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Einladungswettbewerb | 01/2017

Umgestaltung des städtischen Raumes im Bereich der Kirche St. Cyriakus

1. Preis

Preisgeld: 7.000 EUR

HAHN HERTLING VON HANTELMANN

Landschaftsarchitektur

Erläuterungstext

Der historische Kontext setzt den Rahmen fĂĽr die Umgestaltung des Kirchenareals.
Im Vordergrund steht die Interpretation des ĂĽberlieferten Lageplans angepasst an die heutigen NutzungsbedĂĽrfnisse an diesem besonderen Ort Duderstadts.
Das Gestaltungskonzept basiert auf der ĂĽberlieferten Zeitschicht des beginnenden 19. Jahrhunderts und macht die Zonierung und optischen BezĂĽge dieser Zeit sichtbar.
Die Besonderheit des ehemaligen Kirchhofes rund um St. Cyriakus wird durch die Verlegung eines eigenen mittelformatigen Bodenbelags betont. Die Farbigkeit des Natursteins gleicht sich jedoch an das in Duderstadt typische Granitrot an, um die Zugehörigkeit zu dem Ensemble der Duderstädter Altstadt abzubilden. Als Akzent erhält die Kirche eine breite Traufe aus großformatigen Natursteinplatten in dem gleichen
Farbton.
Eine 30cm breite Mosaiksteintraufe entlang der rahmenden Gebäude, der Probstei, des Museums und der benachbarten Wohngebäude ermöglicht einen optisch ansprechenden Anschluss an die alte Bausubstanz.
Den Übergang zwischen der historischen Handelsstraße und dem Kirchengelände
markiert ebenfalls ein Belagswechsel zwischen Kleinsteinpflaster und Plattenbelag. Zusätzlich zeichnet ein Muldenstein aus Naturstein den Verlauf der Handelsstraße nach. Drei Linden zitieren das Motiv der straßenbegleitenden Baumpflanzungen aus der Vergangenheit und nehmen das Thema der Marktstraße auf.

Ute Hertling / Nicolaus von Hantelmann
Mitarbeit: Raquel Sainz de Recalde, Federico Bordin.

Beurteilung durch das Preisgericht

Positives:
• Die Abgrenzung zwischen Markt- und Kirchplatz wird sehr schön durch einen einfachen Materialwechsel deutlich gemacht.
• Die Nordseite wird vom Baumbestand freigestellt.
• Eine Rasenfläche symbolisiert als historischer Bezug auf einfache Weise den ehemaligen Friedhof.
• Durch die Rasenflächen wird die Platzsituation vor Kirche und Propstei gegliedert und gewinnt dadurch.
• Es ergeben sich deutliche Zonen / Räume vor den einzelnen Gebäuden.
• Die Orte: Kirchplatz, Museumsvorplatz, Straße und Mauer fügen sich gelungen ins Umfeld ein.
• Die Platzöffnung vom Rasenbeet zum Stadtgarten ist gelungen.
• Die Arbeit stellt einen sensiblen und durchgängig gelungenen Umgang mit dem historischen Umfeld dar.

Negatives:
• In der Darstellung des Höhenniveaus vor dem Westwerk gibt es offensichtlich Fehler in der Präsentation. Die Fläche im Bereich der 3 Stufen steigt nicht so stark an. Den Planern lagen allerdings keine durchgängigen Höhenangaben vor.
• Die Stufen vor dem Westwerk können nicht, wie dargestellt, entfallen, da ansonsten der komplette Sockel der Kirchen verloren ginge.
• Die Rampe vor dem Heimatmuseum könnte besser um 180° gedreht werden. Die dargestellte Situation verengt den Durchgangsbereich.
• Die Verbreiterung der Öffnung in der Friedhofsmauer ist nicht realistisch und historisch nicht begründet.
• Das Verschieben des Nepomuk-Denkmals ist nicht notwendig.