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Offener Wettbewerb | 06/2018

Umgestaltung der Stadtmitte von Fröndenberg/Ruhr

Perspektive Marktplatz

Perspektive Marktplatz

ein 3. Preis

Preisgeld: 5.000 EUR

Förder Landschaftsarchitekten

Landschaftsarchitektur

ErlÀuterungstext

Stadt Fröndenberg
Der Entwurf „Drei PlĂ€tze fĂŒr die neue Mitte Fröndenberg“ verwebt Stiftsviertel und Ruhraue
mit der Innenstadt, schafft ein ruhiges Gesamtensemble und aktiviert dieses als neue Mitte Fröndenbergs. Diese neue Mitte Fröndenbergs wird ĂŒber drei PlĂ€tze mit eigenen IdentitĂ€ten und starken Charakteren zusammengehalten.
Im Zuge der Stadtentwicklung Fröndenberg wurde vor ca. 30 Jahren die bestehende Stadt
unterhalb der oberen Innenstadt erweitert. Hierbei wurde ergÀnzend zu dem historischen
GebĂ€udebestand eine neue Stadtmitte geschaffen, welche die AnsprĂŒche einer modernen
Stadt entsprechen sollte. Dieses stÀdtebauliche Ensemble hat bis heute Bestand und
strukturiert die FreirÀume der neuen Mitte Fröndenberg.

Marktplatz – Der GeschĂ€ftige
Der Marktplatz ist als HerzstĂŒck der neuen Mitte Fröndenbergs zu sehen. Um diesen als Ort der Zusammenkunft zu stĂ€rken wird der neue Marktplatz vom MIV freigehalten. In seiner IdentitĂ€t durch einen Marktbrunnen gestĂ€rkt, entsteht ein neues Bild des Marktplatzes. Wiedererkennbar, klar wahrnehmbar und unverwechselbar ist dieser ein Treffpunkt in der neuen Mitte Fröndenbergs. Neue Baumpflanzungen ergĂ€nzend zum Bestandsbaum schaffen ein lockeres RaumgefĂŒge. Aufenthaltsmöglichkeiten orientieren sich zum neuen Marktbrunnen und schaffen so ein neues Zentrum des Raumes.

Die Verbindung
Neben dem Marktplatz ist der Bruayplatz der zweite wichtige Ort im rĂ€umlichen GefĂŒge der Innenstadt. Um beide PlĂ€tze miteinander zu verbinden spielen die Straßen `Im Stift` und Windschotenersraße eine zentrale Rolle. Diese werden attraktiviert, um die Innenstadt zusammenwachsen zu lassen. Der Parkplatz entlang der Straße `Im Stift` wird in Teilen durch ein mit Wein bewachsenes RankgerĂŒst abgegrenzt. Um die Verbindung zwischen Markt-und Bruayplatz zu intensivieren wird die Winschotenerstraße im nördlichen Teil um neue Gehölzpflanzungen ergĂ€nzt und schafft in Verbindung mit attraktiven Sitzelementen hohe AufenthaltsqualitĂ€t im Bereich des Lichtkunstbrunnens. Der Platz auf der Winschotener Straße wird als Plateau ausgebildet, um die Durchwegbarkeit und Offenheit des Raumes zu stĂ€rken.
Über dies hinaus wird durch ein einheitliches Stadtmobiliar eine klare Verbindung zwischen Marktplatz und Bruayplatz hergestellt.

Bruayplatz – Der Ruhige
ErgĂ€nzend zum geschĂ€ftigen Marktplatz ist der Bruayplatz ein Platz der Ruhe. Hierbei legt der Entwurf mit seinen Holzdecks und Sitzmauern im sĂŒdlichen Teil des Platzes besonders Wert auf die Möglichkeit des Aufenthalts und der Erholung. Parallel dazu wird der schon bestehende „Spieldrache“ zu einem grĂ¶ĂŸeren und attraktiven Spielplatz erweitert. Ein nördlich des Spielbereiches angeordnetes FontĂ€nenfeld macht das Element Wasser erlebbar.
Einige der im nördlichen Teil des Platzes gewachsenen Gehölze werden gerodet. Durch diese Maßnahme wird eine Sichtachse zwischen neuer Innenstadt und der bestehenden St. Marienkirche Fröndenberg forciert. Diese Maßnahme erhöht zum einen die
AufenthaltsqualitÀt am Bruayplatz und schafft ergÀnzend dazu eine Verbindung zwischen
der höherliegenden Altstadt und den Ruhrauen. Ein RankgerĂŒst bestehend aus einer mit Stahlseilen verspannten Stahlkonstruktion schafft eine attraktive Raumgrenze zum Neubau des Discounters. Dieses wird mit Wein berankt, somit entsteht in den Sommermonaten ein dichter Rand durch das Blattwerk und in den Wintermonaten durch Astwerk. Diese neue grĂŒne Raumkante bietet außerdem einen interessanten Farbwechsel zur Herbstzeit und entspricht insgesamt dem Charakter des
Bruayplatzes.

MaterialitĂ€t und Ausstattung als VerknĂŒpfung der neuen Mitte Fröndenberg
FĂŒr eine klare Orientierung im Stadtraum „der neuen Mitte Fröndenbergs“ sorgen neben
einem verbindenden Lichtband und einem einheitlichem Material, dem wieder verwendeten
Klinker auch der neue Brunnen auf dem Markt- und das neue FontÀnenfeld auf dem
Bruayplatz.
Das Lichtband zieht sich vom westlichen Teil des Plangebietes ĂŒber den Bruayaplatz durch die Windschotenerstraße entlang des Lichtkunstbrunnens bis an das sĂŒdliche Ende des Marktplatzes und verbindet somit das Plangebiet optisch zu einer Innenstadt. Eine
FortfĂŒhrung des Lichtbandes in weiteren Teilen Fröndenbergs bietet eine gute Möglichkeit
ein gesamtheitliches Konzept zur Orientierung zu schaffen. VerstÀrkt wird der Effekt einer
homogenen Innenstadt an Hand des durchlaufenden Klinkerbelags. Dieser bereits in der
Vergangenheit schon identitÀtsstiftende Klinkerbelag wird weiter verwendet und verbindet
damit alle Elemente der neuen Mitte Fröndenberg und schafft eine Einheitlichkeit des
Raumes.

5 Verbindung Innenstadt – Obere Stadt
ErgÀnzend zu der neuen Einheitlichkeit der Innenstadt legt der Entwurf einen Schwerpunkt
auf die Verbindung zwischen Stiftsviertel und den Ruhrauen. Dies wird mit drei Maßnahmen fokussiert. Es wird eine Blickbeziehung zwischen Bruayplatz und St. Marienkirche geschaffen.
Diese Blickbeziehung wird zum einen mit nord-sĂŒd ausgerichteten Lichtstehlen verstĂ€rkt,
zum anderen bilden Lichtstufen am Stiftshang eine optische Verbindung zwischen Alt und
Neu. Durch einen „Stiftsbalkon“ im Hang auf Höhe der St. Marienkirche wird sowohl eine
visuelle Beziehung vom Bruayplatz, als auch umgekehrt geschaffen. Abschließend wird im Bereich sĂŒdlich des Marktplatzes die Ruhrstraße als Fußweg gestĂ€rkt und der BahnĂŒbergang ausgebaut. Nördlich des Himmelmannplatzes, erreichbar vom Marktplatz, wird ein kleiner Platz, das StiftsentrĂ©e geschaffen. Dies lĂ€dt zum Besuchen des Stiftsviertels ein und stellt die Verbindung von Marktplatz und Stiftsviertel her. Auch hier dient Licht als verbindendes Element.

Eine fĂŒr alle – Neue Mitte Fröndenberg
Die neue Mitte Fröndenberg besticht nicht nur aufgrund ihrer klaren Gestaltung auf Marktund Bruayplatz sowie den verbindenden Elementen zwischen beiden PlĂ€tzen, sondern schafft es zusĂ€tzlich mit einfachen Mitteln den historischen Bestand der Altstadt ĂŒber die neue Mitte mit den Ruhrauen zu verbinden. Weiter bildet die neu geschaffene Situation um den Brunnen am Marktplatz eine identitĂ€tsstiftende AtmosphĂ€re, welche ĂŒber die Grenzen der Innenstadt hinaus wahrgenommen wird.

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Leitidee der drei PlĂ€tze fĂŒr die Umgestaltung der Fröndenberger Innenstadt wird sehr konsequent gesetzt und verbindet die verschiedenen TeilrĂ€ume auf zurĂŒckhaltende, mit sparsamen Eingriffen arbeitende Art und Weise. Der Marktplatz erhĂ€lt einen neuen Brunnen und wird um einige Baumpflanzungen und Sitzmöbel ergĂ€nzt. Es entsteht eine rĂ€umlich attraktive Situation, die angemessen mit der Situation umgeht. Die Verbindung ĂŒber die Passage Im Stift am Himmelmannplatz vorbei ĂŒber die Winschotener Straße wird ĂŒber einige Baumpflanzungen und Möblierung fĂŒr den attraktiveren Aufenthalt verbessert.

Besonders der Gelenkpunkt östlich der Winschotener Straße greift den Baumbestand auf und bietet mit dem „Winschotener Plateau“ einen attraktiven Umlenkpunkt in Richtung Bruayplatz. Neue Sitzmöglichkeiten verbessern hier in Zusammenhang mit der Gastronomie die AufenthaltsqualitĂ€t.

Der Übergang von der Winschotener Straße zum Bruayplatz ist durch die Öffnung zu einer von GrĂŒnflĂ€chen gerahmten AufenthaltsflĂ€che gut gelöst. Sitz- und LiegeflĂ€chen bieten hier gute AufenthaltsqualitĂ€t und schaffen einen Treffpunkt. Hier werden auch Abstellmöglichkeiten fĂŒr FahrrĂ€der angeboten. Zum sĂŒdlichen Abschnitt werden die vorhandenen Spielmöglichkeiten aufgegriffen und ergĂ€nzt. Ein FontĂ€nenfeld im Übergang zur PlatzflĂ€che belebt den Platz. Eine Sitzmauer am Spielbereich betont die neue Orientierung zur Platzmitte. Die Raumkante zum neuen Aldi-Parkplatz wird durch ein weinberanktes StahlgerĂŒst, gebildet.

Die Verbindung zur Oberstadt soll durch Lichtinstallationen und einen „Stiftsbalkon“ im Bereich der Marienkirche deutlicher hervorgehoben werden. Die VorschlĂ€ge zu einer verbesserten Anbindung im Bereich „Stiftsentree“ ĂŒber Lichtstufen und ein Wasserbecken werden grundsĂ€tzlich positiv beurteilt. Das als Leitlinie in der gesamten Unterstadt vorgeschlagene Lichtband wirkt allerdings ĂŒbertrieben und ist verzichtbar. Die Form und Dimension des Brunnens auf dem Markt ist ebenfalls noch mit den Funktionen des Marktes abzugleichen.

Insgesamt wĂŒrdigt die die Jury den Entwurf als einen soliden Beitrag.
Lageplan 1:500

Lageplan 1:500

Lageplan 1:200

Lageplan 1:200

Perspektive Winschotener Straße

Perspektive Winschotener Straße

Perspektive Bruyaplatz

Perspektive Bruyaplatz

Detailplan Markplatz

Detailplan Markplatz

Detailplan Bruyaplatz

Detailplan Bruyaplatz