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Nichtoffener Wettbewerb | 01/2020

Umgestaltung des Steintorplatzes in Hannover

Steintor bei Nacht

Steintor bei Nacht

1. Preis / Zuschlag

Preisgeld: 25.000 EUR

GRIEGER HARZER DVORAK

Landschaftsarchitektur

Ina Weise

Kunst

Erläuterungstext

BUNTES STEINTOR HANNOVER - EIN URBANER LUSTPLATZ


LUST AUF STADT
Das Steintor - Eingang zur Innenstadt und kr√∂nender H√∂hepunkt der Georgstra√üe, wichtiger Verkehrsknoten und repr√§sentative Visitenkarte der Stadt mit ihren barocken G√§rten und klassizistischen Achsen. Quirlig, vielf√§ltig, gesch√§ftig und vergn√ľgt. Aus dieser bunten Mischung von Attributen entwickelt sich das Leitbild URBANER LUSTPLATZ.

MAGENE FREI - EIN PLATZ F√úR DEMOKRATIE UND TEILHABE
Schon immer war das Steintor der Platz der b√ľrgerlichen Artikulation von Hannover.
Die zentrale Mitte des Platzes ist daf√ľr gro√üz√ľgig freigehalten. In Form einer elliptischen Manege bietet der Raum den Ort f√ľr b√ľrgerliches Engagement, Demonstrationen, Kultur- und Sportevents. Eine 20m hohe S√§ule verankert das Steintor weithin sichtbar im Stadtgef√ľge. Das Objekt ist Lichtmast , Kunstwerk und imagin√§rer Kristallisationspunkt der b√ľrgerlichen Teilhabe.

STATISTISCHE S√ĄULE - ST√ĄDTISCHER FIXPUNKT, KUNSTOBJEKT, LEUCHTMAST
Die weithin sichtbare Statistische S√§ule transformiert die historische Idee der Machtdemonstration eines Einzelherrschers qua Obelisk in ein Monument b√ľrgerlicher Teilhabe. Verborgen unter einer scheinbar steinernen Oberfl√§che leuchten auf frei programmierbaren LED-Fl√§chen Texte und Grafiken auf, die im Sockelbereich gezeigte statistische Kategorien wie Alter, Geschlecht und Herkunft der Hannover B√ľrger*innen beschreiben. Der mengenm√§√üige Ausdruck in Form von animierten, anwachsenden Leuchtbalken erzeugt eine, die S√§ule hoch laufende, pulsierende Lichtgrafik, die sowohl inhaltlich als auch k√ľnstlerisch Ausdruck f√ľr die bunte und lebendige B√ľrgerschaft der Landeshauptstadt ist. Eine Lichtquelle in der Spitze der S√§ule sorgt f√ľr eine Art Leuchtturm-Effekt und l√§sst das Steintor des nachts erstrahlen.

URBANE TRIB√úNEN - MEHR SITZGELEGENHEITEN IN NEUER PLATZTOPOGRAPHIE
Die ge√§nderte Platztopographie stellt die Platzmitte heraus. Der zentrale Platzbereich (Manege) ist zu den n√∂rdlichen und s√ľdlichen R√§ndern hin abgesenkt ist um so ein gro√üz√ľgiges Angebot f√ľr Sitzstufen zu schaffen. Dagegen ist die im Bestand vorhandene Absenkung an der Goseriede H√∂he Lange Laube angehoben. Diese erleichtert die Ost-West-Querung des Platzes in der Achse Georgstra√üe-Lange Laube f√ľr Fu√üg√§nger und Fahrradfahrer.

PLATZ F√úR VIELFALT - BUNTE ANGEBOTE UNTER B√ĄUMEN
Der Zone vor der baulichen Platzkante wird als lebendiger Filter zwischen Platzmitte und den Ladenvorzonen gesehen. Erfolgreiche Angebote wie das Eiscaf√© werden mit urbanen Sportangeboten, einer Skateanlage, Spiel, einem einfachen WC und Gr√ľn erg√§nzt. Der Raum unter den Bestandsbaumreihen wird so weiter aktiviert und f√∂rdert den Austausch und Aufenthalt der B√ľrger, Gewerbetreibenden und G√§sten der Stadt. Die zentrale Mitte kann von Einbauten freigehalten bleiben.

MEHR GR√úN UND BLAU
Das vorhandene Prinzip aus Baumreihen und gro√üen Solit√§rgeh√∂lzen wird beibehalten und verdichtet. Neupflanzungen schnell wachsender Platanen verleihen dem Platz Schatten und Flair. Auf den baumfreien, potentiellen Veranstaltungsfl√§chen sorgen Wasserspiele f√ľr angenehme Verdunstungsk√ľhle an hei√üen Tagen. Ein neues Regenwasser- und Bew√§sserungsmanagement soll helfen, die Bestandsvegetation angesichts der Herausforderungen des Klimawandels langfristig vital zu halten. Die neue Platztopografie erm√∂glicht das zeitweilige Aufstauen von Regenwasser.

VERANSTALTUNGEN
Der zentrale Platzbereiche bietet Raum f√ľr bereits jetzt stattfindende Sport- und Kulturveranstaltungen. Ein Erweiterung in Richtung Goseriede aktiviert den n√∂rdlich liegende Stadtraum zus√§tzlich und bindet diesen an das Steintor an.

SCHLEMMEN UNTERM BL√ĄTTERDACH
Die st√§rkere r√§umliche Fassung einzelner Platzbereiche erzeugt mehr Orientierung und Sicherheit. Die r√§umlich-funktionale Aufteilung des Ortes soll helfen, zwischen nutzerspezifischen Differenzen zu vermitteln und der Tag-Nacht-Ungleiche des Platzes konstruktiv zu begegnen. Auf dem s√ľdlichen Platzteil in unmittelbarer Nachbarschaft zum Steintor-Viertel k√∂nnen Angebote wie z.B. eine kleine Skate-Arena das Nutzerspektrum auch noch am Abend erweitern und einer zu einseitigen Benutzung entgegenwirken.

MATERIALIT√ĄT
Die stets barrierefreien Oberfl√§chen-Bel√§ge leiten sich aus vorhandenen, umgebenden und typisch hannoverschen, sowie ausgew√§hlten neuen Materialien ab. Gehwegplatten, oberseits geschnittenes Gro√üsteinpflaster, Klinkerb√§nder und hochwertige, gro√üformatige Betonteile formen den Platz zu einem abwechslungsreichen Ganzen. Entsiegelte Bereiche sind mit dichten niedrigen Heckenpaketen bepflanzt. Ausstattungselemente f√ľr Spiel und Sport sind besonders robust aus Stahl.

GEORGSTRASSE / U-BAHN / GL√ĖCKLE
Die Gliederung der Georgstra√üe vom Kr√∂pcke kommend wird bis zum Steintor-Platz fortgef√ľhrt. Ein eleganter Laufsteg aus Terrazzo-Fliesen wird beidseitig von einem funktionalen Band aus glasiertem rotem Klinker begleitet, welches zum Steintorplatz leitet und dort im Material des Platzes aufgeht. Die seitlichen Aufweitungen laden mit gro√üen B√§nken unter neu gepflanzten Z√ľrgelb√§umen zum entspannten Aufenthalt ein. Anstelle des √ľberdimensionierten U-Bahn Zuganges markieren zwei unterseits verspiegelte Gr√ľnd√§cher den √úbergang von Georgstra√üe zu Steintorplatz sowie die Zug√§nge zur U-Bahn. Bestehende und neue Funktionen wie Blumengesch√§ft und ein √∂ffentliches WC finden hier Platz. Der Freisitz am Bratwurst-Gl√∂ckle erh√§lt eine lockere Fassung aus B√§nken sowie schirmartige Unterst√§nde.

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Arbeit w√§hlt bewusst f√ľr das Steintor, dem Entr√©e zur Innenstadt und Georgstra√üe, die ‚ÄěVielfalt als Ganzes‚Äú zum neuen Auftakt und repr√§sentative Visitenkarte der Stadt Hannover. Es werden historische Zitate der barocken G√§rten und klassizistischen Alleen Hannovers als grundlegendes Thema gew√§hlt und transformiert. Hierbei wird eine baumbestandene zweireihige Allee von Linden als neues lineares, stadtpr√§gendes Element einer Promenade mit Sitzm√∂glichkeiten zum Verweilen vorgeschlagen und geht wie selbstverst√§ndlich in den anschlie√üenden neu artikulierten Steintorplatz in Form einer leicht abgesenkten Ellipse √ľber.
Gerahmt wird das Platzensemble durch den belassenen Linden-Halbkreis, der mit Neupflanzungen von Platanen-/Z√ľrgelb√§umen etc., raumbildend und √ľberzeugend arrondiert wird. Diese vorgeschlagene Platzfiguration l√§sst weitere Nutzungsangebote zu, wie z. B. Skater im s√ľdlichen Bereich sowie im Norden eine Setzung von Caf√© und Kinderspiel bei Beibehaltung von Fl√§chenpotential f√ľr Veranstaltungen.

Das vorgeschlagene Platzensemble entwickelt eine einpr√§gsame und stadtkonforme Adressbildung und l√§sst vielf√§ltige, aktive, passive und soziale Interventionen sowie Veranstaltungen je nach Bedarf zu. Wenig plausibel erscheint die nicht kontinuierlich geradlinige Weiterf√ľhrung des Radweges in Richtung Lange Laube und Goseriede.
Die Dimensionierung der beiden vorgeschlagenen D√§cher f√ľr U-Bahneingang und Aufzug wird kritisch gesehen. Kontrovers wurden z.T. die vorgeschlagene Materialwahl der Oberfl√§chenbel√§ge sowie Holzelemente als auch das von den Verfassern vorgeschlagene ‚ÄěKunstobjekt Leuchtmast/statische S√§ule‚Äú in H√∂he und Setzung im Zentrum des Platzensembles diskutiert.

Die Arbeit bietet einen klaren Konzeptansatz als Basis, l√§sst jedoch im gestalterischen Detail Widerspr√ľchlichkeiten in Form und Gestalt sowie eine gewisse ‚Äě√úberinstrumentierung‚Äú in den Nutzungsangeboten erkennen.
Lageplan Steintorplatz und Georgstraße

Lageplan Steintorplatz und Georgstraße

Manege und Trib√ľne

Manege und Trib√ľne

Steintorplatz S√ľd - Skate und Sport

Steintorplatz S√ľd - Skate und Sport

Schnitt Steintor Nord-S√ľd

Schnitt Steintor Nord-S√ľd

Steintorplatz Nord - Spiel und Entspannung

Steintorplatz Nord - Spiel und Entspannung

Georgstraße Richtung Steintorplatz

Georgstraße Richtung Steintorplatz

Georgstraße bis Schillerdenkmal

Georgstraße bis Schillerdenkmal

Schnitt Steintor und Georgstraße Ost-West

Schnitt Steintor und Georgstraße Ost-West

Statistische Säule

Statistische Säule

Das Steintor als Urbaner Lustplatz

Das Steintor als Urbaner Lustplatz

Manege frei

Manege frei

Urbane Trib√ľnen

Urbane Trib√ľnen

Mehr Gr√ľn und Blau

Mehr Gr√ľn und Blau

Platz f√ľr Vielfalt

Platz f√ľr Vielfalt

Verstanstaltungen

Verstanstaltungen