewegt sich allerdings, zumindest in den Fassadenzeichnungen und der Isometrie, an der Grenze zum Banalen. Erst das gut ausgearbeitete Fassadendetail zeigt das gestalterische Potenzial des vorgeschlagenen Holzbaus.
Durch die Situierung der Neubauten wird der Baumbestand weitestgehend erhalten. Die Besucher werden über einen Vorplatz mit Aufenthaltsqualität empfangen, der rückwärtige Grundstücksbereich wird als zusammenhängende Parkfläche mit seinem würdigen Baumbestand verstanden. Lediglich einzelne Terrassenflächen, die den jeweiligen angrenzenden Nutzungen zugeordnet sind, werden behutsam ergänzt. Die positive Versiegelungsbilanz ist einerseits auf die kompakten Baukörper und andererseits auf fehlende Stellplätze zurückzuführen. Das ruhige, den Baumbestand inszenierende Konzept ist eine schlüssige Ergänzung zur Setzung der Gebäude.
Insgesamt stellt der Beitrag einen interessanten und durchdachten, wenngleich auch auf Grund der fehlenden Bereitschaft, mehr vorhandene Substanz in eine Entwicklung einzubeziehen, kontrovers diskutierten Beitrag zur Lösung der Bauaufgabe dar.
Lageplan
©Bär Stadelmann Stöcker Architekten und Stadtplaner PartGmbB
Erdgeschoss
©Bär Stadelmann Stöcker Architekten und Stadtplaner PartGmbB
Ansicht Ost
©Bär Stadelmann Stöcker Architekten und Stadtplaner PartGmbB