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Nichtoffener Wettbewerb | 12/2017

Umfeld Hauptbahnhof Nord

Blick auf den Hauptbahnhof

Blick auf den Hauptbahnhof

ein 1. Preis

Preisgeld: 20.000 EUR

raumwerk Gesellschaft f├╝r Architektur und Stadtplanung mbH

Architektur, Stadtplanung / St├Ądtebau

ARGUS Stadt und Verkehr

Verkehrsplanung

rendertaxi architecture.visualisation

Visualisierung

modellwerk weimar | Architekturmodelle, Modellbau, Fr├Ąsservice, Laserservice

Modellbau

club L94

Landschaftsarchitektur

Erl├Ąuterungstext

St├Ądtebauliche und landschaftsplanerische Grundidee

Das Entwurfskonzept zum Umfeld Hauptbahnhof Nord in Dortmund w├Ąhlt einen behutsamen Ansatz und konzentriert sich auf die Themen der freir├Ąumlichen Integration des Bahnhofsgel├Ąndes sowie der Stadtreparatur und des Weiterbaus der Nordstadt. Hierbei wird zum Einen die topographische Besonderheit der H├Âhenunterschiede auf dem Areal genutzt, um verschiedene bahnhofsspezifische Nutzungen entlang der Grenze zwischen n├Ârdlichem Flach- und s├╝dlichem H├╝gelland innerhalb der Gel├Ąndekante zu integrieren und gleichzeitig Freiraum f├╝r eine attraktive gr├╝ne Spange zwischen Bl├╝cherpark, Bahnanlage und B├╝rgergarten auszubilden. Zum Anderen wird die vorhandene gr├╝nderzeitliche Bebauungsstruktur der Nordstadt s├╝dlich des Stra├čenzuges Treibstra├če Gr├╝ne Stra├če Steinstra├če weitergebaut. Ziel ist es, das bisherige Logistik- und Niemandsland in einen offenen und zusammenh├Ąngenden, park├Ąhnlichen Freiraum zu verwandeln und durch das Aufgreifen der st├Ądtebaulichen Struktur und Ma├čst├Ąblichkeit der gr├╝nderzeitlichen Blockbebauung das Planungsareal mit der Nordstadt zu verweben. Hierbei werden die neuen Baufelder mit der Qualit├Ąt einer hohen Durchgr├╝nung in Form von Pl├Ątzen, Gr├╝nfugen und gro├čz├╝gigen Innenhofbereichen erg├Ąnzt. Die neuen Baufelder zeichnen sich durch einen Nutzungsmix aus Wohnen, Gewerbe sowie Bildung aus.


BAHNHOFSAREAL
Der Hauptbahnhof stellt mit seinen t├Ąglich 130.000 Besuchern eine herausragende bauliche, funktionelle und strukturelle Bedeutung f├╝r die Stadt Dortmund dar. Mit dem Ausbau des Rhein-Ruhr-Expresses wird die Fahrgastzahl in Zukunft steigen. Die S├╝dseite des Bahnhofs wurde in den vergangenen Jahren aufwendig und mit repr├Ąsentativen, ├Âffentlichen Nutzungen aufgewertet. Der qualitative Unterschied zur st├Ądtebaulichen Anbindung des Bahnhofs an die n├Ârdliche Stadtseite wurde infolge dessen vergr├Â├čert.

Der Entwurf f├╝r das Bahnhofsareal Nord sieht den Anschluss an die Nordstadt strukturell unterschiedlich im Vergleich zur S├╝dseite vor. W├Ąhrend im S├╝den bislang repr├Ąsentative Solit├Ąre das Bahnhofsumfeld aufwerten soll die Nordseite so ausgebaut werden, dass mit einer landschaftlich inspirierten Architektur die steigenden funktionalen Anforderungen an den Hauptbahnhof baulich optimal untergebracht werden k├Ânnen und gleichzeitig ein attraktiver zusammenh├Ąngender Gr├╝nraum entsteht. Hierbei wird der vorhandene Gel├Ąndeversprung von ca. 9,00 Meter H├Âhe genutzt, um die Funktionen vertikal zu gliedern und PKW bzw. Fahrradgarage, zentraler Omnibusbahnhof und Bahnhofshalle in die Topographie zu integrieren. Oberhalb dieser Nutzungen wird auf dem bereits existierenden H├Âhenniveau ein Park angeordnet. W├Ąhrend PKW-Garage und ZOB innerhalb des St├╝tzbauwerks Burgwall untergebracht sind verl├Ąngert die Bahnhofshalle den Park nach Norden auf den Bahnhofsvorplatz und bildet zusammen mit Fahrradparkhaus eine sanft ansteigende, terrassierte landschaftliche Verbindung zur Nordstadt. Der Ausgang aus der DB Anlage f├╝hrt in eine der Bedeutung des Bahnhofs angemessene Halle auf dem Niveau 0,00. Von hier aus werden Personenunterf├╝hrung, Bahnsteige, U-Bahn, zentraler Omnibusbahnhof, Parkhaus, Fahrradparkhaus und Vorplatz barrierefrei und witterungsgesch├╝tzt erreicht. Der Omnibusbahnhof befindet sich auf dem Niveau +4,50m und schlie├čt ebenerdig durch die 2-geschossige Bahnhofshalle an die Personenunterf├╝hrung an. Somit wird nicht nur der Umstieg von Bus und Bahn optimal gel├Âst sondern die Rampenl├Ąnge entlang des Burgwalls um die H├Ąlfte gek├╝rzt

FREIRAUM
Der Freiraum bildet das neue gr├╝ne R├╝ckgrat der Nordstadt und spannt sich ├╝ber den alten brachgefallenen Bahndamm auf. Die gro├čz├╝gige ├Âffentliche Gr├╝nfl├Ąche bietet eine Vielzahl an nutzungsoffenen Freir├Ąumen, ein diversifiziertes Spiel- und Sportband parallel zur Bahn und eine optimale Wegeverbindung zu den wichtigsten Orten. Somit ist die neue gr├╝ne Spange nicht nur Erholungs- und Freizeitraum sondern auch ein attraktiver Transitraum (Promenade), der einerseits den neuen Bildungscampus im Westen und den Hauptbahnhof ├╝ber gro├čz├╝gige Treppenanlagen und Rampen verbindet und andererseits eine direkte Wegeverbindung zum Bl├╝cherpark dem B├╝rgerpark bzw. der Nordstadt bietet. Im Westen des Quartiers sorgt eine landschaftliche Aufsch├╝ttung zu einem gr├╝nen L├Ąrmwall f├╝r die n├Âtige Lebensqualit├Ąt f├╝r den Bildungscampus und das neue Wohnquartier.

NUTZUNGSMISCHUNG
Das neue Burgtorareal steht im Spannungsfeld zwischen der Einkaufsmeile M├╝nsterstra├če und der Gastronomiemeile Br├╝ckstra├če in der City. Das neue Kultur- und Kreativzentrum soll als sozialer Katalysator und entscheidender st├Ądtebaulicher Gelenkpunkt f├╝r ein Zusammenwachsen des Citybereiches und der Nordstadt sorgen. In Erg├Ąnzung entsteht entlang des Gleisbettes ein neuer stadtbildpr├Ągender Hochpunkt (Boardinghouse) mit einem raumfassenden Sockel, der in Erg├Ąnzung mit den bestehenden Dienstleistungs- und Handelsangeboten einen vertr├Ąglichen Nutzungsmix erm├Âglicht. ├ľstlich des Hochpunktes entsteht ein neues urbanes Wohnquartier, welches sich st├Ądtebaulich an den bestehenden Blockrand orientiert und mit einem kleinteiligen Gewerbemix einen urbanen Charakter bekommt. Im Westen des Areals entsteht ein neues Wohnquartier welches sich zwischen dem neuen Bildungscampus und dem neuen Digitalen Stellwerk (DTSW) der DB aufspannt. Das neue DTSW markiert als st├Ądtebauliches Highlight das neue westliche Eingangstor der Nordstadt. Dar├╝ber hinaus strahlt das Geb├Ąude als Hochpunkt nicht nur eine st├Ądtebauliche Wirkung aus sondern wird als Symbol des technischen Fortschrittes (Digitalisierung) wahrgenommen. Daher wird vorgeschlagen, dass der neue Hochpunkt nicht nur monofunkional genutzt wird sondern vielmehr mit vertr├Ąglichen erg├Ąnzenden Nutzungen wie einer Kita ausgestattet wird. In direkter Umgebung zur bestehenden Kita und der AWO-Einrichtung entsteht ein neuer Bildungscampus der sich st├Ądtebaulich in die Blockrandstruktur einbettet und gleichzeitig mit gezielten ├ľffnungen einen attraktiven Campuseingang bildet. Der Bildungscampus beinhaltet ein zentrales Verwaltungsgeb├Ąude mit Lehr- und Seminarr├Ąumen, eine Stadtteilbibliothek sowie eine Aula (Veranstaltungen) und studentisches Wohnen. Der Bildungscampus entsteht als Symbol f├╝r eine "bunte Nordstadt " und wirk als kultureller Motor f├╝r den Zusammenhalt der Nachbarschaften.

VERKEHR/MOBILITAET
Der Entwurf f├╝r den n├Ârdlichen Bahnhofsvorplatz am Dortmunder Hauptbahnhof sieht eine umfangreiche Neugliederung vor. Durch die Schaffung einer Bus-Insel werden die vormals unklaren R├Ąume und die Verkehrsf├╝hrung besser definiert und organisiert. Durch eine Reorganisation der unterschiedlichen Teilbereiche kann eine neue Aufenthaltsqualit├Ąt entstehen. Der n├Ârdliche Vorplatz soll sich in seiner Funktion von dem s├╝dlichen und dem ├Âstlichen Bahnhofsvorplatz abgrenzen. W├Ąhrend der fu├čl├Ąufige ├ťbergang in die Innenstadt den s├╝dlichen Vorplatz definiert, wird der n├Ârdliche Vorplatz durch seine intermodale verkehrliche Funktion gepr├Ągt. Die sichtbare B├╝ndelung der unterschiedlichen Verkehrsinfrastrukturen, u.a. wie der Stadt- und Fernbus, der Taxis sowie der Kiss and Ride-Zone an einem Platz unterstreichen dies.

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Arbeit setzt auf klare Weise die gr├╝nderzeitliche Blockstruktur der Nordstadt fort und orientiert sich dabei an der vorgefundenen Ma├čst├Ąblichkeit. Ein Bildungscampus und ein achtgeschossiger Bau mit Stellwerk und KiTa erg├Ąnzen dabei das Nutzungsspektrum der Wohnh├Âfe. Die vorgeschlagene Angleichung der Topografie an die H├Âhenlage der Nordstadt f├╝hrt allerdings zu erheblichen Eingriffen in das vorhandene Gel├Ąnde und die bestehende Erschlie├čung.
Konsequent wird die Idee einer gr├╝nen Verbindung zwischen Bl├╝cherpark und B├╝rgergarten verfolgt und baulich umgesetzt. Unterschiedlich bewertet das Preisgericht die m├Âglichen Qualit├Ąten des zwischen zwei Aufstiegen eingespannten Freiraums.
Die Bebauung des Burgtores mit einem Kultur- und Kreativzentrum und vervollst├Ąndigten Blockstrukturen erm├Âglicht eine spannende Abfolge von R├Ąumen und Nutzungen und verkn├╝pft auf angenehme Weise die Stadtr├Ąume von Br├╝ck- und M├╝nsterstra├če.
Insgesamt w├╝rdigt das Preisgericht den innovativen Entwurfsansatz rund um die Verkehrsfunktionen. So entsteht nicht nur ein neues st├Ądtebauliches und architektonisches ├╝berzeugendes Gesicht nach Norden, das der City ein w├╝rdiges Pendant gegen├╝berstellt, sondern auch eine baulich ansprechende Antwort auf die Frage, wie ein Bahnhof des 21. Jahrhunderts aussehen kann.
Durch die ├ťberlagerung von ZOB und untergeschobenem Parken wird der Raum geschaffen f├╝r die gro├čz├╝gige Freiraumgestaltung auf dem oberen Niveau des neuen Stadtquartiers. Gleichzeitig setzt diese L├Âsung mit der damit verbundenen Mall-├ťberfahrung einen enormen baulichen und wirtschaftlichen Aufwand voraus.
Die verkehrlichen Funktionen des ZOB, des Bahnhofsvorplatzes sind der Auslobung entsprechend gel├Âst. Nicht ├╝berzeugen kann der Vorschlag einer Quartiersgarage zur L├Âsung des ruhenden Verkehrs: sowohl in ihrer Lage als auch in ihrer baulichen Ausgestaltung. Die Zufahrt der Tiefgarage setzt die Nutzung des Postgrundst├╝ckes voraus, das derzeit nicht zur Verf├╝gung steht.
Die starke Geste der gr├╝nen Rampe auf dem n├Ârdlichen Bahnhofsvorplatz f├╝hrt zu einer guten Aufteilung des Platzes. Es entsteht eine Differenzierung eines Verkehrs- und Vorplatzes im Westen und eines Multifunktionsplatzes, der sich zu Kino und Steinwache orientiert. Gleichzeitig f├╝hrt diese Bebauung allerdings zu einer erschwerten Orientierung.
Insgesamt ein Beitrag, der die gew├╝nschte Aufwertung der Nordstadt mit hohen gestalterischen Qualit├Ąten vereint, jedoch einen au├čergew├Âhnlichen wirtschaftlichen Aufwand voraussetzt.
Modell - modellwerk weimar

Modell - modellwerk weimar

Bahnhofshalle Nord

Bahnhofshalle Nord

Modell - modellwerk weimar

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