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Offener Wettbewerb | 12/2006

Umgestaltung eines Bürogebäudes und Neuentwicklung einer Wohnbebauung Grindelberg 7 / Bogenallee in Hamburg Eimsbüttel

1. Preis

LRW Architektur und Stadtplanung

Architektur

Erläuterungstext

Stadträumliche Einordnung
Hochbaukonzeption

Entwurfsmotiv ist die historische Gebäudeform der Hamburger Terrassen im Blockinnenbereich, wie sie heute noch in der Nachbarschaft rudimentär zu finden ist und vor dem Krieg auch einen Teil des Planungsgebiets einnahm.

Der räumlich beengten Situation an der Bogenallee - die öffentliche Straße ist nur ca. 7 m breit - wird mit verschiedenen Maßnahmen begegnet:

- Positionierung der Gebäudekörper an der Bogenallee:
Der östliche Gebäudeflügel ist von der Grundstücksgrenze abgesetzt und hat zur gegenüberliegenden 4-geschossigen Bebauung einen Abstand von 16,25 m. Damit werden auch für die Erdgeschosswohnungen und deren Vorgärten gute Lichtverhältnisse erreicht.
Der westliche Gebäudeflügel ist lediglich 1 m von der Grundstücksgrenze abgesetzt. Hier liegt gegenüber im Süden nur eine 2-geschossige Giebelbebauung, die keine Beeinträchtigung der Besonnung verursacht.

- Höhenentwicklung an der Bogenallee:
Die Traufe an der Bogenallee ist nahezu durchgängig über dem zweiten Obergeschoß und geht damit auf die beengte Situation und den Maßstab der Umgebung ein. Nur der „Kopf“ präsentiert sich als Eingangssituation und Auftakt 4-geschossig (ähnlich dem Motiv der Hamburger Terrassen).
Oberhalb der drei Geschosse sind zwei Staffelgeschosse um 3 m zurückgesetzt. Dadurch wird der Straßenraum weiter und großzügige Dachterrassen nach Süden entstehen.
Die vom Auslober gewünschten Raumhöhen und die im weiteren noch angesprochene Anhebung des Erdgeschossniveaus sprechen für diese Höhenentwicklung.

- Positionierung und Höhenentwicklung auf der Hofseite:
An der Hofseite liegen die Trauflinien höher als an der Bogenallee. Hier bilden Gebäude größeren Maßstabs das Gegenüber wie die Bebauung am Grindelberg. Auch sind hier die Freiräume und Abstände größer. Eine beengte Situation gibt es nur im Norden zum Kindergarten. Auch hier reagiert der Baukörper durch Rücksprung und Abstaffelung, wie auf der Seite zur Bogenallee. Der Kindergarten atmet förmlich auf.

- Höhenlage und Abgrenzung der Erdgeschoßebenen:
Im Westflügel und im nördlichen Teil des Ostflügels liegen die Erdgeschoßwohnungen auf + 0,90 m. Hochbeete sind den Wohnräumen und Loggien vorgelagert. Damit wird für die Bewohner Distanz zum öffentlichen Raum geschaffen.
Im zurückspringenden Ostflügel liegen die Erdgeschoßwohnungen auf +- 0,00 m. Die Terrassen und Vorgärten werden von Hecken und Obstbäumen eingefaßt. Die lichten Höhen dieser Wohnungen betragen 3,65 m (2,75 m wie bei allen Wohnungen + 0,90m ), sodass auch trotz der vorgelagerten Bepflanzung hier optimale Belichtungsverhältnisse vorliegen.


Die Erschließung

Insgesamt fünf Treppenhäuser erschließen West- und Ostflügel.
Alle Eingänge sind im EG zurück gesetzt, sodass ein geschütztes Öffnen der Eingangstür gewährleistet ist. Die Eingänge sind großzügig. Die Treppen nach oben sind zum Hof angeordnet, die Treppe zum Untergeschoss straßenseitig.
Der Innenhof ist über die Erdgeschosswohnungen und direkt über einen Durchgang am Ende des Ostflügels zugänglich.
Die Wohnungen

Entwurfsprinzip bei allen Wohnungen ist die Anordnung der Schlafräume zum ruhigen, privaten Innenhof und der Wohnzimmer, Küchen und Essbereiche zur Bogenallee - mit direkter Verbindung von Küche und Wohnzimmer. Dies ist bei allen Wohnungen durchgehalten.
Jede Wohnung besitzt eine Loggia oder Terrasse, vorwiegend nach Süden. Lediglich am „Kopfbau“ orientieren sich die Terrassen nach Westen zum grünen Hof bei der Kirche. Die Loggien sind so angeordnet, dass sie gleichermaßen die Möglickeiten der Belichtung und der Ausblicke erweitern.
Nahezu alle Badezimmer sind außenliegend.
Besonders großzügige Wohnungszuschnitte finden sich in den Staffelgeschossen und im „Kopfbau“. Dort beginnt die Bebauung mit drei Stadthäusern die individuell von der Bogenallee über zurückliegende Eingangsnischen erschlossen werden.

Fassade

Die Fassade zur Bogenalle ist durch kleine und große Loggien gegliedert, die Lebendigkeit , Kommunikation und Rückzug zur Straße hin ermöglichen. Schiebeläden aus Glas ermöglichen Sonnenschutz und Zonierung zum öffentlichen Straßenraum.
Eine Fassade aus hellem Stein mit hohem Glasanteil zur Bogenallee - mit Schiebefenstern, Holz-Dreh-Kipp-Elementen und leicht getönten Glasbrüstungen - bildet mit der „holzvertäfelten“ Bebauung gegenüber ein stimmiges Ensemble und präsentiert sich als lebendiges und helles Erscheinungsbild in der Bogenallee.
Die Hofseite ist eher steinern mit punktuellen großen Fensterelementen der Wohnräume gestaltet.

Tiefgarage

Die Tiefgarage ist eingeschossig vorgesehen. Sie hat getrennte Zu- und Abfahrtsrampen und Einrichtungsverkehr.
Falls gewünscht, können weitere Stellplätze durch Doppelparker realisiert werden.

Statisch/ konstruktives Konzept

Die Gebäudestruktur besteht aus Flachdecken mit tragenden Wohnungstrenn-, Treppenhaus- und Außenwänden.

Heizung

Die Beheizung der Wohnungen erfolgt über Fussbodenheizung.

Freiraumkonzept

Die Erdgeschoßwohnungen im Ostflügel verfügen über eine Vorzone, die von einer Mauer gefasst ist und entlang der Straße mit kleinen Obstbäumen bepflanzt ist.
Die Vorzone des Westflügels zur Straße besteht aus kleinen Beeten mit Buchsbaum oder Bambus, ebenfalls von einer niedrigen Mauer gefasst.
Die Zufahrt der Tiefgarage im Westen ist von einer Pergola mit beranktem Blauregen überdacht.
Auf der ruhigen Hofseite befinden sich im Norden und Süden 2 Kleinkinderspielflächen und ein Spielhaus. Der Westflügel verfügt zum Hof hin entlang der Maisonette-Wohnungen über Terrassen, die mit Blütensträuchern und Spalierwänden zum Nachbargrundstück gefasst sind. Die Gartenhofseite des Ostflügels ist mit Rasen und Obstbäumen gestaltet.